Nachlese: Regionale und überbetriebliche Ansätze zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Biodiversität

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Im Rahmen der Veranstaltung „Regionale und überbetriebliche Ansätze zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Biodiversität als Beitrag zur Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung“ am 5. November 2025 wurden aktuelle Entwicklungen zur Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung, regionale Initiativen und kooperative Modelle zur Förderung der Biodiversität im landwirtschaftlichen Kontext vorgestellt und diskutiert.

Martin Wildenberg (BMLUK) gab einen Überblick über den Stand der Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung (WHVO) in Österreich und legte dar, dass zur Erarbeitung des nationalen Wiederherstellungsplans thematische Arbeitsgruppen sowie Arbeitskreise eingerichtet wurden. Bis September 2026 soll der Wiederherstellungsplan an die Europäische Kommission übermittelt werden. Wildenberg hob hervor, dass vorhandene Daten – etwa aus dem FFH-Bericht gemäß Artikel 17 – eine wichtige Grundlage bilden, jedoch für die Planung noch durch weitere Schritte konkretisiert werden müssen. Das Füllen von Wissenslücken sieht er daher als Voraussetzung für den effizienten Einsatz verfügbarer Ressourcen. Weiters brauche es für eine erfolgreiche Formulierung des Wiederherstellungsplan gute sektorübergreifende Zusammenarbeit, einheitliche Daten- und Monitoring-Systeme, die Einbindung aller Stakeholder sowie neue Finanzierungsmöglichkeiten.

Anschließend stellte Stefan Schindler (Umweltbundesamt) die Studie „Österreichische Hotspots der Biodiversität“ vor. Die Studie identifiziert Regionen mit hoher Bedeutung für hochwertige, gefährdeter Schutzgüter (Lebensräume und Arten) und leistet so einen Beitrag zur systematischen Naturschutzplanung. Zudem wird in der Studie aufgezeigt, wie bestehende, strenge Schutzgebiete im Sinne des gezielten Naturschutzes am Besten erweitert werden könnten. Obwohl die Studie im Hinblick auf die Erfüllung der Schutzgebietsziele aus der Biodiversitätsstrategie durchgeführt wurde, können Ergebnisse und Methode auch für die Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung einen wertvollen Beitrag liefern.

Christine Hörlezeder (BMLUK) gab einen Überblick über das laufende Agrarumweltprogramm ÖPUL, dessen Erfolg nicht nur durch eine hohe Teilnahme der landwirtschaftlichen Betriebe sichtbar ist, sondern unter anderem daran, dass 10% der landwirtschaftlichen Flächen (ohne Almen) biodiversitätsrelevante Flächen sind. Hörlezeder erläuterte, wie bestehende Maßnahmen des österreichischen Agrarumweltprogramms ÖPUL gebündelt wurden, um die Ziele des Artikels 11 der WHVO zu adressieren und stellt vier Maßnahmen im Detail vor.

Ergänzend berichtete Roman Portisch (Landwirtschaftskammer Niederösterreich) über die regionale Umsetzung biodiversitätsfördernder Maßnahmen in Niederösterreich und regionale Schwerpunktsetzung, etwa im Waldviertel. Beispielhaft stellte er zudem die Maßnahme „Mehrnutzenhecke“ und den neuen regionalen Naturschutzplan im Lainsitztal vor, der durch einen Kulturlandschaftsverein getragen wird und sich an deutschen Landschaftspflegeverbänden orientiert. Die positive Resonanz zeige, dass regionale, praxisnahe Ansätze eine hohe Akzeptanz finden können.

Barbara Steurer (ÖKL) präsentierte das Projekt „ÖPUL verbindet“, das in vier Modellregionen erprobt, wie Biodiversitätsmaßnahmen überbetrieblich umgesetzt werden können. In enger Zusammenarbeit zwischen Landwirtinnen und Landwirten und Ökologinnen und Ökologen werden dabei Maßnahmen vor Ort geplant, ökologisch begleitet und die Wirksamkeit durch ein Monitoring überprüft. Steurer betonte die Bedeutung direkter Kommunikation mit den Landwirtinnen und Landwirten sowie der Öffentlichkeitsarbeit, um die Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte sichtbar zu machen.

Zum Abschluss stellte Maria Höhne (Deutscher Verband für Landschaftspflege) kooperative Modelle aus den Niederlanden und Deutschland vor. In den Niederlanden werden Agrarumweltmaßnahmen ausschließlich über regionale Kollektive umgesetzt, die eigenverantwortlich Maßnahmen planen und durchführen. Dieses System habe in der Abwicklung zu höherer Flexibilität, geringerer Fehlerquote und besserer Akzeptanz bei den Betrieben geführt. Die Umweltleistung werden durch bessere räumliche und zeitliche Abstimmung der Einzelmaßnahmen erhöht. In Deutschland sind Gruppenanträge für Agrarumweltmaßnahmen möglich. Höhne stellt aus dem Projekt KOMBI – Kollektive Modelle zur Förderung der Biodiversität – die beiden erfolgreichen Pilotregionen Brandenburg und Sachsen-Anhalt vor. Das Qualifizierte Projektmanagement sei ein Knackpunkt für erfolgreiche und effektive Umsetzung. Landschaftspflegeverbände eigenen sich durch die „Drittelparität“ (Landwirtschaft, Naturschutz, Kommune/Gemeinde) als vorhandenen Strukturen gut für das qualifizierte Projektmanagement. Durch die Berücksichtigung der Landschaftsebene sieht Höhne in den „Agrarnaturschutzkooperativen“ auch großes Potenzial für einen Beitrag zur Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung.

In den Diskussionen wurde deutlich, dass regionale und kooperative Ansätze in Österreich großes Potenzial bieten, um Synergien zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Verwaltung zu schaffen. Die Umsetzung der WHVO stellt jedoch erhebliche organisatorische und zeitliche Herausforderungen dar. Fehlende Daten, unklare Zuständigkeiten und fehlende dauerhafte Strukturen erschweren die Umsetzung. Besonders problematisch ist auch die noch unklare Finanzierung, vor allem außerhalb der GAP-Strukturen. Arbeitsgruppen betonten die Bedeutung lokaler Kooperationen, ergebnisorientierter Programme und regionaler Zielbilder. Notwendig sind flexible, einfach umsetzbare Maßnahmen mit sichtbarem Nutzen und angemessener Entlohnung. Zudem wurde auf die Wichtigkeit klarer Finanzierungsmodelle, Schnittstellenmanagements und der Nutzung bestehender Strukturen hingewiesen.

Nachlese: Novellierung der Ammoniakreduktionsverordnung – was bedeutet das für landwirtschaftliche Betriebe?

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Die Veranstaltung zur Novellierung der Ammoniakreduktionsverordnung am 27. Oktober 2025 zeigte die anhaltende Bedeutung der Ammoniakminderung für die österreichische Umweltpolitik. Ammoniak gilt als bedeutender Luftschadstoff, der zur Feinstaubbildung beiträgt und so gesundheitsschädlich wirkt, sowie Gerüche verstärkt. Die NEC-Richtlinie der EU verpflichtet Österreich zu einer Reduktion der Emissionen. Da das nationale Luftreinhalteprogramm (NLP) bislang keine ausreichenden Maßnahmen für die Zielerreichung aufzeigen konnte, läuft derzeit noch ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich.

Thomas Parizek (BMLUK) erläuterte, dass die Ammoniakreduktionsverordnung nach zweijährigen Verhandlungen 2023 in Kraft trat und 2024 novelliert wurde. Zentrale Punkte der Novelle sind die Abdeckungspflicht von Wirtschaftsdüngerlagerstätten, die Einarbeitungspflicht für Wirtschaftsdünger und Festmist sowie Regelungen zum Einsatz von Harnstoffdüngern.

Roland Gutwenger (Raumberg-Gumpenstein) stellte Ergebnisse aus dem Projekt TIHALO III vor und wies darauf hin, dass emissionsarme Haltungsformen wie Festmistwirtschaft zurückgehen, während tierfreundliche Laufställe höhere Emissionen verursachen. Die Weidehaltung biete großes Potenzial zur Emissionsminderung, sei aber schwer in bestehende Berechnungsmodelle einzukalkulieren.

Michael Anderl (Umweltbundesamt) präsentierte Daten der österreichischen Luftschadstoffinventur und legte dar, dass rund 50 % der Emissionen aus Stall und Lagerung, 39 % aus der Ausbringung und etwa 10 % aus Mineraldüngern stammen. Hauptverursacher seien Rinder (71 %) und Schweine (18 %). Die größten Erfolge bei der Emissionsminderung resultierten aus rückläufigen Viehbeständen und Mineraldüngemengen, der Einführung von Systemen zur bodennahen Gülleausbringung sowie der raschen Einarbeitung von Gülle und Festmist.

Andreas Pacholski (Thünen-Institut, Deutschland) berichtete, dass die NH₃-Emissionen in Deutschland in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken sind. Hauptursachen der Reduktion seien die Düngeverordnung mit geringeren Stickstoffaufwendungen, N-optimierte Fütterung sowie die Pflicht zur Einarbeitung von Gülle und Verwendung von Urease-Inhibitoren bei Harnstoff. Eine weitere Rolle spiele der Rückgang der Tierbestände. Zusätzlich habe die verbesserte Ausbringtechnik entscheidend zur Minderung der Emissionen beigetragen.

Franz-Xaver Hölzl (Boden.Wasser.Schutz.Beratung, LK Oberösterreich) betonte, dass die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern der effektivste Ansatzpunkt sei. Freiwillige Teilnahmeprogramme im Rahmen von ÖPUL hätten bereits große Fortschritte gebracht. Eine verpflichtende bodennahe Ausbringung – wie in Deutschland oder der Schweiz – solle in Österreich vermieden und Landwirtinnen und Landwirte daher aufgerufen werden, freiwillig an Maßnahmen zur Ammoniakreduktion teilzunehmen.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die größten Herausforderungen in den Bereichen technische Umrüstung und Wirtschaftlichkeit liegen. Teure Investitionen in Stalltechnik oder organisatorische Hindernisse bei der Umsetzung bodennaher Gülleausbringung sowie Dokumentationspflichten erfordern erhebliche Unterstützung. Gleichzeitig müsse mehr Bewusstseinsbildung und Forschung betrieben werden, um freiwillige Maßnahmen zu fördern. Zusammenfassend wurde betont, dass Österreich zwar Fortschritte erzielt hat, aber das 2030-Reduktionsziel nur erreichbar ist, wenn Landwirtschaft, Verwaltung und Forschung gemeinsam agieren. Die Evaluierung 2026 wird entscheidend dafür sein, ob weiterhin auf Freiwilligkeit gesetzt werden kann oder verbindliche Maßnahmen – etwa ein Harnstoffverbot oder die verpflichtende bodennahe Ausbringung – eingeführt werden müssen.

Publikation: Bewertung der Digitalisierung im Rahmen der GAP-Strategiepläne

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Dieser thematische Bericht, der vom Europäischen Evaluierungs-Helpdesk für die GAP im Rahmen der thematischen Arbeitsgruppe (TWG) zur Bewertung der Digitalisierung im Rahmen der GAP-Strategiepläne erstellt wurde, schafft ein gemeinsames Verständnis des theoretischen Rahmens, der die Rolle der Digitalisierung im Agrar- und Lebensmittelsektor und in ländlichen Gebieten definiert, und stellt sicher, dass alle Interessenträger eine einheitliche Perspektive auf den digitalen Wandel haben. Darüber hinaus bietet sie praktische Lösungen für die Ermittlung digitalisierungsbezogener Interventionen und die Entwicklung einer robusten Interventionslogik für die Digitalisierung im Rahmen der GAP-Strategiepläne. Schließlich werden wichtige Überlegungen für die Strukturierung und den Ansatz für umfassende Bewertungen der Digitalisierung im Rahmen der GAP-Strategiepläne dargelegt.

Publikation: Grobe Schätzung des Bodenschutzpotenzials der GAP-Strategiepläne für den Zeitraum 2023-2027

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Die Studie enthält eine eingehende Analyse des Bodenschutzpotenzials der GAP-Strategiepläne für den Zeitraum 2023-2027 in 13 Mitgliedstaaten.

Das Hauptziel dieser Studie besteht darin, das Potenzial der GAP-Strategiepläne (LSP) zum Schutz und zur Verbesserung des Zustands landwirtschaftlicher Böden auf der Grundlage der darin enthaltenen Programmplanungsinformationen und der potenziellen Auswirkungen der von ihnen unterstützten landwirtschaftlichen Verfahren auf die Bodengesundheit zu bewerten. In der Studie wurden die CSP von 13 Mitgliedstaaten analysiert: Tschechien, Deutschland, Dänemark, Griechenland, Spanien, Finnland, Ungarn, Italien, Luxemburg, Lettland, den Niederlanden, Polen und Rumänien.

Die Studie liefert wertvolle Einblicke in die potenziellen Beiträge verschiedener landwirtschaftlicher Praktiken und Interventionen zur Bodengesundheit und unterstreicht die Notwendigkeit gezielter und wirksamer politischer Entscheidungen. Er unterstreicht ferner, wie wichtig es ist, robuste Datenbanken wie die Evidenzbibliothek für landwirtschaftliche Praktiken der GFS zu unterhalten, um die Gestaltung und Bewertung der Politik mit fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu unterstützen.

Erste internationale AKIS Konferenz – Ein Blick in die Zukunft der landwirtschaftlichen Wissens- und Innovationssysteme

Innovation

Im Rahmen des EU-Projekts modernAKIS (Projektleitung: Ländliches Fortbildungsinstitut Österreich) fand am 22. Oktober 2025 in Budapest die erste internationale AKIS-Konferenz unter dem Motto „Quo Vadis AKIS?“ statt. Ziel war es, die Weiterentwicklung landwirtschaftlicher Wissens- und Innovationssysteme (AKIS) in Europa zu reflektieren und Impulse für die Zeit nach 2027 im Kontext der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu setzen.

Über 250 Teilnehmende aus ganz Europa nutzten die Veranstaltung als Plattform für Austausch, Diskussion und für gemeinsame Lernprozesse.

Wo stehen wir und wohin geht die Reise?

Der Vormittag widmete sich politischen Entwicklungen, unterschiedlichen Perspektiven aus der Praxis und der Rolle landwirtschaftlicher Beratung. Es wurden Elemente der von der EU-Kommission vorgeschlagenen GAP-Regelungen ab 2028 vorgestellt, wie die Stärkung von AKIS-Strukturen und die Förderung von Innovation sowie Wissensflüssen. Auch die Bedeutung von Beratungssystemen und deren Einbindung in nationale AKIS-Strategien wurde hervorgehoben. Der Vorschlag des neuen Finanzierungsmodells ab 2028 wurde von den Teilnehmenden kritisch hinterfragt, insbesondere für seine mögliche Schwächung eines wirkungsvollen AKIS und somit der europäischen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe.

Eine europaweite Studie, die im Rahmen des Projekts modernAKIS in Zusammenarbeit mit IALB, EUFRAS und SEASN durchgeführt wurde, gab Einblick in Qualifikationen, Erfahrungen und Unterstützungsbedarfe von landwirtschaftlichen Beraterinnen und Beratern. Dabei wurde deutlich, wie wichtig methodische Kompetenzen, kontinuierliche Weiterbildung und bessere Vernetzung sind, um den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis zu stärken.

Lernen aus der Praxis am Nachmittag

Am Nachmittag standen Erfahrungen aus EIP-AGRI-Projekten und praxisorientierter Forschung im Mittelpunkt. Eine Evaluierung von EIP-AGRI-Projekten aus Schweden lieferte Erkenntnisse zu Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und Verbesserungspotenzialen. Empfehlungen betrafen unter anderem die Innovationsfähigkeit, die Integration in den Markt und die Zieldefinition auf Programmebene.

Ein weiterer Beitrag thematisierte die strategische Ausrichtung von Forschung zur Unterstützung von Innovation. Dabei wurden Ansätze wie regulatorische Testfelder und ergänzende Förderinstrumente vorgestellt, um die Verbindung zwischen Forschung, Politik und Praxis zu verbessern.

Interaktive Workshops und Austauschformate

Neben den Plenarvorträgen bot die Konferenz interaktive Workshops zu Themen wie Beratung, thematische Netzwerke, regionale Entwicklung und AKIS-unterstützende Projekte. Verschiedene europäische Initiativen brachten ihre Erfahrungen und Perspektiven ein und förderten den Austausch zu gemeinsamen Herausforderungen und Lösungsansätzen.

Publikation: Bewertung der Strategien für den Generationswechsel in den EU-Mitgliedstaaten

Lebensmittelversorgung
Lebensqualität

Die Studie untersucht die jüngsten Trends beim Generationswechsel in der EU-Landwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung sozioökonomischer und struktureller Hindernisse für den Generationswechsel, einschließlich solcher, die die Kluft zwischen den Geschlechtern vertiefen. Er stellt politische Instrumente zusammen und klassifiziert sie, wobei erfolgreiche Strategien und bewährte Verfahren hervorgehoben werden, die in allen Mitgliedstaaten repliziert werden könnten, einschließlich derjenigen, die die Nachfolge von Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben unterstützen.

Jetzt bewerben: Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe

Innovation
Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Lebensqualität

Die  Ziele dieser Thematischen Gruppe sind:

  • Untersuchung der Chancen und Herausforderungen für die Diversifizierung der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU;
  • Teilen von Beispielen, die die Erfolgsfaktoren für eine effektive Diversifizierung der landwirtschaftlichen Betriebe veranschaulichen;
  • Bewertung der Wirksamkeit der derzeitigen GAP-Interventionen und der umfassenderen politischen Rahmenbedingungen zur Unterstützung der Diversifizierung der landwirtschaftlichen Betriebe;
  • Ermittlung von Möglichkeiten zur Stärkung der Rolle der GAP bei der Diversifizierung der landwirtschaftlichen Betriebe.

Die TG wird aus einer kleinen Gruppe (etwa 40) sachkundiger und engagierter Interessenträger bestehen, darunter landwirtschaftliche Betriebe, Landwirt:innenorganisationen, ländliche Unternehmer:innen, landwirtschaftliche Berater:innen, Verwaltungsbehörden, Zahlstellen, nationale Netzwerke, Forscher:innen und lokale Aktionsgruppen sowie andere einschlägige Interessenträger.

Die Teilnehmer:innen verpflichten sich, an zwei Sitzungen und damit zusammenhängenden Aktivitäten teilzunehmen, um vielfältige Perspektiven und aktive Beiträge zur Erreichung der Ziele der TG zu gewährleisten.

  • Das erste Treffen findet am 4. Februar 2026, persönlich in Brüssel, Belgien, statt.
  • Das zweite Treffen findet 29. April 2026, persönlich außerhalb von Brüssel (noch festzulegender Ort) statt.

Bewerbung bis zum 1. Dezember 2025 möglich!

Wissen vernetzen, Innovation stärken: AKIS und EIP-Projekte im Fokus – 147. Podcast

AKIS-Kooperationsstelle
Innovation

In dieser Podcast-Folge spricht Priv.-Doz. Dr. Andreas Steinwidder mit MMag. Elisabeth Gumpenberger vom Netzwerk Zukunftsraum Land und DI Edina Scherzer von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wie das Agrarische Wissens- und Innovationssystem (AKIS) funktioniert – und wie EIP-Projekte aus Forschung und Praxis echte Mehrwerte für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume schaffen. Was auf den ersten Blick technisch klingt, ist in Wahrheit gelebte Innovation: Wenn Landwirt:innen, Forschung, Beratung und Bildung gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Landwirtschaft und des ländlichen Raums entwickeln, entstehen echte Erfolgsgeschichten.

Am Beispiel von EIP-Projekten wie „Bergmilchvieh“ und „Weideinnovationen“ zeigen wir, wie aus Ideen konkrete Verbesserungen entstehen – und wie alle Interessierten Teil dieses Netzwerks werden können.

Jetzt reinhören und inspirieren lassen!

Jetzt bewerben: Die Rolle der GAP bei der Förderung nachhaltiger und wettbewerbsfähiger Tierhaltungssysteme

Klimaschutz
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Lebensqualität

Die Ziele dieser Thematischen Gruppe sind:

  • Untersuchung der verschiedenen Wege und Konzepte, die in den verschiedenen Teilen der EU verfolgt werden, um vielfältige, nachhaltige und wettbewerbsfähige Tierhaltungssysteme unter Berücksichtigung der territorialen Besonderheiten zu fördern.
  • Betrachtung der Rolle, die GAP-Strategiepläne (CSPs) bei der Unterstützung maßgeschneiderter Ansätze spielen können, um die Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit aller Tierhaltungsmodelle zu ermöglichen, und Ermittlung, wo die aktuellen Hindernisse liegen und welche Faktoren vorhanden sein müssen, um einen sinnvollen Wandel herbeizuführen.
  • Ermittlung der notwendigen Bedingungen (z. B. Märkte) und Instrumente außerhalb der GAP, die Hand in Hand mit den Länderstrategiepapieren arbeiten sollten, um auf dem ermittelten Weg voranzukommen.
  • Teilen von Beispielen für bewährte Verfahren, die die Maßnahmen veranschaulichen, die derzeit zur Förderung nachhaltigerer und wettbewerbsfähigerer Tierhaltungssysteme ergriffen werden.

Die TG wird aus einer kleinen Gruppe (etwa 40) von engagierten, informierten und engagierten Interessenträger:innen bestehen, darunter politische Entscheidungsträger und Verwalter auf regionaler und nationaler Ebene (einschließlich Verwaltungsbehörden, Zahlstellen), Landwirt:innen und landwirtschaftliche Organisationen, lokale LEADER-Aktionsgruppen (LAG), operationelle Gruppen (EIP), Berater:innen, Forscher:innen, nationale GAP-Netze (NN) und andere relevante Interessenträger:innen aus dem ländlichen Raum und der Umwelt.

Die Teilnehmer:innen verpflichten sich, an zwei Sitzungen und damit zusammenhängenden Aktivitäten teilzunehmen, um vielfältige Perspektiven und aktive Beiträge zur Erreichung der Ziele der TG zu gewährleisten.

  • Das erste Treffen findet am 29. Januar 2026 in Brüssel in Präsenz statt.
  • Das zweite Treffen findet am 15. April 2026 in Präsenz statt (Ort wird noch festgelegt).

Bewerbung bis zum 1. Dezember 2025 möglich!

Innovationsbrokerage im Fokus – 10 Jahre Vernetzungs- und Innovationsarbeit

Innovation
Als im Netzwerk Zukunftsraum Land vor zehn Jahren die Rolle der „Innovationsbrokerage“ geschaffen wurde, stand ein ambitioniertes Ziel im Fokus: die Innovationskraft ländlicher Räume zu fördern, kreative Ideen zur Umsetzung zu bringen und dafür Brücken zwischen Landwirtschaft, Forschung, Verwaltung, Unternehmen und Zivilgesellschaft zu bauen. Heute, ein Jahrzehnt später, lässt sich feststellen: Die Innovationsbrokerage hat sich als unverzichtbares Instrument etabliert, um neue Lösungen für die ländliche Entwicklung in Österreich zu initiieren, zu begleiten und in der Breite wirksam zu machen.

Die Einführung der Funktion der Innovationsbrokerage vor zehn Jahren war eine Reaktion auf die wachsenden Herausforderungen im ländlichen Raum. Klimawandel, demografische Veränderungen, Digitalisierung und neue Marktbedingungen verlangten nach Lösungen, die über traditionelle Ansätze hinausgehen. Gleichzeitig zeigte sich, dass es vielen innovativen Ideen oft an Ressourcen, Netzwerken oder Spezialwissen fehlte, um weiter zu reifen. Die Rolle der Innovationsbrokerage setzt hier an. Ihre Aufgabe ist es, Menschen mit Ideen zusammenzubringen, Potenziale sichtbar zu machen und Strukturen so zu gestalten, dass aus innovativen Ansätzen tragfähige Projekte entstehen – denn in ländlichen Regionen sind es vielfach Kooperationen zwischen Landwirtinnen und Landwirten, regionalen Initiativen, Forschungseinrichtungen und Behörden, die Neues ermöglichen.

Aktuell sind Elisabeth Gumpenberger, Celina Lutter und Brigitte Ömer-Rieder im Team der Innovationsbrokerage. Sie unterstützen und beraten zu Fördermaßnahmen im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP), insbesondere zur Förderung von Operationellen Gruppen und deren Innovationsprojekten (77-06) und zur Gestaltung von Innovationsnetzwerken, Innovationspartnerschaften und deren Innovationsprojekten (77-03). Sie vernetzen passende Partnerinnen und Partner und helfen beim Aufbau von praxisnahen Bottom up-Projekten.

Erfolgsbilanz einer Dekade

Die Leistungsbilanz der Innovationsbrokerage im Netzwerk Zukunftsraum Land ist beeindruckend: Allein in der vergangenen Förderperiode LE 14–20 wurden in Österreich 39 Projekte von operationellen Gruppen im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft EIP-AGRI genehmigt, die innovative Lösungen für die Landwirtschaft und ländliche Entwicklung entwickeln. In der laufenden GAP-Periode 23-27 sind bereits 14 operationelle Gruppen aktiv, darüber hinaus arbeiten 20 Projektteams an der Umsetzung von Ländlichen Innovationsunterstützungsnetzwerken (LIN) und Ländlichen Innovationspartnerschaften (LIP).

Für die Umsetzung dieser Projekte wurde bislang ein Fördervolumen von rund 10 Millionen Euro bereitgestellt, wodurch zahlreiche Kooperationen zwischen Forschung, Praxis und Beratung ermöglicht und innovative Erzeugnisse, Verfahren sowie Technologien etabliert wurden.

Besonders hervorzuheben ist die breite Wirkung der vom Team der Innovationsbrokerage betreuten Projekte: Mehrere hundert Akteurinnen und Akteure, darunter Landwirtinnen und Landwirte, Forschende, Vertreter aus Bildung sowie NGOs, wurden in den letzten Jahren beraten und für sektorübergreifende Innovationspartnerschaften vernetzt. Die Projekte reichen von Biodiversitätsinitiativen über Smart-Farming-Lösungen bis hin zu neuen Ansätzen der Direktvermarktung und Kreislaufwirtschaft. Durch die intensive Förder- und Beratungsarbeit ist das Team der Innovationsbrokerage maßgeblich für den erfolgreichen Wissenstransfer, die nachhaltige Modernisierung und die Steigerung der Innovationsfähigkeit ländlicher Regionen in Österreich verantwortlich.

Blick in die Zukunft

Auf diesen Erfolgen und Erfahrungen aufbauend startet die Innovationsbrokerage nun in die nächste Dekade. Mit gezielter Vernetzung und Innovation gilt es weiterhin, Impulse für die Entwicklung des ländlichen Raums zu setzen. Die Funktion der Innovationsbrokerage als zentrales Bindeglied, das systematisch Innovationen ermöglicht, wird dabei weiterhin im Mittelpunkt stehen.

„Der Blick nach vorn ist ebenso vielversprechend wie herausfordernd: Themen wie Klimaschutz, Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft und soziale Innovationen werden weiterhin nach kreativen Lösungen verlangen. Mit der Innovationsbrokerage verfügt Österreich über ein Instrument, das diese Entwicklungen aktiv mitgestaltet – und damit auch in den kommenden Jahren einen entscheidenden Beitrag zur Lebensqualität im ländlichen Raum leisten wird.“ (Elisabeth Gumpenberger vom Team der Innovationsbrokerage)

Stimmen von Förderempfängerinnen und Förderempfängern

„Mir hat das Team der Innovationsbrokerage geholfen bei der Formulierung der Projekte, damit sie den Förderrichtlinien entsprechen, aber dennoch das Projektkonzept mit Zielen und Maßnahmen so strukturiert wurde, dass sie in Zusammenarbeit von Praxis und Wissenschaft erfolgreich umsetzbar waren. Die beiden EIP-AGRI Projekte Klauen-Q-Wohl und NEU.rind sind wesentliche Meilensteine für die nachhaltige Weiterentwicklung der österreichischen Rinderwirtschaft.“

Christa Egger-Danner | OG Klauen-Q-Wohl und NEU.rind

„Die Innovationbrokerage hat uns geholfen, den Blick in der Projektplanung auf die essentiellen Punkte zu richten. Das sind oftmals genau jene, die man selbst nicht im Fokus hat, die aber für den Projekterfolg unverzichtbar sind.“

Martin Stadlbauer | OG Bio-Fresseraufzucht

„Mir hat die Innovationbrokerage geholfen bei der Vernetzung und beim Weitertragen unseres Projekts. So haben wir neue Kontakte geknüpft und wichtige Unterstützung für die Umsetzung gewonnen.“

Silke Heiss | LIN Stell dir vor Labor

„Die Unterstützung durch die Innovationsbrokerage war für uns sehr wichtig und effektiv. Durch die gute Begleitung und Beratung bekamen wir die Zusage zu unserer Förderung. Auch jetzt in der Umsetzung bekommen wir eine feine Unterstützung des Teams.”

Mario Pramberger | LIP Kooperations- und Veränderungsbereitschaft in der Kremstaler Wirtschaft