Nachbericht: Ensuring The Rright to Stay for Young Farmers and Rural Youth
Junge Landwirt:innen und ländliche Jugend aus ganz Europa diskutierten beim EU CAP Network Seminar in Brüssel die Herausforderungen im ländlichen Raum und entwickelten gemeinsam konkrete Maßnahmen, um die Zukunft der Landwirtschaft und die Attraktivität ländlicher Regionen zu stärken. Österreich präsentierte dabei mehrere Good-Practice-Beispiele aus der nationalen Umsetzung der Gemeinsamen Agrar Politik (GAP).
Das EU GAP-Netzwerk veranstaltete Mitte März in Brüssel das Seminar: „Ensuring The Rright to Stay for Young Farmers and Rural Youth”. Ziel der Veranstaltung war es, die Herausforderungen für junge Menschen im ländlichen Raum sowie für Junglandwirt:innen sichtbar zu machen und gemeinsam Lösungsansätze für die nächste GAP zu entwickeln.
Aus Österreich nahm eine Delegation, bestehend aus der Landwirtschaftskammer Österreich, dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, sowie der Landjugend Österreich teil.
Die Teilnehmenden analysierten die vielfältigen Probleme, mit denen junge Menschen in ländlichen Regionen konfrontiert sind. Dazu zählen unter anderem eingeschränkte wirtschaftliche Perspektiven und ein erschwerter Zugang zu Land und Krediten sowie zu Bildung und Innovation. Ebenso kann es eine Herausforderung sein, Nachfolger:innen für landwirtschaftliche Betriebe zu finden. Da die Strukturen und die vorherrschende Praxis bei der Übergabe der Betriebe an die jüngere Generation in den Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich sind, stehen die jungen angehenden Betriebsführer:innen vor gänzlich unterschiedlichen Herausforderungen.
Die Teilnehmenden diskutierten die Problemfelder in Arbeitsgruppen. Dabei brachten die unterschiedlichen europäischen Mitgliedsstaaten ihre Perspektiven und Erfahrungen ein. Besonders interessant war, dass viele Herausforderungen, die in anderen Ländern als große Problemfelder genannt wurden, in Österreich gut gelöst sind. Österreich konnte hierbei mehrmals Good-Practice-Beispiele nennen. Das ist auf die jahrelang vorausschauende nationale Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik zurückzuführen. Ebenso spielen ein starkes Pensionssystem für die landwirtschaftliche Bevölkerung und die steuerlichen Regelungen bei der Hofübergabe, die einen Fokus auf den Erhalt der Familienbetriebe legen, eine zentrale Rolle.
Zum Abschluss wurde ein gemeinsamer Aktionsplan entwickelt. In diesem wurden konkrete Maßnahmen festgehalten, die den Zugang zu Land, aber auch den generationenübergreifenden Betriebserfolg und Innovationen fördern, und das Leben in ländlichen Räumen attraktiv machen:
- Junge Menschen, die in die Landwirtschaft einsteigen wollen, sollen einfacheren Zugang zu Land erhalten. Dazu sind entsprechende Finanzierungsinstrumente erforderlich
- Steuerliche Regelungen, die den Erhalt des Betriebes bei der Übergabe von Land im Fokus haben sind entscheidend
- Landwirtschaftliche Aus- und Weiterbildung und Mentoring sind notwendig, um junge Landwirtinnen und Landwirte bei der Aufnahme der landwirtschaftlichen Tätigkeit zu unterstützen
- Zugang zu Informationen soll auf niederschwelligem Niveau verfügbar sein
- Matching-Systeme zwischen Betrieben, die keine Hofnachfolger:in haben und jungen Menschen sind ein auszubauendes Modell
- Steuerliche und rechtliche Begleitung und Beratung dieser Fälle ist für den Erfolg entscheidend
- Ein Fokus auf generationenübergreifende Kommunikation und entsprechende Begleitung ist wichtig
- Internetverfügbarkeit in ländlichen Regionen
- Beteiligung junger Menschen in politischen Entscheidungen (Echte Beteiligung und Ermöglichung von Änderungsvorschlägen anstatt nur der Frage nach der Meinung)
- Ländliche Regionen sind besser zu vermarkten (Attraktivität des ländlichen Raums soll in den Köpfen der Bevölkerung gesteigert werden)
“If we consider youth only as the future of farming, we risk excluding them from decisions that affect them today!“, so der Tenor.
Zukunft beginnt dort, wo wir bereit sind, Gegenwärtiges zu hinterfragen und Neues zu gestalten. Mit dem Leitmotiv #weiterdenken rücken wir als Netzwerk Zukunftsraum Land die nächste Generation in den Mittelpunkt: Um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen, braucht es die Gestaltung gemeinsam mit der nächsten Generation. Dabei soll Bewährtes generationenübergreifend weiterentwickelt werden – nur so kann Zukunft wachsen. Ganz bewusst möchten wir uns dabei jungen – neuen, innovativen – Ideen UND Menschen widmen.
