Bionet-Gemüse
Das Projekt „Bionet-Gemüse“ zielt darauf ab, den biologischen Gemüsebau in Österreich durch eine enge Vernetzung von Praxis, Beratung und Forschung nachhaltig zu stärken.
Ausgangspunkt ist die zunehmende Komplexität landwirtschaftlicher Herausforderungen wie Klimawandel, neue Schädlinge, steigende ökologische Anforderungen sowie Marktveränderungen. Gleichzeitig besteht ein hoher Bedarf an praxisnah aufbereitetem Wissen und einem verbesserten Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen für Landwirtinnen und Landwirte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt das Ziel, Wissen effizient aufzubereiten, zu bündeln und zielgruppengerecht zu vermitteln sowie den fachlichen Austausch zwischen Betrieben, Beraterinnen und Berater und Forschungseinrichtungen zu intensivieren.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Förderung von praxisnaher und Standort angepasster Forschung, der Unterstützung fundierter betrieblicher Entscheidungen und der Stärkung der Innovationsfähigkeit sowie Resilienz der Betriebe.
Zur Umsetzung werden mehrere Maßnahmen gesetzt:
Bedarfsanalysen werden durchgeführt, um relevante Themenfelder im österreichischen biologischen Gemüsebau zu identifizieren und diese in weiterer Folge gezielt inhaltlich zu bearbeiten. Gleichzeitig bilden sie die Grundlage für die zielgruppengerechte Weiterentwicklung und Anpassung der Formate der Wissensvermittlung.
Informationsmedien wie Gemüsefibel, Broschüren, Factsheets, Fachartikel und Kurzvideos werden erarbeitet, um Informationen und aktuelle Erkenntnisse verständlich aufzubereiten sowie weitere Projekte vorzustellen.
Eine Projektwebsite (www.bio-net.at) fungiert als zentrale Plattform für Information und Weiterbildung im Rahmen des Projekts. Sie bietet laufend aktuelle Inhalte wie Neuigkeiten, Veranstaltungshinweise sowie Ergebnisse aus den Transferversuchen und stellt sämtliche erarbeitete Materialien gebündelt und gratis zu Verfügung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Konzeption und Durchführung zielgruppengerechter Bildungsangebote wie Webinare, Seminare, Exkursionen und Tagungen. Diese Formate dienten nicht nur der Wissensvermittlung, sondern auch der Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch.
Parallel dazu werden Demonstrations-/Transferversuche in enger Zusammenarbeit mit Praxisbetrieben umgesetzt, um innovative Anbaumethoden, Sorten und Betriebsmittel unter realen und Standort angepassten Bedingungen zu testen und zu bewerten.
Ergänzend wird im Rahmen einer Bildungsinitiative gezielt auf aktuelle Herausforderungen aus der Praxis – wie derzeit die Grüne Reiswanze – eingegangen. Dabei werden konkrete Problemstellungen aufgegriffen, gemeinsam mit Betrieben bearbeitet und die daraus gewonnenen Erkenntnisse praxisnah aufbereitet und weitergegeben.
Die Ergebnisse des Projekts umfassen eine verbesserte Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von praxisrelevantem Wissen, eine stärkere Vernetzung der Akteurinnen und Akteuren im biologischen Gemüsebau sowie konkrete Erkenntnisse aus Versuchen zu aktuellen Fragestellungen. Die teilnehmenden Betriebe können ihre fachlichen Kompetenzen erweitern und ihre Produktionssysteme gezielter an neue Herausforderungen anpassen.
Was macht dieses Projekt besonders nachahmenswert?
• Enge Verzahnung von Praxis, Beratung und Forschung: Durch die kontinuierliche Zusammenarbeit aller relevanten Akteurinnen und Akteuren werden praxisnahe Lösungen entwickelt und direkt in den Betrieben erprobt und rückgekoppelt.
• Kombination aus Wissensaufbereitung und aktiver Wissensvermittlung: Informationsmedien und vielfältige Bildungsformate greifen ineinander und ermöglichen einen niederschwelligen, zielgruppengerechten Zugang zu aktuellem Fachwissen.
• Praxisorientierte Innovationsentwicklung durch Transferversuche und Bildungsinitiative: Aktuelle Herausforderungen werden unmittelbar aufgegriffen, unter realen Bedingungen getestet und die Ergebnisse rasch und anwendungsorientiert in die Breite getragen.
Darum war es wichtig, das Projekt umzusetzen
Österreich ist mit 27,7 % biologisch bewirtschafteter Fläche Spitzenreiter in der EU. Im Zuge des EU Green Deals gewinnt der Biolandbau auch in anderen Ländern an Bedeutung, wodurch sich für österreichische Betriebe zunehmender Wettbewerbsdruck ergibt.
Gleichzeitig stehen Landwirtinnen und Landwirte vor wachsenden Herausforderungen wie Klimawandel, wirtschaftlichen Unsicherheiten und geopolitischen Entwicklungen, die eine rasche und praxisnahe Anpassung der Produktionssysteme erfordern.
Besonders im biologischen Gemüsebau bestehen in Österreich begrenzte Kapazitäten in Forschung, Beratung und Wissenstransfer. Dadurch wird der Zugang zu aktuellem, praxisrelevantem Wissen erschwert. Es besteht daher ein klarer Bedarf an einer stärkeren Vernetzung zwischen Betrieben, Beratung und Forschung sowie an einer besseren Aufbereitung und Vermittlung von Fachinformationen.
Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach regional erzeugtem Biogemüse kontinuierlich, unter anderem aufgrund eines wachsenden Bewusstseins für gesunde und nachhaltige Ernährung sowie verstärkt durch Entwicklungen wie die COVID-19-Pandemie. Dem gegenüber steht ein Selbstversorgungsgrad von nur rund 54 %, was ein erhebliches Produktions- und Marktpotenzial für heimische Betriebe zeigt.
Zudem gewinnt die Marktgarten-Bewegung insbesondere bei jungen Landwirtinnen und Landwirten und Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern zunehmend an Bedeutung. Diese Form der kleinstrukturierten Produktion kombiniert nachhaltige Anbaumethoden mit intensiver Flächennutzung und direkter Vermarktung, erfordert jedoch gezielte Bildungs- und Unterstützungsangebote.
Vor diesem Hintergrund sind praxisnahe Bildungsmaßnahmen, Demonstrationsversuche sowie strukturierte Plattformen für Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch entscheidend. Nur durch fundiertes, standortangepasstes Wissen und die enge Zusammenarbeit zwischen Praxis, Beratung und Forschung können biologische Gemüsebaubetriebe ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und sich nachhaltig weiterentwickeln.
Ziele des Projekts
•Stärkung des biologischen Gemüsebaus in Österreich durch eine effiziente und gebündelte Wis-sensaufbereitung und -vermittlung, praxisorientierte Forschung und forcierte Vernetzung. •Erleichterter Zugang zu wissenschaftlichen Versuchsergebnissen und Erfahrungsberichten für die Landwirtinnen und Landwirte, um fundierte Entscheidungen für eine nachhaltige und wirtschaftlich erfolgreiche Produktion treffen zu können, beziehungsweise für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wie landwirtschaftliche Beraterinnen und Berater und Trainerinnen und Trainer.
•Verbesserung der fachlichen Kompetenzen der Landwirtinnen und Landwirte durch Vermittlung von praxisnahem Know-how, Schulungen und Publikationen sowie durch Förderung des fachlichen Austauschs zwischen Betrieben, Beratung und Forschung.
•Durchführung von standortangepassten Transferversuchen, um die regionale, kleinstrukturierte Produktion zu stärken und das wirtschaftliche Risiko für Landwirtinnen und Landwirte zu reduzieren.
Maßnahmen um die Projektziele zu erreichen
• Bedarfsstudien: Durch Literaturrecherchen, Betriebsbefragungen, Expert:inneninterviews und Workshops werden aktuell relevante Themen, Fragestellungen sowie Infos zu gewünschten Bildungsformaten im biologischen Gemüsebau erhoben. Diese dienen als Grundlage für die inhaltliche Weiterentwicklung von Bildungs- und Informationsangeboten.
• Informationsmedien: Die Gemüsefibeln bündeln aktuelle Themen aus Forschung und Praxis im biologischen Gemüsebau. Wissenschaftliche Inhalte werden zielgruppengerecht aufbereitet und durch Beiträge aus Demonstrationsvorhaben und Projektaktivitäten ergänzt. Die Erstellung erfolgt in Zusammenarbeit mit Projektpartnerinnen und Projektpartnern, ergänzt durch externe Beiträge und gegebenenfalls Übersetzungen. In Informationsbroschüren, Factsheets und Fachartikeln werden praxisrelevante Themen wie zum Beispiel Kulturführung, Pflanzenschutz, Nährstoffversorgung oder Beikrautregulierung intensiv bearbeitet und verständlich aufbereitet. Ergebnisse aus Transferversuchen und der Bildungsinitiative fließen ein. Broschüren dienen der vertieften Darstellung, Factsheets der kompakten Information. Fachartikel unterstützen die Verbreitung in der Fachöffentlichkeit und stärken den Wissenstransfer in die Praxis. Kurzvideos vermitteln zentrale Projektthemen in leicht zugänglicher Form. Sie dienen der niederschwelligen Wissensvermittlung und werden in Veranstaltungen sowie über Social Media-Kanäle verbreitet. Die Projektwebsite fungiert als zentrale Informationsplattform. Sie stellt aktuelle News, Veranstaltungstermine sowie Ergebnisse aus den Transferversuchen bereit und bündelt alle erarbeiteten Materialien und Publikationen. Die Inhalte werden regelmäßig aktualisiert und über Social Media sowie Newsletter verbreitet. Zudem erfolgt eine übersichtliche Weiterentwicklung der Website-Struktur in Abstimmung mit verwandten Projekten, um die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen und Synergien mit anderen Plattformen zu nutzen.
• Bildungsangebote: Webinare, Seminare, Workshops, Feldtage, Exkursionen und Tagungen werden konzipiert und umgesetzt. Die Bildungsveranstaltungen verbinden praxisnahe Wissensvermittlung mit Erfahrungsaustausch und direktem Praxisbezug. Ergebnisse aus Demonstrationsvorhaben sowie der Bildungsinitiative fließen dabei unmittelbar ein. Während Online-Formate eine breite Reichweite und flexible Teilnahme ermöglichen, fördern Präsenzveranstaltungen insbesondere Vernetzung, Austausch und die Vertiefung fachlicher Inhalte.
• Demonstrationsvorhaben: dienen dazu, praxisnahe Versuche unter österreichischen Standortbedingungen und in enger Abstimmung mit Betrieben sowie weiteren Projektpartnern durchzuführen. Darunter fallen Sortenversuche, Versuche zur Klimawandelanpassung, Betriebsmitteltest, und so weiter. Die Ergebnisse werden in Informations- und Bildungsmaßnahmen integriert. Bei regelmäßigen Vernetzungs- und Austauschtreffen werden die Versuchsergebnisse diskutiert. Zudem dienen diese Treffen der Abstimmung von Versuchsansätzen zwischen den involvierten Projektpartnern beziehungsweise Zielgruppen.
•Bildungsinitiativen: Die Bildungsinitiative „Wanzen“ greift die aktuelle und drängende Problematik der Grünen Reiswanze auf. Bestehende sowie alternative und innovative Lösungsansätze werden gemeinsam mit den Projektpartnern erprobt und weiterentwickelt.
•Wissensvermittlung bei externen Veranstaltungen: Letztlich werden die Projektergebnisse aktiv bei externen Fachveranstaltungen präsentiert um den Wissenstransfer, die Vernetzung sowie die Sichtbarkeit des Projekts in der Fachöffentlichkeit zu stärken.
Ergebnisse und Wirkungen quantitativ
• Es werden 3 Bedarfsstudien zu aktuellen Herausforderungen im biologischen Gemüsebau durchgeführt und als Grundlage für zielgerichtete Bildungs- und Informationsangebote genutzt.
• Es entstehen 14 Informationsprodukte: 2 Gemüsefibeln, 3 Informationsbroschüren/-blätter, 3 Factsheets, 4 Fachartikel und 2 Kurzvideos; die Zugriffe auf Homepage und Social-Media-Kanäle sollten dadurch um 50 % gesteigert werden.
• Es werden 12 Bildungsangebote umgesetzt: 4 Webinare, 4 Seminare/Feldtage/Workshops, 2 Exkursionen und 2 Tagungen. Damit sollen insgesamt rund 400–500 Betriebe erreicht werden.
• Es werden 3 Demonstrations-/Transferversuche sowie die weiterführende Bildungsinitiative zur Grünen Reiswanze umgesetzt
Ergebnisse werden in Berichten, Informationsmaterialien und bei mindestens 4 externen Fachveranstaltungen verbreitet.
Ergebnisse und Wirkungen qualitativ
Das Projekt stärkt den biologischen Gemüsebau in Österreich durch verbesserten Wissenstransfer, praxisnahe Forschung und eine engere Vernetzung von Betrieben, Beratung und Wissenschaft. Landwirtinnen und Landwirte erhalten leichteren Zugang zu verständlich aufbereiteten Versuchsergebnissen, Erfahrungswissen und aktuellen Forschungserkenntnissen und können dadurch fundiertere Entscheidungen für ihre Betriebe treffen. Qualitativ wirkt das Projekt vor allem durch die Erhöhung der fachlichen Kompetenz, der Innovationsbereitschaft und der betrieblichen Resilienz. Die Teilnehmenden werden dabei unterstützt, neue Produktionsweisen, Sorten, Betriebsmittel und Anpassungsstrategien an den Klimawandel besser einzuschätzen und standortangepasst umzusetzen. Dadurch sinkt die Hemmschwelle, innovative Verfahren zu erproben, ohne dass Betriebe das volle Risiko allein tragen müssen.
Für Klima und Umwelt leistet das Projekt einen Beitrag durch die Förderung klimaresilienter Anbausysteme, ressourcenschonender Verfahren, biologischer Pflanzenschutzstrategien, Humusaufbau, Biodiversität und nachhaltiger Bodenbewirtschaftung. Themen wie Gemüseproduktion unter Photovoltaik, Kupfereinsparung, Nützlingsförderung und trockenheits- beziehungsweise hitzetolerante Sorten unterstützen eine umwelt- und klimafreundliche Weiterentwicklung der Praxis.
Wirtschaftlich trägt das Projekt zur Stärkung kleinstrukturierter, regionaler Biogemüsebetriebe bei. Durch bessere Entscheidungsgrundlagen, Erfahrungsaustausch und neue Vermarktungs- beziehungsweise Diversifizierungsimpulse können Wettbewerbsfähigkeit, Marktposition und Zukunftsfähigkeit der Betriebe verbessert werden.
Gesellschaftlich unterstützt das Projekt den Zugang zu Weiterbildung für unterschiedliche Zielgruppen, darunter Junglandwirtinnen und Jundlandwirte, Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger und Marktgärtnerinnen und Marktgärtner. Online-Angebote, geschlechtergerechte Sprache und offene Bildungsformate fördern Chancengleichheit, Teilhabe und die langfristige Attraktivität des biologischen Gemüsebaus.
Mehrwert durch Vernetzung
Das Projekt ist ein Beispiel für erfolgreiches Netzwerken, da es konsequent auf die enge Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlicher Praxis, Beratung, Forschung und weiteren Fachakteurinnen und Fachakteure setzt. Diese Vernetzung bildet die Grundlage für einen kontinuierlichen Austausch von Wissen, Erfahrungen und aktuellen Erkenntnissen im biologischen Gemüsebau. Durch regelmäßige Vernetzungs- und Austauschtreffen werden alle relevanten Akteureinnen und Akteure aktiv in die Themenfindung und Versuchsplanung eingebunden. Dadurch wird sichergestellt, dass praxisrelevante Fragestellungen unmittelbar aufgegriffen und gemeinsam bearbeitet werden. Gleichzeitig ermöglicht der strukturierte Austausch eine bessere Abstimmung zwischen den Beteiligten, vermeidet Doppelarbeit und fördert Synergien in der Versuchsdurchführung.
Die Vernetzung trägt wesentlich dazu bei, dass Forschungsergebnisse schneller in die Praxis gelangen und umgekehrt praxisnahe Herausforderungen direkt in Forschungs- und Entwicklungsprozesse einfließen. Auch die Bildungsangebote profitieren von diesem Netzwerk: Inhalte werden gemeinsam entwickelt, abgestimmt und über verschiedene Kanäle verbreitet, wodurch eine hohe Praxisrelevanz und breite Reichweite sichergestellt wird.
Darüber hinaus stärkt die Einbindung nationaler und internationaler Partnerorganisationen den fachlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg und ermöglicht den Zugang zu unterschiedlichen Erfahrungen und Lösungsansätzen. Dies erweitert den Blick auf innovative Produktionssysteme und fördert die Weiterentwicklung des biologischen Gemüsebaus insgesamt.
Insgesamt trägt das Netzwerken entscheidend dazu bei, Wissen effizienter zu bündeln, praxisnah aufzubereiten und schneller in die Betriebe zu bringen. Es erhöht die Qualität der Ergebnisse, stärkt die Umsetzbarkeit in der Praxis und trägt wesentlich zur Innovationsfähigkeit und Resilienz der beteiligten Betriebe bei.
Innovation
Das Projekt bringt insbesondere im Bereich der Wissensgenerierung und -vermittlung im biologischen Gemüsebau deutlich verbesserte Prozesse und Dienstleistungen hervor. Zentral ist dabei die strukturierte Verknüpfung von praxisnaher Forschung, Beratung und landwirtschaftlicher Praxis, wodurch neue Erkenntnisse schneller und zielgerichteter in die Betriebe gelangen. Durch die systematische Kombination aus Demonstrationsvorhaben, Bildungsangeboten und zielgruppengerecht aufbereiteten Informationsformaten werden Forschungsergebnisse nicht nur generiert, sondern unmittelbar praxisnah getestet, bewertet und in unterschiedlichen Formaten für die breite Anwendung aufbereitet. Dies führt zu einer deutlich verbesserten und beschleunigten Wissensverbreitung. Im Bereich der sozialen Innovation ist insbesondere die verstärkte und institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlichen Betrieben, Beratung und Forschungseinrichtungen hervorzuheben. Diese sektorübergreifende Kooperation ermöglicht es, Problemstellungen direkt aus der Praxis aufzunehmen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig werden Betriebe aktiv in Forschungs- und Entwicklungsprozesse eingebunden, wodurch deren Handlungskompetenz und Innovationsfähigkeit gestärkt werden. Niederschwellige, digitale Formate ergänzen klassische Präsenzveranstaltungen und ermöglichen einen breiteren, flexibleren Zugang zu Fachwissen. Dadurch wird insbesondere auch die Teilnahme von jungen Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern und Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern erleichtert. Ausschlaggebend für das Entstehen dieser Innovationen ist die konsequente Ausrichtung des Projekts auf Praxisnähe, Vernetzung und kontinuierlichen Austausch zwischen allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren. Die enge Zusammenarbeit sowie die flexible Reaktion auf aktuelle Herausforderungen in der Praxis tragen entscheidend dazu bei, innovative und unmittelbar anwendbare Lösungen für den biologischen Gemüsebau zu entwickeln und zu verbreiten.
Einbeziehung von jungen Menschen
Junge Menschen werden besonders über Aktivitäten im Bereich der Marktgärtnerei sowie bei Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern eingebunden, die ein stark wachsendes Interesse am biologischen Gemüsebau zeigen. Diese Gruppe ist häufig durch innovative, kleinstrukturierte Produktionssysteme geprägt und bringt neue Perspektiven in die landwirtschaftliche Praxis ein. Durch die Teilnahme an Demonstrationsvorhaben und Bildungsangeboten können sie ihre eigenen Erfahrungen und Fragestellungen in die Entwicklung von Versuchen und Inhalten einbringen. Gleichzeitig profitierten sie vom direkten Austausch mit erfahrenen Praktikerinnen und Praktikern, Beratung und Forschung sowie vom Zugang zu aktuellem, praxisrelevant aufbereitetem Fachwissen.
Insbesondere die Formate wie Webinare, Exkursionen und praxisnahe Feldversuche bieten niederschwellige Möglichkeiten zur Weiterbildung und Vernetzung.
Für junge Menschen, die häufig neu in die landwirtschaftliche Produktion einsteigen, sind diese Angebote besonders wertvoll, da sie konkrete Unterstützung bei betrieblichen Entscheidungen sowie beim Aufbau und der Weiterentwicklung ihrer Betriebe erhalten. Darüber hinaus können junge Marktgärtnerinnen und Marktgärtner und Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger von der starken Praxisorientierung des Projekts profitieren, indem innovative Anbaumethoden, neue Kulturen und alternative Produktionsansätze gemeinsam erprobt und bewertet werden. Dies erleichtert den Einstieg in die Landwirtschaft und unterstützt die Entwicklung wirtschaftlich und ökologisch nachhaltiger Betriebskonzepte.
Insgesamt trägt das Projekt dazu bei, junge Menschen stärker in Netzwerke des biologischen Gemüsebaus einzubinden, ihr Fachwissen zu erweitern und ihre Rolle als wichtige Innovationsträgerinnen und Innovationsträger in der Landwirtschaft zu stärken.
