Food Coop GenussFAIRteiler Neumarkt im Mühlkreis

Die FoodCoop Neumarkt versteht sich über die Erfüllung pragmatischer Bedürfnisse (gemeinschaftlich organisierte Verteilung von regionalen und vorwiegend biologischen Lebensmitteln) hinaus als Ort gesellschaftspolitischer Diskussionen und Veränderungsprozesse, als Versuchslabor neuer gemeinschaftlicher Organisationsstrukturen, als Ort einer Bewusstseinsbildung für regionalen und biologischen Konsum und als Ausdruck eines nachhaltigen Lebensstils. Die Arbeitsgruppe will Ernährung als gesamtgesellschaftliches und politisches Thema betrachten.

Die Bildung bzw. Verbesserung einer gemeinschaftlichen Organisations- und Versorgungsstruktur, der Bereich der Bewusstseinsbildung innerhalb der Gemeinschaft und in der Öffentlichkeit sowie der Bereich der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sind Gegenstand des Projektvorhabens.

Darum war es wichtig, das Projekt umzusetzen

Der neu gegründete Verein “Food Coop Neumarkt” ist eine nicht gewinnorientierte, selbstverwaltete Gemeinschaft, die eine Infrastruktur zur Besorgung und Verteilung von fairen und nachhaltigen Produkten (hauptsächlich Lebensmittel) als „FoodCoop“ in der Marktgemeinde Neumarkt im Mühlkreis betreibt. Als Alternative zum aktuell vorherrschenden Lebensmittelsystem werden selbstorganisiert vorwiegend biologische Produkte direkt von lokalen Bauernhöfen in einem wöchentlichen Rhythmus bezogen und an einem Ort im Zentrum von Neumarkt  durch ehrenamtliche HelferInnen zur Verteilung gebracht. Die erste Lebensmittelausgabe fand Mai 2019 statt. Bei zwei Informationsveranstaltungen zeigten bereits mehr als 60 Personen aus Neumarkt Interesse.

Ziel ist es, den Verein, die Gruppe nach den „Prinzipien der Soziokratischen Organisation“ aufzubauen. Das Ignorieren von Bedürfnissen wird strukturell vermieden. Alle Mitwirkenden entwickeln Mitverantwortung in einer nicht-hierarchisch organisierten Entscheidungsstruktur. Themen werden in Arbeitskreisen behandelt. Eine kollektive Intelligenz zeigt sich. Eine laufende Evaluierung und Verbesserung der soziokratischen Organisations- und Kommunikationsstruktur in der Gruppe sind dabei wesentlich für das Gelingen der FoodCoop. 

Durch die soziokratische Organisations- und Kommunikationsstruktur wird ein bewusster, achtsamer und voneinander lernender Umgang innerhalb einer Gruppe und dem Umfeld geübt und praktiziert. Dabei erlernt die Gruppe eine Selbstorganisationsfähigkeit abseits von Hierarchien.
Jede Person wird gehört und Einwände werden in die Gestaltung von neuen Lösungswegen aufgenommen. Ein stabiles, selbstbestimmtes, soziales Netzwerk offen für neue Menschen entsteht. Der Vielfalt der Beteiligten bereichert die Gemeinschaft.

Das Ziel ist eine verstärkte Bewusstseinsbildung für saisonale, regionale und biologische Lebensmittel. Durch Hofexkursionen („Speisereise“), Vortrag/Film, Gemeinschaftskochen und einer Kinderferienpassaktion soll eine Trendwende beim Kauf- und Essverhalten eingeleitet werden.

Hilfsmittel sind dabei ein überzeugendes Auftreten durch ein Corporate Design, einer Website, einem Infoflyer und entsprechenden Einladungs-/Veranstaltungsplakaten. Der Verein möchte ein besonderes Augenmerk auf professionelle und selbstbewusste Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation legen, um dem Thema seinen Wert zurück zu geben!

Ziele des Projekts

Durch Anwendung soziokratischer Organisations- und Kommunikationsstrukturen wird eine stabile, verbindende, wertschätzende, selbstbestimmte und transparente Organisation und eine soziale und langlebige Gemeinschaft der FoodCoop Neumarkt i.M. erreicht.

Eine Beispielrolle für andere Vereine und Organisationen wird damit eingenommen.

Die Bewusstseinsbildung soll verstärkt die Beziehung von Konsumentinnen und Konsumenten und Produzentinnen und Produzenten klären und stärken. Auf die Situation der Bäuerinnen und Bauern wird eingegangen, Dankbarkeit und Wertschätzung für ihre Arbeit und ihre wertvollen Produkte vermittelt. Der Arbeitsplatz in der regionalen Landwirtschaft wird geschätzt, soziale Netzwerke gefördert. Nachhaltige Landwirtschaft wird gezielt unterstützt, gesicherte Absatzmöglichkeiten geschaffen und damit regionale Wertschöpfungsketten gestärkt, Arbeitsplätze und Kulturlandschaft erhalten. Eine Motivation für (junge) Menschen entsteht, in der Landwirtschaft aktiv zu bleiben oder wieder zu werden.

Durch gegenseitige Hilfe – nicht nur in FoodCoop-spezifischen Angelegenheiten, bildet sich ein sozialer Treffpunkt über alle Generationen, eine „Andockstelle“ für interessierte Menschen, Mitten im Ortskern von Neumarkt.

Durch Bewusstseinsbildung und Kommunikation in der Öffentlichkeit wird das Qualitätsangebot an Lebensmitteln und dabei vorallem auch die BIO-Region Mühlviertel als Marke vor den Vorhang geholt.

Der Konsum von regionalen, nachhaltig produzierten, biologischen Lebensmitteln wird gefördert. Autokilometer und Lebensmittel- und Verpackungsmüll werden eingespart.

Durch Sensibilisierung von Konsumentinnen und Konsumenten stärkt deren geändertes Kaufverhalten auch die bestehenden Nahversorger (Stichwort „Kauf im Ort“).

Der Verein leistet Pionierarbeit und dient als Vorbild für die Gründung weiterer FoodCoops in der Region Mühlviertler Kernland.

Maßnahmen um die Projektziele zu erreichen

Bildung einer gemeinschaftlichen Organisations- und Versorgungsstruktur

  • Soziokratische Organisation der Lebensmittelversorgung in der Gemeinschaft
  • Evaluierung und Verbesserung der soziokratischen Organisations- und Kommunikationsstruktur mit Hilfe einer soziokratischen Expertin in der Gemeinschaft (Moderation)
  • Partizipative Erarbeitung des Konzeptes für Öffentlichkeitsarbeit, Namensfindungsprozess


Bewusstseinsbildung
  • Hofexkursion „Speisereise“
  • Gemeinschaftskochen
  • Vortrag/Film – Veranstaltung mit Diskussion
  • Kinderferienpassaktion


 Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
  • Grundlayout und Logo
  • Website und Social Media
  • Flyer Allgemein „Was ist die FoodCoop Neumarkt“
  • Durchführung einer Infoveranstaltung und Einladungsplakat
  • Eröffnungsveranstaltung und Einladungsplakat
  • Pressearbeit


Schwerpunkte
Gemeinwohl, Soziales und Daseinsvorsorge
Klimaschutz
Ländliche Wirtschaft / KMU
Lebensmittelverarbeitung und Kulinarik
Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft
Naturschutz
Umwelt und Biodiversität
Vermarktung und Vertrieb
Förderperiode
LE 14-20
Projektlaufzeit
bis 15.03.2021
Projektregion
Oberösterreich
LEADER Region
LAG Mühlviertler Kernland
Projektträger
Verein Food Coop Neumarkt i.M.
Maßnahme im Programm
M19 Leader
19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie
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