LIN: Impactviertel NÖ
In der Tischlerei Melk entsteht seit fünf Jahren das erste New European Bauhaus Quartier im ländlichen Raum. Im Einzugsgebiet Melk–Amstetten–Krems steht die Region vor zentralen Herausforderungen: Abwanderung junger Erwachsener, Überalterung, fehlende Arbeits- und Innovationsmöglichkeiten, starke Branchenkonzentration und unzureichende Zukunftsperspektiven für viele Gemeinden. Zugleich verfügen zahlreiche Menschen – von Schülerinnen und Schülern bis zu Neo-Pensionistinnen und Neo-Pensionisten – über vielfältiges Know-how und hohen Gestaltungswillen, besonders in Klimaschutz, Umwelt und sozialem Zusammenhalt, verlassen jedoch die Region aus Mangel an lokalen Möglichkeiten. Organisationen aus Landwirtschaft, Tourismus, Gastronomie und Sozialwesen haben echte Problemstellungen, doch diese sind nicht sichtbar und schwer zugänglich, da Unternehmen in Silos arbeiten.
Hier setzt das LIN Impactviertel NÖ an: Es verbindet Menschen und Organisationen verschiedener Disziplinen in einem Crowd-Innovation-Prozess und schafft eine physische, einfach zugängliche Innovations-Anlaufstelle in der Tischlerei Melk. Der Aufbau erfolgt durch einen analog-digitalen Prozess, der konkrete regionale Herausforderungen sichtbar macht und in wirtschaftlich tragfähige Lösungen überführt.
Drei Kernziele strukturieren das Projekt: Vernetzung von 250 Menschen und Organisationen (engagierte Einzelpersonen mit Fachwissen, Organisationen aus Wertschöpfungsketten, Ausbildungsstandorte); mindestens zehn innovative wirkungsorientierte Unternehmen und Projekt-Kooperationen in drei Jahren durch marktfähige Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle; sowie Nebenziele wie Aufbau von Nachhaltigkeits- und Wirtschaftskompetenzen, Stärkung der Innovationskraft durch kontinuierliche Formate (Stammtische, Hackathons, digitale Community) und Verankerung der physischen Anlaufstelle. Das Netzwerk koordiniert Austausch zur Bedarfserhebung und vernetzt gezielt über Organisationen, Disziplinen und Generationen hinweg passende Personen aus der Region. Unterstützt werden Ideen durch 1:1 Innovationsberatungen zur Steigerung wirtschaftlicher Tragfähigkeit, Vermittlung regionaler Kooperationspartnerinnen und -Partner sowie Gewinnung von Förderfinanzierungen.
Als Projektergebnisse werden ein selbsttragendes Netzwerk mit mindestens 250 Mitgliedern, mindestens zehn Innovationsprojekte, Kooperationen oder Gründungen sowie eine gestärkte Innovationskultur angestrebt. Erwartet werden höhere regionale Resilienz, nachhaltig steigende regionale Wertschöpfung und reduzierte Abwanderung im Raum Melk-Amstetten-Krems. Durch die stetige Innovationskraft wachsen Akteurinnen und Akteure zusammen und die Region wird resilienter. Nach drei Jahren trägt sich das Netzwerk aufgrund der aufgebauten Mitgliederanzahl selbst durch Mitgliedsbeiträge.
Für die Dissemination sind Sichtbarmachung wirkungsorientierter Projekte, Etablierung regionaler Vorbilder, Einrichtung einer digitalen Community-Plattform sowie Abstimmung mit dem LIN Kreislaufregion Melk-Scheibbs und dem LIN Regionales PowerHouse vorgesehen. Das Impactviertel schließt eine Lücke im Innovationssystem der frühen Gründungsphase und ermöglicht motivierten Gründerinnen und Gründern den Verbleib in der Region.