LIN: Netzwerk Joglland – Smarte Konzepte für Wirtschaft, Gesundheit und Innovation
Das Joglland in der nordöstlichen Steiermark ist mit Herausforderungen der Bevölkerungssituation und regionalen Identität konfrontiert. Im Joglland liegt die Zunahme bei der älteren Bevölkerung im Schnitt, der Verlust junger Bewohnerinnen und Bewohner ist in Relation viel höher. Besonders stark wandern 20- bis 25-Jährige in nahe Städte beziehungsweise nach Graz/Wien ab. Die Gefahr, dass eine ganze Generation verloren geht, ist real.
Die Wirtschaftsvereine im Joglland – der Ortsentwicklungsverein Birkfeld (OEV Birkfeld) und der Verein der Vorauer Wirtschaft (VVW Vorau) – haben eine ARGE gebildet, um im LIN „Smart Village Joglland“ nachhaltige Konzepte zu aktuellen Herausforderungen zu entwickeln und in der Region zu implementieren. Der Fokus liegt auf den Themen Infrastruktur, Förderung von Wirtschaftsbetrieben durch Vernetzung/Austausch, Erhalt beziehungsweise Schaffen von nachhaltigen und modernen Arbeitsplätzen sowie der Schaffung von Flächen für Neugründungen. Der Wirtschaftsstandort soll so gesichert werden, damit Versorgung und Kreislaufwirtschaft funktionieren und die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner sowie von Gästen steigt.
Smart Village Joglland fungiert als übergeordnetes Netzwerk, welches Wirtschaftstreibende und Interessierten der Regionalentwicklung einen Raum für Ideenentwicklung gibt. Das Netzwerk legt Themenblöcke fest (zum Beispiel regionaler wirtschaftlicher Nutzen, Chancengleichheit, Mehrwert für Familie und Gesellschaft), zu denen Subnetzwerke gebildet und regionale sowie externe Expertinnen und Experten zu Vorträgen eingeladen werden. PRIMÄRZIELE waren bzw. sind: Aufbau und Etablierung eines Wirtschaftsmanagements mit breiter Einbindung, Einbindung Weggezogener (vor allem Multilokaler), Aufbau eines Dreiecks aus Kommunen, LIN und partizipativen Eigentümerinnen und Eigentümern, Marktforschung, Ortskernbelebung, Förderung von Kooperationen, Aufbau eines Mentorenprogramms, Schaffung neuer Jobs und Geschäftsfelder, nachhaltige Ressourcennutzung, Stärkung der Außenwirkung und langfristige Sicherung des LIN. Von besonderer Bedeutung sind die Themenfelder „regionales Einkaufen“ und „Lehre, Bildung und Fachkräftemangel“. Zu beiden wurden im ersten Jahr des Bestehens diese LIPs ausgearbeitet und im Juli 2026 eingereicht:
- „mein REGI“ – Kundenbindungs-App (Vorau)
- „Lehrlingsinitiative – Lern was Gscheit´s“ (Birkfeld)
Zweiteres ist als Großprojekt angelegt und basiert auf einem Vier-Säulen-Modell mit diesen Zielen:
- Gründung des österreichweit ersten Lehrlingsvereins (von Lehrlingen für Lehrlinge) als Plattform für Austausch und Vernetzung
- Neue Wohnformen für Lehrlinge (Konzeption eines in der Region zentralen Lehrlingswohnheims durch Leerstands-Reaktivierung nebst alternativen Generationen-Wohnprojekten in Kleingemeinden)
- Ein innovatives Mobilitäts-Konzept für Lehrlinge, um das oftmals größte Hindernis für Jugendliche in der Lehrstellensuche – die Erreichbarkeit der Lehrstelle – zu überwinden
- Ein alle Gewerke überspannender Lehrlings-Großevent als identitätsstiftendes Leuchtturmprojekt des LIP
Zusätzlich zur Einreichung der LIPs hat das Projekt bisher diese ERGEBNISSE erzielt:
- Schaffung von zwei Arbeitsplätzen (Projektmanagement) und zwei fixen LIN-Standorten
- Aufbau eines dichten Netzwerkes
- Ausrichtung von bisher 13 Netzwerktreffen im Marktlabor
- Aufbau einer Reihe von Projektgruppen, einer aktiven WhatsApp-Community und Newsletter-Datenbank
- Reaktivierung von bereits fünf Leerständen und intensive Begleitung von sieben weiteren mit Aussicht auf zeitnahen Erfolg
WICHTIGSTER LERNEEFFEKT bisher: Die Aufteilung des einen Vollzeit-Äquivalents der Kümmererstelle auf zwei Regionalmanagerinnen mit je 20 Stunden hat sich sehr bewährt. Und: Maximale Transparenz in der Kommunikation durch das Regionalmanagement, wie auch Teilen jedweder Informationen mit dem LIN-Netzwerk und relevanten Projektpartnerinnen und Projektpartnern sind von elementarer Bedeutung, um im Fall personeller Änderungen im Management wertvolles Projektwissen langfristig zu sichern.
Was macht dieses Projekt besonders nachahmenswert?
- Die schon nach einem Jahr große Zahl von Unternehmen / Unternehmerinnen und Unternehmern, die sich gemeinsam für ihren Wirtschaftsraum engagieren, dies immer im Bewusstsein, dass es auch ihr Lebensraum ist. Dabei herrscht eine gute Durchmischung der Branchen und auch die Einbindung der regionalen Jugend findet in starkem Maße statt.
- Die Vielzahl unterschiedlicher, relativ kleiner, doch hoch engagierter Arbeitskreise zu den Kernthemen in der Region – immer auch mit dem Fokus, langfristige Strategien zu entwickeln und modellhafte Problemlösungen zu schaffen. Bestes Beispiel hierfür sind eine Lehrlingsinitiative und ein Projekt zum Thema Regionaler Einkauf und Wertschöpfungskette, die beide im Juli 2026 als LIP eingereicht werden.
- Ein hoch aktives Regionalmanagement – bestehend aus zwei Managerinnen, die gemeinsam ein Vollzeit-Äquivalent ergeben. Sie leisten unermüdliche Vernetzungsarbeit hin zu anderen Organisationen und Projektträgern, Gemeinden, Landesstellen, Betrieben wie auch zu potentiellen Akteurinnen und Akteuren aus der Bevölkerung. Nach einem Jahr Aufbauarbeit ist eine stark steigende Beteiligung am Projekt spürbar. Die klassisch regionalen Probleme werden nicht länger als „Einzelfälle“ negiert oder still hingenommen, sondern aktiv und immer breiter bearbeitet. Hier sei das Beispiel Leerstände genannt: Zur Bewusstseinsbildung hat hier unter anderem auch eine Plakataktion beigetragen. Im Zuge der zunehmenden Vernetzung der von Leerständen betroffenen Immobilien-Eigentümer (Private, Betriebe, Gemeinden) kristallisiert sich mehr und mehr heraus, dass in sehr vielen Fällen die sehr hohen Energiekosten ein Bespielen / Reaktivieren von Leerstand verhindern (und nicht etwa mangelnde Attraktivität der Immobilien selbst). Ziel ist es, Druck auf die regionalen Energieversorger auszuüben (Stichwort: Kollektivaktionen, stärkere Nutzung regionaler Ressourcen, Bürgerbeteiligung, Energiegemeinschaften et cetera).
Darum war es wichtig, das Projekt umzusetzen
Das Joglland (11 Gemeinden) unterscheidet sich stark von der restlichen Oststeiermark. Während urbane Zentren wachsen, leidet das Joglland unter massiver Abwanderung der 20- bis 25-Jährigen sowie Überalterung. Ohne Gegenmaßnahmen droht der Abstieg zum „Armenhaus“. Hauptprobleme sind das Sterben der Ortskerne, Leerstände, Fachkräftemangel, hoher Bodenverbrauch und ein mangelhafter öffentlicher Verkehr.
Aber es gibt Potentiale & Chancen:
- Nachhaltigkeit: Die Bereitschaft für Energiewende, Kreislaufwirtschaft und innovative Lebensmittelproduktion ist hoch, aber noch unausgeschöpft.
- Multilokalität: Viele Fortgezogene bleiben emotional stark verbunden. Dieses Netzwerk bietet großes Entwicklungspotenzial.
- Frauen im Fokus: Da Frauen meist den Wohnsitz von Familien wählen, sind moderne, frauenfreundliche Rahmenbedingungen essenziell.
Das Joglland hebt sich auch durch seine regionale Identität von der restlichen Oststeiermark deutlich ab – dies vor allem durch hohen Zusammenhalt, ehrenamtliches Engagement und starkes Vereinswesen. Die Region ist landwirtschaftlich geprägt, hat hohe Affinität zum Handwerk und bietet durch das Fehlen von Schwerindustrie und Einkaufszentren eine seltene Ursprünglichkeit. Trotz guter Verkehrsanbindung an Graz und Wien bleibt der ländliche Charakter ohne Zerstückelung erhalten. Die Menschen wollen diese Identität bewahren und zugleich die Zukunftsfragen mutig lösen.
Faktoren zur Dringlichkeit des Projektes: Chancengleichheit, Sicherung der Lebensqualität, leistbarer Wohnraum, Belebung der Ortskerne sowie Umweltschutz und Energiewende sind nur ein paar der wichtigsten Antriebsfedern für das Projekt. Hinzu kommt ein Aspekt, der bei Antragseinreichung (vor weniger als zwei Jahren) in seiner ganzen Dimension nicht annähernd fassbar war: die rasante Entwicklung der Technologie, Stichwort: Digitalisierungsprozesse und Künstliche Intelligenz. Die Steuerungsgruppe setzt auch dahingehend starke Impulse (vergleiche Maßnahmen).
Ziele des Projekts
Aufbau und Verankerung eines Innovations- und Unterstützungsnetzwerks zur Wirtschaftsförderung im Joglland mit der Vision 2040: eine florierende, innovative und nachhaltige Wirtschaftsregion, die Abwanderung, Fachkräftemangel und Stagnation überwunden hat.
Primärziele:
- Aufbau & Etablierung eines Wirtschaftsmanagements mit breiter Einbindung (Unternehmen, Freigeister und Visionäre, Kreativwirtschaft, Forschung) zur Stärkung von Vernetzung und AKIS bei maximaler Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen
- Einbindung Weggezogener: Besonders junge Multilokale emotional/sozial/beruflich binden und zur Rückkehr motivieren; Nutzung ihrer externen Erfahrungen für neue Perspektiven
- Aufbau eines Dreiecks aus Kommunen, LIN Smart Village und partizipativen Eigentümerinnen und Eigentümern zur Ortsentwicklung, Infrastrukturinvestitionen und Schaffung leistbarer Flächen für Gründende
- Förderung von Chancengleichheit und Gleichstellung durch Durchmischung von Geschlecht, Alter und sozialen Gruppen in allen Projekten
- Marktforschung und Trends: Smart Village als Trendscout, Initiator und Plattform zur Entwicklung von Zukunftsszenarien für KMU, Dörfer und Gesellschaft
- Ortskernbelebung: Leerstand-Reaktivierung, Pop-up-Stores, Marktlabore, Zukunftsbüros und Nutzung als Wohn- und Arbeitsraum
- Förderung von Kooperationen (Wirtschaft & Ausbildung) und Wissenstransfer, Stärkung von Digitalisierung und Technologie unter Bewahrung von Natur, Kultur und regionalen Werten
- Mentorinnen -und Mentorenprogramm: Unterstützung von Gründenden durch erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer; Förderung einer kooperativen „Miteinander“-Kultur und Bottom-up-Planung
- Schaffung neuer Geschäftsfelder und Arbeitsplätze durch branchenübergreifende Vernetzung und Innovation (zum Beispiel Landwirtschaft, Umwelt, Digitalisierung)
- Nachhaltige Ressourcennutzung (regionale Lebensmittel, Wald, Kulturlandschaft)
- Stärkung der Außenwirkung durch gemeinsame Marketingaktivitäten
- Aktive Teilnahme an nationalen und europäischen Netzwerken (GAP/CAP) – Langfristige Sicherung des LIN
Maßnahmen um die Projektziele zu erreichen
Zur Erreichung der Meilensteine (M) des Projektes wurden/werden folgende Maßnahmen ergriffen:
- M1: Projektmanagement-Besetzung (04/06-2025) Ziel: Besetzung der Kümmerer-Stelle. Die ARGE teilte die Vollzeitstelle strategisch auf zwei Teilzeit-Stellen auf, um regionalen Zusatznutzen zu maximieren. Aktivitäten: Erstellung des Anforderungsprofils, regionale Stellenausschreibung, Bewerbungs-Hearings durch fünfköpfige Jury sowie Präsentation vor den Trägervereinen (OEV Birkfeld, VVW Vorau). Die ausgewählten Kandidatinnen wurden vertraglich gebunden & instruiert.
- M2: Netzwerkmanagement (04/05-2025) Ziel: Aufbau eines unpolitischen, nachhaltigen Innovations- und Dachnetzwerks auf Wirtschaftsbasis zur Absicherung der Fokusgruppen. Aktivitäten: Bildung der Steuerungsgruppe aus den Vorständen von OEV Birkfeld und VVW. Per Brainstorming wurden Schwerpunkte (Gesundheit, Bildung, Handel etc.) definiert und regionale „beste Köpfe“ sowie Multilokale in erste Fokusgruppen integriert. Eine wachsende Netzwerk-Datenbank wurde angelegt. Das Management betreibt aktive Akteurs-Gewinnung, organisiert Treffen und Seminare (GAP, CAP), leitet das Berichtswesen. Ein Mentoren-Programm wird aufgebaut.
- M3: Marktlabor und Ideenwerkstatt (06/07-2025) Physischer Raum: Ein zentrales Marktlabor wurde am Hauptplatz 9 in Birkfeld etabliert. Es dient als hochfrequentierter Treffpunkt für Kleingruppen, Kreativprozesse und Events (Kick-off, KI-Seminare, Fokusgruppentreffen). Arbeitsteilung: In Vorau wurde ein Büro für Grundsatzerhebungen (Bestand, Bedarf, Akteurs-Suche) eingerichtet. Birkfeld fungiert parallel als aktives Netzwerk- und Eventzentrum. Digitaler Raum: Während des Aufbaus der Homepage (jetzt abgeschlossen) wurde interimistisch via WhatsApp kommuniziert. Eine Newsletter-Datenbank ist eingerichtet, wird stetig erweitert.
- M4: Pop-ups und Leerstands-Reaktivierung (läuft) Ziel: Ortskern-Belebung, Verhinderung/Reaktivierung von Leerständen, Initiierung von Pop-up-Stores Aktivitäten: Fotodokumentarische Erfassung und Einpflege regionaler Leerstände in eine zentrale Datenbank. Eine auffällige, knallorange Plakataktion mit aktivierenden Slogans für Schaufenster wurde gestartet. Zudem laufen Gespräche mit Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Kommunen; Ideenworkshops und Zielkampagne werden geplant.
- M5: Innovation & Know-how (läuft) Wissenstransfer: KI-Seminar, Start-up-Netzwerkevent, Stammtisch für Jungunternehmerinnen und Jungunternehmen für KI & Digitalisierungsprozesse im Berufsalltag: Die Steuerungsgruppe konnte zwei junge, akademisch ausgebildete KI-Experten aus der Region gewinnen, die bereits mit Betrieben kooperieren. Anstelle zu kurz greifender Standard-Gruppenschulungen vermitteln sie ihr Wissen niederschwellig und maßgeschneidert auf die Bedürfnisse jedes Arbeitsplatzes. LIP-Großprojekt „Lehrlingsinitiative Lern was Gscheit´s“ (Büro Birkfeld): Ausarbeitung des Konzepts für ein Drei-Säulen-Modell mit den Zielen:
- Betriebsübergreifendes Lehrlings-Netzwerk & Gründung des 1. Lehrlings-Vereins Österreichs
- Planung eines Lehrlingswohnhauses samt Mobilitätskonzept
- Gewerkeübergreifender Großevent als Leuchtturmprojekt LIP-Projekt „mein REGI“ (Büro Vorau): Kern des Projektes ist eine regionale Kundenbindungs-App bzw. Kundenbindungsfunktion in die bestehende Joglland-App. Ergänzend wird mit „meinREGI“ eine eigenständige, leicht kommunizierbare Marke aufgebaut. Die technische Lösung ist Werkzeug für regionale Zusammenarbeit, Datennutzung, Sichtbarkeit und Kaufkraftbindung. Kleinprojekt: Eigenfinanziertes, illustriertes Pixi-Buch („Ned egal“) zur spielerischen Aufklärung über Kommunalsteuern und regionale Wertschöpfung für Familien und Bildungseinrichtungen (in Vorbereitung).
- M6: LIP-Projektierungsphase (läuft) Status: Die Ausarbeitung der LIP-Projekte ist in der Endphase, die Einreichung erfolgt fristgerecht im Juli 2027.
Ergebnisse und Wirkungen quantitativ
Folgende quantitative Wirkungen lassen sich nach einem Jahr Projektlaufzeit hervorheben:
- Projektmanagement: Schaffung von zwei Arbeitsplätzen im Ausmaß von je 20 Stunden (Monika Gruber – Birkfeld, Magdalena Ressler – Vorau)
- Aufbau zweier fixer Standorte: Zwei fixe Standorte für Organisation des LIN, Marktlabor-Treffen, LIP-Konzeptionierung etc. wurden geschaffen (Birkfeld + Vorau)
- Netzwerkaufbau: Bisher fanden 13 Marktlabor-Veranstaltungen (Netzwerktreffen) in Birkfeld und Vorau statt, durchschnittliche Teilnehmenden-Zahl: 15 Personen.
- Exkursionen: Forellenhof Kroisleitner in Rettenegg (regionales KMU) mit elf Teilnehmenden; Exkursion nach Stanz im Mürztal – Pilotgemeinde Smart Village Stanz mit starker Bürgerbeteiligung; Exkursion zum Windpark Stanz (9 Teilnehmende)
- WhatsApp Community: 44 Mitglieder
- Newsletter Datenbank: aktuell 190 Kontakte
- Leerstände: Erfolgreiche Reaktivierung von fünf Leerständen & intensive Begleitung weiter sieben Leerstände mit sehr guten Aussichten auf zeitnahe Reaktivierung
- Aufbau dreier Projekte
- LIP „Lehrlingsinitiative Lern was Gscheit´s“ (fünf Kooperationspartner) als regionales Großprojekt
- LIP „meinREGI“ (drei Kooperationspartner)
- Leerstandinitiative – Aufbau einer Leerstand-Datenbank (derzeit mehr als 50 Objekte), erstes Marktlabor-Treffen zum Thema Eine Kooperation mit der Abteilung 17 des Landes Steiermark und der Regionalentwicklung Oststeiermark (Schwerpunkt „Lebensorte“) wurde bereits zugesagt, um ein Zukunftskonzept für die Region Joglland zu entwickeln und ein Leerstandsmanagement zu installieren
Ergebnisse und Wirkungen qualitativ
Folgende qualitative Wirkungen lassen sich nach einem Jahr Projektlaufzeit hervorheben:
- Aufbau eines immer dichteren Netzwerks engagierter Menschen aus allen elf Joglland-Gemeinden (angesiedelt in zwei politischen Bezirken), die bereit sind, sich für Zukunftsprojekte einzusetzen. Die Akteur:innen repräsentieren im ausgewogenen Verhältnis Schichten, Altersgruppen, Geschlechter, soziale Herkunft und die wichtigsten Berufssparten im Joglland.
- Aufbau eines breiten, alle Branchen überspannenden Netzwerks von Unternehmerinnen und Unternehmern (speziell Lehrbetriebe) aller elf Gemeinden, die in zahlreichen Arbeitsgruppen innerhalb eines Jahres Ideen zur Bekämpfung von Abwanderung, Arbeitskräftemangel, Nachwuchsförderung im Lehrberuf, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit regionale KMUs entwickelt haben. Darüber hinaus wird die Nachfolge-Problematik (auch in den Leitbetrieben der Region) systematisch sichtbar gemacht.
- Start zweier Bewusstseinskampagnen zu den Themen Leerstand (Verhinderung, Reaktivierung, Bespielung durch Start-ups) und regional einkaufen (Stärkung der Nahversorgung und Direktvermarktung)
- Ausarbeitung zweier LIP zu den Schwerpunkten Bildung, Arbeitskräftemangel, Mobilität und Wohnen sowie regionale Kunden- & Kaufkraftbindung („Lehrlingsinitiative Lern was Gscheit´s“ bzw. „mein REGI“), die im Juli 2026 fristgerecht eingereicht werden/wurden.
- Bewerbung kleinstrukturierter Angebote aus Tourismus und Gastronomie. Auch konnte das KUKUK Theaterfestival durch Initiative von Smart Village Joglland nach Birkfeld geholt werden (erste Vorstellungen in der Roseggerhalle in Birkfeld im Jänner 2027). Außerdem wurde eine Kooperation zwischen Volksschule & Mittelschule Birkfeld sowie dem Kulturausschuss der Gemeinde und Wirtschaftsunternehmen als Sponsoren ins Leben gerufen.
Mehrwert durch Vernetzung
Mehrwert seit Bestehen des LIN:
- Maßnahmen zur Schaffung von Ausbildungsplätzen und Fachkräftesicherung/-rekrutierung
- Stärkung regionaler Wertschöpfung
- Vernetzung von fremden Branchen und Vereinen dank hoch motiviertem Regionalmanagement
- Regelmäßige Marktlabor-Treffen & Aufbau themenbezogener Arbeitsgruppen. Output: – Entwicklung eines Ideen-Speichers – Kooperations-Vorhaben innerhalb und außerhalb der Region – Entwicklung eines gemeinsamen Innen- und Außenmarketings
- Erfolgreiche Einbindung „Multilokaler“
- Leerstands-Reaktivierungen Mehrwert durch das LIP-Großprojekt „Lehrlingsinitiative – Lern was Gscheit´s“ Lehrlingsverein: Ein branchenübergreifender Verein zur Lehrlingsvernetzung fördert den interdisziplinären Austausch, stärkt soziale Kompetenzen (vergleiche Kursangebote für Soft Skills) und Gemeinschaftsgefühl und beugt durch Horizonterweiterung der Betriebsblindheit vor, indem Lehrlinge auch andere Arbeitsmethoden, Unternehmenskulturen und Denkweisen kennen und schätzen lernen. Der Abbau von Berührungsängsten zwischen den Gewerken fördert gemeinsame Problemlösungen. Auch steigert ein aktives Netzwerk die Attraktivität des Lehrberufs sowie das Image der Ausbildungsbetriebe, beugt Abwanderung vor, fördert/sichert den Fachkräftenachwuchs & ermöglicht zielgerichtete Jugendarbeit. Lehrlingshaus und Mobilität: Ein Lehrlingswohnheim vergrößert den Einzugsbereich lokaler Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe, da auch für Jugendliche von weiter weg (Weiz, Graz, Mürztal et cetera) eine Ausbildung im Joglland attraktiver wird – dies vor allem in Verbindung mit einem innovativen Mobilitätskonzept, das die Region besser erreichbar macht. Zusatzmehrwert: Leerstands-Revitalisierung. Großevent „All 4 One“: Imageaufwertung der Lehre, Identitätsstiftung, Instrument zur Regionalentwicklung, Leuchtturmprojekt Kooperationen mit Institutionen/Programmen: HTL Weiz, BORG Birkfeld, Bildungscampus Birkfeld, Lehre statt Leere, Technik für Kinder, Talent School, Lehrlings-Cloud, Kraftspendedörfer
Innovation
Ad LIP-Großprojekt „Lehre und Bildung“ (vgl. Maßnahmen, Punkt 5): Die Interessensvertretung von Lehrlingen in Österreich erfolgt zurzeit über die Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) und den Lehrlingsunterstützungsverein Steiermark (LUV)). Einen eigenen, überparteilichen & überkonfessionellen Verein von Lehrlingen für Lehrlinge gibt es nicht. Die Gründung des Vereines durch Smart Village Joglland ist somit eine soziale Innovation. Ziele sind überbetriebliche Vernetzung, das Kennenlernen der anderen Gewerke nebst künftiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Region, Weiterbildungsangebote (Soft Skills zur Persönlichkeitsentwicklung), Wissenstransfer (zum Beispiel „Lehrling hilft Lehrling“-Nachhilfe), LAP-Lerngruppen, Erfahrungsaustausch bei Problemen im Betrieb, Freizeitgestaltung (Sportturniere, Ausflüge, Stammtische, soziale Projekte), Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und vieles mehr. Lehrlingshäuser gibt es bereits, doch für das Joglland ist so eine Einrichtung neu und somit regional-innovativ. Best-Practice-Beispiele zur Orientierung existieren. Das vorliegende Projekt möchte aber auch nach Vorbild der Kolping-Häuser und anderer Jugendwohnheime Schülerinnen und Schülern Platz bieten. Innovativ ist auch der alle Branchen überspannende Großevent für Lehrlinge. Weder geht es um Wettbewerb (zum Beispiel Austrian Skills), Rollentausch (zum Beispiel Lehrlingsparlament) oder Leistungsschau. Vielmehr sollen alle Lehrlinge ihre Kompetenzen (beruflich und außer-beruflich) einbringen, um via Teambuilding ein großes Ganzes zu schaffen. Angedacht ist ein Seifenkistenrennen, bei dem viele Bereiche weit über die Konstruktion der Fahrzeuge hinaus abzudecken sind – ob Marketing, Organisation, Branding, Zeitnehmung, Kulinarik, Musik et cetera. Technischer Kooperationspartner soll die HTL Weiz sein, die mit ihrem innovativen Holz-Auto (Elektro-Kart E²MILY-GT) – ein Vorzeigeprojekt für Elektromobilität und Nachhaltigkeit – viel Fachwissen generiert hat. Das E²MILY-Baukasten-System soll als technische Grundlage für das Projekt dienen.
Einbeziehung von jungen Menschen
Von Anbeginn der Projektierungsphase wurden junge Menschen einbezogen, so zum Beispiel bei der Erarbeitung und Ausarbeitung eines Ideenwettbewerbes, der frühzeitigen Einbindung Multilokaler (zum Beispiel Studierender) und später auch in den jeweiligen Schwerpunkt-Gruppen nach Genehmigung des LIN. Junge Unternehmerinnen und Unternehmer (aber auch Menschen in Ausbildung) sind fester Bestandteil der Arbeit im Marktlabor, oft auch als Schlüsselakteurinnen und Schlüsselakteure – so zum Beispiel beim groß angelegten LIP zur Lehrlingsinitiative, aber auch beim Bespielen des Ideen-Speichers, der Entwicklung von regionalen Energiegemeinschaften und Pop-up-Konzepten (Stichwort: Leerstand-Reaktivierung) und zur Thematik „Übernahme bestehender Betriebe“ durch nachfolgende Generationen. Zwar wurde das LIN durch die Generation 50+ ins Leben gerufen, doch kann nachhaltiges, verantwortungsvolles Wirken und Fortbestehen des LIN nur unter reger Teilnahme der Jungen gelingen. In diesem Geist wurde die Jugend des Jogllandes von Anfang an eingeladen und ist auch bei allen Treffen aller Arbeitskreise (zum Beispiel Handwerk, Ausbildung, digitale Transformation und Zukunftsthemen jedweder Art) stark vertreten. Manche haben die betriebliche Nachfolge bereits angetreten, manche stehen davor. Nutzen für ins Projekt einbezogene junge Menschen:
- Stärkung des eigenen Netzwerks
- Generieren neuer Kunden im Joglland bzw. neue Geschäftsbeziehungen (Beispiel: KI-Kooperationen mit Tischlerei, Steuerberater etc.)
- Erwerb zusätzlicher Kompetenzen
- Selbstwirksamkeit (Empowerment) durch die Erfahrung, dass eigene Ideen erst genommen und umgesetzt werden
- Demokratische Teilhabe ab regionalen Prozessen
- Teilhabe an innovativen Prozessen
Genereller Nutzen für Junge im Joglland:
- Positiver Ausblick auf Möglichkeiten zur Verbesserung der Infrastruktur (Wohnen, Ausbildung)
- Positiver Ausblick auf Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensqualität
- Erarbeiten neuer, bedarfsgerechter Perspektiven (Zukunftssicherheit)
- Stärkung des Gemeinschaftsgefühls bzw. der regionalen Identität
Einbeziehung von Frauen
Maßnahmen zur Frauenförderung und Gleichstellung: Das LIN Smart Village Joglland setzt gezielte Maßnahmen, um Frauen in der Region zu stärken, Netzwerke aufzubauen und traditionelle Rollenbilder aufzubrechen.
- Repräsentanz & Community: Bei Auswahlgremien und Marktlabors wird streng auf eine ausgewogene Alters- und Geschlechterverteilung geachtet, was zur hohen Beteiligung von Frauen führte. Regionale, meist weiblich geführte Vereine (Elternvereine, Bibliotheken, Kinderfreunde et cetera) wurden/werden aktiv in die Formate eingebunden.
- Strategische Kooperationen: Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit „Frau in der Wirtschaft“ zur Unterstützung regionaler Veranstaltungen. Das LIN unterstützt zudem das neu geplante LIP „FrauenKraftwerk Joglland“ mit Expertise und Kontakten bei der Ideenfindung. Ein erstes Zukunftslabor hat bereits stattgefunden. Auch die Neugründung der Ortsbäuerinnen Birkfeld wurde begleitet – der erste Verein, der Frauen aus allen fünf Ortsteilen vereint und bereits über 100 Mitglieder zählt. Auch erfolgte eine erfolgreiche Vernetzung mit lokalen Strukturen (zum Beispiel Gesundheitstag, Kartoffelfest).
- Jugend und Bildung: Der „Girls’ Day“ in Birkfeld (Kooperation mit MS Birkfeld und Regionalentwicklung Oststeiermark) bietet Schülerinnen der 7. Schulstufe praxisnahe Einblicke in technische, handwerkliche und naturwissenschaftliche Berufe. Ziel ist es, den Mädchen traditionell „männlich“ dominierte Berufsfelder näherzubringen, um neue Interessen zu entdecken und Rollenbilder aufzubrechen. Die Initiative wird über das LIN an Betriebe herangetragen. Parallel wird der „Boys’ Day“ aktiv beworben.
- Kompetenzaufbau: In zwei Expert-Coachings mit Teresa Tramontana (Impact Hub Vienna) wurden strategische Ansätze definiert: die zielgerichtete Online-Ansprache von Frauen für die Community, die Schaffung geschützter Räume für Frauenthemen in Marktlabors, die Begleitung von Neugründerinnen sowie die wichtige Einbindung und Weiterbildung von Männern beim Thema Gleichstellung.
Einbeziehung von Minderheiten (Inklusion)
Auf dem Hauptplatz der Marktgemeinde Birkfeld ist die Behinderteneinrichtung SOBEGES (Sozialbetriebsgesellschaft Birkfelder Raum GmbH) beheimatet. Sie betreibt dort eine Tageswerkstätte, einen Verkaufsraum und zusätzlich ein Wohnheim, das für 13 Klientinnen und Klienten zum dauerhaften Zuhause geworden ist. Insgesamt (die zu betreuenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingerechnet) sind circa 90 Menschen im Betrieb beschäftigt. Sämtliche Klientinnen und Klienten sind maximal in das Dorfleben integriert, gehen im Markt einkaufen (sofern es der Grad der Beeinträchtigung zulässt) und halten alljährlich ein großes Sommerfest ab, das nicht nur für die Bevölkerung von Birkfeld längst zum unverzichtbaren Bestandteil des Veranstaltungskalenders geworden ist. Für die Projektbetreiber von Smart Village Joglland hat die SOBEGES denselben Status wie andere Wirtschaftsvereine auch und wird entsprechend sehr aktiv und von Anbeginn einbezogen. Eine Mitarbeiterin der Behinderteneinrichtung (sie hat selbst einen behinderten Sohn, der mittlerweile in einem Autohaus in Birkfeld eine 20-Stunden-Arbeitsstelle hat) wird regelmäßig themenbezogen zu Treffen eingeladen, um den Wünsche, Standpunkte et cetera einzubringen. Die von dieser Seite eingebrachten Anliegen werden selbstverständlich gleichwertig behandelt. Ein Mehrwert ist somit sowohl für den Verein als Körperschaft beziehungsweise juristische Person gegeben wie auch für all jene Menschen, die dort betreut werden. Und auch die Inklusion wird zusätzlich und beständig gestärkt.
Die wichtigsten Lernerfahrungen
Vier wesentliche Faktoren haben sich bisher als erfolgversprechend herauskristallisiert:
- Kleine, schlagkräftige und motivierte Teams
- Regelmäßige Treffen in kürzeren Abständen
- Konkrete Zielvorgaben von Treffen zu Treffen
- Sichtbarmachung auch kleiner Fortschritte
Erfahrungen und Erkenntnisse daraus sind diese:
Ad 1) Kleine Teams sorgen für hohe Effizienz und Praxisnähe. Der konkrete regionale Bezug kann schneller und detaillierter ausgearbeitet werden. Die Beteiligung ist in der Regel besser/aktiver, alle Teilnehmenden kommen häufiger und intensiver zu Wort, was die Identifikation mit dem Thema steigert. Durch das Zusammenfließen unterschiedlichster Perspektiven (zum Beispiel Wirtschaft, Verwaltung, Kultur et cetera) werden Synergien geschaffen. Direkte Verantwortlichkeiten und Teamgeist steigern obendrein die Motivation und senken Hemmschwellen der Zusammenarbeit. Wichtig ist, die richtige Balance zu finden, was Zeit- und Ressourcenaufwand des Einzelnen angeht. Auch braucht jede Gruppe ein oder zwei engagierte Schlüsselpersonen, um eine Stagnation zu verhindern. Der Blick auf das große Ganze (Stichwort: Kirchturmdenken) muss stets gewahrt, allfällige Defizite bei spezifischem Fachwissen bearbeitet werden.
Ad 2) Regelmäßige Treffen sorgen für hohe Aktualität, sodass Themen zeitnahe aufgegriffen, Entwicklungen zeitnah kommuniziert werden können. Verantwortlichkeiten bleiben durch kürzere Intervalle präsenter, Projekte geraten nicht in Vergessenheit, sodass eine insgesamt bessere Umsetzung erfolgt, und der Vorbereitungsaufwand ist zumeist geringer. Regelmäßige Beteiligung stärkt zudem die Identifikation, fördert das Gemeinschaftsgefühl. Dabei muss aber stets im Blick behalten werden, dass es nicht zu überhöhtem Zeitaufwand bzw. Doppelbelastungen für Einzelne kommt und eine Meeting-Müdigkeit einsetzt.
Ad 3) Wie die bisherige Erfahrung zeigt, schaffen Zielvorgaben bei so gut wie allen Teilnehmenden einen hohen Grad an Verbindlichkeit. Die Zeitfenster von einem Treffen zum nächsten sind überschaubar, Aufgaben (zum Beispiel Bestandserhebungen, Recherchen et cetra) werden in der Regel nicht aufgeschoben. Durch die offene Kommunikation herrscht Transparenz, der Fokus des jeweiligen Themas bleibt besser im Blick, Diskussionen ufern nicht ins Endlose aus – und die Menschen haben auch nicht das Gefühl, das Projekt raube ihnen nur die Zeit. Vor allem große und komplexere Projekte (vergleiche die oben erwähnten LIP-Projekte zu Lehre und Einkauf) bedürfen zahlreicher Zwischenziele, deren Erreichen als Teilerfolge die Motivation hochhalten. Was sich auch positiv zeigt: Spontaner Austausch und das „Verbot von Denkverboten“ fördern Kreativität und Flexibilität.
Ad 4) Was nicht sichtbar ist, findet in der Wahrnehmung nicht statt. Das bewahrheitet sich auch bei Smart Village Joglland eindrücklich, am besten abzulesen an der Plakataktion zum Thema Leerstände. Vor der Umsetzung war die Wahrnehmung (wie zahlreiche Nachfragen gezeigt haben) jene, dass es kaum nennenswerte Leerstände im Joglland gibt. Seit der Sichtbarmachung mit knallorangen Plakaten und eingängigen Botschaften hat ein Bewusstseinswandel eingesetzt, Leerstände werden vermehrt zum Thema (zum Beispiel in Gasthausrunden). Die Weitergabe von Zwischenergebnissen erfolgt stetig, ohne jedoch eine Informations-Müdigkeit durch zu viele Details zu schaffen. Nach ersten Berichten in den regionalen Zeitungen (zum Beispiel Birkfeld aktuell) zeigt sich, dass „Smart Village Joglland“ allmählich bei der Bevölkerung ankommt, ein Vertrauensaufbau in die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung nach und nach einsetzt. Immer mehr Menschen im Joglland sehen dies nicht als verlorene Zeit, sondern als Chance.
Zusatzpunkt: die stets kundgetane Wertschätzung seitens des Managements wie auch der Steuerungsgruppe für Teilnahme und Engagement durch Bevölkerung, Unternehmen, Vereine oder Gemeinden.
Übertragbarkeit
Zur Übertragbarkeit des Projektes: Grundsätzlich stehen alle Smart-Village-Regionen vor ähnlichen Themen und Herausforderungen. Die Bewältigung steht und fällt stets mit den handelnden Personen. Ein starkes Kernteam, das den Funken überspringen lässt, ist Grundvoraussetzung. Dann kann es überall klappen und das vorliegende Projekt ist auf andere Regionen jederzeit übertragbar. Dies ist unter folgenden Prämissen möglich:
- Entwicklungsarbeit darf niemals ausschließlich in eine Hand gegeben werden (Stichwort: Direktorialprinzip). Der Top-down-Ansatz kann bei Smart Village nicht funktionieren, die vermeintlichen Vorteile des klassischen Managements (Schnelligkeit, klare Verantwortlichkeiten, Stringenz, Effizienz) entwickeln sich hier mit größer Wahrscheinlichkeit zum Bumerang, der Wille zur Beteiligung erlischt bei vielen rasch.
- Möglichst breite Beteiligung der Bevölkerung ist darum Grundvoraussetzung für ein Gelingen, die Menschen müssen sich mit ihren Ideen, Sorgen und Wünschen wiederfinden.
- Der Impuls des Entwickelns von Ideen muss aus dem Netzwerk kommen. Primäre Aufgabe des Managements darf daher niemals sein, eigene Ideen um jeden Preis durchzusetzen. Vielmehr muss es die Ansätze des Kollektivs auf den Boden bringen, die Themen so weit bearbeiten und aufbereiten, dass die regionalen Gremien nötige Entscheidungen treffen können.
- Der Weg zur Mehrheitsentscheidung (Kollegialitätsprinzip) wird durch die Gremien, Arbeitskreise, Projektideen der Teilnehmenden vorgegeben. Nur so findet sich der Einzelne in seinem Engagement wieder (Botton-up-Ansatz). Das ist die große Herausforderung – und das ist auch der Weg, den Smart Village Joglland von Anfang an geht.
Das Projekt wurde noch nicht kopiert. Das dahinterstehende LIN besteht aber auch erst seit etwas mehr als einem Jahr und das daraus entwickelte Projekt (LIP) ist erst im Aufbau begriffen.
