LIN: Resilienznetzwerk Südburgenland: Inkubator für Ressourcensouveränität, Kreislaufwirtschaft und partizipative Ökologisierung
Wer hat das Gefühl, dass gemeinsam mehr möglich ist als alleine? Im Südburgenland gibt es zahlreiche Einzelinitiativen in den Bereichen regenerative Landwirtschaft, ökologisches Bauen und Kreislaufwirtschaft, die bislang oft isoliert voneinander agieren. Wissen, Ressourcen und Kooperationsmöglichkeiten bleiben dadurch ungenutzt, weil Wege zueinander fehlen. Das Projekt “Resilienznetzwerk Südburgenland: Inkubator für Ressourcensouveränität, Kreislaufwirtschaft und partizipative Ökologisierung” (LIN – Ländliches Innovationsunterstützungsnetzwerk) baut ein aktives, regionales Netzwerk auf. Ziel ist es, Menschen, Orte und Ressourcen in der Region miteinander zu verknüpfen, bestehende Initiativen sichtbar zu machen und sie miteinander ins Tun zu bringen. Träger ist der Verein Zukunftsraum Südburgenland mit der Marke soHut.
Zentrale Aktivitäten: eine Bedarfs- und Ressourcenerhebung mittels eigens entwickeltem Fragebogen bei regionalen Akteurinnen und Akteuren; der Aufbau von Kooperationen mit Projektpartnerinnen und -partnern (unter anderem Mirabergen, Kangerahof, Verein Marnik, Verein Ökolaba, Permakultur Akademie Austria); die Organisation von Vernetzungstreffen; sowie die Anbindung an bestehende regionale Strukturen und Strategien (unter anderem LEADER-Region Südburgenland Plus, KEM/KLAR, Landesstrategien).
Das erste Vernetzungstreffen wurde am 23.07.2026 am Kangerahof erfolgreich durchgeführt, mit Betriebsbesichtigung, Impulsvorträgen und einem Testlauf des Bedarfserhebungs-Fragebogens. Nun wird eine erste Netzwerkanalyse nach Handlungsfeldern erstellt sowie eine Kontaktdatenbank aufgebaut. Nach einem internen Zukunftsworkshop geht es am 28. November 2026 mit der nächsten öffentlichen Veranstaltung weiter. Wie darf es in den nächsten drei Jahren weitergehen? Wie soll sich die Region entwickeln? Teilnehmende dürfen hier mitreden. Wichtigste Erkenntnis bisher: Ein persönlicher, wertschätzender Kontakt und Vor-Ort-Veranstaltungen sind zentral für den Vertrauensaufbau in der Region. Das Resilienznetzwerk schafft dafür Formate, persönliche Begleitung und handfeste Beratung. Das Netzwerkmanagement vernetzt Akteurinnen und Akteure insbesondere entlang der Bereiche regenerative Landwirtschaft (Humusaufbau, Permakultur, essbare Landschaften), nachhaltiges Bauen mit Naturmaterialien sowie Kreislaufwirtschaft und Reparaturkultur durch offene Werkstätten und gemeinsame Zukunftsschmieden. Systematische Bedarfs- und Trendanalysen sollen regionale Potenziale identifizieren, während Co-Kreationsformate den Austausch von Fähigkeiten, Ressourcen und Infrastruktur fördern. Innovationskraft entspringt der schöpferischen Transformationsfähigkeit einzelner Menschen, wird aber erst gesellschaftlich wirksam, wenn es wertschätzende Strukturen, offene Prozesse und reale Erprobungsräume gibt. Das Resilienznetzwerk schafft genau diese Räume: Impulse werden ergebnisoffen aufgenommen, hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit evaluiert und in die regionale Wertschöpfung integriert. Durch eine begleitende Erforschung und Dokumentation der Initiativen/Projekte für das Südburgenland und darüber hinaus entstehen Projekte mit mehreren Akteurinnen und Akteuren. Ein Schwerpunkt liegt auf partizipativen Formaten der Zusammenarbeit sowie auf gezieltem Wissensaufbau und einer wertschätzenden Kommunikation. Erwartet werden eine erhöhte Sichtbarkeit regionaler Kompetenzen, ein langfristiger Beitrag zu Resilienz und Lebensqualität in der Region sowie die Einbindung junger Menschen zur Stärkung von Identifikation und Zukunftsperspektiven. Das Netzwerk wird so konzipiert, dass es über die Förderperiode hinaus als lebendige Innovationsdrehscheibe bestehen bleibt. Langfristig soll das Modell als Vorbild für andere Regionen dienen.
