LIN: Resilienznetzwerk Südburgenland: Inkubator für Ressourcensouveränität, Kreislaufwirtschaft und partizipative Ökologisierung
Im Südburgenland gibt es zahlreiche Einzelinitiativen in den Bereichen regenerative Landwirtschaft, ökologisches Bauen und Kreislaufwirtschaft, die bislang oft isoliert voneinander agieren. Wissen, Ressourcen und Kooperationsmöglichkeiten bleiben dadurch ungenutzt, weil Wege zueinander fehlen. Das Projekt “Resilienznetzwerk Südburgenland: Inkubator für Ressourcensouveränität, Kreislaufwirtschaft und partizipative Ökologisierung” (LIN – Ländliches Innovationsunterstützungsnetzwerk) baut ein aktives, regionales Netzwerk auf. Ziel ist es, Menschen, Orte und Ressourcen in der Region miteinander zu verknüpfen, bestehende Initiativen sichtbar zu machen und sie miteinander ins Tun zu bringen. Träger ist der Verein Zukunftsraum Südburgenland mit der Marke soHut. Das Resilienznetzwerk ist gefördert von FFG und AMA im Rahmen des GAP-Strategieplans Österreich 2023–2027 (Maßnahme LE-77-03, FG-2.1 LIN). Die dreijährige Projektlaufzeit (2026–2029) finanziert eine Vollzeitstelle für das Netzwerkmanagement, die auf zwei Teilzeitstellen aufgeteilt wurde.
Zentrale Aktivitäten: eine Bedarfs- und Ressourcenerhebung mittels eigens entwickeltem Fragebogen bei regionalen Akteurinnen und Akteuren; der Aufbau von Kooperationen mit Projektpartnerinnen und -partnern (unter anderem Mirabergen, Kangerahof, Verein Marnik, Verein Ökolaba, Permakultur Akademie Austria); die Organisation von Vernetzungstreffen; sowie die Anbindung an bestehende regionale Strukturen und Strategien (unter anderem LEADER-Region Südburgenland Plus, KEM/KLAR, Landesstrategien).
Bisherige Ergebnisse: Das erste Vernetzungstreffen wurde am 23.07.2026 am Kangerahof erfolgreich durchgeführt, mit Betriebsbesichtigung, Impulsvorträgen und einem Testlauf des Bedarfserhebungs-Fragebogens. Es wird eine erste Netzwerkanalyse nach Handlungsfeldern erstellt sowie eine Kontaktdatenbank aufgebaut. Weitere Veranstaltungen sind in Planung. Wichtigste Erkenntnis bisher: Persönlicher, wertschätzender Kontakt und Vor-Ort-Veranstaltungen sind zentral für den Vertrauensaufbau in der Region. Das Resilienznetzwerk schafft dafür Formate, inkubatorische Begleitung und Beratung. Das Netzwerkmanagement vernetzt Akteurinnen und Akteure insbesondere entlang der Bereiche regenerative Landwirtschaft (Permakultur, essbare Landschaften), nachhaltiges Bauen mit Naturmaterialien sowie Kreislaufwirtschaft und Reparaturkultur durch offene Werkstätten. Systematische Bedarfs- und Trendanalysen sollen regionale Potenziale identifizieren, während Co-Kreationsformate den Austausch von Fähigkeiten, Ressourcen und Infrastruktur fördern. Zielgerichtete Innovationsberatung und Projektbegleitung unterstützen die Entwicklung konkreter Innovations- und Kooperationsprojekte. Innovationskraft entspringt der schöpferischen Transformationsfähigkeit einzelner Menschen, wird aber erst gesellschaftlich wirksam, wenn es wertschätzende Strukturen, offene Prozesse und reale Erprobungsräume gibt. Das Resilienznetzwerk schafft genau diese Räume: Impulse werden ergebnisoffen aufgenommen, hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit evaluiert und in die regionale Wertschöpfung integriert. Durch eine begleitende Erforschung und Dokumentation der Initiativen/Projekte für das Südburgenland und darüber hinaus entstehen Projekte mit mehreren Akteurinnen und Akteuren. Ein Schwerpunkt liegt auf partizipativen Formaten der Zusammenarbeit sowie auf gezieltem Know-how-Aufbau und einer wertschätzenden Kommunikation. Erwartet werden eine erhöhte Sichtbarkeit regionaler Kompetenzen, ein langfristiger Beitrag zu Resilienz und Lebensqualität in der Region sowie die Einbindung junger Menschen zur Stärkung von Identifikation und Zukunftsperspektiven. Das Netzwerk wird so konzipiert, dass es über die Förderperiode hinaus als lebendige Innovationsdrehscheibe bestehen bleibt. Langfristig soll das Modell als Vorbild für andere Regionen dienen.
