Niederschwellige Eltern- und Sozialarbeit für Kinder

NESAK – Niederschwellige Eltern- und Sozialarbeit für Kinder war beziehungsweise ist ein Pilotprojekt in den Kremser Stadtteilen Lerchenfeld und Altstadt. Es bot freiwillige, aufsuchende Begleitung für Familien mit Kindern im Kindergarten- und Volksschulalter. Zwei Sozialarbeiterinnen unterstützten Eltern in belastenden Lebenslagen direkt im Alltag, insbesondere in Kooperation mit Bildungseinrichtungen. Ziel war es, Defizite frühzeitig zu erkennen und präventiv gegenzusteuern – damit alle Kinder ein gesundes Aufwachsen erfahren können.

Darum war es wichtig, das Projekt umzusetzen

Viele Kinder wachsen in von Armut, Krankheit oder psychosozialer Überlastung geprägten Haushalten auf. Eltern fehlt es oft an Handlungskompetenz, Selbstwirksamkeit oder Zugang zu bestehenden Hilfsangeboten. Gleichzeitig erkennen Bildungseinrichtungen frühzeitig Missstände, verfügen aber über zu wenig Ressourcen, um nachhaltig zu intervenieren. Die etablierten Unterstützungssysteme greifen oft erst bei akuter Kindeswohlgefährdung. NESAK schließt diese Versorgungslücke durch frühe, freiwillige, niedrigschwellige Begleitung in der Lebensrealität der Familien.

Ziele des Projekts

Primäres Ziel war es, Eltern frühzeitig zu stärken, um ihren Kindern stabile und förderliche Lebensbedingungen zu ermöglichen.

Teilziele: Förderung von Chancengleichheit und Teilhabe Frühzeitiges Erkennen und Bearbeiten von Belastungen Stärkung elterlicher Kompetenzen und Eigenverantwortung Vernetzung und Vermittlung zu passenden Unterstützungsangeboten Entlastung und Unterstützung der Pädagog:innen in Kindergärten und Schulen

Zielgruppen: Eltern mit Kindern im Kindergarten- und Volksschulalter Alleinerziehende, armutsgefährdete oder psychosozial belastete Familien Indirekt: Fachkräfte in Bildung, Gesundheit und Sozialarbeit

Maßnahmen um die Projektziele zu erreichen

Zwei Sozialarbeiterinnen arbeiteten mit je rund 25 Wochenstunden in folgenden Settings: Kontinuierliche Präsenz in Bildungseinrichtungen  Aufsuchende Arbeit im Wohnumfeld (Spielplätze, Hausbesuche, Freizeitorte) Anlaufstelle mit wöchentlicher Öffnungszeit (Dienstagnachmittag)  Einzelfallhilfe, Elternberatung, Krisenintervention Schnittstellenarbeit mit Behörden, Jugendhilfe, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen Casemanagement zur Koordination individueller Hilfsangebote Elternbildung über Workshops, Infoabende und informelle Formate Alle Angebote waren freiwillig, vertraulich und ressourcenorientiert. Ziel war die Hilfe zur Selbsthilfe.

Ergebnisse und Wirkungen qualitativ

Nach zwei Jahren Pilotbetrieb zeigte NESAK folgende Ergebnisse: 1714 Kontakte mit Eltern und Familien (davon 350 Erstkontakte) 913 Beratungsgespräche, 59 Familien mit komplexen Problemlagen langfristig begleitet 536 Kontakte zu Pädagog:innen, 488 zu externen Einrichtungen (Jugendhilfe, Ärzte, Ämter etc.) Enge Integration in den Schul- und Kindergartenalltag, hohe Akzeptanz durch Fachkräfte Stärkung elterlicher Kompetenzen, bessere Inanspruchnahme von Hilfsangeboten Positive Rückmeldungen: NESAK wurde als „Brücke zwischen Schule und Elternhaus“ beschrieben Vertrauensvolle Beziehungen führten zu nachhaltigen Veränderungen in Familienstrukturen Zahlreiche Familien wurden in die Lage versetzt, ihre Probleme eigenverantwortlich zu bewältigen NESAK stellt eine wichtige Ergänzung zu den „Frühen Hilfen“ dar und leistet präventiv einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung kindlicher Entwicklungschancen.
Schwerpunkte
Gemeinwohl, Soziales und Daseinsvorsorge
Gleichstellung
Jugend
Förderperiode
LE 14-20
Projektlaufzeit
01.07.2021 - 28.02.2024
Projektregion
Niederösterreich
Maßnahme im Programm
M19 Leader
19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie
Finanzierung in EURO
Gesamtprojektkosten
199.400,00€
GAP Strategieplan Fördersumme
159.400,36€
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