Ökologische Beikrautunterdrückung im Reb-Unterstockbereich

Das Projekt „Ökologische Beikrautunterdrückung im Reb-Unterstockbereich“ untersuchte innovative Begrünungsmethoden, um den Reb-Unterstockbereich in den steilen Terrassenlagen der Wachau ohne Herbizide freizuhalten. Durch gezielte Einsaat geeigneter Pflanzen sollen problematische Beikräuter verdrängt, Erosion verhindert und der Wasserhaushalt verbessert werden. Über drei Jahre testeten 18 Weingüter verschiedene Saatmischungen.
Zielgruppe sind die Wachauer Winzer:innen, die von praxistauglichen Alternativen zur chemischen Unkrautbekämpfung profitieren.

Darum war es wichtig, das Projekt umzusetzen

Die Wachauer Weingärten in Steillagen stellen eine besondere Herausforderung dar: Mechanische Beikrautbekämpfung ist aufgrund der Topographie oft nicht möglich. Gleichzeitig erfordert der Klimawandel eine nachhaltigere Bodennutzung, um Wasserknappheit und Bodenerosion zu begegnen. Herbizide werden zunehmend kritisch gesehen. Bisher fehlten praxiserprobte Lösungen für eine dauerhafte, ökologische Beikrautregulierung speziell im Unterstockbereich. Das Projekt schloss diese Forschungslücke und stärkte den naturnahen Weinbau.

Ziele des Projekts

Das Hauptziel war die Entwicklung und Erprobung praktikabler Begrünungsmischungen für den Reb-Unterstockbereich. Diese sollen: problematische Beikräuter langfristig unterdrücken, den Herbizideinsatz reduzieren oder überflüssig machen, Bodenbedeckung sichern und Erosion vorbeugen, Arbeitsaufwand minimieren, eine nachhaltige Alternative für den Terrassenweinbau bieten. Zielgruppe: Alle Wachauer Winzer:innen sowie Beratungsinstitutionen und Landwirtschaftsschulen.

Maßnahmen um die Projektziele zu erreichen

Bestandsaufnahme: Erhebung bestehender Vegetation im Unterstockbereich.

Mischungsentwicklung: Zusammenstellung geeigneter Pflanzenarten (niedrig wachsend, trockenheitsresistent, konkurrenzstark).

Praxisversuch: Aussaat in 14 Versuchsweingärten und Beobachtung über drei Jahre.

Bonituren: Monatliche Erhebungen zur Bodendeckung, Artenzusammensetzung und Wuchshöhe.

Naturbegrünungsflächen: Vergleich mit Weingärten ohne Herbizideinsatz.

Evaluation: Jährliche Expert:innen-Begehungen und Ableitung von Handlungsempfehlungen.

Partnerinnen und Partner: Vinea Wachau (Projektträger), Domäne Wachau, HBLA Klosterneuburg, HBLFA Raumberg Gumpenstein, Landeslandwirtschaftskammer NÖ

Ergebnisse und Wirkungen qualitativ

Über den Projektzeitraum konnten geeignete Arten identifiziert werden: Besonders erfolgreich waren Schwingelarten, Hornklee und Thymian. Zwei Mischungen (Gräsermischung, Artenreiche Mischung) und die Reinsaat Thymian wurden für die Praxis empfohlen. Erfolgreiche Etablierung der Begrünung reduzierte offenen Boden um bis zu 90 % und unterdrückte Beikräuter effektiv. Die richtige Mähhöhe und Bewirtschaftung erwiesen sich als entscheidend für den Erfolg. Das Projekt trägt direkt zur ökologischen Nachhaltigkeit, Anpassung an den Klimawandel und Erhaltung der Kulturlandschaft Wachau bei. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen nun in Beratungsangebote ein und ermöglichen eine langfristig umweltfreundlichere Weinbaupraxis in der Wachau.
Schwerpunkte
Klimawandelanpassung
Ländliche Wirtschaft / KMU
Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft
Naturschutz
Umwelt und Biodiversität
Förderperiode
LE 14-20
Projektlaufzeit
01.01.2022 - 31.12.2024
Projektregion
Niederösterreich
LEADER Region
LAG Wachau - Dunkelsteinerwald
Projektträger
Vinea Wachau Nobilis Districtus
Maßnahme im Programm
M19 Leader
19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie
Finanzierung in EURO
Gesamtprojektkosten
48.740,90€
GAP Strategieplan Fördersumme
29.244,54€
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