OG KUHNECT: Milchviehbetriebe vernetzt: Digitales Management von Tiergesundheit langfristig etablieren (KUHNECT)
Die Milchviehhaltung in Österreich steht vor der zentralen Herausforderung, wirtschaftliche Profitabilität, Arbeitsentlastung und Tiergesundheit gleichzeitig zu verbessern. Obwohl digitale Technologien erhebliches Potenzial zur Entscheidungsunterstützung und Routineerleichterung bieten, bleibt ihre praktische Anwendung deutlich hinter den Möglichkeiten zurück. Das Projekt entwickelt unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit sowie sozialer und ethnischer Aspekte umsetzbare und kosteneffiziente Lösungen für Milchviehbetriebe, die digitale Technologien im Tiergesundheitsmanagement nutzen oder einführen möchten. Ziel ist es, Betrieben zu ermöglichen, ihre Ausgangslage realistisch einzuschätzen und konkrete Prozessverbesserungen im Tiergesundheitsmanagement zu implementieren. Das Projekt verfolgt daher einen innovativen Ansatz, um die tatsächlichen Nutzungshürden und unsachgemäßen Anwendungen zu verstehen und praxistaugliche und Betriebstypen angepasste Lösungen für optimierte Arbeitsabläufe, verbesserte Tiergesundheit und wirtschaftliche Effizienz zu entwickeln. Leitfadengestützte Interviews und eine Online-Befragung mit Landwirtinnen und Landwirten, Firmen, Tierärztinnen und Tierärzte und Beratung identifizieren im ersten Schritt Betriebstypologien für unterschiedliche Anwendungsfälle und deren typische „Pain Points“ wie Onboarding, Datenflut oder Alarmmüdigkeit. Darauf aufbauend werden Use-Cases zur Optimierung der Arbeitsorganisation identifiziert, wobei der Fokus auf einfache, wirksame Prozessbausteine liegt: klares Alarmmanagement, Rollen- und Verantwortlichkeitsklärung, standardisierte Review-Routinen und Datenqualitäts-Checks. Diese Bausteine ermöglichen eine dokumentierte Umsetzung am Betrieb und die Quantifizierung der Auswirkungen auf Tiergesundheit, Arbeitsabläufe und Betriebswirtschaft. Auf 9- 15 ausgewählten Praxisbetrieben werden angepasste Strategien angewandt und erprobt. Diese Praxisbetriebe werden dabei durch ein systematisches Coaching begleitet, das die dokumentierte Umsetzung am Betrieb sicherstellt und die Betriebe bei der Anpassung von Arbeitsroutinen, Entscheidungswegen und Kommunikation unterstützt. Parallel erfolgt eine detaillierte Quantifizierung der Auswirkungen auf drei zentrale Bereiche: Tiergesundheit, Arbeitsabläufe und Betriebswirtschaftlichkeit. Durch die berechnete Kosteneffizienz der einzelnen Anwendungsfälle erhalten Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter in unterschiedlichen Betriebsklassen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Investitionen und Umsetzungsmaßnahmen. Die berechnete Kosteneffizienz dieser Anwendungsfälle unterstützt Betriebsleiter:innen verschiedener Betriebsklassen in der Entscheidungsfindung. Langfristig erwartet man eine gestiegene Akzeptanz digitaler Lösungen in der Milchviehhaltung, verbesserte Tiergesundheitsindikatoren durch zeitnahes Eingreifen sowie entlastete Arbeitsprozesse für Landwirtinnen und Landwirte. Durch einen Abschluss-Workshop zur Dissemination sowie aufbereitete Falldarstellungen soll Peer-Learning gefördert und die Übertragung auf weitere Betriebe erleichtert werden. Für die Verbreitung der Erkenntnisse dienen die erstellten Fallbeispiele als Disseminationsträger. Zusätzlich werden Workshops, Podcasts, Arbeitskreise, Praxisleitfaden und Lernmaterialien als dauerhaft nutzbares Werkzeug für Betriebe und Beratung bereitgestellt. Sie können in Schulungen, Fachpublikationen und brancheninterne Beratungsnetzwerke integriert werden. Außerdem soll das Projekt zu einer intensiveren Vernetzung von Tierhalterinnen und Tierhaltern sowie Veterinärmedizinerinnen und Veterinärmedizinern, in diesem Bereich des Managements digitaler Tiergesundheit, beitragen.Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur nachhaltigen Modernisierung der österreichischen Milchproduktion.
