Umsetzung der Handlungsschwerpunkte im Europaschutzgebiet Weinviertler Klippenzone

Die Aktivitäten im Rahmen dieses Projektes erfüllen beispielgebend die Anforderungen einer umfassenden und erfolgreichen Schutzgebietsbetreuung.

Von Erhebungen zu ausgewählten, gebietsspezifischen Arten- und Lebensräumen über die Erarbeitung konkreter Pflegepläne bis hin zur Maßnahmenumsetzungen reicht das Spektrum der Aufgabenfelder. Die Einbindung aller relevanten lokalen Akteurinnen und Akteure bildet dabei die Basis für eine breit akzeptierte und mitgetragene Naturschutzarbeit. So ist es gelungen, hochrangige Schutzgüter in der Weinviertler Klippenzone wie die Breitstirnige Plumpschrecke oder den Tatorjan-Meerkohl sowie die seltenen und gefährdeten Lebensraumtypen der Wacholderheiden, Pannonischen Salzsteppen und Salzwiesen und verschiedene Trockenrasentypen zu erheben, zu stabilisieren und zu verbessern. Dabei konnte bei verschiedenen Akteurinnen und Akteuren Bewusstsein für die Naturschutzaufgaben geschaffen und die Bereitschaft zu deren Unterstützung erhöht werden.

Darum war es wichtig, das Projekt umzusetzen

2017 wurde für das Europaschutzgebiet Weinviertler Klippenzone eine Zusammenschau der Handlungsschwerpunkte und konkrete, mittelfristig angelegte Umsetzungspakete für die 15 Teilgebiete des Europaschutzgebietes Weinvierler Klippenzone definiert. Darauf aufbauend wurde 2017 mit der Bearbeitung und Umsetzung der Handlungsschwerpunkte begonnen. Für naturschutzfachlich herausragende Gebiete, FFH-Lebensraumtypen und Arten wurden Erhebungen durchgeführt, Konzepte erstellt und naturschutzkonforme Maßnahmen in Abstimmung mit den relevanten Stakeholdern und den Schutzgebietsbetreuerinnen- und betreuern gesetzt. Diese Aktivitäten haben die Initiierung neuer und erweiterter Ideen angestoßen und lokalen Netzwerke und Partnerschaften ausgebaut. Mit dem vorliegenden Projekt sollte dieser dynamische Prozess fortgesetzt, Netzwerke und Maßnahmen vorangetrieben und ausgeweitet werden und so die Chance einer nachhaltigen Verankerung der Schutzgebietsbetreuung in der Weinviertler Klippenzone genutzt werden.

Ziele des Projekts

Im Rahmen des vorliegenden Projektes wurden vorwiegend Maßnahmen gesetzt, die auf den Erhalt und die Verbesserung des Erhaltungszustands der Schutzgüter nach der FFH-Richtlinie in der Weinviertler Klippenzone abzielen. Im Fokus stehen zahlreiche xerotherme Lebensraumtypen wie Lückige Kalkpionierrasen, Trespenschwingel-Kalktrockenrasen, Osteuropäische Steppen, Tiefgründige Lößtrockenrasen sowie Pannonische Salzsteppen und Salzwiesen und Wacholderheiden. Das besondere Augenmerk gilt dabei der  Breitstirnige Plumpschrecke (Isophya costata) und der botanischen Rarität des Tatorjan-Meerkohls (Crambe tataria), beide geschützte Arten nach der FFH-Richtlinie.

Mit diesen Zielvorgaben verknüpft sollte ein Beitrag zum Erhalt einer wertvollen Kulturlandschaft beziehungsweise des Landschaftsbildes geleistet, der Wissenstand zu schützenswerten Lebensräumen und Arten verbessert, die Kompetenz im Naturraummanagement erhöht und Bewusstsein für die Ziele des Naturschutzes im Sinne einer umfassenden Schutzgebietsbetreuung geleistet werden. Damit nimmt das Projekt breiten Bezug auf die Prioritäten des Bundes und des Landes Niederösterreich.

Maßnahmen um die Projektziele zu erreichen

Ein umfassendes Maßnahmenpaket aus Datenrecherche, Expertinnen- und Expertenbefragung, Freilanderhebungen (Population, Vegetation), Monitoring, Maßnahmenplanung, Landschaftspflegeleistungen (Beweidung, Gehölzschnitt) und Ansaatversuchen unter laufender Kontrolle und fachlicher Begleitung sowie die Einbindung lokaler und regionaler Stakeholder (Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, Gemeinden, Naturpark,..) kam zur Zielerreichung zur Anwendung. Folgende konkrete Arbeitspakete waren Projektinhalt:

  • Erhebung zur Verbreitung der Breitstirnige Plumpschrecke 
  • Erhebung, Umsetzungskonzept und Pflegemaßnahmen zum FFH-Lebensraumtyp Wacholderheiden im Naturpark Leiser Berge
  • Grundlagenerfassung, Managementplan und Pflegemaßnahmen zum FFH-Lebensraumtyp Pannonische Salzsteppen und Salzwiesen im Naturschutzgebiet Zwingendorfer Glaubersalzböden
  • Einrichtung, fachliche Begleitung und Umsetzung Beweidung Falkenstein zur Sicherung wertvoller Trockenrasenbestände
  • Populationsstabilisierende Maßnahmen zum prioritären FFH-Schutzgut Tatorjan-Meerkohl im Naturschutzgebiet Zeiserlberg
  • Basismonitoring Erfolgskontrolle Beweidung Naturdenkmal Galgenberg/Michelstetten

Ergebnisse und Wirkungen qualitativ

  • Vorliegen einer Verbreitungskarte zu Isophya costata samt Kenntnis allfälliger Gefährdungsfaktoren
  • Vorliegen einer Verbreitungskarte samt Kenntnis allfälliger Gefährdungsfaktoren und Vorliegen eines Umsetzungskonzeptes zu den Wacholderheiden im Naturpark Leiser Berge
  • Erste Umsetzungsmaßnahmen zu den Wacholderheiden im Naturpark Leiser Berge sind erfolgt und wurden fachlich begleitet.
  • Saliterweide/Zwingendorf: Vegetationskarte, Vegetationstabelle, Bewertung und Definition von Handlungsbedarf sowie Umsetzungsmaßnahmen liegen vor. Die Gemeinde Zwingendorf sowie der lokalen Jägerschaft konnte für die Maßnahmendurchführung gewonnen werden, erste Maßnahmen sind umgesetzt.
  • Falkenstein: Die Beweidung von zwei Trockenrasenflächen ist erfolgt und damit hat sich eine Verbesserung des Erhaltungszustandes der betroffenen Lebensraumtypen nachvollziehbar eingestellt.
  • Tatorjan-Meerkohl/Naturschutzgebiet Zeiserlberg: Die Verdichtung der Population von Crambe tataria ist textlich wie auch fotografisch dokumentiert und eine Handlungsanleitung für erfolgreiche Ansaatversuche sowie die Dokumentation zum Ansaatversuch liegt vor.
  • Eine standardisierte Basiserhebung zur Erfolgskontrolle zu den Erhaltungsmaßnahmen im Naturdenkmal Galgenberg ist erfolgt.

Die wichtigsten Lernerfahrungen

Wesentliche Erkenntnis aus dem Projekt ist, dass die Rolle der Schutzgebietsbetreuung als zentraler Dreh- und Angelpunkt in der Region entscheidend für den Projekterfolg ist. Der aktive und fachlich fundierte Austausch mit lokalen Entscheidungsträgerinnen- und trägern und Stakeholdern in Abstimmungsgesprächen und bei Gebietsbesichtigungen schafft das erforderliche Bewusstsein über den Handlungsbedarf, stärkt das Netz an Kooperationspartnerinnen- und partnern und fördert das lokale Engagement für den Naturschutz. Dies ist der Grundstein für eine erfolgreiche Maßnahmenumsetzung.
Schwerpunkte
Naturschutz
Umwelt und Biodiversität
Förderperiode
LE 14-20
Projektlaufzeit
01.01.2018 - 01.01.2020
Projektregion
Niederösterreich
Maßnahme im Programm
M07 Basisdienstleistungen
7.6.1. a) Studien und Investitionen zur Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung des natürlichen Erbes - Naturschutz
Finanzierung in EURO
Gesamtprojektkosten
5.162.772,00€
GAP Strategieplan Fördersumme
5.162.772,00€
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