Zinkhütte “Kohlbarren”

Ziel des vorliegenden Projektes ist die Vermittlung der historischen Bedeutung dieses Gebäudes von seiner bis mindestens in das Jahr 1380 zurückreichenden Nutzung für den Goldbergbau über seine Verwendung als Zinkhütte.

Diese, durch den Ärar (Staat) angeordnete Verwendung zwischen 796 – 1894, kann mit einem modernen Sozialprojekt verglichen werden mit dem Ziel, die durch den Niedergang des Goldbergbaues entstandene Arbeitslosigkeit in der Region, abzufangen. Als letzte noch existierende Zinkhütte besitzt sie ein Alleinstellungsmerkmal. Zuletzt soll die Verwendung des Gebäudes erneut für die Goldverhüttung und in der Folge als Schmiede und Wohnstätte erklärt werden. 
Zugleich ist der Kohlbarren auch Ausgangspunkt eines Themenweges zum historischen „Tauerngold“ die Geschichte des Tauerngoldes, Allgemeines zum Gold, ein Film über historischen Bergbau und dem Knappenleben, etc. gezeigt.
Ein Höhepunkt der Ausstellung sind im Eis erhaltene Textilien und Schuhe  aus dem späten Mittelalter.

Darum war es wichtig, das Projekt umzusetzen

Aufgrund archäologischer Untersuchungen in den Jahren 1974 und 1979 konnte der Kohlbarren eindeutig als die in den historischen Schriftquellen zwischen 1796 und 1834 genannte Zinkhütte von Döllach identifiziert werden. Nach einem ersten missglückten Versuch im Jahr 1978 erfolgte – nach Ankauf des Grundstücks durch die Gemeinde Großkirchheim – eine Unterschutzstellung des Kohlbarrens nach dem Denkmalschutzgesetz mit Bescheid vom 9. November 2010. Aufgrund des Fehlens von erhaltenen Vergleichsbauten in Europa, ist die Zinkhütte von Döllach nicht zu Unrecht zu einem der bedeutendsten Industriebaudenkmale zu zählen.

In den Jahren 2011-14 wurde die weltweit letzte Zinkhütte mit hohem finanziellen und ideellen Aufwand restauriert. Ziel dieser Arbeiten war die Erhaltung, Sicherung und baugeschichtliche Erforschung der über 700 Jahre alten Bausubstanz. Das Projekt wurde dabei vom Bundesdenkmalamt begleitet und finanziell unterstützt.

Ziele des Projekts

Als kleinste Zielgruppe muss zuerst die örtliche Bevölkerung genannt werden. Aus einem Gebäude, das sie täglich sehen soll im Kontext mit den anderen historischen Gebäuden und ihrer Nutzung (Bergrichterhaus, Alte Schmelz) die historische Bedeutung des Ortes verstanden werden. Sie werden dieses Wissen dann als Teil ihrer Identität weitergeben.

Montanhistorisch interessierte Personen aus dem In- und Ausland informieren sich auf Foren etc. und nutzen solche Orte gern für Tagungen und Exkursionen. Mineralieninteressierte, Goldwäscherinnen und -wäscher oder einfach naturkundlich begeisterte Personen sind eine weitere Zielgruppe.

Zusammen mit der gegenseitigen Bewerbungsplattform „Schatzkammern der Natur und Kultur“ mit Ausstellungen im In- und Ausland (Mautturm Winklern, Bergheiligtum Hochtor, Granatium Radenthein, Versteinerte Welten an der Nockalmstraße und Dolomythos in Innichen) wird ein breiter Tourismusstrom angesprochen. Die historischen Goldbergbaue liegen in der Kernzone des „Nationalparks Hohe Tauern“. Damit wird hier ein spannendes Produkt für Touristinnen und Touristen der Nationalparkregion angeboten.   

Maßnahmen um die Projektziele zu erreichen

Seitens der Projektleitung werden alle vorhandenen Objekte und Quellen dokumentiert. Der Fundus an Röhren und Aufzeichnungen aus der archäologischen Grabungskampagne von Rudolf Ertl (1974 -1979) wird vom Bergbaumuseum in Klagenfurt übernommen. Die Funktion der Objekte und ihre Verwendung  werden eruiert.
Mit der Planung einer Ausstellungsvitrine samt Beschreibung wird dieser originale Fundus am Fundort ausgestellt. Alle Erläuterungen (minimal zweisprachig) samt Plänen etc. für die Tafeln zur Geschichte des Gebäudes werden erstellt. Logistik und Ausgangstafeln für den historischen Dorfrundgang und dem Themenweg zur Goldausstellung werden erarbeitet.

Die Fenster für die gesamte Südwestseite des Gebäudes werden in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt festgelegt. Das Schutzeisen wird festgelegt. Stahlbauarbeiten und Mauerarbeiten werden durchgeführt. Bestellung der beiden Podeststiegen und deren Einbau, Die vorhandene Tür wird verglast und eingebaut. Beleuchtung und Strom wird verlegt.

Im Stadl wird eine gesamte Entrümpelung und Entsorgung vorgenommen. Tiefersetzen und Neuerrichten des Stadldachstuhls. Das Dach wird neu mit Lärchenholzbrettern gedeckt und die entsprechenden Spenglerarbeiten ausgeführt.


Ergebnisse und Wirkungen qualitativ

Ein europaweit einzigartiges Dokument der Zinkverhüttung befindet sich am westlichen Ortseingang von Döllach. Die Anlage – im Volksmund „Kohlbarren“ genannt – ist bereits auf einem 1635 datierten Ölgemälde abgebildet und wurde zunächst für die Aufbereitung von Golderzen genutzt. Nach der Auflassung der Goldzeche wurde im bestehenden Gebäude mit der Produktion von metallischem Zink begonnen. Als letzte noch existierende Zinkhütte besitzt sie ein Alleinstellungsmerkmal. Durch die touristische Adaptierung und Sanierung des Gebäudes bildet das Kulturgut einen wesentlichen Bestandteil des Ortsraumes Döllach.

Die wichtigsten Lernerfahrungen

Durch die Sanierung des Kulturgutes ist die Nachhaltigkeit und der Fortbestand des Projektes gegeben.
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Schwerpunkte
Bildung, Sensibilisierung und Wissenstransfer
Gemeinwohl, Soziales und Daseinsvorsorge
Klimaschutz
Klimawandelanpassung
Kultur und kulturelles Erbe
Ländliche Wirtschaft / KMU
Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft
Naturschutz
Tourismus
Umwelt und Biodiversität
Förderperiode
LE 14-20
Projektlaufzeit
01.11.2016 - 01.12.2018
Projektregion
Kärnten
LEADER Region
LAG Großglockner Mölltal - Oberdrautal
Projektträger
Gemeinde Großkirchheim Infrastruktur KG
Maßnahme im Programm
M19 Leader
19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie
Finanzierung in EURO
Gesamtprojektkosten
165.000,00€
GAP Strategieplan Fördersumme
74.992,50€
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