OG: SoSama – Soil Safe Steiermark: Bodenschutzmaßnahmen durch Direktsaat unter steirischen Bedingungen und Fruchtfolgen
Bodenerosion, Verdichtung, hohe Arbeitsbelastung und steigende Produktionskosten stellen steirische Ackerbaubetriebe vor erhebliche Herausforderungen. Das EIP-Projekt SoSama adressiert diese Probleme durch die Erprobung und Weiterentwicklung von Direktsaatsystemen unter regionalen Bedingungen. Im Fokus stehen Praxisbetriebe mit einem hohen Anteil an Mais, Soja und Ölkürbis in der Fruchtfolge, bei denen bisherige Erosionsschutzmaßnahmen nur eingeschränkt wirksam sind. Der Vergleich von Direktsaat-, Mulch- und konventionellen Saatverfahren liefert fundierte Empfehlungen zur Verbesserung von Bodenqualität, Wirtschaftlichkeit, Ressourcenschutz, Ertragssicherheit und Klimaresilienz. Die Umsetzung erfolgt in drei aufeinander aufbauenden Phasen. In der Vorbereitungsphase werden Praxisbetriebe auf unterschiedlichen Standorten ausgewählt, Versuchskulturen und Bewirtschaftungssysteme festgelegt sowie das Versuchsdesign zwischen Praxis, Beratung und Wissenschaft abgestimmt. Zusätzlich wird die erforderliche Saat- und Messtechnik organisiert und der Ausgangszustand der Böden durch bodenkundliche Untersuchungen erfasst. In der Entwicklungs- und Testphase werden Direktsaat-, Mulchsaat- und konventionelle Systeme auf Praxisbetrieben über mehrere Vegetationsperioden erprobt. Untersucht werden unterschiedliche Begrünungs- und Abwelkungsstrategien sowie deren Auswirkungen auf Pflanzenbestand, Ertrag, Bodenstruktur, biologische Aktivität, Wasserhaushalt und Erosion. Ergänzend erfolgen wissenschaftliche Messungen zu Aggregatstabilität, Infiltration, Porensystem, Regenwurmpopulationen sowie umweltrelevanten Parametern wie Ammoniakemissionen. Die Ergebnisse werden laufend ausgewertet und für die Weiterentwicklung der Systeme genutzt. In der abschließenden Bewertungsphase werden alle agronomischen, bodenkundlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Daten zusammengeführt. Darauf aufbauend entstehen standortspezifische Handlungsempfehlungen sowie ein Beurteilungswerkzeug zur Einschätzung der Direktsaattauglichkeit von Böden. Auch eine Bewertung des Landschaftswasserhaushalts bzw. Hochwasserrisikos mit den unterschiedlichen Anbausystemen wird modelliert. Als konkrete Outputs erwarten die Projektbeteiligten belastbare Daten zur Wirtschaftlichkeit und Direktsaattauglichkeit verschiedener Böden, die fundierte Entscheidungsgrundlagen für Landwirtinnen und Landwirte sowie für Beratende schaffen. Erwartete Wirkungen liegen in der Reduktion von Bodenabtrag, Verschlämmung und Oberflächenabfluss sowie in verbesserter Bodenstruktur und Infiltration. Dies erhöht die Klimaresilienz und verringert Folgekosten durch Erosionsschäden. Gleichzeitig bieten Direktsaatsysteme beträchtliche Einsparpotenziale bei Arbeitszeit, Treibstoff und Maschineneinsatz. Für die Verbreitung der Erkenntnisse sind diverse Disseminationsmaßnahmen geplant: Feldtage, Flurbegehungen, Kurzvideos und Fachpublikationen sorgen dafür, dass die entwickelten Lösungen in Beratung, Bildung und in die breite Praxis gelangen. Damit schafft SoSama einen nachhaltigen Mehrwert für die landwirtschaftliche Praxis durch regional angepasste Direktsaatsysteme, die auf Hanglagen und verdichtungsempfindlichen Böden bewährte Praxislösungen bieten.