Die Zukunft der Region: Jugend-Empowerment durch LEADER

Lebensqualität

Netzwerk Zukunftsraum Land steht 2026 im Zeichen des Jahresthemas #WeiterDenken – Zukunft mit der nächsten Generation gestalten. Wir fokussieren unsere Arbeit also auf die Potentiale, die uns generationenübergreifendes Arbeiten bietet, um den Herausforderungen unserer (künftigen) Zeit zu begegnen. Besonders spannend ist hierbei die Arbeit mit der Jugend, um das Wissen, die Kreativität und die Kraft dieser Generation für künftige Entwicklungen zu nutzen. LEADER ist dafür das ideale Werkzeug. Durch den konsequenten Bottom-up-Ansatz und sektorübergreifende Methoden schafft LEADER Räume, in denen Jugendliche Gestaltungsmacht bekommen. Das Ergebnis? Treffsichere Projekte und eine stärkere Bindung der nächsten Generation an ihre Region.

Aber wie wird dieses Potential in den österreichischen Regionen konkret genutzt? Welche Maßnahmen setzen LEADER-Regionen um, um ihre Regionen mit der Jugend zu gestalten? In diesem Artikel widmen wir uns einigen ausgewählten Projekten aus ganz Österreich, die im Bereich des Jugendempowerments zukunftsweisende Wege gehen. Wir blicken auf Projekte, die Räume für die Jugend schaffen, Strukturen für Jugendarbeit forcieren, kreativen Ausdruck fördern, Ideen der Jugend nutzen und die (Mit-)Gestaltung in Projekten ermöglichen. 

Eine wichtige Basis – Räume für die Jugend und Arbeit mit der Jugend

Im vorarlbergischen Klostertal mangelte es an Räumlichkeiten für Jugendarbeit. Unter starker Einbindung der Jugendlichen in der Region, gerade auch bei der Gestaltung des Außenraums, wurde im Rahmen des Projekts Außenraum Jugend in der LEADER-Region Regio-V ein neuer Jugendtreff geschaffen, der nicht nur den Bedürfnissen der regionalen Jugend entspricht, sondern auch die Mitgestaltung des eigenen Lebensraums ermöglicht. 

Hat man als Region bereits eine solche Basis, so ist die zielgerichtete, inklusive und kontinuierliche Jugendarbeit entscheidend, um eine Einbindung der Jugend in die Gestaltung zu erleichtern und ihre Lebensumstände in den Regionen zu verbessern. Österreichweit gibt es zahlreiche Projekte, die sich der Jugendarbeit widmen. Mit dem Projekt Regionale Jugendarbeit behandelt die LEADER-Region Römerland Carnuntum genau dieses Thema. Durch vielfältige Angebote mobiler Jugendarbeit und niederschwelliger Beratung versucht man, die Bindung zwischen Jugend und ihrer Region zu erhöhen und die Beziehung zwischen Generationen zu verbessern. 

Inklusion und Outreach – Die Zielgruppe erreichen

Für die Jugendarbeit ist entscheidend, auch schwer erreichbare Gruppen zu integrieren. Hier setzte das Projekt Offene Jugendarbeit in der Kulturregion Melk an, ein Kooperationsprojekt der LEADER Regionen Wachau-Dunkelsteinerwald und Mostviertel-Mitte. Durch maßgeschneiderte Aktivitäten sollen Gruppen, die durch traditionelle Angebote nicht erreicht werden können, einerseits in ihrer Persönlichkeits- und Identitätsentwicklung unterstützt werden und andererseits Möglichkeiten bekommen, ihre Freizeit und ihr Lebensumfeld zu gestalten. 

Diese Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensumfeld ist auch bei anderen LEADER-Projekten wie Jugend im Puls (Mühlviertler Alm) oder Jugend im Wipptal – zwischen Gehen und Bleiben (LAG Regionalmanagement Wipptal) zentral. Eine gezielte Methodenvielfalt und das Ansetzen an jenen Punkten, an denen klassische Vereinsarbeit an ihre Grenzen stößt, ist bei Projekten dieser Art von besonderer Bedeutung. Durch viel Beziehungsarbeit und die Attraktivierung der Lebensumstände wird so versucht, die Bindung der Jugendlichen zu ihrer Heimatregion zu stärken.

Kreativität fördern – Stimmen hören

Wichtig bei der Arbeit mit Jugendlichen ist auch, dass man ihnen vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten bietet, um ihre Kreativität zu fördern und damit die Fähigkeit zur Meinungsäußerung zu unterstützen. In diesem Bereich sind beispielsweise die Projekte Next Generation View (Traunsteinregion) oder My view – Jugend macht Filmdokus (Biosphäre Lungau) aktiv. In Workshops wird die Fähigkeiten von Jugendlichen im Filmemachen gefördert, um sich mit den Besonderheiten der Region auseinanderzusetzen und eine Kommunikationsplattform zu schaffen. 

Das Entwickeln von Kommunikationsmöglichkeiten hilft dabei, neuee Wege zum Austausch und Generieren von Ideen zu erschließen. Jugendliche bringen frische Perspektiven in alt eingesessene Strukturen und können so einen wertvollen Beitrag zur Gestaltung der Zukunft leisten. Im Projekt NextGen.Weinviertel (Region Weinviertel Ost) geht es vor allem um die Einbindung von Jugendlichen in Gemeindeentwicklungsprozesse und das Entwickeln von Projektideen, die auch gemeindegrenzenübergreifend Wirkung zeigen. Auch das Etablieren eigener Jugendparlamente stand hier im Fokus.

In der Region Mühlviertler Alm sind diese Bestrebungen ebenfalls Kern der Arbeit. Mit den Projekten Jugend tut was und Jugend mischt mit wird versucht, Jugendliche über unterschiedliche Wege mit ihren Gemeinden in Kontakt zu bringen und ihnen Möglichkeiten zu bieten, eigene Projektideen einzubringen. Dabei erhalten die Jugendlichen auch Unterstützung dabei, selbst aktiv zu werden und diese Projekte wirklich umzusetzen. Der Anspruch, Projektideen nicht nur zu generieren, sondern auch Strukturen zu schaffen, die dabei unterstützen, diese umzusetzen, ist auch beim Projekt Zukunft.Joglland von großer Bedeutung. Genutzt werden dabei Formate wie ein Ideenwettbewerb und eigene Workshops. Die Ergebnisse dieses Projektes werden nun in einem eigenen Folgeprojekt weiterverwendet.

Jugendliche zur Gestalterinnen und Gestaltern von Gegenwart und Zukunft machen

Dieses Ermöglichen der eigenen Umsetzung von Projektideen, also das Übertragen von tatsächlicher Gestaltungsmacht an Jugendliche, ist die wohl bedeutendste Stufe des Empowerments von Jugendlichen. In der Traunsteinregion etwa wurden mit dem Projekt Youth Region zahlreiche Maßnahmen gesetzt, die es Jugendlichen zu ermöglichen, ihre eigenen Ideen Realität werden zu lassen. Dazu gehört die Betreuung der Jugendlichen, deren regionale Vernetzung und auch die Etablierung von kleinregionalen Jugendräten. Dabei wurden auch Unterstützungsstrukturen für die Umsetzung von Projektideen der Jugendlichen geschaffen. Das beinhaltet sowohl Beratungsangebote als auch finanzielle Mittel, begleitet von kontinuierlicher Bewusstseinsbildung.. 

Ein ähnliches LEADER-Projekt wurde auch in der Region Regio Schwaz durchgeführt. Bei Kindergemeinderat Vomp, Terfens stand, wie der Name bereits vermuten lässt, ebenfalls die Gründung eines Jugendgemeinderates im Vordergrund. Spannend ist hier auch, auf welche Altersstufen fokussiert wurde, nämlich vor allem Kinder zwischen der dritten Klasse Volksschule und der ersten Klasse Mittelschule oder Gymnasium. Mit dem Kindergemeinderat wurde ein Gremium geschaffen, das als offizielles Vertretungsorgan der Kinder in den Gemeinden Vomp und Terfens dient. Neben der Entwicklung von Projektideen liegt besondere Bedeutung auch auf deren Umsetzung, wofür ein eigenes Budget zur Verfügung gestellt wurde, über dessen Verwendung gemeinschaftlich entschieden wird. Damit werden die Kinder nicht nur aktive Beteiligte der Gestaltung ihrer Umwelt, sondern sammeln auch bereits in jungem Alter praktische Erfahrungen mit Politik. Damit sind sie nicht nur Bürgerinnen und Bürger von morgen, sondern Gestalterinnen und Gestalter der Gegenwart.

Die Projektbeispiele zeigen, wie viel LEADER zum #weiterdenken beitragen kann. Durch verschiedene Zielsetzungen und unterschiedliche Ausmaße der Beteiligung leisten sie alle unglaublich wichtige Arbeit, um das Potential der Jugend für die Entwicklung der Regionen zu nutzen und gleichzeitig die Bindung dieser Generation zu ihren Regionen zu stärken. Im wahrsten Sinne des Wortes zeigen die Projektbeispiele, wie es gelingen kann, Zukunft mit der nächsten Generation zu gestalten.

Und dennoch handelt es sich hier nur um eine Auswahl von Projekten, die keineswegs den Anspruch einer vollständigen Übersicht über alle Projekte des Jugendempowerments in Österreich hat. Die Bearbeitung dieses Themas mit LEADER ist so vielfältig, wie die 83 LEADER Regionen selbst. Am Ende zeigt die Arbeit in diesen Regionen jedoch deutlich: wer heute Mut zum #weiterdenken hat, baut das Fundament für ein erfolgreiches Morgen.

© Traunsteinregion