Erfolgsmodell aus Österreich: Wie das Projekt „OptEro“ Europa neue Wege im Erosionsschutz zeigt

Klimaschutz
Natürliche Ressourcen

Christine Weinberger hat an der EU GAP-Netzwerk Konferenz „Wasser Resilienz in der Landwirtschaft: Innovation in der Praxis“ Mitte Mai in Hamburg teilgenommen. Wir haben sie zu ihren Erfahrungen und Learnings befragt.

Christine, du wurdest im Mai, gemeinsam mit Landwirt Günter Haslinger, als Verantwortliche des EIP-AGRI-Projekts „OptEro – Optimierung des Erosionsschutzes im Kartoffelbau“ nach Hamburg zur EU-GAP-Netzwerkkonferenz „Wasserresilienz in der Landwirtschaft: Innovation in der Praxis“ eingeladen. Welche Rückmeldungen hast du dort zu eurem Projekt und den Ergebnissen erhalten?

Wir haben durchwegs positive Rückmeldungen erhalten. Für viele war das Konzept der Querdammerrichtung neu und sie erkundigten sich, inwiefern vielleicht auch andere Kulturen von dieser Idee profitieren könnten.

Was hast du von der Konferenz für deine Arbeit mitnehmen können?

Ein Hauptaugenmerk der Konferenz lag an der Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen EU-Ländern zu vernetzen. Das haben wir genutzt, um neue Projektideen zu schmieden und Partnerinnen und Partner für zukünftige Projekte zu finden.

Was war für dich neu und überraschend?

Es hat mich überrascht, dass unser landwirtschaftliches Förder- und Beratungssystem in Österreich so einzigartig ist, dass uns andere EU-Länder darum beneiden. Anderswo sind die Beraterinnen und Berater firmengebunden und können daher nicht unvoreingenommen agieren, oder aber es fehlt an der notwendigen Kompetenz, besonders was die Förderungsmodalitäten betrifft. Mithilfe der Agrarförderungen hat sich Österreich in den letzten Jahrzehnten ein Tool geschaffen, womit nicht nur die kleinstrukturierte Landwirtschaft unterstützt wird, sondern auch Maßnahmen zum Umwelt-, Klima- und Naturschutz gefördert und flächendeckend umgesetzt werden. Das würden sich andere Länder ebenfalls wünschen.

Von welchen Projekten aus anderen Ländern sollten wir in Österreich lernen?

Das Horizon Projekt SpongeWorks beschäftigt sich mit dem Thema Wasserspeicherung und Wasserresilienz, was in Hinblick auf den Klimawandel ein wichtiges Thema ist. In Zusammenarbeit mit mehreren Landwirtinnen und Landwirten in Europa werden Maßnahmen zur Wasserspeicherung in der Landschaft erarbeitet und erprobt. Österreich kann von diesem Projekt stark profitieren, besonders im Osten des Landes, wo langanhaltende Trockenperioden bereits jetzt ein Problem darstellen. Weiters fand ich das Projekt DaLeA – Dauerhafter Lebendmulch im Ackerbau sehr interessant, weil es die Vorteile von Grünland in den Ackerbau integriert. Mit Sicherheit benötigt es noch weitere Forschungsarbeit, aber mir gefällt die Idee gut, den Boden dauerhaft bedeckt zu halten und trotzdem Ackerbau betreiben zu können.

Christine Weinberger, EIP-AGRI-Projektleiterin, wpa Beratende Ingenieure GmbH

Podcast von Netzwerk Zukunftsraum Land zum Thema „Bodenerosion im Kartoffelanbau“ mit Christine Weinberger

Christine Weinberger am Ausstellungsstand
© wpa Beratende Ingenieure GmbH.HEIC