EU GAP-Netzwerk – aktuelle Veranstaltungen

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Das Netzwerk dient als Forum für den Wissens- und Informationsaustausch zwischen nationalen GAP-Netzwerken, Organisationen, Verwaltungen, Forscher:innen, Unternehmer:innen und Anwender:innen (z. B. durch Peer-to-Peer-Learning und bewährte Praktiken) in den Bereichen Landwirtschaft und Politik für den ländlichen Raum.

Das EU GAP-Netzwerk hält regelmäßig Workshops, Working Groups, Seminare u.a. zu aktuellen Themen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab, zu denen Vertreter:innen aus allen Mitgliedsstaaten herzlich eingeladen sind. Von diesem regelmäßigen Austausch profitieren alle Teilnehmenden.

Good Practice Webinar: Territoriale Instrumente – Lehren für die Zukunft

Dieses Good Practice-Webinar soll zeigen, wie territoriale Instrumente und Ansätze – wie LEADER/CLLD, Integrated Territorial Investments (ITIs) und Smart Villages – in der Praxis funktionieren. Erfolgreiche Erfahrungen aus ländlichen Regionen Europas werden präsentiert und Erkenntnisse geteilt, die eine zukünftige Umsetzung unterstützen können.

Termin:

  • 22.04.2026, 09:00 bis 13:00h online

Anmeldung bis 24. März 2026

Weitere Informationen und Anmeldung

Workshop: Anbau alternativer Kulturen für neue Marktchancen in einem sich wandelnden Klima

Das Hauptziel des Workshops ist es, praktische Beispiele und Erfahrungen, innovative Ansätze und Projektergebnisse zu teilen, die Landwirt:innen helfen können, fundierte Entscheidungen zur Diversifizierung ihrer Anbausysteme als Reaktion auf den Klimawandel in verschiedenen europäischen Regionen zu treffen. Praktische Informationen zur Eignung der Pflanzen, Anbaupraktiken und Marktmöglichkeiten für alternative Kulturen werden Schlüsselfaktoren zur Unterstützung dieses Ziels sein.

Termin:

  • 22.-23.04.2026 in Wien, Österreich

Anmeldung bis 29. Jänner 2026

Weitere Informationen

Konferenz: Wasserresilienz in der Landwirtschaft – Innovation in der Praxis

Die Konferenz konzentriert sich auf folgende thematische Cluster:

  • Kreisförmiges Wassermanagement
  • Klimaresistente und weniger wasserintensive Kulturen und Anbausysteme (z. B.  Wechselkulturen)
  • Digitale Werkzeuge, Bewässerungseffizienz, präzise Bewässerung
  • Naturbasierte Lösungen (einschließlich Wassernutzung)
  • Bodenmanagement
  • Wasserqualität / Wasserverschmutzung

Termin:

  • 19.-21.05.2026 in Hamburg, Deutschland

Bewerbung bis 09. Februar 2026

Weitere Informationen und Bewerbung

Policy Action Lab: Verankerung ländlicher Gebiete in den nationalen und regionalen Partnerschaftsplänen

Da sich der Finanzierungszeitraum 2028-2034 nähert, reflektieren die für die Ausarbeitung der zukünftigen Nationalen und Regionalen Partnerschaftspläne (NRPPs) zuständigen Mitgliedstaaten darüber, wie sie ihre Ressourcen am besten nutzen und die Zeit nutzen, die für die Entwicklung und Verhandlung der Pläne zur Verfügung steht. Sie reflektieren auch über oder haben bereits begonnen, die Partnerschaft zwischen Behörden und Organisationen aufzubauen, die an der Planung, Umsetzung und Überwachung der Zukunftspläne beteiligt sein sollten. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um zu diskutieren, wie die Pläne die ländlichen Herausforderungen in der Vielfalt europäischer Kontexte am besten beantworten und wie das Partnerschaftsprinzip effektiv angewendet werden könnte, um ländliche Behörden und Vertreter einzubeziehen.

Termin:

  • 03. Juni 2026, 09:00 – 17:00h, Thon Hotel, Brüssel

Anmeldung bis 24. April 2026

Weitere Informationen und Bewerbung

Cross-visits 2026 für EIP-AGRI Operationale Gruppen

Das Hauptziel der Cross-Visits ist es, einen tiefgehenden, transnationalen Wissensaustausch zu fördern, indem EIP-AGRI-Operationsgruppenprojekte (OGs) aus verschiedenen Mitgliedstaaten verbunden werden, die im selben Arbeitsbereich tätig sind.

Es stehen drei Cross-Visits zur Auswahl

  • Pflanzengenetische Ressourcen
  • Robotik und künstliche Intelligenz
  • Produktion von Proteinkulturen unter Klimawandel

Termin:

  • 15.-19.06.2026 – Orte werden noch bekanntgegeben

Anmeldung bis 20. Februar 2026

Weitere Informationen und Anmeldung

Wie lange noch? SOLANGE … Groß denken und mutig sein

Geschlechtergleichstellung

Nach Innsbruck, Salzburg, Linz, Wien, Klagenfurt, Bad Ischl, Washington, Orléans, Ljubljana, Rabat, Köln, Bern, Düsseldorf und zahlreichen weiteren Städten kommt auf Einladung des WEIN/4-Festival 2026 eines der unübersehbaren Kunstwerke ins Weinviertel. Die Künstlerin stickt mit pinkem Tüll im traditionellen Kreuzstich in meterhohen Buchstaben einen SOLANGE-Satz auf das Gerüstnetz an der Westfassade des Siloturms der Hasitschka Agarhandel GmbH in Raasdorf bei Wien. Dieser Satz wird bis zur Eröffnung am 5. Mai geheim bleiben.

Alle Interessierten aus der Region sind eingeladen, eigene SOLANGE-Sätze einzureichen.
Sende uns deinen SOLANGE-Spruch direkt über die Website.

Seit dem Start des Projekts 2018 konnte Katharina Cibulka mit ihrem Team 33 Installationen weltweit in neun Ländern und sieben Sprachen sowie zwei Dialekten realisieren, die stets große Aufmerksamkeit generiert haben. Mit der Umsetzung des Kunstwerks im Rahmen des WEIN/4-Festival 2026 trägt die Künstlerin ein kraftvolles Statement in die Öffentlichkeit und will damit langfristig positive Impulse setzen.

Kommission startet eine Plattform für Frauen in der Landwirtschaft

Geschlechtergleichstellung
  • Ziel der Initiative ist es, Frauen in der Landwirtschaft zu stärken, ihre Vernetzung zu fördern und den Austausch von Erfahrungen und Best Practices zwischen Landwirtinnen in der EU zu ermöglichen.
  • Frauen spielen eine wichtige Rolle für Innovation, Nachhaltigkeit und Diversifizierung in ländlichen Regionen, sind jedoch weiterhin unterrepräsentiert: Nur etwa 32 % der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU werden von Frauen geführt.
  • Die Plattform soll ein EU-weites Netzwerk von Landwirtinnen schaffen, das den Austausch von Erfahrungen, Wissen und bewährten Praktiken zwischen Frauen in der Landwirtschaft ermöglicht.
  • Ein zentrales Element der Plattform ist der Aufbau eines Mentoring-Netzwerks, in dem erfahrene Landwirtinnen jüngere oder angehende Landwirtinnen durch praktische Beratung, Wissensaustausch und etwaige Unterstützung begleiten.
  • Das können sowohl individuelle Treffen als auch Gruppenformate umfassen und sich auf praktische Themen wie Betriebsführung, Marktstrategien, Diversifizierung, Innovation oder langfristige Planung konzentrieren.
  • Die Plattform wird außerdem einen Online-Kommunikation (über Microsoft Teams) bieten, der mithilfe einer Übersetzungstechnologie Kommunikation in allen 24 EU-Amtssprachen ermöglicht und eine grenzüberschreitende Unterhaltung erleichtert.
  • Die Mitglieder selbst können Themen und Formate der Zusammenarbeit mitgestalten, sodass sich die Plattform an den tatsächlichen Bedürfnissen von Frauen in der Landwirtschaft orientiert.

Anmeldung und Teilnahme:

  • Interessierte Personen, die in der EU leben und in der Landwirtschaft oder in einem landwirtschaftsnahen Bereich tätig sind, können sich für eine Mitgliedschaft in der Plattform bewerben.
  • Für die Teilnahme an der Plattform ist ein aktives Microsoft-365-Konto erforderlich, das den Zugang zu SharePoint und Microsoft Teams ermöglicht. Außerdem müssen Teilnehmende über die nötigen technischen Voraussetzungen verfügen, etwa einen aktuellen Webbrowser und eine stabile Internetverbindung.

Bewerbungsfrist: 30. April 2026

Lehrgang „Mobilität für Alle” – Zukunftsfähige Mobilität in Ihrer Gemeinde gestalten

Lebensqualität

Das Klimabündnis Österreich bietet dieses Jahr im März und Mai einen neuen Mobilitätslehrgang für politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Verwaltungsmitarbeitende oder ganz einfach Mobilitätsinteressierte an, bei dem man sich zu kommunalen Mobilitätsbeauftragten weiterbilden kann. Im Mittelpunkt steht die wesentliche Frage, wie Mobilität in Gemeinden so gestaltet werden kann, dass sie für alle Menschen gut funktioniert – für Kinder, Menschen mit Behinderung und ältere Personen ebenso wie für Berufspendlerinnen und Berufspendler oder andere Alltagsnutzende.

In zwei kompakten Modulen zu je zwei Tagen erhalten die Teilnehmenden fundiertes Basiswissen zur Entwicklung einer zukunftsfähigen, ökologischen und sozial gerechten Mobilität, abgestimmt auf die Anforderungen von Städten, Bezirken und Gemeinden. Der Lehrgang legt besonderen Fokus auf Bevölkerungsgruppen, die in der Mobilitätsplanung oft zu wenig berücksichtigt werden. Ziel ist es, Gemeinden konkrete Werkzeuge und Strategien an die Hand zu geben, um Mobilität nachhaltig, inklusiv und alltagstauglich zu gestalten.

Ein zusätzlicher Vorteil: Der Lehrgang wird von einigen Bundesländern zusätzlich gefördert (etwa in Oberösterreich mit 50 %, in Niederösterreich mit 75 %, in Salzburg mit 50 %), wodurch eine Teilnahme besonders attraktiv wird.

Im Zuge einer befristeten Sonderaktion bietet das Klimabündnis Österreich die Restplätze des Lehrgangs aktuell um einen reduzierten Aktionspreis von 500€ exkl. USt. an.

Das vorläufige Programm sowie alle Details finden Sie hier: https://www.klimabuendnis.at/lehrgang-mobilitaet-fuer-alle/.

MOOC zur finanziellen Absicherung von Frauen in nationale Finanzbildungsstrategie aufgenommen

Lebensqualität

Unser Online-Selbstlernkurs „Finanzielle Absicherung von Frauen im ländlichen Raum“ wurde in die nationale Finanzbildungsstrategie des Bundesministerium für Finanzen aufgenommen.

Damit wird die Bedeutung finanzieller Bildung für Frauen im ländlichen Raum auch auf nationaler Ebene unterstrichen. Finanzielle Eigenständigkeit und soziale Absicherung sind zentrale Voraussetzungen für Selbstbestimmung, unternehmerisches Handeln und langfristige Perspektiven – sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext.

Der MOOC (massive open online course) bietet praxisnahe Informationen, Hintergrundwissen und konkrete Ansatzpunkte rund um finanzielle Absicherung. Als kostenloser Online-Selbstlernkurs ermöglicht er eine flexible und ortsunabhängige Weiterbildung und richtet sich an Frauen im ländlichen Raum ebenso wie an Multiplikator:innen und Interessierte.

Die Aufnahme in die nationale Finanzbildungsstrategie stellt einen wichtigen Schritt dar, um das Thema stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken und nachhaltige Strukturen für mehr Chancengleichheit zu schaffen.

Alternativen für die Zukunft der Jugendlichen aus dem ländlichen Raum – Sommerschule 2026

Klimaschutz
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Dieses immersive fünftägige Programm bietet eine einzigartige Gelegenheit, neue Narrative, Fähigkeiten und ortsbezogene Ansätze zur Unterstützung ländlicher Jugendlicher in ganz Europa zu erkunden. Durch interaktive Sitzungen, von Expert:innen geleitete Diskussionen und Praxiserfahrungen werden die Teilnehmer:innen Forschung, Politik und Praxis in einer wirklich internationalen Lernumgebung verbinden.

  • Austausch zwischen Forscher:innen und Praktiker:innen
  • Starker Fokus auf ländliche Jugend, Innovation und Gemeindeentwicklung.
  • Teilnahmezertifikat und digitales Abzeichen 

Datum: 07. – 11. September 2026

Dauer: 40 Stunden (Lerneinheiten, Workshops, Exkursionen)

Kosten:
Early bird (bis 30. April 2026): € 400,- exkl. MWSt.
Regulär (bis 30. Juni 2026): € 475,- exkl. MWSt.
Inkludiert sind die Teilnahme an allen Aktivitäten, Unterrichtsmaterial, Mittagessen und Kaffeepausen und 5 Übernachtungen mit Frühstück in Angra do Heroismo

Ökosystemleistungen in der Land- & Forstwirtschaft – eine wissenschaftliche Einordnung 

Klimaschutz
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Wie viel ist uns Bestäubung wert? Was kostet verlorene Bodenfruchtbarkeit – und welchen Preis hat eine vielfältige Kulturlandschaft? Der Beitrag von Martin Schönhart zeigt, welche unverzichtbaren Leistungen Agrar- und Forstökosysteme für unsere Gesellschaft erbringen, wie Landwirtschaft und Politik dieses Leistungsportfolio beeinflussen – und warum es entscheidend ist, Ökosystemleistungen künftig besser zu erfassen, zu steuern und auch finanziell anzuerkennen.

Leistungen aus agrarischen, forstwirtschaftlichen und natürlichen Ökosystemen sind für uns Menschen unersetzbar. Land- und Forstwirtschaft verändern gezielt das Portfolio an Ökosystemleistungen und Agrarpolitiken greifen wiederum steuernd in das Management ein, um gesellschaftliche Ziele zu erreichen.

Ökosystemleistungen (ÖSL) sind materielle und immaterielle Leistungen, die Ökosysteme bereitstellen. Sie können von Menschen direkt genutzt werden. In der Kategorie bereitstellende oder versorgende ÖSL sind das Güter wie Wasser für den Verzehr oder die Energieproduktion oder die pflanzliche und tierische Biomasse zur Nutzung als Nahrungsmittel, Tierfutter, industrielle Rohstoffe oder Energieträger. Selbst mineralische Ressourcen lassen sich hier zuordnen. Zu den regulierenden ÖSL zählen Prozesse in Ökosystemen, die oft nicht unmittelbar von Menschen genutzt werden, aber von enormer Bedeutung für die Regulationsfähigkeit des Systems Erde und damit eine Grundlage menschlichen Lebens sind. Darunter fallen die Nährstoffkreisläufe, die Bestäubungsleistung durch Insekten, die Erosionsminderung durch die Vegetation, die Verbreitung von Samen, die Krankheits- und Schädlingsbekämpfung, die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit oder der Abbau von Biomasse. Kulturelle ÖSL als dritte Kategorie beeinflussen die mentale und körperliche Gesundheit der Menschen. Die Natur dient dabei als Ort der Freizeitgestaltung, der kulturellen und spirituellen Inspiration und ist identitätsstiftend, denkt man etwa an das „Land der Berge, Land am Strome“.

Biodiversität ist als Begriff für die Vielfalt an Erbgut, Arten und Lebensräumen keine Kategorie der ÖSL, aber eine entscheidende Grundlage für deren Qualität, Quantität und Stabilität. Beispielsweise können artenreiche Ökosysteme höhere Biomasseerträge bereitstellen durch die Nutzung ökologischer Nischen. Umgekehrt fällt die Bereitstellung und die Regulation von Habitaten und damit die Lebensraumqualität in den Bereich der ÖSL.

„Wo Licht ist, findet sich auch ein Schatten.“ Im Falle von ÖSL sind es jene im Englischen als „disservices“ bezeichneten Leistungen, die für Menschen nachteilig sind. Beispiele dafür sind der Ausbruch einer Tierseuche oder die allergene Wirkung von Pollen.

Land- und Forstwirtschaft erbringen als wirtschaftliche Aktivitäten des Menschen keine ÖSL, beeinflussen aber durch die gezielte Veränderung der Ökosysteme deren Qualität und Quantität. ÖSL stehen zueinander in Wechselwirkungen woraus sich Synergien und Zielkonflikte ergeben können. In Agrarökosystemen werden, im Vergleich zu einem natürlichen Ökosystem mit geringen menschlichen Eingriffen, bestimmte ÖSL erhöht (z.B. Biomasseerträge von Kulturpflanzen) auf Kosten anderer (z.B. Kohlenstoffspeicherung, Erosionskontrolle). Manche Disservices entstehen erst durch menschliche Eingriffe, zum Beispiel die Resistenzen von Beikräutern gegenüber Wirkstoffen. Andere ÖSL sind eine Folge der Jahrhunderte dauernden landwirtschaftlichen Nutzung, etwa die für Menschen oft als schön empfundenen naturnahen Kulturlandschaften.

Die Entwicklungen der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten, darunter neue Agrartechnologien, Betriebsmittel und landschaftliche Strukturen, veränderten das Portfolio an ÖSL. Der Fokus und die Möglichkeiten für bereitstellende ÖSL führten in manchen Regionen und Produktionssystemen zu einer Verringerung anderer Leistungen sowie einem Rückgang der Biodiversität. In der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) und in der nationalen Umsetzung, aktuell im Rahmen des GAP-Strategieplans, wurde die Erhaltung von Biodiversität und bestimmten ÖSL zu einem zentralen Ziel, das mit unterschiedlichen Instrumenten verfolgt werden kann, darunter gesetzliche Vorschriften oder Prämien im Rahmen von Agrarumweltprogrammen.

Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB) arbeitet im Rahmen ihrer Forschungsaktivitäten an diesem zentralen Themenbereich. Im Projekt GreeNet (siehe Info-Box) werden beispielsweise innovative agrarpolitische Instrumente entwickelt und im Rahmen der Evaluierungstätigkeiten bestehende Instrumente wie das ÖPUL analysiert. Mit der Organisation eines Workshops gemeinsam mit Partner:innen des Umweltbundesamtes, der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und der BOKU University wurde der Stand des Wissens zur Quantifizierung und Monetarisierung von Ökosystemleistungen in der Land- & Forstwirtschaft erhoben (siehe Info-Box) und damit ein Umsetzungsschritt der Vision 2028+ erreicht.

Autor: Martin Schönhart, Mag.Dipl.-Ing. Dr.

Info-Box

In der Vision 2028+ setzten agrarpolitische Akteure das Ziel: „Ökosystemleistungen sind monetär honoriert und die Diversität nachhaltiger Betriebe durch abgestimmte Förder- und Qualitätsprogramme gesichert“ (https://www.landwirtschaft.at/prozessvision2028/).

Im Workshop „Quantifizierung und Monetarisierung von Ökosystemleistungen in der Land- & Forstwirtschaft – Daten, wissenschaftliche Methoden & politische Instrumente“ wurde dieses Ziel diskutiert. Umfangreiche Informationen zu den Workshopinhalten (Videos, Protokoll, Präsentationen) finden sich auf der Internetseite der BAB: https://bab.gv.at/index.php?option=com_content&view=article&id=2541:quantifizierung-und-monetarisierung-von-oekosystemleistungen-in-der-land-forstwirtschaft-workshopergebnisse&catid=140&lang=de&Itemid=569

Das Netzwerk Zukunftsraum Land stellt in einem Video Grundsätzliches zu Ökosystemleistungen der Land- und Forstwirtschaft vor: https://youtu.be/Hp0pM9nQobU

Das internationale Projekt GreeNet wird von der BAB geleitet. Es erforscht die Chancen zur Erhaltung von ÖSL und Biodiversität durch eine verstärkte Kooperation von Landwirt:innen (https://greenet.boku.ac.at/)

Umfassende Informationen zu Ökosystemleistungen finden sich in den Angeboten des Umweltbundesamtes (https://www.umweltbundesamt.at/umweltthemen/landnutzung/oekosystemleistungen) und der HBLFA Raumberg-Gumpenstein (https://raumberg-gumpenstein.at/tags/tag/oekosystemleistung/seeds.html)

Wichtige internationale wissenschaftliche Quellen zu ÖSL beziehungsweise dem verwandten Konzept der „Nature’s Contributions to People“ (NCP) sind die Publikationen des „Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services“ (IPBES) (https://www.ipbes.net). Eine umfassende Klassifikation der ÖSL bietet die CICES Datenbank (https://cices.eu/).

Europa-Staatspreis 2026

Klimaschutz
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Mit dem Europa-Staatspreis wird außerordentliches Engagement von Bürgerinnen und Bürgern sowie Organisationen zur Förderung des Europabewusstseins und Europaverständnisses in Österreich ausgezeichnet. Der Europa-Staatspreis prämiert die besten Projekte und Initiativen in 3 Kategorien:

  • Europa erklären
  • Europa verändern
  • Europa gestalten

Jetzt bis 20. März einreichen!

Innovations-Kapazitäten in Regionen stärken!

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Region und Innovation – passt das zusammen? Ja, natürlich! Regionale „Innovations-Ökosysteme“ haben das Potenzial, neue Lösungen zur Deckung gesellschaftlicher Bedürfnisse zu entwickeln und einzuführen, die verschiedene Lebensbereiche, Akteur:innen und Sektoren miteinander verbinden. Menschen und Organisationen kennen sich, teilen oft ähnliche Erfahrungen und Herausforderungen und können deshalb schneller und zielgerichteter zusammenarbeiten und gemeinsame Aktivitäten an für sie passende Zielbilder ausrichten. Wirtschaft, Soziales, Bildung, Klima oder Umwelt wirken als politische und administrative Bereiche im regionalen Kontext oft verbundener als auf Landes-, nationaler oder europäischer Ebene.

Dennoch gibt es bestimmte Voraussetzungen, damit Regionen jenseits punktueller Innovationen erfolgreich auch einen Beitrag zu größeren gesellschaftlichen Veränderungen (Transformationen) leisten. Diese Voraussetzungen können zusammengefasst als „Innovations-Kapazitäten“ bezeichnet werden.

Eine neue Broschüre des BMLUK im Rahmen der Regionen-Dialog-Plattform möchte innovative Akteur:innen vor Ort darin unterstützen, diese Kapazitäten aufzubauen und weiterzuentwickeln. Sie präsentiert zahlreiche Anregungen („Hacks“) zur Mitgestaltung von Innovationssystemen und für eine noch wirksamere, transformative Umsetzung von Vorhaben. Diese Broschüre dient zugleich als begleitende Unterstützung bei der Umsetzung der GSP-Fördermaßnahme „Ländliche Innovationssysteme“ (77-03).

Im Mittelpunkt steht die Einführung neuer Ideen, Praktiken, Produkte oder Dienstleistungen mit dem Ziel, Wohlstand und Lebensqualität in der Region nachhaltig zu verbessern – etwa durch die gezielte Steigerung der regionalen Wertschöpfung oder durch die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und digitaler Anwendungen für starke regionale Wirtschaftskreisläufe.

Gleichstellung von Frauen in ländlichen Räumen – Was kann Regionalentwicklung beitragen?

Lebensqualität

Sowohl Forschungsergebnisse als auch praktische Beispiele wurden vorgestellt, spannend war dabei besonders die Diskussion der Herausforderungen der Gleichstellung in ländlichen Räumen, insbesondere in LEADER Strukturen. Im Fokus stand, wie Frauen in ländlichen Räumen zu mehr Selbstbestimmung ermutigt und in ihrem Wirken unterstützt werden können.

Petra Raue, vom Thünen-Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen präsentierte wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zu Herausforderungen und Perspektiven für 

Geschlechtergerechtigkeit in ländlichen Räumen. Der Vortrag gab Einblicke in Handlungsbedarfe und -möglichkeiten. Es wurden Beispiele aufgezeigt, wie Geschlechtergerechtigkeit in Lokalen Aktionsgruppen umgesetzt wird und wo hier noch Verbesserungsbedarf besteht.

Heide Cortolezis stellte als Expertin des Netzwerks Zukunftsraum Land Arbeiten der Arbeitsgruppe Geschlechtergleichstellung vor. Sie rückte den Fokus auf Ansätze zur Stärkung von Geschlechtergerechtigkeit in LEADER Regionen in Österreich.  Der Prozess und die Erkenntnisse der Arbeiten in der Pilotregion LEADER Region Hermagor in Kärnten konnte anhand eines Prozessmodells dargestellt werden. Dieses Prozessmodell ist in Form eines Leitfadens aufbereitet, link: https://www.zukunftsraumland.at/medien/factsheets/ unter „Materialien zu Gleichstellung und Gender Mainstreaming“ als „Leitfaden LEADER als Motor für Chancengleichheit im ländlichen Raum“.

Lisa Mindthoff & Anna Drosdowska vom gemeinnützigen Verein Fella e. V. konnten aufzeigen, dass Netzwerke wirkungsvolle ländliche Entwicklung stärken können. Fella hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, selbstorganisierte Frauen-Netzwerke in ländlichen Räumen nachhaltig zu stärken. Anhand von Best-Practice-Beispielen aus den fella Circles wurde deutlich, wie geschlechtergerechte Perspektiven bottom-up entstehen können. 

Die Präsentationen der Referentinnen sind in Kürze auf der Website der DVS zum Download verfügbar: https://www.dvs-gap-netzwerk.de/