WEIN/4-Festival präsentiert internationales feministisches Kunstwerk SOLANGE

Geschlechtergleichstellung

Nach Innsbruck, Salzburg, Linz, Wien, Klagenfurt, Bad Ischl, Washington, Orléans, Ljubljana, Rabat, Köln, Bern, Düsseldorf und zahlreichen weiteren Städten kommt auf Einladung des WEIN/4-Festival 2026 eines der unübersehbaren Kunstwerke ins Weinviertel. Die Künstlerin Katharina Cibulka stickt mit pinkem Tüll im traditionellen Kreuzstich in meterhohen Buchstaben einen SOLANGE-Satz auf das Gerüstnetz an der Westfassade des Siloturms der Hasitschka Agarhandel GmbH in Raasdorf bei Wien.  Die Buchstaben des eigens kreierten Slogans sind 76 cm hoch. Dieser Satz wird bis zur Eröffnung am 5. Mai geheim bleiben.

SOLANGE ist ein internationales partizipatives Kunstprojekt im öffentlichen Raum. Durch die
überdimensionalen, mit pinkem Tüll im Kreuzstich applizierten Statements wird auf
gesellschaftspolitische Missstände aufmerksam gemacht. Jeder Satz beginnt mit „Solange …“
und endet mit „… bin ich Feminist:in“. Das Spannungsfeld entsteht aus der Dynamik zwischen
traditionell weiblich konnotiertem Handwerk und Männer-dominierter Baustelle.

Seit dem Start des Projekts 2018 realisierte Katharina Cibulka mit ihrem Team 34 Installationen
weltweit in neun Ländern und sechs Sprachen sowie zwei Dialekten, die stets große Aufmerksamkeit generiert haben. Mit der Umsetzung des Kunstwerks im Rahmen des WEIN/4-Festivals 2026 trägt die Künstlerin ein kraftvolles Statement in die Öffentlichkeit und will damit langfristig positive Impulse setzen. Jeder Installation geht ein partizipativer Prozess vor Ort voran.

Den Auftakt für den Beteiligungsprozess bildete am 4. März ein Workshop der Künstlerin mit rund 100 Schüler:innen des BG/BRG Groß-Enzersdorf, die ihre eigenen SOLANGE-Sätze auf vorgefertigte Postkarten schrieben. Auch Markus Dietrich vom Jugendtreff Outback in Wolkersdorf nahm am Workshop teil und verteilte die SOLANGE-Karten an interessierte Mitglieder. In den partizipativen Prozess eingebunden waren ebenfalls die Bäuerinnen aus der Region Gänserndorf. Alle Interessierten waren auch online bis Ende März 2026 eingeladen, ihre persönlichen SOLANGE-Sätze zu übermitteln.

Mit rund 200 Einsendungen war die Resonanz sehr groß. Die Spannweite der Themen reichte dabei von geschlechtsspezifischen Stereotypen beim Sport („Solange ich tanzen gehen soll und nicht Fußball spielen …“) oder beim Beruf („Solange nur mein Bruder gefragt wird, ob er den Betrieb  übernehmen will …“) über Belästigung von Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum („Solange ich bei der Schuhwahl überlegen muss, ob ich wegrennen kann …“) bis hin zu landwirtschaftlichen Themen.

2026 wurde von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Jahr der Bäuerin“ erklärt. Ziel ist es, die wichtige Rolle von Frauen in der weltweiten Land- und Ernährungswirtschaft sichtbarer zu machen, ihre Leistungen anzuerkennen und ihre Stärkung sowie Gleichberechtigung zu fördern. Mit Blick auf dieses Jahresthema und den sehr speziellen Installationsort, den die Familie Hasitschka dankenswerterweise mit der Westfassade ihres Siloturms in Raasdorf dem Kunstprojekt zur Verfügung stellt, lag die Entscheidung nahe, die Bäuerinnen in den Fokus des 35. SOLANGE-Satzes zu nehmen.

 

 

2024 in Bad Ischl © Katharina Cibulka