Nachbericht: Evaluierung im Dialog – Evaluierung als Chance für Lernen und Weiterentwicklung

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Am 25. Juni 2026 lud das Netzwerk Zukunftsraum Land zur Veranstaltung „Evaluierung im Dialog“ in den Wissensturm Linz ein. Vertreterinnen und Vertreter des GAP-Strategieplan-Begleitausschusses, des Biodiversitätsbeirats, der Verwaltung, der Wissenschaft sowie weitere Stakeholder nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Evaluierungsarbeiten im Rahmen des GAP-Strategieplans 2023–2027 auszutauschen und deren Bedeutung für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung agrarpolitischer Maßnahmen zu diskutieren.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Evaluierung nicht nur als verpflichtendes Instrument zur Erfolgskontrolle, sondern auch als Chance für Lernen, Wissensaufbau und eine wirksame Gestaltung politischer Maßnahmen genutzt werden kann. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und der GAP-Strategieplan 2023–2027 bildeten dabei den konkreten Rahmen für die fachlichen Diskussionen.

Den Auftakt gestalteten Fiona Grossmann als Vertreterin der Europäischen Kommission und Isabella Grandl, Leiterin der Abteilung Agrarpolitik, Datenmanagement und Evaluierung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft. In ihren Beiträgen wurde die Bedeutung einer fundierten Evaluierung für die Weiterentwicklung der GAP hervorgehoben. Margarethe Schima-Tripolt (BMLUK) gab im Anschluss einen Überblick über die Struktur der Umsetzungsevaluierung des GAP-Strategieplans 23-27 und betonte die Rolle von Evaluierungen als Grundlage für transparente und nachvollziehbare politische Entscheidungen.

Schwerpunkt Agrarumwelt

Der erste Themenblock widmete sich den Umweltwirkungen des GAP-Strategieplans. Vorgestellt wurden Studien zum Beitrag der Maßnahmen zur Reduktion von Wassererosion von Elmar Schmaltz (Bundesamt für Wasserwirtschaft), zur Wirkung der ÖPUL-Maßnahme „Vorbeugender Grundwasserschutz Acker“ von Max Kuderna (Kooperation wpa-Beratende Ingenieure und Bundesamt für Wasserwirtschaft) sowie zur Akzeptanz biodiversitätsrelevanter ÖPUL-Maßnahmen von Maria Laura Bono (Datenkompass). Die Präsentationen verdeutlichten, dass Umweltmaßnahmen fachlich wirksam sein müssen und auch auf Akzeptanz bei den Betrieben angewiesen sind. Im anschließenden Austausch diskutierten die Teilnehmenden mit den Studienautorinnen und Studienautoren in Kleingruppen über Herausforderungen bei der Umsetzung sowie über mögliche Verbesserungen für die zukünftige Ausgestaltung von Maßnahmen.

Schwerpunkt Wirtschaftlichkeit und Tierwohl

Am Nachmittag standen Fragen der Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe und des Tierwohls im Mittelpunkt. Präsentiert wurden Evaluierungen zur ÖPUL-Maßnahme „Almbewirtschaftung“ von Andreas Klingler (HBLFA Raumberg Gumpenstein Research and Development), zu Tierwohlmaßnahmen im GAP-Strategieplan von Siegfried Pöchtrager und Johanna Huber (BOKU University) sowie zum Thema Bewässerung im Rahmen des Projekts „IrriGAP“ von Thomas Weninger (Konsortium Bundesamt für Wasserwirtschaft, BOKU University und Umweltbundesamt). Die vorgestellten Ergebnisse zeigten die Bedeutung einer ausgewogenen Betrachtung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte bei der Bewertung agrarpolitischer Maßnahmen. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit, Maßnahmen laufend auf ihre Praxistauglichkeit und Zielerreichung hin zu überprüfen.

Querschnittsthemen und Blick in die Zukunft

Im dritten Themenblock wurden übergreifende Fragestellungen behandelt. Dazu zählten Modellierungen zur Landnutzung in Österreich ohne Gemeinsame Agrarpolitik von Franz Sinabell (Kooperation Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, BOKU University, Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen und Statistik Austria), die Ergebnisse der Bäuerinnenstudie 2026 von Martina Schorn (Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen) sowie die Evaluierung von Innovationsprozessen im Rahmen von EIP-AGRI und ländlichen Innovationssystemen von Tobias Dudenbostel (technopolis group). Die Beiträge machten deutlich, dass Evaluierungen wertvolle Einblicke in gesellschaftliche, wirtschaftliche und strukturelle Entwicklungen liefern und damit eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des ländlichen Raums darstellen.

Ein wesentliches Element der Veranstaltung waren die moderierten Kleingruppengespräche. Diese ermöglichten einen direkten Dialog zwischen Studienautorinnen und Studienautoren, Verwaltung, Interessenvertretungen und weiteren Akteurinnen und Akteuren. Der intensive Austausch förderte das gemeinsame Verständnis für Evaluierungsergebnisse und deren Bedeutung für die Praxis. In den Kleingruppen-Diskussionen wurden zahlreiche konkrete Anregungen für die Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2028 gesammelt.

Fazit

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, welchen Mehrwert Evaluierungen für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik leisten können. Evaluierung wurde dabei nicht nur als Instrument der Rechenschaftspflicht verstanden, sondern vor allem als Grundlage für Lernen, Dialog und evidenzbasierte Entscheidungen. Die vorgestellten Studien und die intensive Diskussion unterstrichen die Bedeutung eines kontinuierlichen Austauschs zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Praxis, um die Wirksamkeit agrarpolitischer Maßnahmen weiter zu stärken und die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu bewältigen.

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