Nachbericht: Artenvielfalt im Wirtschaftswald
Am 22. September 2026 fand das Seminar „Artenvielfalt im Wirtschaftswald“ an der FAST Pichl statt. Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse einer sechsjährigen Biodiversitätsuntersuchung im Forstgut Pichl in der Steiermark. Rund 3.000 nachgewiesene Arten (inkl. Rote-Liste-Arten und Erstnachweise) beweisen, dass nachhaltig bewirtschaftete Wirtschaftswälder echte Biodiversitäts-Hotspots sind.
Martin Krondorfer, Leiter der FAST Pichl, stellte die Bedeutung strukturreicher Wirtschaftswälder für die Artenvielfalt heraus. Besonders hervorgehoben wurden die Rolle von Totholz, Habitatbäumen sowie einer vielfältigen Baumartenmischung als wichtige Lebensräume für Tiere, Pilze, Flechten und Moose.
Christian Rinner vom Naturschutzreferat des Landes Steiermark erläuterte die naturschutzfachliche Bedeutung von stark dimensioniertem Totholz und alten Bäumen für zahlreiche spezialisierte Arten. Dabei wurde betont, dass nicht nur die Menge, sondern auch Qualität und Vielfalt der Totholzstrukturen entscheidend sind.
Im Hinblick auf den Klimawandel präsentierte Heinz Lick vom Forstreferat des Landes Steiermark Erkenntnisse zur künftigen Baumarteneignung. Er unterstrich die Notwendigkeit einer standortangepassten Baumartenwahl und empfahl Mischbestände, um Risiken durch sich verändernde Klimabedingungen zu reduzieren.
Die Veranstaltung zeigte deutlich, dass sich nachhaltige Waldbewirtschaftung und Biodiversität nicht ausschließen. Strukturreiche Wirtschaftswälder mit Totholz, Habitatbäumen und angepasster Baumartenwahl leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Klimafitness der Wälder.
Ein detaillierter Bericht zur Veranstaltung wird in der Novemberausgabe des „Landwirt“ erscheinen.


