Nachlese: Wenn Wasser fließt, wenn Wasser fehlt – Bodenwasserhaushalt im Wandel

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Das Frühjahrs-Bodenforum 2026 am 18. und 19. Mai in Petzenkirchen widmete sich dem Bodenwasserhaushalt sowie den Möglichkeiten, durch angepasste Bewirtschaftung die Wasserhalte- und Speicherfunktion von Böden zu stärken. Im Fokus standen aktuelle Erkenntnisse aus Forschung, Monitoring und landwirtschaftlicher Praxis.

Zu Beginn wurden Veränderungen des Landschaftswasserhaushalts thematisiert. Langjährige Messreihen zeigen, dass Trockenperioden, erhöhte Verdunstungsraten sowie häufigere Starkregenereignisse neue Anforderungen an das Wassermanagement stellen. Dabei wurde die Bedeutung einer Betrachtung hydrologischer Prozesse auf Ebene ganzer Einzugsgebiete hervorgehoben.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf bodenhydrologischen Eigenschaften wie Porensystem, Infiltrationskapazität, Wasserspeichervermögen und Strukturstabilität. Vorgestellt wurden Ergebnisse des Projekts HydroBOD, das hydrologische und physikalische Bodeneigenschaften flächendeckend erfasst und für Anwendungen wie Erosionsbewertungen, Verdichtungsrisikoabschätzungen und Modellierungen des Landschaftswasserhaushalts nutzbar macht. Diskutiert wurden zudem Herausforderungen bei der Datenerhebung und der stärkeren Integration bodenkundlicher Informationen in wasserwirtschaftliche Planungen.

Die Zusammenhänge zwischen Bodenstruktur, Landnutzung, Oberflächenabfluss und Bodenerosion bildeten einen weiteren Themenblock. Als wesentliche Ursachen erhöhten Oberflächenabflusses wurden Bodenverdichtung, intensive Bodenbearbeitung und fehlende Bodenbedeckung genannt. Mehrere Beiträge zeigten die Wirksamkeit konservierender Bodenbearbeitungssysteme, Zwischenbegrünungen und angepasster Fruchtfolgen zur Reduktion von Erosion und Abfluss. Technische Maßnahmen wie Retentionsbecken wurden als ergänzende, nachgelagerte Instrumente eingeordnet.
Auch die Bedeutung hoher Wasserstände für Moore und den Erhalt organischer Kohlenstoffvorräte wurde diskutiert. Darüber hinaus wurde die Rolle organischer Bodensubstanz für die Dürre-Resilienz von Grünlandstandorten thematisiert.

Im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft wurden Veränderungen pflanzenphysiologischer und hydrologischer Prozesse dargestellt, darunter ein früherer Vegetationsbeginn, zunehmender Trockenstress und veränderte Wasserflüsse im Boden. Als Anpassungsmaßnahmen wurden Humusaufbau, die Förderung biologischer Aktivität, die Vermeidung von Bodenverdichtung sowie diversifizierte Fruchtfolgen und Agroforstsysteme genannt.
Nicht zuletzt wurden Isotopenmessung zur Analyse von Wasserflüssen sowie Herausforderungen bei der Umsetzung boden- und wasserschutzrelevanter Maßnahmen vorgestellt. Neben fachlichen und technischen Lösungsansätzen wurden insbesondere die Bedeutung von Kooperationen zwischen Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Gemeinden, der Wissenstransfer sowie geeignete Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung hervorgehoben.

B.Gröger_Bodenforum
(c) B. Gröger