Ländliche Unterstützungsnetzwerke für Innovationen (LINs) – unterwegs in Österreich
Ländliche Räume besitzen enormes Potenzial für nachhaltige Transformation. Ihre Innovationskraft gilt es zu aktivieren und zu stärken. Genau hier kommen die Ländlichen Innovationsunterstützungsnetzwerke (LINs) ins Spiel. Ein kleiner Streifzug durch Österreich zeigt beispielhaft, welche konkreten Umsetzungsideen und -erfolge der LINs bereits gefeiert werden können.
Sie werden seit 2024 in verschiedensten ländlichen Regionen Österreichs aufgebaut, verstehen sich als Inkubatoren, die Innovationskultur und regionale Wertschöpfung im ländlichen Raum fördern und werden von engagierten Netzwerkmanagerinnen und -managern geleitet: Die 18 Ländlichen Innovationsunterstützungsnetzwerke (LINs), die über die Fördermaßnahme 77-03 „Ländliche Innovationssysteme“ im Rahmen des GAP-Strategieplans (2023–2027) gefördert werden.
Beispielhaft greifen wir drei dieser LINs heraus und berichtet von aktuellen Aktivitäten, Produkten und Angeboten:
Das LIN Nachhaltiger Ressourcenmarktplatz im Waldviertel konzentriert sich inhaltlich auf drei Schwerpunkte: erneuerbare Energien und Energieautonomie, Waldgesundheit und Biodiversität sowie generationengerechtes, nachhaltiges und energieeffizientes Bauen und Wohnen. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Beratung von Betrieben und weiteren Akteurinnen und Akteuren. 2026 wurden, ergänzend zur persönlichen Beratung, die „LIN-Vitamine“ als neues Beratungsformat mit konkreten, branchenspezifischen Trendanalysen entwickelt. Mit gut strukturierten Unterlagen, den so genannten Vitamin-Bomben, werden hier Unternehmerinnen und Unternehmer dabei unterstützt, die eigene Marktposition im Licht der Megatrends zu beleuchten — mit gezielten Fragen, die zum strategischen Denken anregen: Was betrifft meinen Betrieb? Wo liegen meine Chancen? Welche Weichen sollte ich jetzt stellen?
LIN-Manager Werner Wachter: „Wir wollen nicht nur Trends beschreiben, sondern mit regionalen Betrieben ins Gespräch kommen. Die Vitaminbomben sind der erste Schritt – ein visueller Impuls, der zeigt: Diese Entwicklungen betreffen uns. Jetzt.“
v.l.n.r.: Franz Brunner (Humus Bewegung), KLAR! Obfrau und BGM Elisabeth Wachter, KLAR-Managerin Verena Litschauer, Martin Bruckner (LIN Nachhaltiger Ressourcenmarktplatz) und Helmut Riegler-Zauner (LK NÖ)
Das LIN „CraftWerk“ Obervellach zielt darauf ab, den Standort Obervellach als Innovation Hub und von dort aus die Region Mittleres Mölltal sozioökonomisch zu beleben und damit den Oberkärntner Raum als attraktiven Standort für junge Menschen, Abwandererinnen und Abwanderer, Rückkehrerinnen und Rückkehrer sowie Neubürgerinnen und Neubürger zu gestalten. Traditionelle Handwerkskunst wird dabei mit modernem Erfindungsgeist und neuen Arbeitsformen verbunden. Eine der Aktivitäten des LINs stellt die offene (Holz)Werkstatt für Kinder und Jugendliche dar. Unter dem Motto “Handwerk findet statt” wurde von Juli bis September an 15 Terminen zum kreativen, sozialen und handwerklichen Miteinander eingeladen. Durch die Einbindung vieler verschiedener Menschen und Unternehmen aus der Region lernten nicht nur die Kinder viel Neues über den Umgang mit Holz und Werkzeug und die Umsetzung eigener Ideen. Auch die Eltern, Handwerkerinnen und Handwerker und viele weitere engagierte Menschen kamen miteinander ins Gespräch und Neues konnte entstehen.
LIN-Manager Lukas Patschg: „Innovation am Land brauch keine abstrakten Konzepte, sondern konkrete Räume der Begegnung. Das Projekt „Handwerk findet statt“ macht Holzhandwerk erlebbar und testet agil, wie ein Makerspace in unserer Region funktionieren kann, bevor wir dauerhaft in Leerstände investieren.“
Das LIN Re.In.BiK – Regionales.Innovations.Netzwerk Bioökonomie & Kreislaufwirtschaft in der Region Melk – Scheibbs baut ein interdisziplinäres und branchenübergreifendes Partnerinnen- und Partner-Netzwerk auf, um in der Region Innovationsprojekte rund um Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft auf den Weg zu bringen. Gemeinsam mit einem 18-köpfigen, bunt zusammengesetzten Beirat werden Projektideen entwickelt, getestet, umgesetzt und dann an Partnerorganisationen zur langfristigen Umsetzung vermittelt. Auf einer eigens eingerichteten Ideenwebsite werden sämtliche Innovationsvorschläge gesammelt, über den Umsetzungsstand informiert sowie zur Mitarbeit eingeladen. Eines dieser Projekte ist die 1. Höfe-Tour Zukunft, die am 4. September 2026 in der Region veranstaltet wurde. Besucherinnen und Besucher konnten unmittelbare Einblicke in moderne Landwirtschaft, innovative Produktionsformen, regionale Wertschöpfung sowie nachhaltige Kreislaufwirtschaft bekommen und sich auch untereinander vernetzen und austauschen. (siehe Bild ganz oben)
LIN-Management Johannes Eßmeister & Annemarie Haydn-Wurm: „Dieses neue Format hat Zukunft – sowohl die Besucherinnen und Besucher als auch die Landwirtinnen und Landwirte waren von dieser individuellen Tour durch das innovative Mostviertel begeistert. Wir teilen gerne unsere Erfahrungen bezüglich Organisation, Buchungsplattform und dem gesamten Tagesablauf. Bei Interesse einfach bei uns melden.“


