10. September 2026 - 12. September 2026

EV!RA – European Village Renewal Award – Preisverleihung

Innovation
Lebensqualität
Kostelní Lhota

Wo

Kostelní Lhota, Tschechische Republik
Das Graubündner Valposchiavo, bestehend aus den Gemeinden Poschiavo und Brusio, wurde zum Sieger im Wettbewerb unter dem Motto “All different. All together” gekürt; die Preisverleihung findet als dreitägiges Event mit Verleihungs-Gala, Workshop, Exkursionen, Open Space, Ausstellung und zahlreichen Networking-Optionen im mittelböhmischen Kostelní Lhota, der Siegergemeinde des letzten Wettbewerbs, statt.

Eine inter­disziplinäre internationale Jury hat nach einem mehrstufigen Bewertungsverfahren, einschließlich einer um­fassenden Vor-Ort Begutachtung aller Teilnehmer, das Graubündner Valposchiavo, eine Kooperation der Gemeinden Poschiavo und Brusio, zum Sieger gekürt. „Im sehr peripher gelegenen Valposchiavo ist es gelungen, sich gegen Abwanderung zu stemmen und vor allem junge Menschen nach Ausbildung und ersten Berufserfahrungen zur Rückkehr zu bewegen, weil hier hohes gemeinschaftliches Engagement in über 100 Vereinen und Initiativen, inspirierende, auch grenzüberschreitende Netzwerke, Kultur, Bildung, Digitalisierung, Innovation, Pflege von Tradition und die Nähe zu den natürlichen Ressourcen in der Landwirtschaft, im sanften Tourismus, Gastronomie, Sport und Erholung für eine hohe Lebensqualität sorgen. Die Entwicklung kann Modell sein für viele europäische ländliche Regionen“, heißt es einleitend in der Jury-Begründung.

Neben Valposchiavo haben es noch sieben weitere Teilnehmer in die Kategorie „Gold“ geschafft und zählten damit zu den finalen Sieganwärtern. Gold wird jenen Teilnehmern zugesprochen, die sich den aktuellen Herausforderungen ihres Lebensraumes mit nachhaltigen, innovativen und zeitgemäßen Projekten stellen und ganzheitliche Entwicklungsprozesse von herausragender Qualität in Gang gebracht haben. An 13 Teilnehmer wird ein European Village Award in Silber verliehen, vier werden in Bronze bewertet. Silber bzw. Bronze werden jenen Teilnehmern zugesprochen, die sich durch ausgezeichnete Projekte in mehreren (Silber) bzw. einzelnen (Bronze) Bereichen der Gemeinwesenentwicklung auszeichnen. Alle Teilnehmer erwiesen sich also als in hohem Maße „preiswürdig“.

Die 20-köpfige Jury unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Nadja Häupl, Universität Anhalt, Dessau, zeigte sich vom extrem hohen Niveau der Einreichungen begeistert. Tatsächlich würden aus den verschiedenen Ländern und Regionen faktisch nur noch Top-Projekte für den EV!RA eingereicht werden, die sich in ausgesprochen zukunftsweisenden Entwicklungsprozessen befänden – eine  höchst erfreuliche Situation, die allerdings dazu führe, dass es zunehmend schwierig werde, den einen Sieger zu küren, so die Bewertungskommission. „Noch vor wenigen Jahren wären fast alle diesjährigen Teilnehmer in die höchste Kategorie eingeordnet worden“, erläutert Theres Friewald-Hofbauer, Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, die den Wettbewerb seit 1990 im Zwei-Jahresrhythmus durchführt.

Die Jury legte bei der Bewertung einen besonderen Fokus auf den Prozess und die Qualität der Leitprojekte, beschäftigte sich ausgiebig mit den Startbedingungen eines Gemeinwesens und der unter diesen Vorzeichen erfolgten Entwicklung, legte großen Wert auf Strategien, Methodik, die Qualität der Beteiligung von Bürger:innen und das Zusammenspiel der verschiedenen Akteur:innen.

Wie die Vorsitzende der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, erklärte, gibt es beim European Village Renewal Award keine Verlierer, ganz im Gegenteil: „Der EV!RA-Wettbewerb zeigt, wie viel Kreativität und Engagement in Europas Gemeinden stecken. Der internationale Austausch bringt wertvolle Impulse – und macht den Wettbewerb für alle Beteiligten zu einer Bereicherung.“