Die ARIA Nominierungen 2026

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Jedes Jahr finden im November oder Dezember die Agricultural and Rural Inspiration Awards des EU GAP-Netzwerks (#ARIAwards26) statt; in den letzten Jahren auch mit sehr erfolgreicher Beteiligung österreichischer Projekte! Um die Möglichkeit zu bekommen, auf die Shortlist der Zeremonie zu gelangen, oder gar einen Preis zu gewinnen, muss ein Projekt vom nationalen GAP-Netzwerk dafür nominiert werden. Dies geschieht meist mit acht Projekten aus den unterschiedlichen Handlungsfeldern, die gut zu den Themen der jeweiligen ARIA passen. Das Motto von ARIA 2026 lautet: „Wenn Gleichberechtigung die nächste Generation stärkt“. Vergeben werden Preise in diesem Jahr in den Kategorien Geschlechtergleichstellung, intelligente und wettbewerbsfähige Landwirtschaft, Umweltschutz, sowie sozioökonomisches Gefüge ländlicher Räume. Außerdem gibt es einen Publikumspreis und einen kategorienübergreifenden Preis für Generationswechsel. Aber welche Projekte wurden von Netzwerk Zukunftsraum Land in diesem Jahr nominiert?

MINT Regionalstelle Pongau, © LAG Lebens.Wert Pongau-Tennengau

MINT-Regionalstelle Pongau – Miteinander für MINT ist ein LEADER-Projekt, das die Etablierung der MINT-Region Pongau begünstigt hat. MINT ist ein Bildungsprogramm, das in Kindern und Jugendlichen das Interesse für naturwissenschaftliche Fächer wecken soll. Das Projekt der LAG Lebens.Wert Pongau-Tennengau bündelt unterschiedliche Angebote zu diesem Thema unter einem Dach und legt in seiner Arbeit einen besonderen Fokus darauf, auch bei Mädchen das Interesse für naturwissenschaftliche Fächer zu fördern. Das gelingt über unterschiedlichste themenspezifische Workshops, Netzwerkbildung und auch durch die Errichtung des SciEnnsPark – ein Ort, an dem Jugendliche unterschiedlichste Geräte, beispielsweise zum 3D-Drucken, Lasercutten, oder Schweißen verwenden können. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

Landtechnik für Frauen ist ein Projekt des Österreichischen Kuratoriums für Landtechnik und Landentwicklung. Im internationalen Vergleich werden in Österreich Höfe besonders häufig von Frauen geführt – knapp ein Drittel aller Landwirtschaften nämlich! Häufig ist ihr Zugriff auf landwirtschaftliche Technologien jedoch beschränkt. Das Projekt setzt genau hier an: durch spezifische Kurse sollen Frauen in ihrem Umgang mit Landtechnik geschult werden, um die Sicherheit auf den Betrieben zu erhöhen und auch ihre Effizienz und Resilienz zu stärken. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

Landtechnik für Frauen, © ÖKL

Kultivierung alternativer Eiweißquellen in rauen Lagen Österreichs ist ein Projekt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL). Das Projekt fokussiert sich auf die Frage, welches Potential die Kultivierung von Eiweißfrüchten in rauen Lagen, wie im Mühlviertel, hat. Das testet das Projekt anhand der Kultivierung spezieller Eiweißfrüchte, etwa Ackerbohnen, Süßlupinen und Erbsen. Feldversuche unterschiedlicher Kultivierungsmethoden, Bodenanalysen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen trugen dazu bei, solche Früchte im Versuchsgebiet anzubauen. Der Ernteertrag kann beispielsweise zur Tierfütterung genutzt werden, was für den Klima- und Umweltschutz deutlich besser ist als das Importieren von Futtermitteln. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

Vielfalt verbindet, © ÖKL

Vielfalt verbindet – ÖPUL Modellregionen und Modellbetriebe für Biodiversität und Klimaschutz auf der Fläche ist ebenfalls ein Projekt des Österreichischen Kuratoriums für Landtechnik und Landentwicklung. Dem fortschreitenden Biodiversitätsverlust entgegenzuwirken ist das große Ziel der seit 2023 laufenden Programmphase des Österreichischen Umweltprogramms (ÖPUL). Bei unterschiedlichen Betriebsmaßnahmen müssen so 7 % der Acker- und Grünlandflächen als Biodiversitätsflächen ausgewiesen werden. Damit das aber wirklich einen positiven Einfluss auf die Kulturlandschaft hat, ist die richtige Verteilung der Flächen essentiell. Biotopverbundsysteme sind dabei der Schlüssel; und genau um derartige Biotopverbundsysteme geht es bei diesem Projekt. In Modellregionen werden also spezielle ÖPUL-Maßnahmen umgesetzt, um auf ganz Österreich übertragbare Erkenntnisse zu generieren. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

Kleinstadtbiotop Vöcklabruck, © Schlader

Kleinstadtbiotop Vöcklabruck – Orte der Begegnung im Kleinstadtbiotop ist ein LEADER Projekt, das die Etablierung eines multifunktionalen Standortes für Wirtschaft, Gastronomie, Kunst und Begegnung in einem ehemals leerstehenden Gebäude begünstigt. Das Kleinstadtbiotop Vöcklabruck liegt mitten im Herzen der Stadt und ist ein gemeinschaftlich entwickeltes Modell zur Belebung von Innenstädten. Auf rund 1.300 m² beleben unterschiedliche Betriebe den innerstädtischen Standort. Öffentlichkeitsarbeit, Infrastruktur und gemeinsam genutzte Flächen werden dabei geteilt. Außerdem gibt es im Kleinstadtbiotop konsumfreie Begegnungsräume, Veranstaltungen, Workshops, Familienangebote und inklusive Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen. Das LEADER Projekt ist dabei von großem Wert: hiermit werden wichtige Dinge in den Bereichen Communitymanagement, Veranstaltungsorganisation, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung ermöglicht, um das Kleinstadtbiotop als zentrale Institution in der Innenstadt Vöcklabrucks zu etablieren.

Handwerk und Baukultur, © ARGE Handwerk & Baukultur

Handwerk & Baukultur – Handwerkerhöfe in der Weltkulturerberegion Semmering ist eine Ländliche Innovationspartnerschaft. Bei Ländlichen Innovationspartnerschaften stehen innovative regionale Partnerschaften, Vernetzungen und Kompetenzsteigerungen im Vordergrund. So auch bei dieser Partnerschaft im Semmering-Gebiet: es geht um die regionale Sensibilisierung für den Wert von Baukultur, den Erhalt von regionalem Handwerkswissen und historischer Bausubstanz, die Förderung einer Kultur des nachhaltigen Um- statt Neubaus, sowie das Setzen von wirtschaftlichen Impulsen durch Qualifizierung, Vernetzung und Sanierungstätigkeit. Durch diese zielgerichteten Partnerschaften sollen Arbeitsplätze gesichert und die regionale Wertschöpfung gesteigert werden. Umfassende Grundlagenerhebung, eine multilokale Regionalveranstaltung, eigene Pilottrainings und Workshops zur Netzwerkbildung sollen so eine Grundlage für nachhaltige Regionalentwicklung, Leerstandsaktivierung und Ortskernstärkung werden. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

Innovationsoffensive, © Lisa Piller

 

Die LK & LFI Innovationsoffensive 2025-2026 ist ein Projekt des Ländlichen Fortbildungsinstitutes Österreich. Bei der Innovationsoffensive geht es um eine nachhaltige Stärkung der Innovationskapazität österreichischer Landwirt:innen. In dem eingereichten Teil des Projektes geht es vor allem um die Weiterentwicklung der „Mein Hof – Mein Weg“ Plattform, die als Wissens- und Inspirationszentrum dienen soll. Auf der Plattform werden Best-Practice Betriebe ins Zentrum gerückt und aktuelle Trends greifbar aufbereitet. Außerdem werden im Zuge der Innovationsoffensive Webinare veranstaltet, Podcasts veröffentlicht und ein Newsletter verbreitet. Damit erhalten Landwirt:innen praktische Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Diversifizierung und Innovation. So wird die Innovationskapazität gestärkt, die Sensibilität für Zukunftsthemen erhöht und die innovative Landwirtschaftscommunity vernetzt. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

Dynamische Waldtypisierung, © Landesforstdirektion Steiermark

 

Dynamische Waldtypisierung Steiermark – Foresite ist ein Projekt der Landesforstdirektion Steiermark. Das Projekt fokussiert sich auf notwendige Änderungen im Forstmanagement aufgrund der Einflüsse des Klimawandels. Im Zuge der Dynamischen Waldtypisierung wurden ein Handbuch und eine GIS-Plattform geschaffen, die es Waldbesitzer:innen ermöglichen, auf den eigenen Standort abgestimmte Empfehlungen bezüglich Baumarten und deren Bewirtschaftung zu erhalten – und das in der ganzen Steiermark! Die Empfehlungen berücksichtigen dabei unterschiedliche Klimaszenarien, was Aussagen zur Baumarteneignung für den Zeithorizont 2070 bis 2100 zulässt. Der dynamische Ansatz der Waldtypisierung erlaubt weiters die kontinuierliche Anpassung an neue Klimaszenarien und Baumarten. Damit werden die unterschiedlichen Funktionen des Waldes (also die Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungswirkung) nachhaltig geschützt, was auch auf den Wirtschaftsstandort Steiermark einen positiven Einfluss hat. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

 

Das waren die in diesem Jahr von uns nominierten Projekte. Wir drücken den Projektträger:innen die Daumen und sind auf die Auswahl der Finalisten schon sehr gespannt!