LIN: Innovationsnetzwerk Murau Murtal (LIN KRAFT:werk)
Ausgehend von den Herausforderungen der digitalen Transformation, zunehmender Komplexität von Geschäftsmodellen sowie strukturellen Hürden für die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen im ländlichen Raum wurde das Innovationsnetzwerk Murau Murtal initiiert. Ziel ist es, durch branchenübergreifende und transdisziplinäre Kooperationen innovative und nachhaltige Lösungsansätze zu entwickeln und gleichzeitig die aktive Mitwirkung von Frauen in Wirtschaft, Innovation und unternehmerischen Entscheidungsprozessen deutlich zu stärken. Leitvision ist es, Murau Murtal zur frauenfreundlichsten Wirtschaftsregion Österreichs zu entwickeln. Zur Umsetzung wurde eine Plattform für Austausch, Vernetzung und Zusammenarbeit geschaffen, die gezielt Frauen als Unternehmerinnen, Fachkräfte und Gestalterinnen adressiert und stärkt. Das Netzwerk fungiert als Ideenraum, Entwicklungsumfeld und Kompetenzdrehscheibe, in dem Frauen bessere Zugänge zu Ressourcen, Wissen, Netzwerken und Kooperationsmöglichkeiten erhalten. Gemeinsam mit regionalen Partnerinnen und Partnern werden Innovationspartnerschaften aufgebaut, neue Geschäftsmodelle entwickelt und konkrete Projektinitiativen umgesetzt. Zentrale Maßnahmen umfassen Austauschformate, Workshops, Veranstaltungen, Ideenwettbewerbe sowie Formate wie das „Impact Labor“, die insbesondere die Sichtbarkeit, Vernetzung und unternehmerische Entwicklung von Frauen fördern. Das Projekt erzielt wesentliche Ergebnisse in der Stärkung der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen: Es entstehen neue unternehmerische Chancen, kollaborative und hybride Geschäftsmodelle sowie tragfähige Kooperationsstrukturen. Frauen werden gezielt dabei unterstützt, ihre Kompetenzen auszubauen, Führungsrollen einzunehmen und aktiv an regionalen Innovationsprozessen mitzuwirken. Gleichzeitig werden Rahmenbedingungen verbessert – etwa durch stärkere Vernetzung, neue Arbeits- und Organisationsformen sowie Impulse für bedarfsgerechte Infrastruktur und Bildungsangebote. Ein zentraler Mehrwert liegt in der nachhaltigen Verankerung von Frauen als Innovations- und Wirtschaftstreiberinnen der Region. Durch die bewusste Auseinandersetzung mit Rollenbildern und strukturellen Barrieren werden neue Perspektiven eröffnet und Potenziale sichtbar gemacht. Dies trägt nicht nur zur individuellen Stärkung von Frauen bei, sondern steigert auch die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region. Aus der Umsetzung zeigt sich, dass die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen maßgeblich von funktionierenden Netzwerken, gegenseitigem Vertrauen, Sichtbarkeit und niederschwelligen Zugängen zu Kooperationen abhängt. Erfolgreiche Innovationsprozesse entstehen dort, wo Frauen aktiv eingebunden sind und ihre Perspektiven gleichwertig einbringen können. Das Innovationsnetzwerk Murau Murtal leistet damit einen entscheidenden Beitrag zu einer zukunftsfähigen, inklusiven und wirtschaftlich florierenden Region Murau Murtal.
Was macht dieses Projekt besonders nachahmenswert?
1. Systematische Verankerung der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen: Das Innovationsnetzwerk Murau Murtal geht über Einzelmaßnahmen hinaus und schafft strukturelle Rahmenbedingungen, die Frauen langfristig als Unternehmerinnen, Innovatorinnen und Entscheidungsträgerinnen stärken. Durch gezielte Vernetzung, Kompetenzaufbau und Sichtbarmachung werden nachhaltige Zugänge zu wirtschaftlicher Teilhabe ermöglicht.
2. Innovatives, branchenübergreifendes Netzwerkmodell: Die enge Zusammenarbeit von Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Regionalentwicklung und Zivilgesellschaft schafft neue Synergien und ermöglicht die Entwicklung kollaborativer Geschäftsmodelle. Dieses transdisziplinäre Netzwerkdesign ist flexibel übertragbar und fördert Innovation besonders im ländlichen Raum.
3. Kombination aus strategischem Ansatz und konkreten Umsetzungsformaten: Mit Formaten wie dem „Impact Labor“, Ideenwettbewerben und praxisnahen Austauschformaten verbindet das Projekt strategische Regionalentwicklung mit direkter Anwendung. Dadurch entstehen messbare Ergebnisse, aktive Beteiligung und ein lebendiges Innovationsökosystem, das auf andere Regionen übertragbar ist.
Darum war es wichtig, das Projekt umzusetzen
Die Region Murau Murtal steht – wie viele ländliche Räume – vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen. Digitalisierung, neue Arbeitsformen und steigende Anforderungen an Innovation erhöhen die Komplexität wirtschaftlicher Entwicklungen und stellen bestehende Strukturen vor große Herausforderungen. Gleichzeitig bestehen Potenziale in der Region, die bislang nicht ausreichend genutzt werden – insbesondere im Hinblick auf die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen. Frauen sind im ländlichen Raum nach wie vor mit strukturellen Barrieren konfrontiert: eingeschränkte berufliche Perspektiven, traditionelle Rollenbilder, begrenzte Vernetzungsmöglichkeiten sowie unzureichende Rahmenbedingungen in Bezug auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dies führt häufig dazu, dass qualifizierte Frauen abwandern oder ihre Kompetenzen nicht vollständig in die regionale Wirtschaft einbringen können. Zudem fehlt es oft an systematischen Schnittstellen zwischen den relevanten Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Regionalentwicklung und Zivilgesellschaft. Kooperationen entstehen häufig punktuell, jedoch selten nachhaltig und strategisch verankert. Dadurch bleiben Synergien ungenutzt und Innovationspotenziale werden nicht ausgeschöpft. Vor diesem Hintergrund war es notwendig, ein strukturiertes Innovationsnetzwerk aufzubauen, das gezielt Vernetzung, Wissensaustausch und Zusammenarbeit fördert. Insbesondere die Stärkung der wirtschaftlichen Rolle von Frauen wurde als zentraler Hebel erkannt, um die Innovationskraft, Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Region langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Ziele des Projekts
- Aufbau und nachhaltige Etablierung eines regionalen Innovationsnetzwerks in der Region Murau Murtal zur systematischen Förderung von Kooperation, Wissensaustausch und gemeinsamer Projektentwicklung zwischen Wirtschaft, Landwirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Regionalentwicklung und Zivilgesellschaft
- Stärkung der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen in der Region durch gezielte Vernetzung, Sichtbarmachung, Kompetenzentwicklung und den Ausbau von Zugängen zu unternehmerischen und beruflichen Gestaltungsmöglichkeiten
- Entwicklung und Förderung branchenübergreifender, transdisziplinärer Innovations- und Kooperationsprojekte, insbesondere zur Generierung neuer kollaborativer Geschäftsmodelle und nachhaltiger regionaler Wertschöpfung
- Aufbau einer funktionierenden Plattformstruktur für Austausch, Ideenentwicklung und Innovationspartnerschaften, die als dauerhafter Entwicklungs- und Möglichkeitsraum für regionale Akteurinnen und Akteure dient – der “Freiraum für Macher:innen”
- Förderung neuer Formen der Zusammenarbeit und Organisation (z. B. kollaborative Arbeits- und Geschäftsmodelle) als Antwort auf die Herausforderungen der digitalen Transformation
- Stärkung der regionalen Innovationsfähigkeit durch gezielten Wissenstransfer, Kompetenzaufbau und die Erprobung neuer Methoden und Formate der Zusammenarbeit – der “Freiraum für Macher:innen”
- Beitrag zur langfristigen Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Region Murau Murtal als zukunftsorientierter Wirtschafts- und Lebensraum, insbesondere für Frauen als zentrale Gestalterinnen der regionalen Entwicklung
Maßnahmen um die Projektziele zu erreichen
- Analyse der Ausgangssituation und Bedarfserhebung Zu Beginn des Projekts wurde die regionale Ausgangslage systematisch erhoben. Dabei wurden bestehende Strukturen, Netzwerke, Herausforderungen sowie Potenziale – insbesondere im Hinblick auf die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen – analysiert. Ergänzend erfolgte eine Einbindung relevanter regionaler Akteurinnen und Akteure zur Schärfung der Bedarfe.
- Aufbau und Strukturierung des Innovationsnetzwerks Murau Murtal Im nächsten Schritt wurde das Innovationsnetzwerk organisatorisch und inhaltlich aufgebaut. Dazu zählen die Definition von Rollen, die Einbindung der Kernnetzwerk-Partnerinnen und -Partnern sowie die Entwicklung von Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen Regionalentwicklung, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Zivilgesellschaft.
- Entwicklung der Plattform- und Austauschstruktur Es wurde eine Plattform für Austausch, Vernetzung und Kooperation geschaffen. Diese dient als zentraler Raum für Informationstransfer, Wissensteilung und die Entwicklung gemeinsamer Projektideen. Dabei wurde besonderer Wert auf niederschwellige Zugänge und aktive Beteiligung gelegt – der “Freiraum für Macher:innen”.
- Initiierung und Umsetzung von Netzwerk- und Austauschformaten Regelmäßige Formate wie Workshops, Netzwerkveranstaltungen und thematische Austauschforen wurden etabliert. Diese dienen der Vernetzung der Akteurinnen und Akteure, dem gemeinsamen Lernen sowie der Entwicklung konkreter Projekt- und Innovationsansätze.
- Durchführung von Innovationsformaten und Experimentierräumen Mit Formaten wie dem „Impact Labor“, Ideenwettbewerben und Innovationsveranstaltungen wurden gezielt Räume geschaffen, in denen neue Ansätze entwickelt, getestet und weiterentwickelt werden können. Hier steht interdisziplinäre Zusammenarbeit im Vordergrund. Der “Freiraum für Macher:innen” öffnet allen Innovatorinnen und Innovatoren der Region neue Perspektiven.
- Umsetzung von Kooperations- und Innovationsprojekten Aus dem Netzwerk heraus wurden konkrete Projektpartnerschaften und Kooperationen initiiert und begleitet. Dabei wurden insbesondere kollaborative und branchenübergreifende Projekte entwickelt, die neue Lösungsansätze für die Region generieren.
- Durchführung von Maßnahmen zur Stärkung der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen Parallel wurden spezifische Aktivitäten gesetzt, um Frauen gezielt zu stärken – etwa durch Sichtbarmachung, Kompetenzentwicklung, Unternehmerinnenförderung, Reflexion von Rollenbildern sowie die Förderung von Führungs- und Entscheidungsbeteiligung.
- Netzwerkmanagement, Koordination und Weiterentwicklung Laufend erfolgten Aufbau, Pflege und Weiterentwicklung des Netzwerks sowie die Anpassung von Methoden und Strukturen zur Sicherstellung eines nachhaltigen Innovationsgeschehens in der Region.
Ergebnisse und Wirkungen quantitativ
- Aufbau eines regionalen Innovationsnetzwerks mit acht institutionellen Kernpartnerinnen und Kernpartnern aus Wirtschaft, Regionalentwicklung, Bildung und Wissenschaft
- Durchführung und Etablierung von regelmäßigen Netzwerk- und Austauschformaten (z. B. Workshops, Veranstaltungen, Innovationsformate wie „Impact Labor“) mit zahlreichen Teilnehmenden aus der Region
- Initiierung und Begleitung von einem branchenübergreifenden Kooperations- und Innovationsprojekt zwischen Unternehmen, Organisationen und Zivilgesellschaft
- Umsetzung von spezifischen Formaten zur Stärkung von Frauen in der regionalen Wirtschaft (zum Beispiel Vernetzungs-, Empowerment- und Unternehmerinnenformate mit kontinuierlicher Beteiligung – der “Freiraum für Macher:innen”)
- Aufbau einer dauerhaft nutzbaren Plattform- und Netzwerkstruktur als zentrale Infrastruktur für Austausch, Wissenstransfer und Innovationsentwicklung in der Region Murau Murtal
Ergebnisse und Wirkungen qualitativ
- Stärkung der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen: Frauen wurden als zentrale Gestalterinnen der regionalen Wirtschaft sichtbar gemacht und in ihrer Rolle als Unternehmerinnen, Entscheidungsträgerinnen und Innovatorinnen nachhaltig gestärkt.
- Verbesserte regionale Zusammenarbeit und Vertrauenskultur: Durch kontinuierliche Vernetzung entstand ein stärkeres Vertrauen zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, wodurch die Kooperationsbereitschaft deutlich erhöht wurde.
- Entwicklung einer lebendigen Innovationskultur: Die Region hat sich in Richtung einer offenen, experimentierfreudigen Innovationskultur entwickelt, in der neue Ideen gemeinsam erarbeitet, getestet und weiterentwickelt werden.
- Abbau von strukturellen Barrieren und Rollenbildern: Durch gezielte Reflexions- und Austauschformate wurden traditionelle Rollenbilder hinterfragt und neue Perspektiven auf die wirtschaftliche Rolle von Frauen im ländlichen Raum eröffnet.
- Stärkung der regionalen Identität und Zukunftsperspektive: Das Netzwerk hat dazu beigetragen, Murau Murtal als aktiven, selbstbewussten und zukunftsorientierten Wirtschafts- und Lebensraum zu positionieren, in dem insbesondere Frauen neue Entwicklungschancen sehen und nutzen.
Mehrwert durch Vernetzung
Das Innovationsnetzwerk Murau Murtal ist als Beispiel für erfolgreiches, strategisch aufgebautes und wirkungsorientiertes Netzwerken zu verstehen. Die Vernetzung unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure aus Regionalentwicklung, Wirtschaft, Landwirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Zivilgesellschaft bildet die zentrale Grundlage für alle erzielten Wirkungen. Durch die systematische Zusammenführung dieser heterogenen Stakeholder entstand ein Innovationsökosystem, das nicht nur Informationsaustausch ermöglicht, sondern aktiv Kooperationen und gemeinsame Projektentwicklungen hervorbringt. Die Vernetzung fungiert dabei als Katalysator für neue Ideen, Partnerschaften und Umsetzungsvorhaben. Ein wesentlicher Mehrwert liegt in der gezielten Übersetzung von Einzelinteressen in gemeinsame Entwicklungsziele. Durch regelmäßige Austauschformate, Workshops und Innovationsräume wurde Vertrauen aufgebaut, das die Grundlage für branchenübergreifende Zusammenarbeit bildet. Dadurch konnten zuvor getrennte Sektoren miteinander in Dialog treten und gemeinsame Lösungsansätze entwickeln. Besonders wirksam war die Vernetzung im Hinblick auf die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen. Durch die gezielte Einbindung von Unternehmerinnen, Fachkräften und weiblichen Entscheidungsträgerinnen entstanden neue Sichtbarkeitsräume, Kooperationsmöglichkeiten und Zugänge zu wirtschaftlichen Netzwerken. Dies stärkte nicht nur individuelle Entwicklungschancen, sondern auch die strukturelle Einbindung von Frauen in regionale Wertschöpfungsprozesse. Insgesamt zeigt das Innovationsnetzwerk, dass nachhaltige regionale Entwicklung maßgeblich von der Qualität der Vernetzung abhängt. Entscheidend war dabei nicht nur die Anzahl der Akteurinnen und Akteure, sondern die aktive Gestaltung von Beziehungen, die Entwicklung gemeinsamer Ziele sowie die kontinuierliche Pflege des vertrauensbasierten Innovationsnetzwerks.
Innovation
Das Innovationsnetzwerk Murau Murtal hat neue Formen der Zusammenarbeit und Innovationsentwicklung hervorgebracht und damit soziale Innovationen im ländlichen Raum initiiert. Im Zentrum steht der Aufbau des Innovationsnetzwerks als strukturierte Entwicklungsplattform, die Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Regionalentwicklung und Zivilgesellschaft systematisch miteinander verbindet. Diese integrierte Netzwerkstruktur ermöglicht eine strategisch gesteuerte Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg. Im Projekt wird mit dem „Freiraum für Macher:innen“ ein Innovationssystem entwickelt, das klassische Netzwerkformate mit experimentellen Räumen wie dem „Impact Labor“ und dem „Pop-up Hof“ sowie mit Ideenwettbewerben verknüpft. Dadurch entstehen neue Prozesse der gemeinsamen Ideenentwicklung und der Umsetzung von Projekten. Innovativ ist der gezielte Fokus auf die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen als zentrale Innovations- und Transformationskraft der Region. Frauen positionieren sich als aktive Mitgestalterinnen von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen. Dies führt zu neuen Rollenverständnissen, erweiterten Beteiligungsformen und einer stärkeren Integration in unternehmerische und strategische Entscheidungsprozesse. Darüber hinaus wurden neue Kooperations- und Arbeitsformen gefördert, die auf Vertrauen, räumlicher Nähe und interdisziplinärer Zusammenarbeit basieren. Dadurch entstehen kollaborative Geschäftsmodelle sowie nachhaltige Innovationsstrukturen. Ausschlaggebend für die Entstehung dieser Innovationen war insbesondere die konsequente Vernetzung heterogener Akteurinnen und Akteure, die Kombination aus strategischem Netzwerkmanagement und offenen Experimentierformaten sowie die klare Zielorientierung auf Chancengerechtigkeit. Die aktive Einbindung von Praxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft schuf einen kontinuierlichen Lernprozess, der Innovation ermöglicht und systematisch hervorbringt.
Einbeziehung von jungen Menschen
Junge Menschen unter 40 Jahren waren im Innovationsnetzwerk Murau Murtal sowohl als aktive Mitwirkende als auch als zentrale Zielgruppe der regionalen Entwicklung eingebunden. Ihre Perspektiven wurden insbesondere im Rahmen von Netzwerkformaten, Innovationsveranstaltungen und Kooperationsprojekten systematisch berücksichtigt und in die Projektentwicklung integriert. Durch die Beteiligung junger Unternehmerinnen und Unternehmer, Fachkräfte, Studierender sowie Gründerinnen und Gründer wurde sichergestellt, dass zukunftsorientierte Sichtweisen in die regionalen Innovationsprozesse einfließen. Besonders bei den Ideenwettbewerben sowie in Austausch- und Vernetzungsveranstaltungen konnten junge Menschen ihre Ideen, Erwartungen und Bedürfnisse aktiv einbringen. Gleichzeitig profitierten junge Menschen direkt vom Projekt, indem sie Zugang zu regionalen Netzwerken, potenziellen Kooperationspartnerinnen und -partnern sowie zu unternehmerischen und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten erhielten. Durch die enge Vernetzung mit etablierten Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Bildung und Wissenschaft entstanden neue Perspektiven für berufliche Verankerung und unternehmerische Tätigkeit in der Region. Darüber hinaus stärkte das Innovationsnetzwerk die Sichtbarkeit junger Menschen als aktive Gestalterinnen und Gestalter der regionalen Zukunft. Durch die Einbindung in Innovations- und Beteiligungsprozesse konnten sie frühzeitig Verantwortung übernehmen und ihre Kompetenzen im Bereich Zusammenarbeit, Innovation und Unternehmertum weiterentwickeln. Insgesamt hat das Innovationsnetzwerk dazu beigetragen, für junger Talente neue Bleibeperspektiven zu schaffen und die Region Murau Murtal als attraktiven Lebens- und Arbeitsraum für junge Menschen zu stärken.
Einbeziehung von Frauen
Frauen sind im Innovationsnetzwerk Murau Murtal nicht nur Zielgruppe, sondern zentrale Mitgestalterinnen des gesamten Innovationsprozesses. Ihre Perspektiven werden konsequent in die Entwicklung, Umsetzung und Weiterentwicklung des Netzwerks eingebunden und bilden einen wesentlichen Grundpfeiler der Netzwerklogik. Durch gezielte Vernetzungs- und Austauschformate wurden Frauen aus unterschiedlichen Bereichen – insbesondere Unternehmerinnen, Fachkräfte, Gründerinnen und engagierte Akteurinnen aus der Zivilgesellschaft – aktiv in das Netzwerk eingebunden. In Workshops, Netzwerkveranstaltungen, Innovationsformaten sowie in Kooperationsprojekten konnten sie ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Ideen direkt einbringen und an der Entwicklung regionaler Lösungen mitwirken. Ein besonderer Fokus lag auf der Stärkung der wirtschaftlichen Teilhabe von Frauen. Durch den gezielten Aufbau von Netzwerken, die Sichtbarmachung weiblicher Leistungen und den Zugang zu Kooperations- und Innovationsprojekten wurden neue unternehmerische Chancen geschaffen. Frauen erhielten dadurch verbesserte Möglichkeiten, sich wirtschaftlich zu positionieren, Führungsrollen zu übernehmen und eigene Projekte umzusetzen. Das Innovationsnetzwerk hat zudem zur Reflexion und Weiterentwicklung von Rollenbildern beigetragen. Durch den Austausch im Netzwerk wurden strukturelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen sichtbar gemacht, die die wirtschaftliche Beteiligung von Frauen beeinflussen. Dies führte zu einem stärkeren Bewusstsein für Gleichstellungsthemen in der Region und zu konkreten Ansätzen für deren Verbesserung. Frauen profitierten insbesondere durch erweiterte Netzwerke, gesteigerte Sichtbarkeit, Zugang zu Ressourcen sowie durch die Möglichkeit, aktiv an Innovations- und Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Dadurch konnten individuelle Entwicklungschancen ebenso gestärkt werden wie unternehmerische Initiativen.
Einbeziehung von Minderheiten (Inklusion)
Das Innovationsnetzwerk Murau Murtal wurde als offenes, partizipatives Netzwerk konzipiert, das unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen niederschwellige Beteiligungsmöglichkeiten bietet. Auch wenn kein spezifischer Fokus auf einzelne Minderheiten gesetzt wurde, war die Grundlogik des Netzwerks darauf ausgerichtet, Vielfalt in Bezug auf berufliche Hintergründe, Lebensrealitäten und regionale Verankerung aktiv einzubeziehen. Durch die branchen- und sektorenübergreifende Zusammensetzung des Netzwerks – von Wirtschaft, Landwirtschaft, Bildung, Wissenschaft bis hin zur Zivilgesellschaft – wurden unterschiedliche Perspektiven systematisch in die Netzwerkarbeit integriert. Dadurch konnten auch Menschen mit verschiedenen sozialen, beruflichen und kulturellen Hintergründen an Innovationsprozessen teilnehmen und ihre Sichtweisen einbringen. Ein Beitrag des Netzwerks zur Inklusion liegt in der Schaffung von offenen Begegnungs- und Beteiligungsräumen, in denen unterschiedliche Stimmen gehört und in Innovationsprozesse integriert werden. Dadurch wurde die Grundlage für mehr soziale Teilhabe und gegenseitiges Verständnis in der Region gestärkt. Zudem förderte das Projekt eine Kultur der Zusammenarbeit, die auf Respekt, Wertschätzung und dem bewussten Einbezug unterschiedlicher Perspektiven basiert. Dies stärkte die soziale Kohäsion in der Region und verbesserte die Möglichkeit, gemeinsam Lösungen für regionale Herausforderungen zu entwickeln.
Die wichtigsten Lernerfahrungen
Aus der Umsetzung des Innovationsnetzwerks Murau Murtal konnten wesentliche Erkenntnisse für den Aufbau und die Steuerung regionaler Innovationsnetzwerke gewonnen werden. Besonders deutlich wurde, dass nachhaltige regionale Entwicklung weniger von einzelnen Maßnahmen als vielmehr von der Qualität der Zusammenarbeit und der Kontinuität im Netzwerk abhängt. Ein zentraler Erfolgsfaktor war der gezielte Aufbau von Vertrauen zwischen den beteiligten Akteurinnen und Akteuren. Erst durch kontinuierliche Begegnungs- und Austauschformate konnte eine tragfähige Kooperationsbasis entstehen, die branchenübergreifende Zusammenarbeit tatsächlich ermöglicht. Dabei zeigte sich, dass Beziehungsarbeit und Netzwerkpflege ebenso wichtig sind wie inhaltliche Projektarbeit. Eine weitere wichtige Erkenntnis ist, dass Innovation in der Region aktiv moderiert und strukturiert werden muss. Offene Innovationsräume wie der “Freiraum für Macher:innen” haben sich als besonders wirksam erwiesen, benötigen jedoch klare Rahmung, professionelle Moderation und kontinuierliche Weiterentwicklung, um Ergebnisse in konkrete Umsetzungsprojekte zu überführen. Die konsequente Einbindung von Frauen als zentrale Gestalterinnen der regionalen Entwicklung und ihre aktive Beteiligung führte nicht nur zu neuen Perspektiven, sondern auch zu innovativeren Lösungsansätzen und einer stärkeren Praxisorientierung der entwickelten Innovationspartnerschaft. Gleichzeitig wurde deutlich, dass strukturelle Barrieren nicht kurzfristig, sondern nur durch kontinuierliche Arbeit an Rahmenbedingungen abgebaut werden können. Ungeplante Entwicklungen – etwa unterschiedliche Geschwindigkeiten in der Zusammenarbeit, variierende Erwartungshaltungen der Partnerinnen und Partner sowie der hohe Abstimmungsaufwand in einem heterogenen Netzwerk zeigten, dass ausreichend Zeit für Koordination und Abstimmung eingeplant werden muss. Flexibilität im Netzwerkmanagement erwies sich dabei als entscheidend, um auf diese neuen Dynamiken reagieren zu können. Zudem wurde deutlich, dass der Erfolg eines solchen Netzwerks stark von der Balance zwischen Struktur und Offenheit abhängt: Zu starke Struktur kann Innovation hemmen, zu große Offenheit erschwert die Umsetzung konkreter Ergebnisse. Erfolgreiche Netzwerkentwicklung erfordert daher eine bewusste Steuerung dieser Spannung. Für zukünftige Netzwerke lässt sich ableiten, dass der Aufbau regionaler Innovationsnetzwerke eine langfristige Perspektive, klare Rollenverteilungen, kontinuierliche Kommunikation sowie eine starke Moderations- und Koordinationsstruktur benötigt. Ebenso entscheidend ist die Bereitschaft aller Beteiligten, sich auf gemeinsame Lernprozesse einzulassen und Verantwortung für die regionale Entwicklung zu übernehmen. Insgesamt hat das Netzwerk gezeigt, dass regionale Innovations- und Transformationsprozesse dann besonders erfolgreich sind, wenn sie auf Vertrauen, Vielfalt, aktiver Beteiligung und konsequenter Vernetzung basieren.
Übertragbarkeit
Das Innovationsnetzwerk Murau Murtal ist auf andere Regionen und Organisationen übertragbar, da es auf einem modularen, strukturierten und zugleich flexibel anpassbaren Netzwerkansatz basiert. Im Zentrum steht nicht ein standortspezifisches Einzelmodell, sondern ein übertragbares System zur Förderung regionaler Innovation und Kooperation. Übertragbar ist das Konzept eines regionalen Innovationsnetzwerks als Plattformstruktur, das Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Regionalentwicklung und Zivilgesellschaft systematisch verbindet. Dieses Modell kann in unterschiedlichen Regionen eingesetzt werden, unabhängig von deren Größe oder wirtschaftlicher Ausgangslage. Ebenso übertragbar sind die methodischen Ansätze zur Netzwerkentwicklung und Innovationsförderung, wie etwa regelmäßige Austauschformate, interdisziplinäre Workshops, Ideenräume sowie experimentelle Formate. Diese Instrumente lassen sich flexibel an regionale Bedürfnisse anpassen und fördern sowohl Beteiligung als auch konkrete Projektentwicklung. Ein weiterer zentraler Übertragungsaspekt ist der Fokus auf soziale Innovation durch Vernetzung und Kooperation, insbesondere die aktive Einbindung von Frauen als wirtschaftliche und gesellschaftliche Gestalterinnen. Dieser Ansatz kann auch in anderen Regionen dazu beitragen, Gleichstellung zu fördern und ungenutzte Potenziale für regionale Entwicklung zu aktivieren. Voraussetzung für eine erfolgreiche Übertragbarkeit ist der Aufbau eines lokal verankerten Netzwerkmanagements, das Vertrauen zwischen den Akteurinnen und Akteuren schafft, kontinuierliche Kommunikation sicherstellt und die Balance zwischen Struktur und Offenheit wahrt. Ebenso entscheidend ist die Bereitschaft der regionalen Partnerinnen und Partner, gemeinsam Verantwortung für Innovationsprozesse zu übernehmen.
