OG: Emissionen aus nicht überdachten Ausläufen im Biomastschweinestall (EmAusBio)
Die biologische Schweinehaltung in Österreich ist durch verpflichtende Ausläufe, Stroheinstreu und Außenklima geprägt – Faktoren, die sich maßgeblich auf Ammoniak- und Geruchsemissionen auswirken. Für diese Systeme fehlen jedoch bislang anerkannte Emissionsfaktoren, was in der Praxis zu hohen Unsicherheiten, kostspieligen Einzelfallgutachten und jahrelangen Verzögerungen bei Genehmigungsverfahren führt, da aktuelle Bewertungsgrundlagen für konventionelle Güllesysteme nicht auf Bio-Betriebe übertragbar sind.
Das Projekt „EmAusBio” schließt diese Lücke durch die erstmalige wissenschaftliche Erhebung valider Daten zu Ammoniak- und Geruchsemissionen aus Bio-Mastschweineställen mit nicht überdachten Ausläufen. Ziel ist die Entwicklung praxisgerechter Emissionsfaktoren und Handlungsempfehlungen, um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, Kosten zu senken und emissionsarme Tierwohlställe zu fördern.
Die Umsetzung erfolgt durch die systematische Messung von Emissionsdaten in ausgewählten Bio-Mastschweineställen, wobei die spezifischen Merkmale der biologischen Haltung wie Ausläufe und Stroheinstreu berücksichtigt werden. Die gewonnenen Messdaten werden in praxistaugliche Bewertungsgrundlagen überführt, die sowohl Behörden als auch Betrieben Planungssicherheit geben. Dabei werden emissionsmindernde Maßnahmen wie strukturierte Funktionsbereiche, eiweißreduzierte Fütterung und optimierte Entmistung integriert und mit internationalen Standards (EmiDaT, OdourS II, PigSens) harmonisiert. Der Wissenstransfer erfolgt durch enge Zusammenarbeit mit Praxispartnern, um die Anwendbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen.
Als Projektergebnisse sollen validierte Emissionsfaktoren und konkrete Handlungsempfehlungen vorliegen, die eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren um mehr als 50 Prozent ermöglichen und teure Einzelfallgutachten überflüssig machen sollen. Ökologisch wird erwartet, dass die Ergebnisse zu einer realistischen Emissionsbewertung beitragen, emissionsarme Haltungssysteme fördern und einen Beitrag zur Erreichung der NEC-Ziele leisten. Sozial soll die Akzeptanz bei Behörden und Anrainer:innen steigen, wodurch die Bio-Schweinehaltung als zukunftsfähige Option gestärkt wird. Die Projektergebnisse sind zudem auf konventionelle Tierwohlprogramme (z.B. AMA-Tierwohl) übertragbar und sollen damit einen Beitrag zur gesamtbetrieblichen Weiterentwicklung hin zu tiergerechten, emissionsarmen Systemen leisten. Die Dissemination soll durch Fachpublikationen, Workshops mit Behörden und Betrieben sowie die Integration der Ergebnisse in behördliche Bewertungsrichtlinien erfolgen.
