Gemeinsam stark: Warum Kooperationen der Schlüssel zu einer resilienten, zukunftsfähigen Landwirtschaft sind

Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Natürliche Ressourcen

Die Landwirtschaft steht unter wachsendem Druck: steigende Kosten, knappe Ressourcen, hoher Investitionsbedarf und die Folgen der Klimakrise verändern die Rahmenbedingungen vieler Betriebe spürbar. Gerade in Österreich, wo die Landwirtschaft stark kleinstrukturiert und familiengetragen ist, gewinnen Kooperationen zunehmend an Bedeutung.

Überbetriebliche Zusammenarbeit, Wissensaustausch und regionale Wertschöpfung gelten immer stärker als Schlüssel für Resilienz und Zukunftsfähigkeit. Kooperationen können Risiken teilen, Innovation fördern und neue Perspektiven für die nächste Generation schaffen.

Beim Webinar Kooperationen in der Landwirtschaft – der Schlüssel zu unternehmerischer Stärke und Resilienz wurde deutlich: Zusammenarbeit geht heute weit über klassische Maschinengemeinschaften hinaus. Im Fokus stehen neue Formen gemeinsamer Vermarktung, Innovationspartnerschaften und sektorübergreifender Zusammenarbeit entlang regionaler Wertschöpfungsketten.

Wir haben mit Lukas Oßberger von der Landwirtschaftskammer Österreich darüber gesprochen, warum Kooperationen gerade jetzt zu einem zentralen Zukunftsthema innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)  werden.

Kooperationen gelten zunehmend als Schlüssel für eine resiliente und zukunftsfähige Landwirtschaft. Warum gewinnt das Thema gerade jetzt – insbesondere für kleinstrukturierte Familienbetriebe und die nächste Generation – so stark an Bedeutung?

Das Thema gewinnt derzeit stark an Bedeutung, da landwirtschaftliche Betriebe mit steigendem Kostendruck bei Betriebsmitteln, Energie und Maschinen sowie gleichzeitig niedrigen Erzeugerpreisen konfrontiert sind. Besonders für Österreichs kleinstrukturierte Familienbetriebe – mit einer durchschnittlich landwirtschaftlich genutzten Fläche von 25,6 Hektar je Betrieb und einem hohen Anteil an Familienarbeitskräften – stößt die Belastbarkeit oft an ihre Grenzen.

Kooperationen bieten hier einen zentralen Ansatz, um die unternehmerische Resilienz zu stärken. Für die nächste Generation steht dabei nicht nur wirtschaftliche Effizienz im Vordergrund, sondern zunehmend auch die Lebensqualität. Umfragen zeigen, dass Aspekte wie Freizeit, Urlaub und eine geringere Arbeitsbelastung für junge Landwirtinnen und Landwirte deutlich wichtiger sind. Kooperationen ermöglichen es, Verantwortung zu teilen, Risiken – etwa im Krankheits- oder Unfallfall – abzufedern und durch Arbeitsteilung spezialisiertes Wissen effizienter einzusetzen.

Kooperationen gehen heute weit über klassische Maschinengemeinschaften hinaus. Welche neuen Formen der Zusammenarbeit entstehen derzeit – und welche Rolle spielen dabei Innovation, regionale Wertschöpfung und das gemeinsame Weiterdenken von Landwirtschaft?

Kooperationen werden nach wie vor häufig mit klassischen Maschinengemeinschaften oder Genossenschaften gleichgesetzt. Tatsächlich existieren jedoch zahlreiche weitere Formen der Zusammenarbeit, die in vielen Bereichen der Landwirtschaft seit Langem gelebt werden – oftmals implizit und ohne klare Bezeichnung.

Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die vielfältigen Mehrwerte solcher Kooperationen deutlich. Positive Praxiserfahrungen sowie ein erweitertes Verständnis für Innovation und betriebliche Weiterentwicklung tragen maßgeblich dazu bei. Kooperationen eröffnen neue Perspektiven entlang der gesamten Wertschöpfungskette und in allen Bereichen der betrieblichen Entwicklung – etwa in Vermarktung, Verarbeitung oder im Dienstleistungsbereich – und fördern ein gemeinsames, zukunftsorientiertes Weiterdenken von Landwirtschaft im regionalen Kontext.

Insbesondere Innovation, Wissensaustausch und die Stärkung regionaler Wertschöpfung rücken dabei in den Mittelpunkt. Kooperationen sind damit zunehmend Plattformen für unternehmerische Dynamik und eine nachhaltige Weiterentwicklung von Betrieben.

Viele Herausforderungen lassen sich heute kaum mehr alleine bewältigen. Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit Kooperationen langfristig funktionieren – und wie kann die GAP dazu beitragen, Zukunftsperspektiven für die nächste Generation zu schaffen?

Damit Kooperationen langfristig erfolgreich sind, braucht es geeignete rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen – insbesondere in Bereichen wie Raumordnung, Baurecht sowie Gewerbe- und Öffnungszeiten Regelungen.

Der entscheidende Erfolgsfaktor liegt jedoch im zwischenmenschlichen Bereich. Erfolgreiche Kooperationen erfordern ausgeprägte soziale Kompetenzen, insbesondere Kommunikationsfähigkeit, Vertrauen, Kompromissbereitschaft und professionelles Konfliktmanagement. Vertrauen, Offenheit und Verlässlichkeit bilden die zentrale Grundlage für eine stabile Zusammenarbeit und ein funktionierendes Kooperationsmanagement.

Aus diesen Anforderungen – gestützt durch Erfahrungsberichte aus der Praxis – lässt sich ableiten, dass bestehende Beratungsansätze weiterentwickelt werden könnten. Ziel sollte ein ganzheitlicher Zugang sein, der neben betriebswirtschaftlichen auch sozialen und organisatorischen Aspekten stärker berücksichtigt.

Ergänzend dazu spielen Bildungsangebote eine zentrale Rolle, insbesondere zur Stärkung unternehmerischer Kompetenzen wie Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikation, Mitarbeiterführung und Konfliktlösung.

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten, indem sie weiterhin gezielt und zukünftig noch stärker in Bildung, Beratung und kooperationsfördernde Maßnahmen investiert und so die Zukunftsaussichten für die nächste Generation nachhaltig stärkt.

 

Lukas Oßberger im Interview mit Netzwerk Zukunftsraum Land/ Stephanie Topf

Jahreskonferenz 2026 – #weiterdenken – Zukunft mit der nächsten Generation gestalten

Geschlechtergleichstellung
Innovation
Klimaschutz
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Die Jahreskonferenz 2026 von Netzwerk Zukunftsraum Land steht unter dem Motto „#weiterdenken – Zukunft mit der nächsten Generation gestalten“, dem Jahresthema von Netzwerk Zukunftsraum Land. Vor dem Hintergrund großer gesellschaftlicher, ökologischer und wirtschaftlicher Veränderungen stellt sich die Frage, wie junge Menschen die Zukunft der Landwirtschaft und der ländlichen Räume sehen und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit sie Verantwortung übernehmen und ihre Ideen einbringen können. Die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft am Land gelingt nur, wenn unterschiedliche Generationen miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam Lösungen entwickeln.

Die Veranstaltung bringt Akteur:innen der Gemeinsamen Agrarpolitik, der Land- und Forstwirtschaft, Regionalentwicklung, Innovation, Bildung und Beratung, Umwelt und Zivilgesellschaft zusammen. Anhand inspirierender Projekte aus Oberösterreich wird aufgezeigt, wie Generationen erfolgreich zusammenarbeiten und wie junge Menschen bereits heute Zukunft gestalten. Ziel der Konferenz ist es, Vernetzung und Austausch zu fördern, neue Perspektiven sichtbar zu machen und Impulse für die Weiterentwicklung ländlicher Räume zu setzen. Durch Exkursionen, Fachinputs und interaktive Dialogformate erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, voneinander zu lernen und gemeinsam Zukunft zu gestalten.

Nachbericht: LEADER Jahrestagung 2026

Innovation
Klimaschutz
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen
Unkategorisiert

Matthias Krenn (Bürgermeister von Bad Kleinkirchheim/ LAG-Obmann) und Gerhard Hoffer (Land Kärnten) bekräftigten in ihren Begrüßungsworten die Bedeutung von LEADER und den Wert, den diese Methode in der ländlichen Entwicklung einnimmt.

Hartmut Berndt (BAG-LAG, Deutschland) liefert eine kritische Betrachtung zur wiederkehrenden Notwendigkeit, den LEADER-Mehrwert darzustellen. Aus seiner Sicht gibt es drei wesentliche Bereiche, bei denen LEADER einen Unterschied macht: Stärkung von Demokratie, Stärkung europäischer Werte und Verbesserung der Lebensqualität in den ländlichen Räumen. Für die Zukunft von LEADER brauche es, so Berndt, auf europäischer Ebene eine finanzielle Absicherung in Form einer Mindestdotierung und LEADER müsse als verbindlicher Ansatz im Rural Target festgelegt werden. Aber auch die Mitgliedsstaaten seien gefordert: eine starke Stimme der Akteur:innen und eine starke Ressortvertretung der ländlichen Räume bei der Erarbeitung des NRPP seien wichtig.

Im anschließenden Panel zeichnet Christian Rosenwirth (BMLUK) für Österreich ein optimistisches Bild zur Zukunft. Gemeinsam mit Ländern und Regionen werde derzeit versucht, LEADER zukunftsfit zu machen. Wichtig ist für ihn, LEADER nicht nur über das Management und die LEADER-Projekte zu bewerten, sondern auch die Netzwerke und die Wirkungen dazwischen sichtbar machen. Darüber hinaus gäbe es Herausforderungen, die von Bedeutung für Länder und Bund seien – hierauf sollten LAGs künftig einen Fokus legen.

Für Christian Kropfisch (Land Kärnten) ist der LEADER-Ansatz in Kärnten eine Erfolgsstory, durch den alle Gemeinden in regionale Strukturen eingebunden sind. Mit dem Kärntner Regionalentwicklungsgesetz wurden gemeinsame Zielsetzungen zwischen Ländern und Regionen definiert und damit die Basis für Kooperation auf Augenhöhe gelegt. Auch in der Multifonds-Finanzierung gehe man neue Wege, indem man stärker auf nationale Mittel und Kooperation mit Fachstellen des Landes setzt. Damit solle die regionale und lokale Ebene wieder stärker in der Lage versetzt werden, Projekte zu finanzieren und umzusetzen.

Dass man für den LEADER-Mehrwert in Österreich bereits einen guten Zugang gefunden habe, bekräftigt Wolfgang Berger (LEADER-forum). LEADER ist für ihn mehr als die Summe der Projekte und gekennzeichnet von großer Bereitschaft und Motivation, in den ländlichen Räumen zu gestalten. Dies bedeutet oft auch, Akzeptanz der Menschen für Veränderung vor Ort zu schaffen – hier kann LEADER eine wichtige Rolle spielen. LEADER werde künftig noch strategischer und fokussierter arbeiten. Den Rahmen dafür bildet das Konzept des “umfassenden Resilienzaufbaus“.

Michaela Oberlassnig (Bürgermeisterin Gemeinde Feld am See) konstatiert eine Verbesserung der Lebensqualität in ihrer Gemeinde über die letzten Jahre und dass dies auch mit LEADER zu tun habe. Dabei seien Initiativen von Vereinen oder jungen Menschen wichtig, aber auch größere Projekte (z.B. Nachmittagsbetreuung, Infrastruktur) werden von den Menschen sehr geschätzt. Die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene sei eng und mit dem Ziel verbunden, zur besten Lebens- und Arbeitsregion zu werden.

Gastgeberin Katharina Spöck (LAG Nockregion Oberkärnten) knüpft hier an und beschreibt die regionale Leitinitiative „Auf dem Weg zur besten Lebens- und Arbeitsregion“. Negative Geburtenbilanz sei auch in der Nockregion größter Treiber für die sinkenden Bevölkerungszahlen, dennoch sehe die Region einige Ansatzpunkte für positive Bevölkerungsdynamik, nämlich Menschen zum Bleiben zu bewegen sowie Menschen zum Zuzug und zur Rückkehr zu gewinnen. Dafür haben sich alle 16 Gemeinden per Gemeinderatsbeschlüssen zu einer 10-Punkte-Charta bekannt. Auch für Unternehmen wurden Kriterien erarbeitet, um im Sinne eines „employer development“ die Arbeitsattraktivität zu steigern. Zusätzliche Synergien entstehen in der Region dadurch, dass LEADER, Tourismusmanagement sowie KEM und KLAR im „Kompetenzzentrum für Regionalentwicklung“ angesiedelt sind.

LAG-Managerin Christina Gassner gab einen Einblick in die LAG Elsbeere Wienerwald, die gelegen zwischen Wien und St. Pölten rund 41.000 Einwohner:innen umfasst.  Eine Selbstanalyse der Periode LE14-23 ergab, dass viele lokale/einzelgemeindliche Projekte umgesetzt werden was dazu führte, dass man sich in einem Strategieprozess nicht nur inhaltlich neu ausgerichtet, sondern auch Gremien verschlankt und umgebaut habe. Auch die Prozesse wurden umgestellt und man arbeitet dort nun mit thematischen Calls, die jeweils durch ein regionales Vorprojekt eingeleitet werden. Über die Jahre konnte die LAG dadurch auch das Finanzmittelspektrum von LEADER, KEM und FFG Förderungen ausweiten, indem es gelang, Mittel aus dem Erneuerbaren-Energie Ausbaugesetz, Horizon Europe, dem Sozialministerium sowie durch genehmigte LIN und LIP-Projekte zu erschließen.

Der zweite Teil des Vormittags war dem Peer-To-Peer Austausch in drei Gruppen gewidmet.

Eine Gruppe widmete sich der Frage, wie die Zukunft von LEADER durch die Leitungsgremien gestaltet werden kann und knüpfte dabei an den Roundtable der Obleute vom Vortag an. Die Teilnehmenden sprachen hier aktiv derzeitige Herausforderungen und Unsicherheiten mit dem Nationalen und regionalen Partnerschaftsplänen (NRPP) an. Wichtig war ihnen auch, Austausch, Zusammenarbeit und Weiterbildung der Obleute zu intensivieren und sich gezielt mit der Aktivierung einer nachfolgenden Funktionärsgeneration zu beschäftigen.

Austausch von Erfahrungen mit unterschiedlichen Förderprogrammen war der Schwerpunkt einer zweiten Gruppe. Als Einstieg diente in diesem Rahmen ein Vortrag von Sandra Herrmann und Sascha Ruhland (FFG), zu neuen Fördermaßnahmen der FFG im Rahmen der 5 EU-Missions. Im anschließenden Austausch wurde die Vielfalt genutzter Förderungen sichtbar, darunter Ländliche Innovationssysteme (LIN/ LIP), Reallabore, “Diversity Checks” sowie weitere Angebote der FFG. Mit Blick auf künftiges Arbeiten mit alternativen Finanzierungsmöglichkeiten sowie Forschungskooperationen führte die Diskussion zur zentralen Erkenntnis, dass mehr sektorübergreifende Zusammenarbeit und das Denken außerhalb etablierter “Silos” essentiell sei und es mehr Austauschformate dazu braucht.

In die Gruppe Synergien zwischen LEADER Region, Bundes- und Landesebene startete Anton Zimmermann (BMWET) mit Informationen zur VisionT, der neuen Bundesstrategie für Tourismus. Am Beispiel des Tourismus wurde dann gemeinsam diskutiert, wie gut die Verzahnung zwischen Tourismusakteur:innen und Regionalentwicklung regional sowie ebenen-übergreifend gelingt. Als Erfolgsfaktoren auf regionaler Ebene gelten gegenseitige Repräsentationen in Gremien, Themen wie Mobilität als gemeinsame Schnittstelle oder ein gemeinsam genutzter (Büro-)Standort. Über die Ebenen hinweg wünschen sich die Regionen mehr Abstimmung von Landesseite mit den Regionen und eine Einbeziehung in Strategieprozesse. Auch hier wurde die Wichtigkeit angesprochen, die tradierten Silos aufzubrechen, indem beispielsweise Kommunikation zwischen Landestourismusorganisationen und Destinationen künftig auch auf LEADER-Regionen ausgedehnt werden sollte.

Nachbericht: Evaluierung im Dialog – Evaluierung als Chance für Lernen und Weiterentwicklung

Unkategorisiert

Am 25. Juni 2026 lud das Netzwerk Zukunftsraum Land zur Veranstaltung „Evaluierung im Dialog“ in den Wissensturm Linz ein. Vertreterinnen und Vertreter des GAP-Strategieplan-Begleitausschusses, des Biodiversitätsbeirats, der Verwaltung, der Wissenschaft sowie weitere Stakeholder nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Evaluierungsarbeiten im Rahmen des GAP-Strategieplans 2023–2027 auszutauschen und deren Bedeutung für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung agrarpolitischer Maßnahmen zu diskutieren.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie Evaluierung nicht nur als verpflichtendes Instrument zur Erfolgskontrolle, sondern auch als Chance für Lernen, Wissensaufbau und eine wirksame Gestaltung politischer Maßnahmen genutzt werden kann. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und der GAP-Strategieplan 2023–2027 bildeten dabei den konkreten Rahmen für die fachlichen Diskussionen.

Den Auftakt gestalteten Fiona Grossmann als Vertreterin der Europäischen Kommission und Isabella Grandl, Leiterin der Abteilung Agrarpolitik, Datenmanagement und Evaluierung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft. In ihren Beiträgen wurde die Bedeutung einer fundierten Evaluierung für die Weiterentwicklung der GAP hervorgehoben. Margarethe Schima-Tripolt (BMLUK) gab im Anschluss einen Überblick über die Struktur der Umsetzungsevaluierung des GAP-Strategieplans 23-27 und betonte die Rolle von Evaluierungen als Grundlage für transparente und nachvollziehbare politische Entscheidungen.

Schwerpunkt Agrarumwelt

Der erste Themenblock widmete sich den Umweltwirkungen des GAP-Strategieplans. Vorgestellt wurden Studien zum Beitrag der Maßnahmen zur Reduktion von Wassererosion von Elmar Schmaltz (Bundesamt für Wasserwirtschaft), zur Wirkung der ÖPUL-Maßnahme „Vorbeugender Grundwasserschutz Acker“ von Max Kuderna (Kooperation wpa-Beratende Ingenieure und Bundesamt für Wasserwirtschaft) sowie zur Akzeptanz biodiversitätsrelevanter ÖPUL-Maßnahmen von Maria Laura Bono (Datenkompass). Die Präsentationen verdeutlichten, dass Umweltmaßnahmen fachlich wirksam sein müssen und auch auf Akzeptanz bei den Betrieben angewiesen sind. Im anschließenden Austausch diskutierten die Teilnehmenden mit den Studienautorinnen und Studienautoren in Kleingruppen über Herausforderungen bei der Umsetzung sowie über mögliche Verbesserungen für die zukünftige Ausgestaltung von Maßnahmen.

Schwerpunkt Wirtschaftlichkeit und Tierwohl

Am Nachmittag standen Fragen der Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe und des Tierwohls im Mittelpunkt. Präsentiert wurden Evaluierungen zur ÖPUL-Maßnahme „Almbewirtschaftung“ von Andreas Klingler (HBLFA Raumberg Gumpenstein Research and Development), zu Tierwohlmaßnahmen im GAP-Strategieplan von Siegfried Pöchtrager und Johanna Huber (BOKU University) sowie zum Thema Bewässerung im Rahmen des Projekts „IrriGAP“ von Thomas Weninger (Konsortium Bundesamt für Wasserwirtschaft, BOKU University und Umweltbundesamt). Die vorgestellten Ergebnisse zeigten die Bedeutung einer ausgewogenen Betrachtung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte bei der Bewertung agrarpolitischer Maßnahmen. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit, Maßnahmen laufend auf ihre Praxistauglichkeit und Zielerreichung hin zu überprüfen.

Querschnittsthemen und Blick in die Zukunft

Im dritten Themenblock wurden übergreifende Fragestellungen behandelt. Dazu zählten Modellierungen zur Landnutzung in Österreich ohne Gemeinsame Agrarpolitik von Franz Sinabell (Kooperation Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, BOKU University, Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen und Statistik Austria), die Ergebnisse der Bäuerinnenstudie 2026 von Martina Schorn (Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen) sowie die Evaluierung von Innovationsprozessen im Rahmen von EIP-AGRI und ländlichen Innovationssystemen von Tobias Dudenbostel (technopolis group). Die Beiträge machten deutlich, dass Evaluierungen wertvolle Einblicke in gesellschaftliche, wirtschaftliche und strukturelle Entwicklungen liefern und damit eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des ländlichen Raums darstellen.

Ein wesentliches Element der Veranstaltung waren die moderierten Kleingruppengespräche. Diese ermöglichten einen direkten Dialog zwischen Studienautorinnen und Studienautoren, Verwaltung, Interessenvertretungen und weiteren Akteurinnen und Akteuren. Der intensive Austausch förderte das gemeinsame Verständnis für Evaluierungsergebnisse und deren Bedeutung für die Praxis. In den Kleingruppen-Diskussionen wurden zahlreiche konkrete Anregungen für die Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2028 gesammelt.

Fazit

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, welchen Mehrwert Evaluierungen für die Umsetzung und Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik leisten können. Evaluierung wurde dabei nicht nur als Instrument der Rechenschaftspflicht verstanden, sondern vor allem als Grundlage für Lernen, Dialog und evidenzbasierte Entscheidungen. Die vorgestellten Studien und die intensive Diskussion unterstrichen die Bedeutung eines kontinuierlichen Austauschs zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Praxis, um die Wirksamkeit agrarpolitischer Maßnahmen weiter zu stärken und die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu bewältigen.

Workshop-Reihe: Strategien wirksamer steuern – mit Gender Mainstreaming bessere Ergebnisse erzielen

Geschlechtergleichstellung

Sie tragen Verantwortung für Programme, Strategien oder politische Maßnahmen und möchten deren Wirkung erhöhen? Gender Mainstreaming hilft Ihnen dabei, bestehende Strategien präziser, wirksamer und erfolgreicher umzusetzen.
Wenn unterschiedliche Lebensrealitäten von Frauen und Männern in Strategien, Programmen und Maßnahmen mitgedacht werden, entstehen:

  • wirksamere Maßnahmen, treffsicherere Mittelverwendung
  • stärkere Wirkung bei den Zielgruppen, bessere Zielerreichung
    und fundiertere Entscheidungen.

Die Workshop-Reihe ist für Menschen mit strategischer Verantwortung, Gestaltungsspielraum und Programmverantwortung, die politische und administrative Prozesse gestalten, gedacht.

Gemeinsam arbeiten wir daran:

  • Gleichstellungsperspektiven in bestehende Strategien zu
    integrieren
  • konkrete Gleichstellungsziele zu formulieren, Maßnahmen wirksamer
    auszurichten
  • Umsetzungsbarrieren zu erkennen, Steuerung klarer zu machen
    Wirkung messbarer zu gestalten

Am Ende haben Sie:

  • ein konkretes Gleichstellungsziel und konkrete Umsetzungsschritte
    für Ihren Arbeitsbereich
  • praxiserprobte Werkzeuge für die strategische Steuerung
  • Austausch mit anderen Entscheidungsträger:innen

Die Workshop-Reihe besteht aus 4 Einheiten:

01) Kick-off: Präsenzveranstaltung, wahlweise in Wien (16.11.2026), Innsbruck (30.11.2026),
Graz (02.12.2026)
02) Online-Workshop: Gleichstellungsziele entwickeln
03) Online-Kolloquien zu Vertiefungsthemen
04) Online-Workshop: Review

 

Bei Interesse an einer Teilnahme bitten wir um Anmeldung bis 15.09.2026 per Mail an karmen.mentil@zukunftsraumland.at

Rückblick auf das 1. OG Vernetzungstreffen

Innovation
Klimaschutz
Natürliche Ressourcen
Unter dem Motto „EIP-AGRI-Projekte #weiterdenken“ waren am 20. Mai die Vertreterinnen und Vertreter aller in der GAP-Periode 23-27 genehmigten Operationellen Gruppen zu einem ersten Vernetzungstreffen nach Linz eingeladen.

Unter der Leitung des Teams der Innovationsbrokerage im Netzwerk Zukunftsraum Land beschäftigten sich die Projektverantwortlichen mit der Frage, wie sie ihre Projekte schon jetzt #weiterdenken können, damit diese auch nach Projektende Nutzen stiften und die Projektergebnisse weiterleben. Es war ein intensiver Tag mit vielen guten Gesprächen, Impulsen und Ideen für die weitere Arbeit am Projekt!

In der Projektdatenbank von Netzwerk Zukunftsraum Land werden die genehmigten Operationellen Gruppen, die an neuartigen Lösungen rund um Emissionen, Pflanzengesundheit, Tiergesundheit, Biodiversität, Klimawandelanpassung, Digitalisierung und KI – um nur ein paar der vielfältigen Themengebiete zu nennen – arbeiten, vorgestellt.

Magazin „Blickpunkt Forschung“ 

Innovation
Klimaschutz
Natürliche Ressourcen
Das Magazin „Blickpunkt Forschung“ bietet anlässlich des neuen „Programms für Forschung und Entwicklung 2026-2030“ sowie des Jahresschwerpunkts „Wissenschaftskommunikation“ einen verständlichen Überblick über Forschungsaktivitäten der vergangenen Jahre anhand aktueller Projekte.

Es richtet sich an eine breite Leserschaft, von Expert:innen und Forschenden bis zur interessierten Fachöffentlichkeit, und erklärt die wissenschaftliche Arbeit das Ministerium, was seine forschungsaktiven Dienststellen, Partnerorganisationen und Projektnehmer:innen leisten und wie Forschungsergebnisse in die Praxis gelangen.

Eigene Beiträge zu DaFNE, europäischen Partnerschaften, Forschungskooperationen sowie zur Sicherheitsforschung KIRAS geben Einblicke in nationale und internationale Ebenen der Forschungsförderung.

Um Wissenschaft greifbarer zu machen, werden Forscher in Interviews und Porträts vorgestellt, zum Beispiel Günter Blöschl, „Wassernobelpreisträger 2025“ und „Neptun“-Staatspreisträger 2025.

Neben erfolgreichen Großprojekten wie die „Innovation Farm“, den „Bodenpionieren 2050“ und „IBest Schwein“ richtet das Magazin den Blick auf die acht Themenschwerpunkte des neuen Forschungsprogramms, die anhand von mehr als 20 laufenden und geplanten Projekten veranschaulicht werden.

Abschließend geben die Forschungskoordinator:innen der forschungsaktiven Dienststellen persönliche Einblicke in ihre Arbeit und die Rolle ihrer Einrichtungen.

Versand in Papierform auf Bestellung möglich!

Neun strategische Prioritäten für die Weiterentwicklung von LEADER – „Our common future“ 

Innovation
Klimaschutz
Natürliche Ressourcen
12 LAGs aus 10 Mitgliedsstaaten erarbeiteten koordiniert durch das österreichische LEADER-forum strategische Ansatzpunkte, um den LEADER-Ansatz zu stärken und seine Rolle als Europas führendes Modell für partizipative, ortsbezogene ländliche Entwicklung zu sichern.

Eine wesentliche Voraussetzung für die Stärkung von LEADER ist die Erhaltung und Unterstützung der Rolle der Lokalen Aktionsgruppen (LAG) als regionale Vermittlungsorganisationen. Dies bedeutet nicht, dass den LAGs derzeit die Kapazitäten fehlen, diese Rolle zu erfüllen. Vielmehr wird damit anerkannt, dass ihre Fähigkeit, Behörden, private Akteure, die Zivilgesellschaft und unterrepräsentierte ländliche Gruppen miteinander zu verbinden, von stabilen Rahmenbedingungen abhängt. Der Bericht identifiziert ein anhaltendes Dilemma: „Verwaltung vs. Innovation“. Die LAGs sind sich der Verpflichtung zur Einhaltung immer strengerer administrativer Anforderungen sehr bewusst, oft bei sehr begrenzter Personalausstattung (der Durchschnitt aller Mitgliedstaaten liegt bei zwei Personen oder Vollzeitäquivalenten pro LAG) – was zu Spannungen führen kann, die ihre Fähigkeit gefährden, die zentrale Entwicklungsrolle von LEADER zu erfüllen. Vereinfachung, stabile Finanzierung und Personalaufstockung werden als unerlässlich angesehen, um sowohl die Einhaltung der Vorschriften als auch die Innovationsfähigkeit, einschließlich sozialer Innovation, aufrechtzuerhalten.

Podcast #8: Neophyten in der Landwirtschaft

Klimaschutz
Natürliche Ressourcen

Welche Rolle spielen Neophyten in Agrarökosystemen, und welche Herausforderungen bringen invasive Pflanzenarten für die Landwirtschaft mit sich? Darüber spricht Hemma Burger-Scheidlin, Netzwerk Zukunftsraum Land mit Rea Hall, Wissenschaftlerin an der Universität für Bodenkultur Wien.

Im Fokus stehen die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen invasiver Arten auf landwirtschaftliche Flächen sowie ihre Wechselwirkungen mit Biodiversität und Bodenmanagement. Zudem erläutert die Expertin aktuelle Erkenntnisse zum Umgang mit Neophyten und gibt praxisnahe Tipps zur Prävention und Eindämmung.

Weiterführende Informationen finden Sie hier!

Das war LINC 2026!

Unkategorisiert

Der Kongress fand an drei Tagen, vom 26. bis zum 28. Mai statt und bot ein vielfältiges Programm, das es den Teilnehmer:innen erlaubte, sowohl einander als auch den lettischen Zugang zu LEADER besser kennenzulernen. Besonders bedeutend waren dabei die 12 Exkursionen, die unterschiedlichste LEADER-Projekte in ganz Lettland besuchten. LEADER wirkt in Lettland in unterschiedlichsten Sektoren, vom Tourismus über das Handwerk bis zu sozialen und kulturellen Projekten sowie über „smart villages”. Eine besondere Bedeutung kommt dabei auch der Wirtschaftsförderung zu – so werden etwa 50 % der Projekte zur Förderung von Kleinunternehmen eingesetzt. Das gelingt auch mit großem Erfolg; viele Unternehmer:innen haben über eine LEADER-Förderung die notwendige Unterstützung bekommen, spannende Ideen in Lettland umzusetzen und teils über die nationalen Grenzen hinweg zu verbreiten.

Neben dem Kennenlernen von LEADER in Lettland stand auch das Vernetzen der LEADER-Regionen im Zentrum von LINC 2026. Ein eigener Cooperation Corner hat es verschiedenen LEADER-Regionen erlaubt, eigene Projektideen zu verbreiten, die transnationale LEADER-Kooperation anstreben. So konnten viele Regionen gemeinsame Interessen finden und in Austausch kommen, damit neue spannende Kooperationen enstehen. Gleichzeitig gab es auch Diskussionsrunden zu einem Thema, das wohl die ganze LEADER-Community derzeit beschäftigt. Denn nichts Geringeres als die Zukunft von LEADER wird derzeit verhandelt. Klar war dabei, dass LEADER auch in der nächsten Förderperiode bestehen bleibt und durch die Verbindung mit anderen Initiativen die Zukunft des ländlichen Raumes prägen wird. Die konkrete Ausgestaltung ist dabei jedoch noch nicht entschieden, das Zusammentreffen so vieler Akteur:innen mit LEADER-bezug bot damit einen idealen Rahmen, sich auszutauschen und gemeinsame Ideen zu diskutieren. Das #weiterdenken ist also nicht nur in Österreich, sondern in der ganzen EU von besonderer Relevanz. Für weitere Informationen möchten wir an dieser Stelle auch auf diesen Beitrag des EU GAP Netzwerks hinweisen: https://eu-cap-network.ec.europa.eu/news/future-leaderclld-what-we-know-so-far_de

Wenn sich die LEADER Community vom 08.-10. Juni 2027 in Åland wiedertreffen wird, wird die Zukunft von LEADER mit Sicherheit schon klarer sein. Wie die einzelnen Mitgliedsstaaten mit der LEADER-Methode nach 2028 umgehen werden, ist damit wohl auf jeden Fall ein zentraler Punkt des Kongresses. Zeitgleich wird Åland aber auch wieder die Chance bieten, LEADER in einem anderen Land kennenzulernen, sich zu vernetzen und innovative, zukunftsweisende Projektideen zu entwickeln.

 

Erfolgsmodell aus Österreich: Wie das Projekt „OptEro“ Europa neue Wege im Erosionsschutz zeigt

Klimaschutz
Natürliche Ressourcen

Christine Weinberger hat an der EU GAP-Netzwerk Konferenz „Wasser Resilienz in der Landwirtschaft: Innovation in der Praxis“ Mitte Mai in Hamburg teilgenommen. Wir haben sie zu ihren Erfahrungen und Learnings befragt.

Christine, du wurdest im Mai, gemeinsam mit Landwirt Günter Haslinger, als Verantwortliche des EIP-AGRI-Projekts „OptEro – Optimierung des Erosionsschutzes im Kartoffelbau“ nach Hamburg zur EU-GAP-Netzwerkkonferenz „Wasserresilienz in der Landwirtschaft: Innovation in der Praxis“ eingeladen. Welche Rückmeldungen hast du dort zu eurem Projekt und den Ergebnissen erhalten?

Wir haben durchwegs positive Rückmeldungen erhalten. Für viele war das Konzept der Querdammerrichtung neu und sie erkundigten sich, inwiefern vielleicht auch andere Kulturen von dieser Idee profitieren könnten.

Was hast du von der Konferenz für deine Arbeit mitnehmen können?

Ein Hauptaugenmerk der Konferenz lag an der Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen EU-Ländern zu vernetzen. Das haben wir genutzt, um neue Projektideen zu schmieden und Partnerinnen und Partner für zukünftige Projekte zu finden.

Was war für dich neu und überraschend?

Es hat mich überrascht, dass unser landwirtschaftliches Förder- und Beratungssystem in Österreich so einzigartig ist, dass uns andere EU-Länder darum beneiden. Anderswo sind die Beraterinnen und Berater firmengebunden und können daher nicht unvoreingenommen agieren, oder aber es fehlt an der notwendigen Kompetenz, besonders was die Förderungsmodalitäten betrifft. Mithilfe der Agrarförderungen hat sich Österreich in den letzten Jahrzehnten ein Tool geschaffen, womit nicht nur die kleinstrukturierte Landwirtschaft unterstützt wird, sondern auch Maßnahmen zum Umwelt-, Klima- und Naturschutz gefördert und flächendeckend umgesetzt werden. Das würden sich andere Länder ebenfalls wünschen.

Von welchen Projekten aus anderen Ländern sollten wir in Österreich lernen?

Das Horizon Projekt SpongeWorks beschäftigt sich mit dem Thema Wasserspeicherung und Wasserresilienz, was in Hinblick auf den Klimawandel ein wichtiges Thema ist. In Zusammenarbeit mit mehreren Landwirtinnen und Landwirten in Europa werden Maßnahmen zur Wasserspeicherung in der Landschaft erarbeitet und erprobt. Österreich kann von diesem Projekt stark profitieren, besonders im Osten des Landes, wo langanhaltende Trockenperioden bereits jetzt ein Problem darstellen. Weiters fand ich das Projekt DaLeA – Dauerhafter Lebendmulch im Ackerbau sehr interessant, weil es die Vorteile von Grünland in den Ackerbau integriert. Mit Sicherheit benötigt es noch weitere Forschungsarbeit, aber mir gefällt die Idee gut, den Boden dauerhaft bedeckt zu halten und trotzdem Ackerbau betreiben zu können.

Christine Weinberger, EIP-AGRI-Projektleiterin, wpa Beratende Ingenieure GmbH

Podcast von Netzwerk Zukunftsraum Land zum Thema „Bodenerosion im Kartoffelanbau“ mit Christine Weinberger

EU GAP-Netzwerk – und andere aktuelle Veranstaltungen auf EU-Ebene

Unkategorisiert

Das Netzwerk dient als Forum für den Wissens- und Informationsaustausch zwischen nationalen GAP-Netzwerken, Organisationen, Verwaltungen, Forscher:innen, Unternehmer:innen und Anwender:innen (z. B. durch Peer-to-Peer-Learning und bewährte Praktiken) in den Bereichen Landwirtschaft und Politik für den ländlichen Raum.

Das EU GAP-Netzwerk hält regelmäßig Workshops, Working Groups, Seminare u.a. zu aktuellen Themen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab, zu denen Vertreter:innen aus allen Mitgliedsstaaten herzlich eingeladen sind. Von diesem regelmäßigen Austausch profitieren alle Teilnehmenden.

Hier finden Sie außerdem Webinare und Workshops zur internationalen Vernetzung von anderen Veranstaltern.

Für diese Veranstaltungen können Sie sich noch anmelden 
Good Practice-Webinar: Wertschöpfung durch Unternehmensunterstützung, territoriale Vermögenswerte und soziale Ökonomie

Der Wettbewerbsfähigkeitskompass der Europäischen Kommission hebt die Notwendigkeit hervor, Europas Produktivität, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und gleichzeitig den grünen und digitalen Übergang voranzutreiben. Ländliche Gebiete spielen in dieser Agenda eine wichtige Rolle und beherbergen ein breites Spektrum wirtschaftlicher Aktivitäten jenseits der Landwirtschaft, darunter Fertigung, Erzeugung erneuerbarer Energien, biobasierte Industrie, Tourismus, Handwerk und Forstwirtschaft. Viele ländliche Gebiete stehen jedoch vor strukturellen Herausforderungen, die durch demografischen Rückgang, Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel, niedrigere Produktivitätsniveaus und eingeschränkten Zugang zu Finanzmitteln und Unternehmensunterstützung verbunden sind.

Ziele
  • Initiativen und bewährte Praktiken präsentieren, die den Zugang zu Finanzierung und Unternehmensunterstützung für ländliche Unternehmen verbessern und ihnen helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Wachstumspotenzial zu stärken;
  • Untersuchen, wie ländliche Gebiete durch Bioökonomie, Kreislaufwirtschaft, hochwertige Produktion, territoriales Branding und lokale Wertschöpfungsketten einen höheren Mehrwert aus lokalen Vermögenswerten und Ressourcen schaffen können;
  • Förderung von Peer-Learning und Austausch über den Beitrag sozialwirtschaftlicher Organisationen, Genossenschaften und anderer kollektiver Geschäftsmodelle zu wettbewerbsfähigen, widerstandsfähigen und diversifizierten ländlichen Unternehmen und Volkswirtschaften.

Termin:

  • 17.09.2026 online

Anmeldung bis 28. August 2026

Weitere Informationen und Bewerbung

Aufruf an Expert:innen zu drei neuen EU-GAP-Netzwerk-Fokusgruppen

Die Europäische Kommission startet einen Aufruf für Expert:innen, darunter Landwirt:innen, Forstwirt:innen, Berater:innen, Forscher:innen und andere relevante Bewerber:innen, für drei neue EU-GAP-Netzwerk-Fokusgruppen mit Schwerpunkt auf Innovation, Wissensaustausch und EIP-AGRI. Die Fokusgruppen werden ihre Arbeit im Herbst 2026 beginnen und sollen ihre Ergebnisse bis zum Sommer 2027 liefern.

Bitte beachten Sie die Termine der ersten Treffen der Fokusgruppen. Alle Bewerber müssen an diesen Tagen zur Reise zu den Fokusgruppentreffen zur Verfügung stehen und daran teilnehmen können. Die Europäische Kommission übernimmt Reise- und Unterkünfte für die ausgewählten Experten.

FG 59: Integrierte Ansätze zur Waldbrandprävention: 25.-26. November 2026
FG 60: Innovative Düngemittelstrategien auf dem Bauernhof: 28.-29. Oktober 2026
FG 61: Innovative Schutzmaßnahmen gegen extreme Wetterereignisse in Kern- und Steinobstplantagen: 18.-19. November 2026

Bewerbung bis 31. Juli 2026 möglich

Policy Lab Stärkung einer diversifizierten ländlichen Wirtschaft im Zeitraum nach 2027

Die Vorschläge der Europäischen Kommission für den EU-Haushalt 2028–2034, veröffentlicht am 16. Juli 2025, bringen eine grundlegende Veränderung in der Architektur der EU-Finanzierung mit sich. Im neuen Rahmen würden Förderinstrumente und Politiken unter gemeinsamer Verwaltung – einschließlich ländlicher Entwicklung – in einem einheitlichen Nationalen und Regionalen Partnerschaftsplan (NRPP) pro Mitgliedstaat zusammengeführt, der durch einen übergeordneten Fonds finanziert wird. Dieser neue Ansatz zielt darauf ab, die Koordination und Synergien zwischen Politikbereichen und Governance-Ebenen zu stärken und integriertere Maßnahmen über Sektoren und Governance-Ebenen hinweg zu fördern, einschließlich ländlicher Gebiete.

Die Stärkung der ländlichen Wirtschaft spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union. Die zukünftige Vitalität ländlicher Gebiete wird nicht nur von der Landwirtschaft abhängen, sondern auch davon, die Bedingungen zu schaffen, damit ländliche Unternehmen und lokale Wirtschaften sich an demografische Veränderungen, den grünen und digitalen Übergang, sich wandelnde Arbeitsmarktbedürfnisse und wachsende geopolitische Belastungen anpassen können. Dazu gehört die Maximierung des Potenzials von Sektoren, die mit und darüber hinaus der Landwirtschaft verbunden sind, wie Bioökonomie, Kreislaufwirtschaft, erneuerbare Energien, Tourismus und Sozialwirtschaft.

Ländliche Gebiete haben ein erhebliches Potenzial, Arbeitsplätze zu schaffen, Talente zu halten und ihre Attraktivität in einer Vielzahl von Sektoren zu steigern, wodurch sie zu den weiteren wirtschaftlichen Ambitionen der EU beitragen. Die zukünftigen NRPPs, zusammen mit dem vorgeschlagenen 10%-Ziel für ländliche Regionen, bieten den Mitgliedstaaten und Regionen eine wichtige Gelegenheit, Maßnahmen, Investitionen und Reformen zu entwerfen, die dieses Potenzial freisetzen und ländliche Gebiete widerstandsfähiger, wettbewerbsfähiger und attraktiver zum Leben und Arbeiten machen.

Termin:

  • 29.09. – 01.10.2026 in Kotka (Finland) 

Anmeldung bis 24. Juli 2026

Weitere Informationen und Anmeldung

Europas ländliche Zukunft: Auf ländliche Prioritäten durch integrierte nationale und regionale Strategien und LEADER reagieren

Auf nationaler und regionaler Ebene wird die Veranstaltung einen Raum zur Diskussion bieten, wie integrierte Politikgestaltung dazu beitragen kann, bessere ländliche Politiken zu gestalten, wobei Irlands ‚Our Rural Future‘ und andere Beispiele ganzheitlicher Strategien in Mitgliedstaaten und Regionen betrachtet werden. Auf lokaler Ebene wird ein besonderer Fokus auf LEADER/CLLD gelegt, um dessen Mehrwert und Beitrag zur Entwicklung ländlicher Gebiete heute und in der Zukunft sowie zur Stärkung Europas Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit hervorzuheben.

Termin:

  • 03. u. 04.11.2026 in Naas (Ireland) 

Anmeldung bis 17. August 2026

Weitere Informationen und Anmeldung

Aufbau von Horizon Europe-Kooperationen für Landwirtschaft und ländliche Gebiete

In den letzten Jahren haben die Vermittlungsveranstaltungen des EU-CAP-Netzwerks erfolgreich die Entwicklung hochwertiger Horizon-Europe-Vorschläge unterstützt, die Verbindungen zwischen Forschung, Praxis und Beratungsdiensten gestärkt und dauerhafte Kooperationen in der gesamten EU geschaffen. Aufbauend auf dieser Erfahrung konzentriert sich die Novemberausgabe 2026 auf das Netzwerken und die Entwicklung von Ideen zu Schlüsselprioritäten aus dem Horizon Europe Cluster 6 Arbeitsprogramm und dem Mission Soil für 2027, mit Schwerpunkt auf Themen, die einen Multi-Akteur-Ansatz erfordern.

Themen:

  • Agrobiodiversität und nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken
  • Förderung von Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit in landwirtschaftlichen Systemen
  • Unterstützung klimasensibler und sauberer Landwirtschaft
  • Förderung von Innovation durch landwirtschaftliche Wissens- und Innovationssysteme
  • gesunde Böden

Termin:

  • 05. – 06.11.2026 in Brüssel, Belgien 

Bewerbung bis 14. August 2026

Weitere Informationen und Bewerbung

Weitere bevorstehende Veranstaltungen
Derzeit keine weiteren Veranstaltungen