Jetzt einreichen: Ausschreibung für kooperative Innovationsprojekte im Mobilitätsbereich geöffnet

Klimaschutz
Lebensqualität

In der aktuellen Ausschreibung des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) werden lokale und regionale Demonstrationsprojekte für die Mobilitätswende, sowie Systeminnovationen u.a. in folgenden Bereichen gefördert:

  • Nutzer:innenvielfalt und Barrierefreiheit
  • Kooperative Transportlogistik
  • Prozesse, Steuerung und Planung auf kommunaler und regionaler Ebene
  • integrierte Mobilitätsdienste und multimodale Mobilitätsknoten

Besonders willkommen ist die aktive Beteiligung regionaler Akteure, die ihre Perspektive als Bedarfsträger:innen einbringen.

Einreichfrist: 25. Februar 2026

Alle Details zur Ausschreibung sowie den Ausschreibungsleitfaden zur Einreichung finden Sie auf der Website der FFG: https://www.ffg.at/mobilitaet-call2025ms

 

Agricultural and Rural Inspiration Awards 2025 – Jetzt abstimmen

Innovation
Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

In der diesjährigen Ausgabe der Agricultural und Rural Inspiration Awards werden Projekte vorgestellt, die im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) besonders innovativ, nachhaltig, sozial inklusiv und resilient arbeiten. Der Schwerpunkt liegt 2025 auf dem Thema “Generationenwechsel” – mit Initiativen, die junge Menschen aktiv an der Zukunft ländlicher Räume beteiligen.

Aus über 120 Einreichungen wurden 24 Projekte ausgewählt.
Gleich drei davon kommen dieses Jahr aus Österreich.

Jetzt seid ihr gefragt:
Lernt die Finalistinnen und Finalisten kennen, schaut euch die Kurzvideos an und stimmt für das Projekt ab, das euch am meisten überzeugt. Eure Stimme entscheidet darüber, wer den Popular Vote gewinnt!

Abstimmung bis Montag, 1. Dezember 2025, 18:00 (CET)
Alle Projektvideos findet ihr in der ARIA 2025 YouTube-Playlist.
Die Preisverleihung findet am 3. Dezember 2025 in Brüssel statt und wird live gestreamt.
Durch eure Stimme und das Weitererzählen unterstützt ihr engagierte Projekte im ländlichen Raum und stärkt deren Sichtbarkeit.

Netzwerk Zukunftsraum Land Jahreskonferenz zeigte Kraft, Kreativität und Empowerment des ländlichen Raums

Innovation
Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Mehr als 100 Teilnehmer:innen aus ganz Österreich fanden sich von 16. – 17. September im Tiroler Bezirk Schwaz zur Netzwerk – Jahreskonferenz zusammen. Unter dem Motto „Mut schafft Zukunft: 30 Jahre Europa gestalten“ verband die zweitägige Veranstaltung Rückblick und Aufbruch zugleich. Im Zentrum standen drei Jahrzehnte österreichischer EU-Mitgliedschaft und deren Wirkung auf ländliche Räume – sowie die Frage, wie gemeinsame europäische Politik künftig gestaltet werden kann. Fachinputs, Praxisbeispiele und Dialogformate eröffneten Perspektiven für die nächsten Jahrzehnte und machten deutlich: Europäische Zusammenarbeit bleibt ein zentraler Motor für Innovation, Nachhaltigkeit und Lebensqualität am Land.

 

Die Keynotes von Brigitte Ederer, Staatssekretärin a. D., und der Künstlerin Katharina Cibulka zeigten eindrucksvoll, wie vielschichtig Mut im Wandel wirkt: als politischer Gestaltungswille, als ökonomische Verantwortung und als künstlerisches Empowerment, das gesellschaftliche Veränderung anstößt. Ederer verband einen positiven Rückblick auf drei Jahrzehnte europäischer Integration mit einem klaren Appell für die Zukunft: Um den Herausforderungen unserer Welt zu begegnen, braucht es eine starke europäische Einheit und echten Zusammenhalt. Cibulka wiederum machte Mut als Ressource für Transformation sichtbar – insbesondere im ländlichen Raum. Auch sie betonte die Kraft der Gemeinsamkeit: „wenn es viele gibt, die sich zu mir stellen, traue ich mich auch, mutig zu sein“. Beide Beiträge unterstreichen: Mut ist mehr als eine Haltung – er ist eine gestaltende Kraft, die Wandel möglich macht.

Sektionschef Johannes Fankhauser (BMLUK) hob hervor, dass die EU nicht nur Rahmenbedingungen geschaffen, sondern einen Erfahrungsraum eröffnet habe, in dem Österreichs landwirtschaftliche Betriebe und die Regionen gelernt haben, Verantwortung zu tragen und sich nachhaltig zu entwickeln. Zum Ausklang am Abend lud das Netzwerk zum Kamingespräch ins Dorfhaus in beeindruckender alpiner Atmosphäre in Steinberg am Rofan. Bürgermeister Helmut Margreiter zeigte dabei, wie es die kleine Gemeinde geschafft hat, mit Innovation, Weitblick und Gestaltungswillen dem Leerstand entgegenzuwirken und neue Gemeinschaft zu stiften. Markus Hopfner (BMLUK) und Ignaz Knöbl berichteten in diesem Rahmen beide sehr persönlich über ihre Aufgabe, die gemeinsame Agrarpolitik mitzugestalten – in Verhandlungen wie in der Umsetzung. Die EU hat die ländliche Entwicklung geprägt – und sie eröffnet uns auch künftig die Chance, mutig voranzugehen.

Besonders eindrücklich wurde das am zweiten Tag im Praxisteil erlebbar: In Kleingruppen-Exkursionen konnten die Teilnehmer:innen sehen, wie mutige Entscheidungen vor Ort Gestalt annehmen – am Bergbauernhof Bichlhof mit seinem Dialog zwischen Landwirtschaft, Gesellschaft und Generationen, im Naturpark Karwendel mit konsequenten Maßnahmen im Schutzgebietsmanagement, bei regionalen Mobilitäts- und Energieinitiativen oder im Unternehmen Syncraft mit dem Lebensraumnetzwerk Wilder Kaiser.

Die Jahreskonferenz machte deutlich: Der ländliche Raum ist ein Labor der Zukunft – ein Ort, an dem Nachhaltigkeit, Kreativität und Empowerment ineinandergreifen. Mut – so der Tenor der beiden Tage – ist das Kapital, das Regionen, Generationen und Ideen verbindet – weit über Tirol hinaus.

Die Reise geht weiter: Im Jahr 2026 setzt Netzwerk Zukunftsraum Land mit dem Jahresmotto#weiterdenken – Zukunft mit der nächsten Generation gestalteneinen neuen Impuls, der den Blick noch stärker nach vorne richtet.

Netzwerk Zukunftsraum Land/ Stephanie Topf

Projektvideos:

LKÖ Arbeitskreisberatung 
(Lukas Oßberger, LKÖ und Franz Paller, BMLUK)

 

ÖAR LEADER
(Christa Rockenbauer-Peirl und Christian Rosenwirth, BMLKUK)

ÖAR MINT

ÖAR Käsestraße

 

UWD ÖPUL (Lukas Weber-Hajszan, BMLUK)

UWD Lechnergut

 

WINN LIN/LIP (Christian Rosenwirth, BMLUK)

WINN Multifunktionshaus

WINN Stell dir vor Labor

 

WINN EIP AGRI (Team der Innovation Broker/NZL)

WINN Superhochstämme

Das war die internationale LEADER-Exkursion in Deutschland

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Die nationalen GAP-Vernetzungsstellen aus Österreich, Deutschland und Luxemburg organisieren abwechselnd Exkursionen für Vertreterinnen und Vertreter der LEADER-Regionen.

Dieses Jahr waren von 7. – 9.10.2025 die beiden süddeutschen LEADER Regionen Hohenlohe-Tauber und Romantische Straße Gastgeber für 50 Personen aus LEADER-Regionalmanagements und Lokalen Aktionsgruppen aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Südtirol, Belgien und Luxemburg.

Hier ein paar Highlights:

Tag 1: Bürgerweinberg Igersheim, Bauernhofbrauerei Derrhof, Taubermühle Markelsheim. Und ein wunderbares Abendessen mit dem regionaltypischen Schäufele.

Tag 2: Sozialraum St. Josefspflege, Café Gsälzbär und die Ciderwerkstatt Böhm in Mulfingen, BurgErlebnisspielplatz und jüdisches Dokumentationszentrum Colmberg, Pilgerherberge Binzwangen, Stadtführung Rothenburg ob der Tauber

Tag 3: Kulturkino, Freilichtbühne und Fruchtpresse in Feuchtwangen, Veranstaltungscafé Vorderbreitenthann.

Neben der Vorstellung der interessanten LEADER-Projekte kam auch die lokale, köstliche Kulinarik und Gastfreundschaft nicht zu kurz: Genuss und regionale Wertschöpfung auf dem Präsentierteller! Gute Stimmung  begleitet die Teilnehmenden und interessante neue Kontakte aus dem gesamten deutschsprachigen EU-Raum wurden geknüpft und vertieft.

Mehr Infos zu den einzelnen Programmpunkten zur Internationalen LEADER-Exkursion finden Sie hier: www.dvs-gap-netzwerk.de/leaderexkursion

 

Unser Podcast zu aktuellen Themen der GAP

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Hier findet Ihr alle Folgen und Inhalte im Überblick

Aktuelle Themen:

#6 – 30 Jahre Österreichisches Agrarumweltprorgramm (ÖPUL)
#5 – Wassersparender Bio-Ackerbau
#4 – Bodenerosion im Kartoffelanbau
#3 – Herausforderung Wasser
#2 – Leerstandsmanagement
#1 – Psychosoziale Gesundheit in der Beratung

Jetzt gleich anhören!

Nachbericht: Mentale Gesundheit in der Landwirtschaft im Fokus

Lebensqualität

Am 9. Oktober 2025 fand in Salzburg die Tagung zum Thema „Mentale Gesundheit in der Landwirtschaft im Fokus“, organisiert vom Netzwerk Zukunftsraum Land, statt. Rund 70 Teilnehmende aus Beratung, Landwirtschaft und Forschung kamen zusammen, um sich über psychische Gesundheit, Herausforderungen im landwirtschaftlichen Alltag und praxisnahe Lösungsangebote zu informieren. Die Tagung bot Raum für Austausch, fachlichen Input und praktische Ansätze, um mentale Gesundheit als festen Bestandteil einer nachhaltigen Landwirtschaft zu verankern. Damit verband die Veranstaltung fachliche Information mit persönlicher Stärkung – und zeigte: Wer seelisch gesund bleibt, kann Herausforderungen im Berufs- und Familienalltag besser begegnen.

Christoph Pieh, Leiter des Departments der Universität für Weiterbildung Krems, betonte eindrücklich die Bedeutung mentaler Gesundheit und deren Relevanz für die Gesamtbevölkerung. Er zeigte in seinem Vortrag auf, dass der Körper und die Psyche sehr eng verbunden sind und Wechselwirkungen möglich sind.

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die erstmalige Präsentation der GAP-Evaluierungsstudie „Soziale und psychische Belastungen der österreichischen Land- und Forstwirt:innen und die Bedeutung von Unterstützungsangeboten zur Verbesserung der bäuerlichen Lebensqualität“, die im Auftrag des BMLUKs von L&R Sozialforschung erstellt und von Projektleiterin Nadja Bergmann vorgestellt wurde. Die Studie verdeutlicht die vielfältigen Herausforderungen, denen Land- und Forstwirt:innen gegenüberstehen: von körperlichen und psychischen Belastungen über soziale Schwierigkeiten bis hin zu wirtschaftlichen Unsicherheiten. Faktoren wie klimabedingte Ernteausfälle, steigende Preise, fehlende Arbeitskräfte und Nachfolger:innen erschweren den Alltag zusätzlich.

Darüber hinaus wurde eine zweite wichtige Studie von Elke Humer von der Universität für Weiterbildung Krems vorgestellt, die sich mit der psychischen Gesundheit im landwirtschaftlichen Beruf auseinandersetzt. Der Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung zeigt deutlich, dass Landwirt:innen häufiger unter psychischen Erkrankungen leiden – darunter Depressionen, Ängste, Schlaflosigkeit und ein hohes Stressniveau.

Frau Deutschmann-Hietl, Beraterin bei „Lebensqualität Bauernhof“ Salzburg skizzierte die spezifischen Herausforderungen in der Landwirtschaft und ging insbesondere auf zwischenmenschliche Themen ein. Sie hob Generationenkonflikte, Hofübergaben sowie die Vermischung von Arbeit und Freizeit als zentrale Belastungsfaktoren hervor.

Am Nachmittag berichtete Manfred König, Lebens- und Sozialberater sowie selbst Landwirt, über die Tabuisierung von mentalen Belastungen speziell bei Männern und die Schwierigkeit, Zugang zu dieser Zielgruppe zu finden. Er zeigte konkrete Anregungen zur Enttabuisierung auf.

Josef Stangl, Berater bei HOF.Leben, erläuterte die Handlungsspielräume und Abgrenzungsmöglichkeiten von Berater:innen: Was kann tatsächlich beeinflusst werden, was übersteigt meine Beratungskompetenz und wie gelingt der Zugang zu den Gesprächspartner:innen?

Abschließend präsentierten sechs Initiativen und Projekte aus drei Ländern ihre Angebote zum Thema „Mentale Gesundheit von Landwirt:innen“ auf dem Markt der Initiativen. Unter anderem wurden folgende Projekte vorgestellt:

– Happy am Hof – Zusammenarbeitsprojekt

– Betriebshilfe von Maschinenring
– Beratungsangebote von “Lebensqualität Bauernhof”
– Gesundheitsangebote der SVS
– Beratungsangebote der Bundesarbeitsgemeinschaft Familie und Betrieb aus Deutschland
– Gesundheitsangebot der SVLFG (Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau,
Deutschland
– Beratungsangebote der Südtiroler Bäuerinnenorgansation

Die Tagung hat gezeigt, dass der offene Dialog und die vielfältigen Vernetzungsmöglichkeiten entscheidend dazu beitragen, Lösungsansätze weiterzuentwickeln und mentale Gesundheit langfristig in der Landwirtschaft zu verankern.

Kooperation als Schlüssel für eine zukunftsfähige Landwirtschaft: Treffen von Expert:innen aus 22 Mitgliedstaaten

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Kooperation gilt als zentrales Instrument, um landwirtschaftliche Betriebe widerstandsfähiger, wettbewerbsfähiger und nachhaltiger zu gestalten.

Durch gemeinsames Nutzen von Wissen, Ressourcen und Infrastruktur können insbesondere kleinere und neu gegründete Betriebe ihre Marktposition stärken, Kosten senken und Innovationen vorantreiben. Kooperationen eröffnen darüber hinaus den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten, neuen Technologien und Beratungsleistungen – entscheidende Faktoren in Zeiten ökonomischer, ökologischer und demografischer Herausforderungen.

Ende September 2025 fand das erste Treffen der EU CAP Network Thematic Group mit dem Titel “Unlocking the Potential of Cooperation” statt. Unter der Leitung des EU-GAP-Netzwerks diskutierten rund 40 Expertinnen und Experten aus 22 EU-Mitgliedstaaten über Ansätze, wie Kooperationen in der Landwirtschaft durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) gezielt gestärkt werden können.
Ziel der Arbeitsgruppe ist es, den Beitrag kooperativer Ansätze zur Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Betriebe zu analysieren und zentrale Erfolgsfaktoren für wirksame Unterstützungsmaßnahmen zu identifizieren.

Schwerpunkte des ersten Treffens

Im Mittelpunkt des Austauschs standen drei zentrale Themenbereiche:

  • Erfahrungsaustausch zu Formen landwirtschaftlicher Kooperationen
  • Bewertung der Wirksamkeit bestehender GAP-Instrumente (Artikel 77 und 78)
  • Entwicklung von Empfehlungen zur Verbesserung von Unterstützungsmaßnahmen

Die im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) verfügbaren Instrumente zur Unterstützung von Kooperationen wurden von Margherita Muzzillo (DG AGRI) vorgestellt. Ergänzend dazu präsentierten Vertreter:innen bestehender Kooperationen aus mehreren Mitgliedstaaten praxisnahe Beispiele, die veranschaulichten, wie unterschiedliche Kooperationsmodelle in der Praxis bereits erfolgreich umgesetzt werden und welchen Mehrwert sie für landwirtschaftliche Betriebe schaffen.

Praxisbeispiele aus Schweden, Lettland und dem europäischen Netzwerk handwerklicher Käsereien

Mattias Gotting (Swedish Board of Agriculture) veranschaulichte, dass Kooperationen in Schweden – etwa in Form von Genossenschaften mit Marktanteilen von bis zu 95 % im Milchsektor – wesentlich zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen.
Charlotte Gohier (FACE Network) stellte die europäische Zusammenarbeit handwerklicher Käseproduzent:innen vor, die mit begrenzten Mitteln, aber starkem Engagement erfolgreich Interessenvertretung betreiben.
Liene Feldmane (Latvian Rural Advisory and Training Centre) betonte die zentrale Rolle der landwirtschaftlichen Beratung beim Aufbau von Vertrauen und Wissen – beides wesentliche Voraussetzungen für funktionierende Kooperationen.

Diskussion zu Erfolgsfaktoren und Handlungsbedarf

Im Anschluss an die Impulsbeiträge erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen Erfolgsfaktoren, mit denen Kooperationen die Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und das Wachstum landwirtschaftlicher Betriebe stärken können. Zudem wurde diskutiert, inwiefern die bestehenden GAP-Instrumente das vorhandene Kooperationspotenzial in der europäischen Landwirtschaft bereits aktivieren – und wo noch Verbesserungspotenzial besteht.

Fazit und Ausblick

Das Treffen machte deutlich, dass Kooperationen in der Landwirtschaft einen wesentlichen Hebel für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und nachhaltige Entwicklung darstellen. Erfolgreiche Beispiele aus Schweden, Lettland und dem FACE Network unterstreichen, wie wichtig geeignete Rahmenbedingungen, gezielte Förderinstrumente und engagierte Beratung sind.
In den kommenden Monaten wird die Thematic Group ihre Arbeit fortsetzen und konkrete Handlungsempfehlungen zur Stärkung kooperativer Ansätze im Rahmen der GAP entwickeln. Dabei sollen bewährte europäische Erfahrungen zusammengeführt und in einen breiteren Kontext gestellt werden.

Österreichische EIP-AGRI-Gruppen setzen ein starkes Zeichen im EU-FarmBook

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Die Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) ist seit 2022 als Botschafterin Teil des Horizon-Europe-Projekts EU-FarmBook – einer EU-weiten Initiative, die darauf abzielt, praxisnahe Ergebnisse aus landwirtschaftlicher Forschung und Innovation dauerhaft zugänglich zu machen. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer zentralen, mehrsprachigen Wissensplattform, die Landwirt:innen, Berater:innen, Ausbildner:innen und politischen Entscheidungsträger:innen als wertvolle Informationsquelle dient.

Ein besonderer Erfolg: Mittlerweile ist rund die Hälfte aller österreichischen EIP-AGRI-Operationellen Gruppen in EU-FarmBook vertreten und weitere sind gerade dabei, ihre Ergebnisse hochzuladen. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Sichtbarkeit heimischer Innovationsarbeit auf EU-Ebene und ein deutliches Zeichen dafür, wie engagiert Österreich seine Expertise in die europäische Wissenslandschaft einbringt.

Als nationale Botschafterin unterstützt die LKÖ EIP-Gruppen aktiv bei der Veröffentlichung ihrer Projektergebnisse in EU-FarmBook. So wird sichergestellt, dass praxistaugliches Wissen nicht verloren geht, sondern auch über die Projektlaufzeit hinaus auf europäischer Ebene verfügbar bleibt – und das in allen EU-Sprachen, dank automatischer Übersetzung auf der Plattform.

Was ist das EU-FarmBook?

EU-FarmBook ist eine digitale Plattform, die den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis erleichtert. Sie stellt Wissen aus EU-geförderten Projekten (zum Beispiel Horizon 2020, Horizon Europe, EIP-Agri) als Texte, Videos, digitale Werkzeuge oder Praxisanleitungen zur Verfügung. Die Inhalte sind leicht auffindbar, verständlich aufbereitet und sofort nutzbar.

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Langfristige Sichtbarkeit von Projektergebnissen
  • Automatische Übersetzung in allen EU-Sprachen
  • Zugang zu einem EU-weiten Publikum

Mit dem EU-FarmBook entsteht eine europäische Plattform, die Brücken zwischen Forschung und Praxis baut – und Österreich leistet dabei, unter der Leitung der Landwirtschaftskammer Österreich, einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung und Nutzung dieser Drehschreibe.

Nachlese: Herbst-Bodenforum 2025 – Funktionen unserer Böden – Boden lebendig und gesund erhalten!

Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Natürliche Ressourcen

Das Herbst-Bodenforum 2025 widmete sich umfassend den Themen Bodenfunktionen, Bodenbewertung, Flächenverbrauch und dem Soil Monitoring Law. Eine Exkursion zur LFS Winkelhof zeigte praxisnah die Rekultivierung von ehemals versiegelten Flächen eines Schulgeländes und die damit einhergehende bodenkundliche Baubegleitung. In der Tagung wurde die zentrale Bedeutung gesunder Böden zur Erbringung von Ökosystemleistungen wie Wasserreinigung, Klimaschutz und Ernährungssicherheit betont. Besonders in Salzburg ist der nutzbare Boden pro Einwohner knapp, was Abhängigkeiten von externen Flächen schafft. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Mooren als wertvolle Kohlenstoffspeicher und ihrer Wiedervernässung.

Bodendaten liefern den österreichischen Bundesländern Entscheidungsgrundlagen für Raumplanung und Umweltprüfungen. Allerdings fehlen oft rechtliche Bindungen, wodurch trotz negativer Bewertungen Bodenversiegelungen erfolgen können. In der Planungspraxis bestehen zudem große Datenlücken, insbesondere in Gebirgsregionen, und die bodenkundliche Baubegleitung ist meist noch nicht verpflichtend. In der Diskussion wurde deutlich, dass effektiver Bodenschutz klare gesetzliche Vorgaben, politische Priorität und gesellschaftliche Akzeptanz braucht, um über reine Empfehlungen hinauszugehen und den Wert der Böden für Mensch und Umwelt nachhaltig zu sichern.

Eine ausführliche Zusammenfassung der Tagung sowie die Präsentationen finden Sie im Download-Bereich.

BAB Report: Investitionsförderungen aus Geschlechterperspektive

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In der Förderperiode 2014–2020 flossen bis Ende 2023 rund 9,7 Milliarden Euro über das Programm für die Entwicklung des ländlichen Raumes (Programm LE 14–20) in ländliche Regionen. Aus geschlechterspezifischer Perspektive untersucht diese Arbeit, in welchem Ausmaß (Betriebe, Förderfälle und -summen) Frauen und Männer in den VHA 4.1.1 – „Investitionen in die landwirtschaftliche Erzeugung“ und 6.4.1 – „Diversifizierung hin zu nicht-landwirtschaftlichen Tätigkeiten“ partizipiert haben. Die Auswertung der Daten erfolgt unter Berücksichtigung sozioökonomischer, naturräumlicher und zeitlicher Kriterien. Die Ergebnisse zeigen, dass von Frauen geleitete Betriebe in einem geringeren Ausmaß in der VHA 4.1.1 partizipieren – verglichen sowohl zur Grundgesamtheit als auch zu von Männern geführten Betrieben.

Hinsichtlich der Art der Investitionen (Fördergegenstände) bestehen hingegen keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. In der VHA 6.4.1 ist die Teilnahmerate mit 1% der Betriebe der Grundgesamtheit generell sehr gering. Auch hier ist eine geringere Beteiligung von Frauen im Vergleich zu Männern und zur Grundgesamtheit zu beobachten. Um das Thema Gleichstellung von Frauen und Männern umfassend zu beleuchten und in weiterer Folge zu verankern, sind deshalb einerseits weiterführende, geschlechterspezifische Studien notwendig. Andererseits wären im Rahmen des künftigen österreichischen GAP-Strategieplans 2028+ die Entwicklung von gezielten Fördermöglichkeiten und unterstützende Strukturen für Frauen anzudenken.