Nachbericht KI in der Landwirtschaft – Daten als Treibstoff für Innovation

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Lebensmittelversorgung

Am 10. Juni 2026 lud das Netzwerk Zukunftsraum Land zur Veranstaltung „KI in der Landwirtschaft – Daten als Treibstoff für Innovation“ ins Francisco Josephinum nach Wieselburg. Mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Landwirtschaft, Forschung, Beratung und Bildung nutzten die Gelegenheit, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen rund um Daten und Künstliche Intelligenz auszutauschen.

Den Auftakt machte Datenexperte und Podcaster Christian Krug (unf#ck your data). In seinem Vortrag zeigte er auf, wie sorglos Daten häufig in Cloud-Systemen gespeichert werden und welche Rückschlüsse daraus gezogen werden können. Gleichzeitig verdeutlichte er den Wert von Daten als Grundlage für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Diskutiert wurden Fragen der Datenhoheit sowie Möglichkeiten, Daten sicher zu teilen, ohne die Kontrolle darüber zu verlieren. Initiativen wie der EU Data Act, Gaia-X oder AgDataHub wurden als wichtige Bausteine für zukünftige Datenräume vorgestellt.

Fabian Butzenlechner (Josephinum Research bzw. Innovation Farm) stellte das Konzept der Datenräume bzw. der Agrardatenräume vor. Mithilfe dieser könnten bisherige Datensilos geöffnet und im Rahmen klarer Transparenz- und Governancevorschriften miteinander geteilt werden. Durch den dezentralen Charakter der Datenräume sind große Datenplattformen und -speicher außerhalb Europas nicht mehr notwendig, weshalb sie eine wichtige Säule der digitalen Souveränität bilden. Gerade in der Landwirtschaft könnten Mehrfacherfassungen von Daten vermieden und somit ein wesentlicher Beitrag zur Bürokratiereduktion geleistet werden.

Im anschließenden Pitch-Format präsentierten Expertinnen und Experten aktuelle Forschungs- und Praxisprojekte. Peter Roth (VetMed Wien) gab Einblicke in den Einsatz von KI in der Veterinärmedizin. Christa Egger-Danner (ZuchtData) stellte das Forschungsprojekt ENSURE zur Nutzung von Tierhaltungs- und Gesundheitsdaten vor. Markus Gansberger (FH Wiener Neustadt) präsentierte die Stiftungsprofessur „Data-Centric AI in Agriculture“, die sich mit der Aufbereitung und Nutzung hochwertiger Daten für KI-Anwendungen beschäftigt. Elisabeth Reith (LK Steiermark) stellte die KI-Strategie der Landwirtschaftskammern Österreichs vor, die den Wissenstransfer und die Beratung durch KI-Anwendungen unterstützen soll. Peter Riegler Nurscher (Josephinum Research) präsentierte das Projekt „Driving Innovations in Smart Farming“.

Den Abschluss des Vormittags gestaltete Gertraud Leimüller (leiwand.ai) mit einem Blick auf die Zukunft einer daten- und KI-getriebenen Landwirtschaft. Sie zeigte auf, wie aus Daten konkrete Wertschöpfung entstehen kann, welche Rolle vertrauenswürdige KI spielt und warum Technologie-Souveränität für die Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Als zentrale Erfolgsfaktoren einer zukunftsfähigen Landwirtschaft nannte sie innovative Technologien, funktionierende Märkte und passende Governance-Strukturen.

Am Nachmittag wurden die Themen in Arbeitsgruppen vertieft. Die Gruppe „Datenräume: Use Cases und Potenziale“ diskutierte konkrete Anwendungsfälle für landwirtschaftliche Datenräume, deren Nutzen für Betriebe sowie Fragen zu Datenverfügbarkeit, Datenaustausch und Datenhoheit. In den Workshops „Change Management in Organisationen“ und „Wissenstransfer & Kompetenzen“ wurden nicht nur Erfolgsfaktoren für die sinnstiftende Einführung von KI in Unternehmen erarbeitet, sondern auch Good Practices zum Umgang mit KI und Erfahrungen zum Kompetenzaufbau unter den Teilnehmenden ausgetauscht. Die Gruppe „Interoperabilität, Standards und technische Aspekte“ beschäftigte sich mit dem Zusammenspiel von Maschinen, Softwarelösungen und digitalen Plattformen. Im Mittelpunkt standen bestehende Standards, Herausforderungen beim Datenaustausch und mögliche Verbesserungen für eine reibungslose Vernetzung.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass Daten eine zentrale Ressource für die Weiterentwicklung von KI in der Landwirtschaft darstellen. Gleichzeitig wurden die Bedeutung von Datenhoheit, Interoperabilität und vertrauenswürdigen Rahmenbedingungen hervorgehoben. Die vorgestellten Projekte und Diskussionen zeigten eindrucksvoll, wie datenbasierte Innovationen dazu beitragen können, die Landwirtschaft nachhaltiger, effizienter und zukunftsfähiger zu gestalten.

Menschen sitzen in einem Hörsaal. Man sieht sie nur von hinten
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