Das war die Netzwerk – Jahreskonferenz 2026: #weiterdenken Zukunft mit der nächsten Generation gestalten

Innovation
Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Was braucht es, damit junge Menschen ihre Zukunft am Land aktiv mitgestalten wollen und können? Rund 120 Teilnehmer:innen aus ganz Österreich gingen dieser Frage am 6. Oktober bei der Jahreskonferenz von Netzwerk Zukunftsraum Land am Waldcampus Traunkirchen nach. Unter dem Motto #weiterdenken standen dabei nicht nur die Perspektiven junger Menschen im Mittelpunkt, sondern vor allem der Austausch zwischen den Generationen.

Wie wichtig dieser Dialog ist, zeigte sich besonders im Generationen Café: Schüler:innen des Agrarbildungszentrums Salzkammergut hatten das Format mit viel Engagement vorbereitet und brachten junge Menschen mit Akteur:innen unterschiedlichster Bereiche und Generationen zusammen. Diskutiert wurde darüber, was junge Menschen motiviert, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen, was sie von Entscheidungsträger:innen brauchen und was das Leben am Land für sie attraktiv macht. Gemeinschaft, Regionalität und Sicherheit werden ebenso geschätzt wie gute Rahmenbedingungen, Perspektiven und die Möglichkeit, selbst mitzugestalten.

Dieser generationenübergreifende Blick zog sich durch die gesamte Jahreskonferenz. Schon zum Auftakt wurde deutlich, wie wichtig Bildung, Wissenstransfer und regionale Verankerung dafür sind. Florian Hader, Leiter der FAST Traunkirchen des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW), stellte den Waldcampus als Ort vor, an dem Wissen rund um Wald und Forstwirtschaft vermittelt wird, Absolvent:innen immer wieder zusammenkommen und neue Ideen entstehen. Alois Siegesleitner, Vizebürgermeister von Traunkirchen, betonte die Bedeutung von Natur, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft sowie von Bildungsangeboten und Vereinen, die jungen Menschen Möglichkeiten bieten, sich in der Region zu verankern. Agnes Pauzenberger, Geschäftsführerin der LEADER Region Traunsteinregion und Wolfgang Löberbauer, Leiter der Agrar- und Regionalförderung, Land OÖ, spannten den Bogen von konkreten Jugendprojekten über die Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik bis zur Verbindung von Forschung, Innovation und Praxis.

Wie Zukunftsgestaltung in der Praxis aussehen kann, zeigten im Anschluss vier Kleingruppenexkursionen in der Region: Am Betrieb Wallner in Scharnstein wurde sichtbar, wie die nächste Generation mit Begeisterung die Hofnachfolge antritt und mit der Produktion von A2 Milch, der eigenen Milchmanufaktur und Käserei sowie regionaler Vermarktung neue Möglichkeiten für die Wertschöpfung vor Ort schafft. Am Bruckbacherhof im Naturpark Attersee Traunsee wurde erlebbar, wie der Schutz von Streuobstwiesen und seltenen Obstsorten mit Naturvermittlung nachhaltig in der Region verankert wird. Die LEADER Projekte „Theatergasse 6 – A Playground of Possibilities“ und „Clay Project“ zeigten, wie junge Frauen mit innovativen Geschäftsmodellen neue Räume für Kommunikation und Kreativität in der Gmundner Innenstadt schaffen. Bei Miba in Laakirchen wiederum wurde deutlich, wie Technologie, Kinder- und Jugendbildung sowie regionale Innovationskultur zusammenspielen, von den Miba FutureLabs bis zu Jugend- und Innovationsprojekten, die den Schwung aus dem Kulturhauptstadt Jahr in die Zukunft tragen.

Am Nachmittag rückte die Perspektive der jungen Generation noch stärker ins Zentrum. Markus Hopfner (BMLUK) betonte die Bedeutung der Gemeinsamen Agrarpolitik für die Entwicklung ländlicher Räume. David Laumer von Foresight Research brachte Erkenntnisse aus Jugendstudien ein und zeigte auf, welche Erwartungen junge Menschen an das Leben am Land haben und welche Rahmenbedingungen es braucht, damit sie ihre Zukunft dort aktiv mitgestalten können, während die Jungbäuerinnen und Farmfluencerinnen Verena Schöllauf und Franziska Rußmann zeigten, wie wichtig Kommunikation und Vermittlung in der Landwirtschaft sind, um auch der nächsten Generation sichtbar zu machen, was mit Mut, neuen Ideen und Verantwortung möglich ist.

Die Jahreskonferenz machte damit deutlich: Zukunft mit der nächsten Generation zu gestalten bedeutet nicht, über junge Menschen zu sprechen, sondern mit ihnen. Es braucht Räume für Austausch, Möglichkeiten zur Mitgestaltung und den Mut, neue Ideen auch tatsächlich umzusetzen. #weiterdenken heißt, Generationen nicht nacheinander, sondern miteinander Zukunft gestalten zu lassen.

Internationales Jahr der Bäuerin 2026 – Frauen gestalten die Zukunft des ländlichen Raumes

Geschlechtergleichstellung

Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin und Landwirtin erklärt. Damit rücken Frauen in der Land- und Forstwirtschaft und ihre Bedeutung für Ernährungssicherheit, regionale Wertschöpfung und lebenswerte ländliche Räume weltweit stärker in den Fokus. Gleichzeitig bietet das Themenjahr Anlass, über Gleichstellung, Zukunftsperspektiven und die Weiterentwicklung der Landwirtschaft zu sprechen. Wir haben dazu mit Michaela Glatzl, Referentin der Bäuerinnen Österreich in der Landwirtschaftskammer Österreich, über die Bedeutung des Internationalen Jahres der Bäuerin, die Rolle von Frauen in der Landwirtschaft und notwendige Zukunftsperspektiven gesprochen und mit Karmen Mentil, Netzwerk Zukunftsraum Land, einen Blick auf die konkrete Umsetzung von Geschlechtergleichstellung im Rahmen des GAP-Strategieplans geworfen.

Im Netzwerk Zukunftsraum Land begleitet die Arbeitsgruppe Geschlechtergleichstellung des Begleitausschusses des GAP-Strategieplans Maßnahmen, die Gleichstellung langfristig in der ländlichen Entwicklung verankern sollen. Frau Mentil, die Arbeitsgruppe arbeitet unter anderem zu den Themen landwirtschaftlicher Betriebsberatung, LEADER, Weiterbildung von EntscheidungsträgerInnen sowie der Verbesserung der Sichtbarkeit von Expertinnen im Agrarbereich. Wo sehen Sie derzeit den größten Hebel, um Gleichstellung in der Praxis nachhaltig voranzubringen?

Um Gleichstellung tatsächlich voranzubringen, liegt unseres Erkenntnisstandes nach der größte Hebel bei der Bewusstseinsbildung. Und zwar bei jenen Menschen, die strategische Verantwortung tragen, politische und administrative Prozesse gestalten – und damit maßgeblich wichtige Gestaltungsspielräume haben. Die Veränderung von Rahmenbedingungen schon in der Programmplanung kann insbesondere von Programmverantwortlichen und Abteilungsleitenden der Landes- und Bundesverwaltung sowie Landwirtschaftskammern gesteuert werden. Sie haben als Entscheidungstragende großen Einfluss auf die GAP-Strategieplanung und können die Geschlechtergerechtigkeit in diesem Rahmen als einen strategischen Handlungsschwerpunkt mit klaren Vorgaben zur Umsetzung definieren. Damit werden die Leitplanken für alle Hierarchieebenen gesetzt, das Thema Geschlechtergleichstellung in der ländlichen Entwicklung immer mitzudenken – und in Zukunft stärker in eine wirkungsvolle Umsetzung zu bringen.

Bewusstsein zu schaffen ist demnach das eine – konkrete Veränderungen anzustoßen das andere. Frau Glatzl, die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin erklärt. Warum ist dieses Signal gerade jetzt wichtig?

Das Internationale Jahr der Bäuerin kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Bäuerinnen sichern nicht nur unsere Versorgung mit Lebensmitteln. Sie führen Betriebe, entwickeln neue Ideen und Einkommensmöglichkeiten und übernehmen Verantwortung in ihren Familien, Gemeinden und Regionen. Damit gestalten sie die Zukunft des ländlichen Raums entscheidend mit.

Als Bäuerinnenorganisation vertreten wir die Interessen der Frauen in der Land- und Forstwirtschaft. Das Internationale Jahr schafft internationale Aufmerksamkeit für ihre Leistungen, macht aber gleichzeitig bestehende Herausforderungen sichtbar – in Österreich und weltweit. Es gibt uns Rückenwind, Themen wie soziale, finanzielle und rechtliche Absicherung, faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Chancengleichheit und Mitbestimmung noch stärker voranzubringen.

Welche Vorstellung von einer „modernen Bäuerin“ ist heute längst Realität – und welches Bild hält sich in der öffentlichen Wahrnehmung trotzdem noch hartnäckig?

Die moderne Bäuerin ist längst Realität: Sie führt Betriebe, trifft Investitionsentscheidungen, entwickelt neue Geschäftsfelder, verantwortet Buchhaltung und Personal und schafft zusätzliche Wertschöpfung am Hof und in der Region. Moderne Landtechnik, Digitalisierung, KI und neue Technologien gehören dabei ebenso selbstverständlich zu ihrem Arbeitsalltag – Technikkompetenz ist längst Teil des modernen Berufsbildes. Hinter vielen Erfolgsgeschichten in der Direktvermarktung, bei Urlaub am Bauernhof, Green Care oder agrarpädagogischen Angeboten stehen Frauen.

Gerade als Seminarbäuerinnen oder bei „Schule am Bauernhof“ übernehmen Frauen eine wichtige Rolle im Dialog mit der Gesellschaft. Sie vermitteln Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, wie Landwirtschaft funktioniert, wo unsere Lebensmittel herkommen und was moderne Landwirtschaft heute leistet.

Und trotzdem hält sich in der öffentlichen Wahrnehmung hartnäckig das Bild der „mithelfenden Bäuerin“. Ein Bild, das der Realität auf unseren Höfen schon lange nicht mehr gerecht wird. Bäuerinnen sind Unternehmerinnen, Arbeitgeberinnen, Funktionärinnen und Botschafterinnen für Landwirtschaft und regionale Lebensmittel.

Immer mehr Bäuerinnen zeigen auch in den sozialen Medien, wie moderne Landwirtschaft heute aussieht – authentisch, unmittelbar und ohne überholte Rollenbilder. Sie erzählen ihre Geschichten selbst und prägen damit auch ein neues Bild von Frauen in der Landwirtschaft.

Mich begeistert besonders, wie vielfältig Frauen Land- und Forstwirtschaft heute gestalten. Diese Vielfalt wird inzwischen auch in Kunst und Kultur sichtbar: etwa in der Ausstellung Wo Frauen wirken, wächst Zukunft, im Kunstprojekt SOLANGE von Katharina Cibulka oder in Daniela Köppls Fotoausstellung Not Fit for Marketing – Bäuerinnen jenseits der Idylle. Sie richten den Blick auf das, was noch immer zu oft übersehen wird: die wirtschaftliche, gesellschaftliche und innovative Kraft von Frauen in der Landwirtschaft.

Für mich ist genau das das Bild der modernen Bäuerin: Sie bewahrt, was wertvoll ist, entwickelt Neues und gestaltet ihren Betrieb und den ländlichen Raum aktiv mit.

Mehr als jeder dritte landwirtschaftliche Betrieb in Österreich wird von einer Frau geführt. Trotzdem wird die Rolle von Bäuerinnen häufig unterschätzt. Was müsste sich in der öffentlichen Wahrnehmung ändern – und woran würden Sie erkennen, dass das Internationale Jahr der Bäuerin nachhaltig Wirkung entfaltet hat?

Ich wünsche mir, dass Bäuerinnen ganz selbstverständlich als Unternehmerinnen, Expertinnen, Gestalterinnen und Entscheidungsträgerinnen wahrgenommen werden. Ihre Leistungen reichen weit über den einzelnen Betrieb hinaus: Sie schaffen regionale Wertschöpfung, sichern Arbeitsplätze, entwickeln neue Betriebszweige und tragen wesentlich zur Lebensqualität und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt im ländlichen Raum bei.

Für mich wäre das Internationale Jahr der Bäuerin dann nachhaltig erfolgreich, wenn aus Sichtbarkeit auch konkrete Veränderungen entstehen. Wenn mehr Frauen in agrarischen Gremien und Führungsfunktionen vertreten sind und ihre Expertise selbstverständlich in Entscheidungen einfließt. Wenn junge Frauen selbstverständlich davon ausgehen, einen Hof übernehmen, einen Betrieb führen oder eine Funktion übernehmen zu können.

Wirkung zeigt sich aber auch an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Bäuerinnen brauchen die Möglichkeit, mit ihrer Arbeit ein tragfähiges Einkommen zu erwirtschaften und ihre Ideen umzusetzen. Deshalb ist mir wichtig, dass auch in der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2027 die Perspektive von Frauen systematisch mitgedacht wird – etwa durch passende Investitionsförderungen für Diversifizierung und innovative Bäuerinnenprojekte. Gleichstellung muss sich letztlich auch in Budgets, Projekten und messbaren Zielen wiederfinden.

Nachhaltige Wirkung bedeutet für mich ebenso, dass Frauen frühzeitig auf ihre eigene finanzielle und rechtliche Absicherung achten können, dass Care-Arbeit nicht zur persönlichen Absicherungsfalle wird und dass es passende Kinderbetreuungs-, Gesundheits-, Bildungs- und Beratungsangebote gibt.

Zu Beginn des Internationalen Jahres haben wir dafür einen 4-Punkte-Plan formuliert. Unser Positionspapier geht noch einen Schritt weiter. Am Ende von 2026 möchte ich deshalb nicht nur sagen können: Wir haben Bäuerinnen sichtbarer gemacht. Sondern: Wir haben etwas in Bewegung gebracht.

 Das Internationale Jahr der Bäuerin schafft Aufmerksamkeit. Die Arbeit im Rahmen des GAP-Strategieplans trägt dazu bei, diese Aufmerksamkeit in konkrete Maßnahmen zu übersetzen. Gemeinsam zeigen beide Perspektiven: Geschlechtergleichstellung ist kein Randthema, sondern ein wichtiger gesamtgesellschaftlicher Baustein für eine innovative, resiliente und zukunftsfähige Landwirtschaft.

SCHON GEWUSST?
Am 15. Oktober 2026 widmet sich die Tagung „Frauen.Höfe.Zukunft – Gleichstellung als Gewinn für Landwirtschaft und Gesellschaft“ in Linz der aktuellen Situation von Bäuerinnen in Österreich. Ein zentraler Programmpunkt ist die Präsentation der GAP-Evaluierungsstudie „Situation der Bäuerinnen in Österreich 2026 – Analyse der aktuellen Arbeits- und Lebensverhältnisse“.

Am 16. November 2026 startet außerdem die Workshop-Reihe „Strategien wirksamer steuern – mit Gender Mainstreaming bessere Ergebnisse erzielen“. Sie richtet sich an Menschen mit strategischer Verantwortung und zeigt praxisnah, wie Gleichstellung in Strategien, Programmen und Maßnahmen wirksam verankert werden kann.

Interview: Netzwerk Zukunftsraum Land / Stephanie Topf

Österreichische Projekte als Vorbilder für Gleichstellung in Europa

Geschlechtergleichstellung
Innovation
Lebensqualität
Welche Wirkung kann eine europäische Auszeichnung über die Preisverleihung hinaus entfalten? Ein aktueller Beitrag des EU GAP-Netzwerks zeigt, wie der Agricultural and Rural Inspiration Awards (ARIA) erfolgreichen Projekten zu mehr Sichtbarkeit, neuen Partnerschaften und internationalem Austausch verhilft.

Besonders erfreulich: Die ersten beiden Gewinnerprojekte des ARIA-Sonderpreises 2025 für Gleichstellung stammen aus Österreich. 2024 wurde das LEADER-Projekt FRAU iDA aus dem Waldviertel ausgezeichnet, das selbstständigen Frauen Raum für unternehmerische Entwicklung, Vernetzung und Zusammenarbeit bietet. 2025 folgte das Vorarlberger LEADER-Projekt Rollen im Wandel, das mit Workshops, Ausstellungen und weiteren Aktivitäten traditionelle Geschlechterrollen hinterfragt und neue Perspektiven auf das Zusammenleben im ländlichen Raum eröffnet.

Beide Projekte zeigen beispielhaft, wie LEADER-Initiativen Gleichstellung vor Ort stärken und durch europäische Anerkennung über die eigene Region hinaus Wirkung entfalten können.

GAP-Netzwerke im Dialog: Impulse aus Dublin

Unkategorisiert

Das EU GAP–Netzwerk veranstaltete Anfang Oktober in Irland das 8. Treffen der Nationalen Netzwerke sowie einen anschließenden Workshop zur Einbindung ländlicher Interessenvertreter:innen in die NRPP-(Nationaler und Regionaler Partnerschaftsplan) Entwicklung.

Dabei standen der Austausch zwischen den nationalen GAP-Netzwerken, die stärkere Einbindung von Stakeholdern sowie die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) im Mittelpunkt.  Diskutiert wurden insbesondere die Zusammenarbeit mit AKIS und EIP-AGRI, die stärkere Rolle der Landwirt:innen in Innovationsprojekten sowie die Sichtbarkeit weiblicher Vorbilder in der Landwirtschaft. Österreich wurde im Rahmen eines World Cafés als Good-Practice-Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen BMLUK und Netzwerk Zukunftsraum Land bei der Vorbereitung der kommenden GAP-Periode vorgestellt.

Publikation: Neue Studie zur Grünen Architektur

Innovation
Klimaschutz
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Die Studie zur grünen Architektur von den Forschungsinstituten IAMO, pwc und irwir pan befasst sich mit der Bewertung der Ausgestaltung der Grünen Architektur und ihres Umweltpotenzials in den Mitgliedstaaten. Dabei werden die wirksamsten Strategien untersucht, eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, geeignete Bewertungsmaßstäbe definiert sowie die Effizienz der Maßnahmen quantitativ dargestellt. Ziel ist es, fundierte Erkenntnisse über die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Instrumente der Grünen Architektur zu gewinnen. Dafür wurden ungefähr 700 Interventionen in allen MS analysiert, 93 Stakeholderinterviews und 10 Fallstudien (darunter auch in Österreich) durchgeführt.

Nachlese: „Wirtschaftlichkeit unterschiedlicher Intensitäten in der landwirtschaftlichen Produktion“

Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Natürliche Ressourcen

Im Zentrum des Webinars am 16. Oktober 2026 standen die wirtschaftlichen Chancen und Herausforderungen unterschiedlicher Bewirtschaftungsintensitäten sowie deren Auswirkungen auf Umwelt und betriebliche Resilienz.

Zu Beginn präsentierte Julian Zeilinger (Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen) Buchführungsergebnisse österreichischer Ackerbaubetriebe aus den Jahren 2023 bis 2025. Die Auswertung zeigte, dass Low-Input-Betriebe durch geringere Aufwendungen für Düngemittel und Pflanzenschutz trotz niedrigerer Erträge ähnliche oder tendenziell höhere Einkünfte als Standardbetriebe erzielen können. Aufgrund kleiner Stichproben und unterschiedlicher Standortbedingungen sind diese Ergebnisse allerdings vorsichtig zu interpretieren.

Wie sich solche Einsparungen in der landwirtschaftlichen Praxis umsetzen lassen, erläuterte anschließend Franz Grötschl (Verein Boden.Leben). Er setze auf seinem Betrieb unter anderem auf vielfältige Zwischenfruchtgemenge, ganzjährige Bodenbedeckung, reduzierte Bodenbearbeitung sowie den Einsatz innovativer Maschinen. Dadurch sollen Bodenleben, Humusaufbau und Wasserspeicherung gefördert sowie Arbeitszeit und Diesel eingespart werden. Gerade in trockenen Regionen seien zusätzliche Ertragssteigerungen häufig begrenzt, weshalb ein geringerer Aufwand bei etwas niedrigeren Erträgen wirtschaftlich sinnvoll sein könne.

Den Blick auf die Grünlandwirtschaft und Milchproduktion richtete Michael Eder (Universität für Bodenkultur). Sein Vergleich intensiver mit extensiver Produktionssysteme zeigte, dass auf Low-Input-Betrieben vor allem bei Futtermitteln, Abschreibungen und Instandhaltung geringere Kosten anfallen. Während die Einkünfte je Arbeitskraft annähernd vergleichbar seien, fallen jene je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche geringer aus. Gleichzeitig reagieren Low-Input-Betriebe weniger empfindlich auf Kostensteigerungen, können aber bei hohen Produktpreisen weniger stark profitieren. Neben dem Standort spielen dabei Marktbedingungen, öffentliche Zahlungen und das betriebliche Management eine entscheidende Rolle.

Dass sich unterschiedliche Produktionsintensitäten auch auf die Tierhaltung und Arbeitsorganisation auswirken, verdeutlichte Stefan Kirchweger (STUDIA Austria) anhand der kuhgebundenen Kälberaufzucht. Zu den Vorteilen selbiger zählen vitale Kälber, gute Tageszunahmen, positives Sozialverhalten und mögliche Arbeitszeiteinsparungen. Dem stehen geringere Milcherlöse, ein höherer Platzbedarf und Herausforderungen bei der Kuh-Kalb-Trennung gegenüber. Flexible Stalllösungen, angepasstes Management und geeignete Vermarktungsstrategien seien daher wichtige Voraussetzungen für die Wirtschaftlichkeit.

Neben den betriebswirtschaftlichen Aspekten wurde auch die Bedeutung ökologischer Leistungen hervorgehoben. Walter Starz (HBLFA Raumberg-Gumpenstein) stellte die abgestufte Grünlandnutzung als Möglichkeit vor, Biodiversität und landwirtschaftliche Produktion miteinander zu verbinden. Standortangepasste Bewirtschaftung fördere Bestäuber und natürliche Gegenspieler von Schädlingen und stärke die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaextremen. Voraussetzung sei, dass die Extensivierung nicht zu weit gehe und die Bodenfruchtbarkeit erhalten bleibe. Ein praktisches Beispiel lieferte Alois Kiegerl vom Bauernhof Priegl in Trahütten. Auf seinem Mutterkuhbetrieb betreibt er Direktvermarktung und Urlaub am Bauernhof, setze sich für gemeinschaftliche Maschinennutzung ein und bewirtschaftet die weiter vom Hof entfernten Flächen als Naturschutzflächen. Öffentliche Gelder und zusätzliche Einkommensquellen seien für die wirtschaftliche Tragfähigkeit wesentlich.

In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, dass es keine allgemeingültige Antwort auf die Wirtschaftlichkeit extensiver oder intensiver Bewirtschaftung gibt. Entscheidend sind die jeweiligen Standortbedingungen, insbesondere die Wasserverfügbarkeit, die Marktsituation, Förderbedingungen und das betriebliche Management. Am Beispiel der abgestuften Grünlandnutzung wurde betont, dass Fördermodelle flexibler und stärker an regionale Gegebenheiten angepasst werden sollten. Die Diskussionsteilnehmenden sprachen sich daher für mehr regionale Zusammenarbeit, gezielte Bildungs- und Beratungsangebote sowie Forschung zu geeigneten Maschinen und Bewirtschaftungsmethoden aus. Regionale Versuchs- und Vorzeigebetriebe könnten dazu beitragen, Wissen zu verbreiten und neue Ansätze in der Praxis zu erproben.

Nachbericht: Tagung Frauen.Höfe.Zukunft – Gleichstellung als Gewinn für Landwirtschaft und Gesellschaft

Geschlechtergleichstellung
Innovation
Lebensmittelversorgung
Lebensqualität

Was braucht es, damit Frauen in der Landwirtschaft ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten, Verantwortung übernehmen und ihre Potenziale entfalten können? Rund 85 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen dieser Frage am 15. Oktober 2026 bei der Tagung „Frauen.Höfe.Zukunft – Gleichstellung als Gewinn für Landwirtschaft und Gesellschaft“ von Netzwerk Zukunftsraum Land im OK Deck in Linz nach. Durch die Veranstaltung führte die ehemalige ORF-Moderatorin Barbara Battisti. Anlässlich des Internationalen Jahres der Bäuerinnen 2026 standen die Lebens- und Arbeitsrealitäten von Frauen in der Landwirtschaft ebenso im Mittelpunkt wie persönliche Erfahrungen, erfolgreiche Initiativen und die Frage, wie Gleichstellung als gemeinsame Aufgabe von Frauen und Männern gelingen kann.

Wie wichtig es ist, die Leistungen und Perspektiven von Frauen sichtbar zu machen, zeigte sich besonders bei der erstmaligen Präsentation der Bäuerinnenstudie 2026. Theresa Oedl-Wieser und Martina Schorn von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen stellten die Ergebnisse der alle zehn Jahre durchgeführten Studie zu den Arbeits- und Lebensrealitäten von Bäuerinnen in Österreich vor. Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Wandel: Das Bildungsniveau der Bäuerinnen ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Gleichzeitig steigen zunehmend auch Frauen als Quereinsteigerinnen in die Landwirtschaft ein und bringen unterschiedliche Bildungs- und Berufserfahrungen mit. Auch die Aufgabenbereiche von Frauen am Hof haben sich verändert und umfassen heute vielfältige Tätigkeiten – von der Stall- und Feldarbeit über Büroarbeit bis hin zum Management. Die Verantwortung für Haushalt und Kinderbetreuung liegt jedoch weiterhin überwiegend bei ihnen, wodurch ihre Gesamtarbeitsbelastung steigt. Die Studie zeigt damit konkreten Handlungsbedarf auf: Neben einer besseren statistischen Erfassung der Leistungen von Frauen braucht es gezielte Bildungs- und Vernetzungsangebote, finanzielle Absicherung, Entlastungsmöglichkeiten sowie mehr Sichtbarkeit für Frauen in der landwirtschaftlichen Betriebsführung. Elif Gül von der Universität Wien erweiterte mit ihrer Keynote den Blick auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von Gleichstellung und Diversität und regte dazu an, bestehende Rollenbilder und gesellschaftliche Vorstellungen zu hinterfragen.

Begleitend zur Tagung konnten die Teilnehmenden die von der BOKU präsentierte Photovoice-Ausstellung „Dein Hof. Dein Foto. Deine Stimme.“ aus dem EU-Forschungsprojekt SWIFT (Supporting Women-Led Innovations in Farming and Rural Territories) besichtigen. Anhand von Fotos und persönlichen Einblicken machte die Ausstellung die vielfältigen Lebens- und Arbeitsrealitäten von Frauen in der Landwirtschaft sichtbar und regte dazu an, über Rollenbilder, Gleichstellung und die Zukunft der Landwirtschaft nachzudenken.

Wie sich traditionelle Rollenbilder und gesellschaftliche Erwartungen im landwirtschaftlichen Alltag bemerkbar machen, zeigten die persönlichen Erfahrungsberichte der Hofübernehmerinnen Anna Daller und Sandra Mayer. Beide berichteten von Zweifeln und Vorurteilen, mit denen sie als junge Betriebsleiterinnen konfrontiert wurden. Anna Daller erzählte etwa von Anfragen, ihre Flächen zu pachten oder Maschinen zu verkaufen, und davon, dass immer wieder nach dem eigentlichen Chef am Hof gefragt wurde. Als Farmfluencerin nutzt sie außerdem die sozialen Medien, um Einblicke in ihren Alltag zu geben und die vielfältigen Aufgaben und Möglichkeiten der Landwirtschaft sichtbar zu machen. Auch Sandra Mayer, die gemeinsam mit ihrer Schwester einen landwirtschaftlichen Betrieb übernommen hat, berichtete von ähnlichen Erfahrungen. Ihre Erzählungen machten deutlich, dass Frauen in Führungspositionen in der Landwirtschaft noch immer nicht überall als selbstverständlich wahrgenommen werden. Gleichzeitig zeigten beide, wie wichtig es ist, den eigenen Weg zu gehen und sich nicht von traditionellen Rollenbildern einschränken zu lassen. Anna Daller betonte dabei, dass Gleichstellung nicht bedeute, als Frau alles können oder beweisen zu müssen, sondern selbst entscheiden zu dürfen, welche Aufgaben und Rollen man übernehmen möchte. Auch die oft unsichtbare Arbeit am Hof – von der Organisation über den Haushalt bis zur Kinderbetreuung – müsse stärker anerkannt und partnerschaftlich verteilt werden. Mit ihrer Präsenz in den sozialen Medien trägt sie dazu bei, weibliche Vorbilder sichtbar zu machen und jungen Frauen zu zeigen, dass die Übernahme und Führung eines landwirtschaftlichen Betriebs eine selbstverständliche Möglichkeit ist.

Dass Frauen auf diesem Weg Unterstützung finden können, zeigte der Marktplatz der Initiativen. Fünf unterschiedliche Angebote und Netzwerke stellten ihre Arbeit vor und luden zum direkten Austausch ein. Von der Funktionärinnenausbildung „ZAMm unterwegs“ über die Arbeitsgruppe Geschlechtergleichstellung des GAP-Strategieplans und den Online-Selbstlernkurs zur finanziellen Absicherung von Frauen bis hin zu „Women-Led Innovations in Farming and Rural Territories“ und „Frauen säen Zukunft“ wurde sichtbar, wie vielfältig die Ansätze zur Stärkung von Frauen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum bereits sind. Im Mittelpunkt standen dabei Vernetzung, Wissensvermittlung, finanzielle Eigenständigkeit und die Ermutigung, Verantwortung zu übernehmen und neue Wege zu gehen.

Dass Gleichstellung nicht allein ein Frauenthema ist, sondern die gesamte Gesellschaft betrifft, wurde am Nachmittag besonders deutlich. Die Künstlerin und Aktivistin Katharina Cibulka zeigte anhand ihres Kunstprojekts SOLANGE, wie Kunst gesellschaftliche Fragen aufgreifen und zum Nachdenken über Sichtbarkeit, Anerkennung und bestehende Rollenbilder anregen kann. Philip Leeb vom Dachverband für Männer-, Burschen- und Väterarbeit in Österreich rückte anschließend die Perspektive der Männer in den Mittelpunkt und verdeutlichte, warum Gleichstellung nur gemeinsam gelingen kann. Denn eine partnerschaftliche Verteilung von Verantwortung und das Aufbrechen traditioneller Rollenbilder eröffnen nicht nur Frauen, sondern auch Männern neue Möglichkeiten.

In der abschließenden, von Barbara Battisti moderierten Podiumsdiskussion kamen unterschiedliche Perspektiven aus landwirtschaftlicher Praxis, Wissenschaft, Verwaltung und Interessenvertretung zusammen. Anna Daller und Sandra Mayer, Isabella Grandl, Abteilungsleiterin im BMLUK, Johanna Haider, Vorsitzende des Ausschusses für Bäuerinnenangelegenheiten in der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Philip Leeb und Elif Gül diskutierten darüber, welche Rahmenbedingungen Frauen brauchen, um landwirtschaftliche Betriebe erfolgreich zu führen, Höfe zu übernehmen und ihre beruflichen und persönlichen Vorstellungen verwirklichen zu können. Dabei ging es auch darum, wie traditionelle Rollenbilder aufgebrochen werden können und welche Chancen eine gleichberechtigte Verteilung von Verantwortung für Frauen und Männer eröffnet. Die Diskussion verdeutlichte, dass Gleichstellung nicht nur Frauen neue Perspektiven eröffnet, sondern auch die Zusammenarbeit und das Zusammenleben auf landwirtschaftlichen Betrieben nachhaltig stärken kann.

Die Tagung machte damit deutlich: Gleichstellung ist ein Gewinn für alle – für Frauen und Männer, für landwirtschaftliche Betriebe, Familien und die gesamte Gesellschaft. Es braucht Sichtbarkeit und Anerkennung für die Leistungen von Frauen, wirtschaftliche Absicherung, Möglichkeiten zur Mitbestimmung und die Bereitschaft, traditionelle Rollenbilder zu hinterfragen. Frauen.Höfe.Zukunft bedeutet, Zukunft gemeinsam zu gestalten – mit gegenseitiger Wertschätzung, gleichen Chancen und der Freiheit, den eigenen Weg zu gehen.

Nachbericht: Artenvielfalt im Wirtschaftswald

Klimaschutz
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Am 22. September 2026 fand das Seminar „Artenvielfalt im Wirtschaftswald“ an der FAST Pichl statt. Im Mittelpunkt standen die Ergebnisse einer sechsjährigen Biodiversitätsuntersuchung im Forstgut Pichl in der Steiermark. Rund 3.000 nachgewiesene Arten (inkl. Rote-Liste-Arten und Erstnachweise) beweisen, dass nachhaltig bewirtschaftete Wirtschaftswälder echte Biodiversitäts-Hotspots sind.

Martin Krondorfer, Leiter der FAST Pichl, stellte die Bedeutung strukturreicher Wirtschaftswälder für die Artenvielfalt heraus. Besonders hervorgehoben wurden die Rolle von Totholz, Habitatbäumen sowie einer vielfältigen Baumartenmischung als wichtige Lebensräume für Tiere, Pilze, Flechten und Moose.

Christian Rinner vom Naturschutzreferat des Landes Steiermark erläuterte die naturschutzfachliche Bedeutung von stark dimensioniertem Totholz und alten Bäumen für zahlreiche spezialisierte Arten. Dabei wurde betont, dass nicht nur die Menge, sondern auch Qualität und Vielfalt der Totholzstrukturen entscheidend sind.

Im Hinblick auf den Klimawandel präsentierte Heinz Lick vom Forstreferat des Landes Steiermark Erkenntnisse zur künftigen Baumarteneignung. Er unterstrich die Notwendigkeit einer standortangepassten Baumartenwahl und empfahl Mischbestände, um Risiken durch sich verändernde Klimabedingungen zu reduzieren.

Die Veranstaltung zeigte deutlich, dass sich nachhaltige Waldbewirtschaftung und Biodiversität nicht ausschließen. Strukturreiche Wirtschaftswälder mit Totholz, Habitatbäumen und angepasster Baumartenwahl leisten einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Klimafitness der Wälder.

Ein detaillierter Bericht zur Veranstaltung wird in der Novemberausgabe des „Landwirt“ erscheinen.

Ländliche Unterstützungsnetzwerke für Innovationen (LINs) – unterwegs in Österreich

Innovation

Ländliche Räume besitzen enormes Potenzial für nachhaltige Transformation. Ihre Innovationskraft gilt es zu aktivieren und zu stärken. Genau hier kommen die Ländlichen Innovationsunterstützungsnetzwerke (LINs) ins Spiel. Ein kleiner Streifzug durch Österreich zeigt beispielhaft, welche konkreten Umsetzungsideen und -erfolge der LINs bereits gefeiert werden können.

Sie werden seit 2024 in verschiedensten ländlichen Regionen Österreichs aufgebaut, verstehen sich als Inkubatoren, die Innovationskultur und regionale Wertschöpfung im ländlichen Raum fördern und werden von engagierten Netzwerkmanagerinnen und -managern geleitet: Die 18 Ländlichen Innovationsunterstützungsnetzwerke (LINs), die über die Fördermaßnahme 77-03 „Ländliche Innovationssysteme“ im Rahmen des GAP-Strategieplans (2023–2027) gefördert werden.

Beispielhaft greifen wir drei dieser LINs heraus und berichtet von aktuellen Aktivitäten, Produkten und Angeboten:

Das LIN Nachhaltiger Ressourcenmarktplatz im Waldviertel konzentriert sich inhaltlich auf drei Schwerpunkte: erneuerbare Energien und Energieautonomie, Waldgesundheit und Biodiversität sowie generationengerechtes, nachhaltiges und energieeffizientes Bauen und Wohnen. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die Beratung von Betrieben und weiteren Akteurinnen und Akteuren. 2026 wurden, ergänzend zur persönlichen Beratung, die „LIN-Vitamine“ als neues Beratungsformat mit konkreten, branchenspezifischen Trendanalysen entwickelt. Mit gut strukturierten Unterlagen, den so genannten Vitamin-Bomben, werden hier Unternehmerinnen und Unternehmer dabei unterstützt, die eigene Marktposition im Licht der Megatrends zu beleuchten — mit gezielten Fragen, die zum strategischen Denken anregen: Was betrifft meinen Betrieb? Wo liegen meine Chancen? Welche Weichen sollte ich jetzt stellen?

LIN-Manager Werner Wachter: „Wir wollen nicht nur Trends beschreiben, sondern mit regionalen Betrieben ins Gespräch kommen. Die Vitaminbomben sind der erste Schritt – ein visueller Impuls, der zeigt: Diese Entwicklungen betreffen uns. Jetzt.“

v.l.n.r.: Franz Brunner (Humus Bewegung), KLAR! Obfrau und BGM Elisabeth Wachter, KLAR-Managerin Verena Litschauer, Martin Bruckner (LIN Nachhaltiger Ressourcenmarktplatz) und Helmut Riegler-Zauner (LK NÖ)


Das
LIN „CraftWerk“ Obervellach zielt darauf ab, den Standort Obervellach als Innovation Hub und von dort aus die Region Mittleres Mölltal sozioökonomisch zu beleben und damit den Oberkärntner Raum als attraktiven Standort für junge Menschen, Abwandererinnen und Abwanderer, Rückkehrerinnen und Rückkehrer sowie Neubürgerinnen und Neubürger zu gestalten. Traditionelle Handwerkskunst wird dabei mit modernem Erfindungsgeist und neuen Arbeitsformen verbunden. Eine der Aktivitäten des LINs stellt die offene (Holz)Werkstatt für Kinder und Jugendliche dar. Unter dem Motto “Handwerk findet statt” wurde von Juli bis September an 15 Terminen zum kreativen, sozialen und handwerklichen Miteinander eingeladen. Durch die Einbindung vieler verschiedener Menschen und Unternehmen aus der Region lernten nicht nur die Kinder viel Neues über den Umgang mit Holz und Werkzeug und die Umsetzung eigener Ideen. Auch die Eltern, Handwerkerinnen und Handwerker und viele weitere engagierte Menschen kamen miteinander ins Gespräch und Neues konnte entstehen.

LIN-Manager Lukas Patschg: „Innovation am Land brauch keine abstrakten Konzepte, sondern konkrete Räume der Begegnung. Das Projekt „Handwerk findet statt“ macht Holzhandwerk erlebbar und testet agil, wie ein Makerspace in unserer Region funktionieren kann, bevor wir dauerhaft in Leerstände investieren.“

Das LIN Re.In.BiK – Regionales.Innovations.Netzwerk Bioökonomie & Kreislaufwirtschaft in der Region Melk – Scheibbs baut ein interdisziplinäres und branchenübergreifendes Partnerinnen- und Partner-Netzwerk auf, um in der Region Innovationsprojekte rund um Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft auf den Weg zu bringen. Gemeinsam mit einem 18-köpfigen, bunt zusammengesetzten Beirat werden Projektideen entwickelt, getestet, umgesetzt und dann an Partnerorganisationen zur langfristigen Umsetzung vermittelt. Auf einer eigens eingerichteten Ideenwebsite werden sämtliche Innovationsvorschläge gesammelt, über den Umsetzungsstand informiert sowie zur Mitarbeit eingeladen. Eines dieser Projekte ist die 1. Höfe-Tour Zukunft, die am 4. September 2026 in der Region veranstaltet wurde. Besucherinnen und Besucher konnten unmittelbare Einblicke in moderne Landwirtschaft, innovative Produktionsformen, regionale Wertschöpfung sowie nachhaltige Kreislaufwirtschaft bekommen und sich auch untereinander vernetzen und austauschen. (siehe Bild ganz oben)

LIN-Management Johannes Eßmeister & Annemarie Haydn-Wurm: „Dieses neue Format hat Zukunft – sowohl die Besucherinnen und Besucher als auch die Landwirtinnen und Landwirte waren von dieser individuellen Tour durch das innovative Mostviertel begeistert. Wir teilen gerne unsere Erfahrungen bezüglich Organisation, Buchungsplattform und dem gesamten Tagesablauf. Bei Interesse einfach bei uns melden.“

Praxisnahe Beratung für land- und forstwirtschaftliche Betriebe in ganz Österreich

Unkategorisiert

Die ARGE Beratung als österreichweites Beratungsnetzwerk der Landwirtschaftskammern und BIO AUSTRIA bietet in allen neun Bundesländern ein breites, praxisnahes Beratungsangebot für land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Das Angebot umfasst Themen, wie zum Beispiel Förderungen, Betriebsentwicklung, Pflanzenbau, Tierhaltung, Bio, Diversifizierung, Forstwirtschaft bis hin zu Klimaschutz und psychosozialer Vorsorge.

Beratung zu vielfältigen betrieblichen Aufgaben

Land- und forstwirtschaftliche Betriebe stehen vor vielfältigen fachlichen, wirtschaftlichen und persönlichen Aufgaben. Problemstellungen in der täglichen Betriebsführung, Herausforderungen durch die Auswirkungen des Klimawandels, bis hin zu strategischen Entscheidungen zu Investitionen, Fragen zur Betriebsentwicklung oder Hofübergabe verlangen fundiertes Wissen und einen klaren Blick auf die jeweilige betriebliche Situation. Die ARGE Beratung unterstützt Bewirtschafter:innen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe sowie weitere in der Land- und Forstwirtschaft tätige Personen mit einem umfassenden Beratungsangebot.

Beratung in allen neun Bundesländern

Das Beratungsnetzwerk der ARGE Beratung ist in allen neun Bundesländern und in den Regionen vertreten. Die regionale Verankerung schafft Nähe zu den Kund:innen und ermöglicht eine rasche Erreichbarkeit und vertrauensvolle Beratungen. Gleichzeitig verbindet das Netzwerk langjährige Erfahrung und fachliche Kompetenz mit einem österreichweit abgestimmten Qualitätsanspruch.

Ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem sichert die verlässliche Durchführung der Beratungsleistungen. Im Zuge von Weiterentwicklungen des Angebots werden aktuelle Herausforderungen sowie konkrete Bedürfnisse der Betriebe aufgegriffen. Der Austausch zwischen den Beratungskräften innerhalb des Netzwerkes trägt dazu bei, Erfahrungen und Fachwissen über Bundesländergrenzen hinweg zu nutzen. Praxisbezug, Bedarfsorientierung und eine regionale Erreichbarkeit bilden damit wesentliche Grundlagen des Beratungsangebots.

Breites Angebot für betriebliche Entscheidungen

Die Themen reichen vom Bauen landwirtschaftlicher Wirtschaftsgebäude und Anlagen sowie von Fragen zur Landtechnik bis zur Beratung über EU-finanzierte, EU-kofinanzierte und nationale Förderungen. Auch Junglandwirt:innen und Betriebe vor einer Hofübergabe finden passende Unterstützung. Weitere Angebote stärken die unternehmerische Kompetenz und tragen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit bei.

Zum Beratungsspektrum zählen unter anderem auch Biolandbau, Forstwirtschaft sowie Rechts-, Steuer- und Sozialversicherungsfragen. In den Bereichen Ernährungssicherheit, Lebensmittelqualität und Lebensmittelsicherheit unterstützt die Beratung ebenso wie bei Einkommenskombination, Innovationen und Diversifizierung. So erhalten Betriebe zu unterschiedlichen Entwicklungsphasen und Themenfeldern Zugang zu fachlich ausgerichteter Beratung.

Die Beratung greift zudem zentrale Fragen einer nachhaltigen Bewirtschaftung auf. Dazu zählen biodiversitätsfördernde Maßnahmen, der Erhalt der Kulturlandschaft, Klimaschutz, erneuerbare Energie, Energieeffizienz, Anpassung an den Klimawandel, Umweltschutz und Ressourceneffizienz. Ein präventivpsychosoziales Angebot ergänzt die fachlichen Beratungsthemen.

Kund:innenzufriedenheit als Grundlage der Weiterentwicklung

Ein wesentliches Ziel der ARGE Beratung ist es, für Kund:innen einen konkreten Mehrwert zu schaffen und eine hohe Zufriedenheit mit den erbrachten Leistungen zu erreichen. Daher führen die Landwirtschaftskammern und BIO AUSTRIA regelmäßig Kund:innenbefragungen durch. 9 von 10 der Befragten würden die erhaltene Beratungsleistung mit hoher Wahrscheinlichkeit an Berufskolleginnen und -kollegen weiterempfehlen. Die Beratungskund:innen schätzen vor allem die fachliche, methodische und soziale Kompetenz der Beratungskräfte.

Die Rückmeldungen liefern den Landwirtschaftskammern sowie BIO AUSTRIA wichtige Erkenntnisse für die laufende Weiterentwicklung des Angebots. Sie bilden unter anderem auch die Grundlage für neue Beratungsprodukte. 

Geförderte Betriebsberatung

Das umfassende Beratungsangebot der ARGE Beratung wird durch Fördermittel des Bundes, der Länder und der Europäischen Union unterstützt. Die Förderung erfolgt aus der Maßnahme „78-01 Land- und forstwirtschaftliche Betriebsberatung“ gemäß der Sonderrichtlinie des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft im Rahmen des GAP-Strategieplans Österreich 2023–2027.

Informationen zu den Beratungsangeboten der Landwirtschaftskammern stehen unter
www.lk-beratung.at zur Verfügung.
Das Beratungsangebot von BIO AUSTRIA ist unter
https://www.bio-austria.at/bio-bauern/beratung/beratungsangebote/ abrufbar.
Dort finden Interessierte weitere Informationen und Möglichkeiten zur Terminvereinbarung.