Jahreskonferenz 2026 – #weiterdenken – Zukunft mit der nächsten Generation gestalten

Geschlechtergleichstellung
Innovation
Klimaschutz
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Die Jahreskonferenz 2026 von Netzwerk Zukunftsraum Land steht unter dem Motto „#weiterdenken – Zukunft mit der nächsten Generation gestalten“, dem Jahresthema von Netzwerk Zukunftsraum Land. Vor dem Hintergrund großer gesellschaftlicher, ökologischer und wirtschaftlicher Veränderungen stellt sich die Frage, wie junge Menschen die Zukunft der Landwirtschaft und der ländlichen Räume sehen und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit sie Verantwortung übernehmen und ihre Ideen einbringen können. Die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft am Land gelingt nur, wenn unterschiedliche Generationen miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam Lösungen entwickeln.

Die Veranstaltung bringt Akteur:innen der Gemeinsamen Agrarpolitik, der Land- und Forstwirtschaft, Regionalentwicklung, Innovation, Bildung und Beratung, Umwelt und Zivilgesellschaft zusammen. Anhand inspirierender Projekte aus Oberösterreich wird aufgezeigt, wie Generationen erfolgreich zusammenarbeiten und wie junge Menschen bereits heute Zukunft gestalten. Ziel der Konferenz ist es, Vernetzung und Austausch zu fördern, neue Perspektiven sichtbar zu machen und Impulse für die Weiterentwicklung ländlicher Räume zu setzen. Durch Exkursionen, Fachinputs und interaktive Dialogformate erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, voneinander zu lernen und gemeinsam Zukunft zu gestalten.

Internationales Jahr der Bäuerin 2026 – Frauen gestalten die Zukunft des ländlichen Raumes

Geschlechtergleichstellung
Lebensqualität

Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin und Landwirtin erklärt. Damit rücken Frauen in der Land- und Forstwirtschaft und ihre Bedeutung für Ernährungssicherheit, regionale Wertschöpfung und lebenswerte ländliche Räume weltweit stärker in den Fokus. Gleichzeitig bietet das Themenjahr Anlass, über Gleichstellung, Zukunftsperspektiven und die Weiterentwicklung der Landwirtschaft zu sprechen. Wir haben dazu mit Michaela Glatzl, Referentin der Bäuerinnen Österreich in der Landwirtschaftskammer Österreich, über die Bedeutung des Internationalen Jahres der Bäuerin, die Rolle von Frauen in der Landwirtschaft und notwendige Zukunftsperspektiven gesprochen und mit Karmen Mentil, Netzwerk Zukunftsraum Land, einen Blick auf die konkrete Umsetzung von Geschlechtergleichstellung im Rahmen des GAP-Strategieplans geworfen.

Im Netzwerk Zukunftsraum Land begleitet die Arbeitsgruppe Geschlechtergleichstellung des Begleitausschusses des GAP-Strategieplans Maßnahmen, die Gleichstellung langfristig in der ländlichen Entwicklung verankern sollen. Frau Mentil, die Arbeitsgruppe arbeitet unter anderem zu den Themen landwirtschaftlicher Betriebsberatung, LEADER, Weiterbildung von EntscheidungsträgerInnen sowie der Verbesserung der Sichtbarkeit von Expertinnen im Agrarbereich. Wo sehen Sie derzeit den größten Hebel, um Gleichstellung in der Praxis nachhaltig voranzubringen?

Um Gleichstellung tatsächlich voranzubringen, liegt unseres Erkenntnisstandes nach der größte Hebel bei der Bewusstseinsbildung. Und zwar bei jenen Menschen, die strategische Verantwortung tragen, politische und administrative Prozesse gestalten – und damit maßgeblich wichtige Gestaltungsspielräume haben. Die Veränderung von Rahmenbedingungen schon in der Programmplanung kann insbesondere von Programmverantwortlichen und Abteilungsleitenden der Landes- und Bundesverwaltung sowie Landwirtschaftskammern gesteuert werden. Sie haben als Entscheidungstragende großen Einfluss auf die GAP-Strategieplanung und können die Geschlechtergerechtigkeit in diesem Rahmen als einen strategischen Handlungsschwerpunkt mit klaren Vorgaben zur Umsetzung definieren. Damit werden die Leitplanken für alle Hierarchieebenen gesetzt, das Thema Geschlechtergleichstellung in der ländlichen Entwicklung immer mitzudenken – und in Zukunft stärker in eine wirkungsvolle Umsetzung zu bringen.

Bewusstsein zu schaffen ist demnach das eine – konkrete Veränderungen anzustoßen das andere. Frau Glatzl, die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Bäuerin erklärt. Warum ist dieses Signal gerade jetzt wichtig?

Das Internationale Jahr der Bäuerin kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Bäuerinnen sichern nicht nur unsere Versorgung mit Lebensmitteln. Sie führen Betriebe, entwickeln neue Ideen und Einkommensmöglichkeiten und übernehmen Verantwortung in ihren Familien, Gemeinden und Regionen. Damit gestalten sie die Zukunft des ländlichen Raums entscheidend mit.

Als Bäuerinnenorganisation vertreten wir die Interessen der Frauen in der Land- und Forstwirtschaft. Das Internationale Jahr schafft internationale Aufmerksamkeit für ihre Leistungen, macht aber gleichzeitig bestehende Herausforderungen sichtbar – in Österreich und weltweit. Es gibt uns Rückenwind, Themen wie soziale, finanzielle und rechtliche Absicherung, faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Chancengleichheit und Mitbestimmung noch stärker voranzubringen.

Welche Vorstellung von einer „modernen Bäuerin“ ist heute längst Realität – und welches Bild hält sich in der öffentlichen Wahrnehmung trotzdem noch hartnäckig?

Die moderne Bäuerin ist längst Realität: Sie führt Betriebe, trifft Investitionsentscheidungen, entwickelt neue Geschäftsfelder, verantwortet Buchhaltung und Personal und schafft zusätzliche Wertschöpfung am Hof und in der Region. Moderne Landtechnik, Digitalisierung, KI und neue Technologien gehören dabei ebenso selbstverständlich zu ihrem Arbeitsalltag – Technikkompetenz ist längst Teil des modernen Berufsbildes. Hinter vielen Erfolgsgeschichten in der Direktvermarktung, bei Urlaub am Bauernhof, Green Care oder agrarpädagogischen Angeboten stehen Frauen.

Gerade als Seminarbäuerinnen oder bei „Schule am Bauernhof“ übernehmen Frauen eine wichtige Rolle im Dialog mit der Gesellschaft. Sie vermitteln Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, wie Landwirtschaft funktioniert, wo unsere Lebensmittel herkommen und was moderne Landwirtschaft heute leistet.

Und trotzdem hält sich in der öffentlichen Wahrnehmung hartnäckig das Bild der „mithelfenden Bäuerin“. Ein Bild, das der Realität auf unseren Höfen schon lange nicht mehr gerecht wird. Bäuerinnen sind Unternehmerinnen, Arbeitgeberinnen, Funktionärinnen und Botschafterinnen für Landwirtschaft und regionale Lebensmittel.

Immer mehr Bäuerinnen zeigen auch in den sozialen Medien, wie moderne Landwirtschaft heute aussieht – authentisch, unmittelbar und ohne überholte Rollenbilder. Sie erzählen ihre Geschichten selbst und prägen damit auch ein neues Bild von Frauen in der Landwirtschaft.

Mich begeistert besonders, wie vielfältig Frauen Land- und Forstwirtschaft heute gestalten. Diese Vielfalt wird inzwischen auch in Kunst und Kultur sichtbar: etwa in der Ausstellung Wo Frauen wirken, wächst Zukunft, im Kunstprojekt SOLANGE von Katharina Cibulka oder in Daniela Köppls Fotoausstellung Not Fit for Marketing – Bäuerinnen jenseits der Idylle. Sie richten den Blick auf das, was noch immer zu oft übersehen wird: die wirtschaftliche, gesellschaftliche und innovative Kraft von Frauen in der Landwirtschaft.

Für mich ist genau das das Bild der modernen Bäuerin: Sie bewahrt, was wertvoll ist, entwickelt Neues und gestaltet ihren Betrieb und den ländlichen Raum aktiv mit.

Mehr als jeder dritte landwirtschaftliche Betrieb in Österreich wird von einer Frau geführt. Trotzdem wird die Rolle von Bäuerinnen häufig unterschätzt. Was müsste sich in der öffentlichen Wahrnehmung ändern – und woran würden Sie erkennen, dass das Internationale Jahr der Bäuerin nachhaltig Wirkung entfaltet hat?

Ich wünsche mir, dass Bäuerinnen ganz selbstverständlich als Unternehmerinnen, Expertinnen, Gestalterinnen und Entscheidungsträgerinnen wahrgenommen werden. Ihre Leistungen reichen weit über den einzelnen Betrieb hinaus: Sie schaffen regionale Wertschöpfung, sichern Arbeitsplätze, entwickeln neue Betriebszweige und tragen wesentlich zur Lebensqualität und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt im ländlichen Raum bei.

Für mich wäre das Internationale Jahr der Bäuerin dann nachhaltig erfolgreich, wenn aus Sichtbarkeit auch konkrete Veränderungen entstehen. Wenn mehr Frauen in agrarischen Gremien und Führungsfunktionen vertreten sind und ihre Expertise selbstverständlich in Entscheidungen einfließt. Wenn junge Frauen selbstverständlich davon ausgehen, einen Hof übernehmen, einen Betrieb führen oder eine Funktion übernehmen zu können.

Wirkung zeigt sich aber auch an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Bäuerinnen brauchen die Möglichkeit, mit ihrer Arbeit ein tragfähiges Einkommen zu erwirtschaften und ihre Ideen umzusetzen. Deshalb ist mir wichtig, dass auch in der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2027 die Perspektive von Frauen systematisch mitgedacht wird – etwa durch passende Investitionsförderungen für Diversifizierung und innovative Bäuerinnenprojekte. Gleichstellung muss sich letztlich auch in Budgets, Projekten und messbaren Zielen wiederfinden.

Nachhaltige Wirkung bedeutet für mich ebenso, dass Frauen frühzeitig auf ihre eigene finanzielle und rechtliche Absicherung achten können, dass Care-Arbeit nicht zur persönlichen Absicherungsfalle wird und dass es passende Kinderbetreuungs-, Gesundheits-, Bildungs- und Beratungsangebote gibt.

Zu Beginn des Internationalen Jahres haben wir dafür einen 4-Punkte-Plan formuliert. Unser Positionspapier geht noch einen Schritt weiter. Am Ende von 2026 möchte ich deshalb nicht nur sagen können: Wir haben Bäuerinnen sichtbarer gemacht. Sondern: Wir haben etwas in Bewegung gebracht.

 Das Internationale Jahr der Bäuerin schafft Aufmerksamkeit. Die Arbeit im Rahmen des GAP-Strategieplans trägt dazu bei, diese Aufmerksamkeit in konkrete Maßnahmen zu übersetzen. Gemeinsam zeigen beide Perspektiven: Geschlechtergleichstellung ist kein Randthema, sondern ein wichtiger gesamtgesellschaftlicher Baustein für eine innovative, resiliente und zukunftsfähige Landwirtschaft.

SCHON GEWUSST?
Am 15. Oktober 2026 widmet sich die Tagung „Frauen.Höfe.Zukunft – Gleichstellung als Gewinn für Landwirtschaft und Gesellschaft“ in Linz der aktuellen Situation von Bäuerinnen in Österreich. Ein zentraler Programmpunkt ist die Präsentation der GAP-Evaluierungsstudie „Situation der Bäuerinnen in Österreich 2026 – Analyse der aktuellen Arbeits- und Lebensverhältnisse“.

Am 16. November 2026 startet außerdem die Workshop-Reihe „Strategien wirksamer steuern – mit Gender Mainstreaming bessere Ergebnisse erzielen“. Sie richtet sich an Menschen mit strategischer Verantwortung und zeigt praxisnah, wie Gleichstellung in Strategien, Programmen und Maßnahmen wirksam verankert werden kann.

Interview: Netzwerk Zukunftsraum Land / Stephanie Topf

EU GAP-Netzwerk – und andere aktuelle Veranstaltungen auf EU-Ebene

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Das Netzwerk dient als Forum für den Wissens- und Informationsaustausch zwischen nationalen GAP-Netzwerken, Organisationen, Verwaltungen, Forscher:innen, Unternehmer:innen und Anwender:innen (z. B. durch Peer-to-Peer-Learning und bewährte Praktiken) in den Bereichen Landwirtschaft und Politik für den ländlichen Raum.

Das EU GAP-Netzwerk hält regelmäßig Workshops, Working Groups, Seminare u.a. zu aktuellen Themen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab, zu denen Vertreter:innen aus allen Mitgliedsstaaten herzlich eingeladen sind. Von diesem regelmäßigen Austausch profitieren alle Teilnehmenden.

Hier finden Sie außerdem Webinare und Workshops zur internationalen Vernetzung von anderen Veranstaltern.

Für diese Veranstaltungen können Sie sich noch anmelden 
Thematische Gruppe zu Übergangsmaßnahmen in der GAP 2028-35 – Die Vorschläge zur Realität machen

Diese Thematische Gruppe (TG) bietet die Möglichkeit, die Gestaltung und Umsetzung der neuen GAP-Unterstützungsmaßnahme “Transition Actions” zu diskutieren, die von der Europäischen Kommission vorgeschlagen wurde, um umweltfreundlichere und widerstandsfähigere landwirtschaftliche Systeme zu fördern.

Ziele
  • Betrachtung von Hauptkomponenten und Parametern, die in die Gestaltung der Unterstützung einbezogen werden müssen, damit sie in der Praxis transformative Veränderungen bewirken kann
  • Identifizierung der wichtigsten Probleme und Fragen
  • Aufzeigen von Beispielen und Ideen verschiedener Interessengruppen und Mitgliedstaaten, wie ein Übergang zu nachhaltigeren und widerstandsfähigeren landwirtschaftlichen Systemen durch private und öffentliche Mittel kosteneffizient erreicht und unterstützt werden kann

Termine:

  • 15. Dezember 2026 in Brüssel, Belgien
  • 07. – 08. April 2027, Ort wird noch bekanntgegeben

Bewerbung bis 25. Oktober 2026

Weitere Informationen und Bewerbung

Workshop: Agrardaten für landwirtschaftliche Entscheidungsunterstützungssysteme

Die europäische Land- und Forstwirtschaft nutzen zunehmend datengetriebene Ansätze, um Produktivität, Nachhaltigkeit und Resilienz in einem sich schnell verändernden klimatischen, ökologischen und wirtschaftlichen Kontext zu verbessern. Land- und Forstwirt:innen und Berater:innen stehen unter wachsendem Druck, die Nutzung von Betriebsmitteln zu optimieren, sich an den Klimawandel anzupassen, die Umweltleistung zu verbessern und die wirtschaftliche Lebensfähigkeit ihrer Unternehmen zu erhalten. Die Bewältigung dieser Herausforderungen erfordert nicht nur Zugang zu innovativen Technologien, sondern auch die Fähigkeit, Daten in praktische, zeitnahe und umsetzbare Entscheidungen umzuwandeln.

Ziele
  • Aufzeigen von praktischen Beispielen und praxisnahmen Anwendungsfällen datengetriebener digitaler Lösungen, die die Entscheidungsfindung unterstützen
  • Vorstellung von digitalen Werkzeugen und datenbasierten Dienstleistungen für Land- und Forstwirt:innen, die einen greifbaren Mehrwert schaffen können, indem sie die Arbeitseffizienz verbessern, Kosten senken, das Risikomanagement unterstützen, die Nutzung von Betriebsmitteln optimieren sowie die Umwelt- und Nachhaltigkeitsleistung verbessern
  • Wissensaustausch und Peer-to-Peer-Lernen zur praktischen Umsetzung und Nutzung datengetriebener Ansätze
  • Identifizieren von Hürden wie Datenqualität, Interoperabilität, Vertrauen, Kosten, Kompetenzen, Konnektivität, Eigentum und Governance von Daten
  • Aufzeigen von europäischen Initiativen wie der Vorschlag der Kommission für ein zukünftiges europäischen Landüberwachungssystem (ELMS), KI-Test- und Experimentationseinrichtungen (TEFs), das Broadband Competence Offices (BCO)-Netzwerk zur Unterstützung digitaler Konnektivität und vieles mehr

Termin:

  • 27. – 28. Jänner 2027 in Toulouse, Frankreich

Bewerbung bis 06. Oktober 2026

Weitere Informationen und Bewerbung

Weitere bevorstehende Veranstaltungen
Workshop: Bewertung der GAP-Unterstützung für den ökologischen Landbau

Die Bewertung des Beitrags der Biolandwirtschaft kann eine Herausforderung sein. Biolandbau erzeugt Umwelt-, Klima- und sozioökonomische Ergebnisse, was es erschwert, einen robusten Bewertungsrahmen zu etablieren. Darüber hinaus ist die Isolierung der Auswirkungen der CAP-Unterstützung oft komplex, da die Ergebnisse von Markttrends und regulatorischen Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Relevante Beweise sind zudem häufig über mehrere Datenquellen verteilt, was die Datenerhebung und -analyse erschwert.

Ziele
  • Stärkung der Kapazität der Teilnehmer:innen, die GAP-Unterstützung für den ökologischen Landbau ganzheitlich zu bewerten, einschließlich seiner Umwelt-, Klima-, Wirtschafts- und Sozialfolgen sowie seines Beitrags zu den GAP-Zielen.
  • Förderung des Austauschs bewährter Praktiken und Erkenntnisse aus der Bewertung der GAP-Unterstützung auf ökologischen Landbau mit Schwerpunkt auf Bewertungsrahmen, Datenverfügbarkeit, Attributionsmethoden und Bewertung der Auswirkungen.
  • Förderung von Netzwerken und Peer-Learning zwischen Verwaltungsbehörden, zahlenden Behörden, CAP-Netzwerken, Evaluatoren und anderen Interessengruppen  und Identifikation weiterer Unterstützungsbedürfnisse.

Termine:

  • 15. – 16. Oktober 2026, Vilnius, Litauen

Anmeldung nicht mehr möglich

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Seminar: Plattform Frauen in der Landwirtschaft

An zwei halben Tagen haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten aus ganz Europa Erfahrungen auszutauschen und praktische Wege zu erkunden, um die Rolle und Chancen der Frauen in der Landwirtschaft zu stärken.

Durch interaktive Diskussionen und Networking konzentriert sich die Veranstaltung auf Gemeinschaftsbildung und Diskussionen zu besonders relevanten Themen für Landwirtinnen, darunter Mentoring, Zugang zu Fördermitteln sowie Beratung und Schulungen.

Das Seminar steht den Mitgliedern der Plattform offen und bietet nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen für Vertreterinnen nationaler Netzwerke und EU-Organisationen der Zivilgesellschaft. Die Veranstaltung ist ausschließlich auf Einladung, und die Teilnehmerinnen werden ausgewählt, um ein geografisches und sektorielles Gleichgewicht widerzuspiegeln. Die Arbeitssprache wird Englisch sein und die Teilnahme ist kostenlos.

Termin:

  • 11. – 12. November 2026 in Brüssel, Belgien

Anmeldung nicht mehr möglich

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Aufruf an Expert:innen zu drei neuen EU-GAP-Netzwerk-Fokusgruppen

Die Europäische Kommission startet einen Aufruf für Expert:innen, darunter Landwirt:innen, Forstwirt:innen, Berater:innen, Forscher:innen und andere relevante Bewerber:innen, für drei neue EU-GAP-Netzwerk-Fokusgruppen mit Schwerpunkt auf Innovation, Wissensaustausch und EIP-AGRI. Die Fokusgruppen werden ihre Arbeit im Herbst 2026 beginnen und sollen ihre Ergebnisse bis zum Sommer 2027 liefern.

Bitte beachten Sie die Termine der ersten Treffen der Fokusgruppen. Alle Bewerber müssen an diesen Tagen zur Reise zu den Fokusgruppentreffen zur Verfügung stehen und daran teilnehmen können. Die Europäische Kommission übernimmt Reise- und Unterkünfte für die ausgewählten Experten.

FG 59: Integrierte Ansätze zur Waldbrandprävention: 25.-26. November 2026
FG 60: Innovative Düngemittelstrategien auf dem Bauernhof: 28.-29. Oktober 2026
FG 61: Innovative Schutzmaßnahmen gegen extreme Wetterereignisse in Kern- und Steinobstplantagen: 18.-19. November 2026

Anmeldung nicht mehr möglich

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Thematische Gruppe für Risikomanagement, Bereitschaftsstrategien und -werkzeuge

Der EU-Agrarsektor sieht sich einer zunehmend komplexen Mischung aus klimatischen, wirtschaftlichen, geopolitischen und technologischen Risiken gegenüber. Der Klimawandel ist eine wachsende Quelle der Verwundbarkeit, die Produktivität, landwirtschaftliche Einkommen und langfristige Lebensfähigkeit beeinträchtigt. Gleichzeitig haben geopolitische Spannungen, Marktstörungen, Bedrohungen für Tier- und Pflanzengesundheit sowie andere externe Schocks die Unsicherheit und Einkommensschwankungen im Agrar- und Lebensmittelsektor erhöht. Vor diesem Hintergrund ist die Stärkung der Resilienz für die EU zu einer strategischen Priorität geworden.

Termine:

  • 19. November 2026, Brüssel
  • 04. Februar 2027, Brüssel

Bewerbung nicht mehr möglich

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Europas ländliche Zukunft: Auf ländliche Prioritäten durch integrierte nationale und regionale Strategien und LEADER reagieren

Auf nationaler und regionaler Ebene wird die Veranstaltung einen Raum zur Diskussion bieten, wie integrierte Politikgestaltung dazu beitragen kann, bessere ländliche Politiken zu gestalten, wobei Irlands ‚Our Rural Future‘ und andere Beispiele ganzheitlicher Strategien in Mitgliedstaaten und Regionen betrachtet werden. Auf lokaler Ebene wird ein besonderer Fokus auf LEADER/CLLD gelegt, um dessen Mehrwert und Beitrag zur Entwicklung ländlicher Gebiete heute und in der Zukunft sowie zur Stärkung Europas Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit hervorzuheben.

Termin:

  • 03. u. 04.11.2026 in Naas (Ireland) 

Anmeldung nicht mehr möglich

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Aufbau von Horizon Europe-Kooperationen für Landwirtschaft und ländliche Gebiete

In den letzten Jahren haben die Vermittlungsveranstaltungen des EU-CAP-Netzwerks erfolgreich die Entwicklung hochwertiger Horizon-Europe-Vorschläge unterstützt, die Verbindungen zwischen Forschung, Praxis und Beratungsdiensten gestärkt und dauerhafte Kooperationen in der gesamten EU geschaffen. Aufbauend auf dieser Erfahrung konzentriert sich die Novemberausgabe 2026 auf das Netzwerken und die Entwicklung von Ideen zu Schlüsselprioritäten aus dem Horizon Europe Cluster 6 Arbeitsprogramm und dem Mission Soil für 2027, mit Schwerpunkt auf Themen, die einen Multi-Akteur-Ansatz erfordern.

Themen:

  • Agrobiodiversität und nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken
  • Förderung von Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit in landwirtschaftlichen Systemen
  • Unterstützung klimasensibler und sauberer Landwirtschaft
  • Förderung von Innovation durch landwirtschaftliche Wissens- und Innovationssysteme
  • gesunde Böden

Termin:

  • 05. – 06.11.2026 in Brüssel, Belgien 

Bewerbung nicht mehr möglich

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Nachlese: „Mit Wiedervernässung und Wasserrückhalt Biodiversität und Landwirtschaft fördern“

Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Natürliche Ressourcen

Wir freuen uns, wenn Sie an der Umfrage zum Thema Wasserrückhalt und Wiedervernässung des Bundesamtes für Wasserwirtschaft teilnehmen!

Das Webinar am 21. September 2026 widmete sich der Frage, wie Wiedervernässung und Wasserrückhalt zur Förderung von Biodiversität und Landwirtschaft beitragen können. Dabei wurden zunächst rechtliche und fachliche Grundlagen erläutert, anschließend technische Möglichkeiten und konkrete Praxisbeispiele vorgestellt und abschließend Voraussetzungen und Möglichkeiten für eine landwirtschaftlich verträgliche Umsetzung diskutiert. Der Bogen wurde von Erhalt und Reaktivierung der Bewirtschaftung von Feucht- und Nasswiesen bis zur Wiedervernässung von entwässerten landwirtschaftlichen Böden gespannt.

Von den Wiederherstellungszielen zur praktischen Umsetzung
Den rechtlichen Rahmen der EU-Wiederherstellungsverodnung stellte Thomas Weninger (Bundesamt für Wasserwirtschaft) vor und ging insbesondere auf jene Lebensräume und die mit der Verordnung einhergehenden Ziele ein, die von Wasser geprägt sind – wie etwa Hochmoore, Moorwälder und Feuchtwiesen. Welche unterschiedlichen Voraussetzungen Flächen mit feuchte bis nassen Standortbedingungen mitbringen, zeigte anschließend Andreas Bohner (HBLFA Raumberg-Gumpenstein) anhand der Vielfalt an Feucht- und Nasswiesen mit charakteristischen Pflanzenarten, sowie grund- und stauwasserbeeinflusster Böden. Dabei wurde deutlich, dass die Herkunft des Wassers und die jeweiligen Bodeneigenschaften entscheidend für die Wahl geeigneter Wiederherstellungsmaßnahmen sind.

Maßnahmenumsetzung und Naturschutzprojekte
Im Anschluss stellte Gernot Guggenberger (REVITAL) konkrete technische Möglichkeiten der Wiedervernässung vor: Dazu gehören der Einsatz von Spundwänden, der Einbau regulierbarer Wehre oder die Anlage von Dämmen. Erhebung der aktuellen Vegetation und der technischen Machbarkeit, Fragen der langfristigen Haltbarkeit, der Baustellenlogistik und der Vermeidung der Einschleppung von Neophyten spielen hierbei eine wesentliche Rolle und müssen berücksichtigt werden.
Wie sich Wiedervernässung auf konkrete Arten und Lebensräume auswirkt, zeigten anschließend Bianca Burtscher und Alwin Schönenberg (Naturschutzbund Vorarlberg) am Beispiel des Wiesenbrüterschutzes im Vorarlberger Rheintal. Für Arten wie Kiebitz und Bekassine sind ausreichend feuchte Lebensräume entscheidend. Vorgestellt wurden daher unter anderem temporäre Wasserstandsanhebungen, Feuchtmulden, abgeflachte Böschungen und Entbuschungsmaßnahmen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass komplexe Eigentumsverhältnisse und bestehende Entwässerungssysteme die Umsetzung erschweren.
Ein weiteres Beispiel für die praktische Umsetzung präsentierte Klaus Krainer (ARGE Naturschutz Kärnten) mit einem rund 12 ha großen Gebiet bei St. Veit an der Glan. Eine ehemals entwässerte Fläche wurde durch Biberaktivitäten wieder vernässt und wird heute unter anderem durch extensive Rinderbeweidung naturschutzfachlich entwickelt.

Landwirtschaftliche Nutzung als Schlüssel zum Erhalt
Wie eine solche Verbindung von Naturschutz und landwirtschaftlicher Nutzung dauerhaft funktionieren kann, zeigten schließlich Stefan Reifeltshammer (Amt der Oberösterreichischen Landesregierung) und Alois Gaderer (Pflegegemeinschaft „Landschaftspflege Bauernland“) am Beispiel der Irrsee-Moore. Entsprechende Naturschutzförderung ermöglichte es, vor Ort die gemeinschaftliche Nutzung spezieller Maschinen, etwa zur Mahd auf Steilflächen, zur Mahd in Feuchtflächen und zur Verbringung des Mähguts von Feuchtflächen, zu finanzieren und somit in einer Region eine nachhaltige Feuchtwiesenbewirtschaftung zu reaktivieren und zu erhalten. Alois Gaderer zeigte dabei, wie inzwischen mehr als 60 Landwirtinnen und Landwirte motiviert werden konnten, sich für den Erhalt ihrer Feuchtflächen einzusetzen.

Zentrale Erkenntnisse
Die Diskussion zeigte einmal mehr, dass Freiwilligkeit, finanzielle Abgeltung und Kooperation wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung sind. Das Österreichische Agrarumweltprogramm ÖPUL und der GAP-Strategieplan wurden als wichtige Instrumente für eine Unterstützung der Zielerreichung genannt, zugleich wurde der Bedarf an zusätzlichen und flexibleren Fördermöglichkeiten betont. Als weitere wichtige Ansätze wurden betriebsübergreifende Lösungen, Flurneuordnung, der Ankauf naturschutzfachlich wertvoller Flächen sowie eine wertschätzende Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz hervorgehoben.
Insgesamt zeigte das Webinar, dass Wiedervernässung nicht nur dem Schutz von Mooren und Feuchtlebensräumen dient, sondern auch für Wasserrückhalt, Klimaanpassung und die langfristige Sicherung landwirtschaftlicher Flächen relevant sein kann. Entscheidend sind dabei standortangepasste Maßnahmen, eine enge Einbindung der Bewirtschaftenden und finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung der Maßnahmen, wie der Anschaffung teurer Spezialgeräte.

 

Investieren am Hof – Ihre Erfahrung ist gefragt!

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Wenn auf einem Betrieb investiert wird – ob in Stall, Maschinen und Arbeitserleichterung oder in neue Standbeine wie Direktvermarktung und Urlaub am Bauernhof – stecken dahinter viele Überlegungen, die oft die gesamte Familie betreffen. Das Landwirtschaftsministerium (BMLUK) hat genau zu diesem Themenkomplex eine Studie beauftragt. Mit einem besseren Verständnis, wie am Hof über Investitionen entschieden wird, soll die Investitionsförderung ab 2028 noch besser auf betriebliche und familiäre Praxis abgestimmt werden.

Dafür werden Betriebe gesucht, die ihre Erfahrungen einbringen – unabhängig von Betriebsgröße, Sparte oder Region.

Der Aufruf zur Teilnahme darf gerne geteilt werden.

Nachlese: Alternative Finanzierungsmodelle für Naturschutz in der Landwirtschaft

Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Natürliche Ressourcen

Im Rahmen der Veranstaltung wurde diskutiert, wie Leistungen der Landwirtschaft für Biodiversität, Landschaft und Ökosysteme künftig stärker finanziell abgegolten und langfristig gesichert werden könnten.

Lena Schaller (Universität für Bodenkultur) erläuterte, dass viele Ökosystemleistungen gesellschaftlich wertvoll seien, jedoch keinen Marktpreis hätten, weshalb unterschiedliche Modelle von ergebnisorientierten Förderungen über Wertschöpfungsketten und freiwillige Märkte bis zu Beiträgen von Konsumentinnen und Konsumenten notwendig seien. Daran anschließend stellte Marlene Baldinger (BMLUK) die auf EU-Ebene diskutierten Nature Credits vor, welche messbare positive Veränderungen in Ökosystemen honorieren und privates Kapital mobilisieren sollen, wobei Fragen der Messbarkeit, monetären Bewertung, des Greenwashings und des Verwaltungsaufwands noch offen seien.
Judith Drapela-Dhiflaoui (Netzwerk Zukunftsraum Land) präsentierte mit der Biodiversitätstaxe einen Ansatz, bei dem insbesondere Übernachtungsgäste einen Beitrag zur Erhaltung der Landschaft leisten könnten, wobei dafür klare Regelungen zur Mittelverwendung und zu den begünstigten Maßnahmen und Akteur erforderlich wären. Stefan Kirchweger (STUDIA Austria) zeigte am Beispiel der Berglandwirtschaft in der Nationalpark-Kalkalpen-Region, dass neue regulatorische Anforderungen den Bedarf an messbaren Biodiversitätsleistungen erhöhen würden und daher neue, möglichst bürokratiearme Geschäftsmodelle erforderlich seien.
Einen bereits praktisch erprobten Ansatz stellte Wolfgang Wachmann (Inspeira GmbH) mit dem Projekt BeeWild vor, bei dem über die Vermarktung von Lebensmitteln artenreiche Naturräume auf landwirtschaftlichen Flächen geschaffen werden und Artenschutz zu einem Produktmerkmal wird. Ergänzend berichtete Diana Reuter (Käserei Wörle) über Kooperationen mit Heumilchbetrieben, durch die mit praxistauglichen Maßnahmen und Sensibilisierung der Landwirte eine deutliche Zunahme der Wildbienenarten auf den von den Betrieben bewirtschafteten Flächen erreicht werden konnte.
Den Abschluss bildete Franz Steinegger (Gemeinde Grundlsee) der den „Grundlseer Landschaftspflegefonds“ ins Leben gerufen hat, um über Spenden den verbliebenen 25 landwirtschaftlichen Betrieben in Grundlsee, die Wiesen und Almen pflegen, eine finanzielle Unterstützung zukommen lassen zu können.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass eine österreichweite einheitliche Lösung kurzfristig als wenig realistisch eingeschätzt wird, und daher zunächst auf regionale Modelle und Kooperationen gesetzt werden sollte. Besonders dem Tourismus wurde eine wichtige Rolle zugeschrieben, da die Kulturlandschaft einen wesentlichen Bestandteil der regionalen Identität und touristischen Attraktivität darstellt. Diskutiert wurden freiwillige Beiträge von Gästen, Aufrundungsmodelle beim Bezahlen in Betrieben oder Geschäften einer Region sowie Kooperationen der Landwirtschaft mit Tourismusverbänden und Landschaftspflegevereinen.
Als weiterer Ansatz wurden Kompensationsfonds diskutiert, über die Mittel aus Infrastrukturprojekten oder anderen Eingriffen gebündelt und gezielt in regionale Biodiversitätsmaßnahmen investiert werden könnten. Für den Bereich Handel und Konsum wurde vor allem ein stärkeres Bewusstsein der Konsumenten für Biodiversität und das Konzept „Lebensraum“ als notwendig erachtet. Bildung, emotionale Kommunikation und eine nachvollziehbare Kennzeichnung von Lebensmitteln könnten dazu beitragen, Artenschutz stärker mit Konsum zu verbinden. Gleichzeitig wurde vor einer unübersichtlichen Zunahme von Labels gewarnt und die Bedeutung unabhängiger Zertifizierung und transparenter Dokumentation hervorgehoben.
Auch Unternehmenskooperationen und Sponsoring wurden als vielversprechende Finanzierungswege gesehen. Als Herausforderungen wurden rechtliche Fragen, Greenwashing, administrativer Aufwand und das Fehlen geeigneter Vermittlungsstellen genannt. Regionale „Kümmerer“ könnten hier zwischen Landwirtschaft und Unternehmen vermitteln.

Insgesamt wurden klare rechtliche Rahmenbedingungen, geringe Bürokratie, geeignete Monitoringinstrumente sowie langfristige Konzepte als wesentliche Voraussetzungen dafür gesehen, dass Naturschutzleistungen der Landwirtschaft zu einer verlässlichen zusätzlichen Einkommensquelle werden könnten.

Die ARIA Nominierungen 2026

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Jedes Jahr finden im November oder Dezember die Agricultural and Rural Inspiration Awards des EU GAP-Netzwerks (#ARIAwards26) statt; in den letzten Jahren auch mit sehr erfolgreicher Beteiligung österreichischer Projekte! Um die Möglichkeit zu bekommen, auf die Shortlist der Zeremonie zu gelangen, oder gar einen Preis zu gewinnen, muss ein Projekt vom nationalen GAP-Netzwerk dafür nominiert werden. Dies geschieht meist mit acht Projekten aus den unterschiedlichen Handlungsfeldern, die gut zu den Themen der jeweiligen ARIA passen. Das Motto von ARIA 2026 lautet: „Wenn Gleichberechtigung die nächste Generation stärkt“. Vergeben werden Preise in diesem Jahr in den Kategorien Geschlechtergleichstellung, intelligente und wettbewerbsfähige Landwirtschaft, Umweltschutz, sowie sozioökonomisches Gefüge ländlicher Räume. Außerdem gibt es einen Publikumspreis und einen kategorienübergreifenden Preis für Generationswechsel. Aber welche Projekte wurden von Netzwerk Zukunftsraum Land in diesem Jahr nominiert?

MINT Regionalstelle Pongau, © LAG Lebens.Wert Pongau-Tennengau

MINT-Regionalstelle Pongau – Miteinander für MINT ist ein LEADER-Projekt, das die Etablierung der MINT-Region Pongau begünstigt hat. MINT ist ein Bildungsprogramm, das in Kindern und Jugendlichen das Interesse für naturwissenschaftliche Fächer wecken soll. Das Projekt der LAG Lebens.Wert Pongau-Tennengau bündelt unterschiedliche Angebote zu diesem Thema unter einem Dach und legt in seiner Arbeit einen besonderen Fokus darauf, auch bei Mädchen das Interesse für naturwissenschaftliche Fächer zu fördern. Das gelingt über unterschiedlichste themenspezifische Workshops, Netzwerkbildung und auch durch die Errichtung des SciEnnsPark – ein Ort, an dem Jugendliche unterschiedlichste Geräte, beispielsweise zum 3D-Drucken, Lasercutten, oder Schweißen verwenden können. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

Landtechnik für Frauen ist ein Projekt des Österreichischen Kuratoriums für Landtechnik und Landentwicklung. Im internationalen Vergleich werden in Österreich Höfe besonders häufig von Frauen geführt – knapp ein Drittel aller Landwirtschaften nämlich! Häufig ist ihr Zugriff auf landwirtschaftliche Technologien jedoch beschränkt. Das Projekt setzt genau hier an: durch spezifische Kurse sollen Frauen in ihrem Umgang mit Landtechnik geschult werden, um die Sicherheit auf den Betrieben zu erhöhen und auch ihre Effizienz und Resilienz zu stärken. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

Landtechnik für Frauen, © ÖKL

Kultivierung alternativer Eiweißquellen in rauen Lagen Österreichs ist ein Projekt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL). Das Projekt fokussiert sich auf die Frage, welches Potential die Kultivierung von Eiweißfrüchten in rauen Lagen, wie im Mühlviertel, hat. Das testet das Projekt anhand der Kultivierung spezieller Eiweißfrüchte, etwa Ackerbohnen, Süßlupinen und Erbsen. Feldversuche unterschiedlicher Kultivierungsmethoden, Bodenanalysen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen trugen dazu bei, solche Früchte im Versuchsgebiet anzubauen. Der Ernteertrag kann beispielsweise zur Tierfütterung genutzt werden, was für den Klima- und Umweltschutz deutlich besser ist als das Importieren von Futtermitteln. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

Vielfalt verbindet, © ÖKL

Vielfalt verbindet – ÖPUL Modellregionen und Modellbetriebe für Biodiversität und Klimaschutz auf der Fläche ist ebenfalls ein Projekt des Österreichischen Kuratoriums für Landtechnik und Landentwicklung. Dem fortschreitenden Biodiversitätsverlust entgegenzuwirken ist das große Ziel der seit 2023 laufenden Programmphase des Österreichischen Umweltprogramms (ÖPUL). Bei unterschiedlichen Betriebsmaßnahmen müssen so 7 % der Acker- und Grünlandflächen als Biodiversitätsflächen ausgewiesen werden. Damit das aber wirklich einen positiven Einfluss auf die Kulturlandschaft hat, ist die richtige Verteilung der Flächen essentiell. Biotopverbundsysteme sind dabei der Schlüssel; und genau um derartige Biotopverbundsysteme geht es bei diesem Projekt. In Modellregionen werden also spezielle ÖPUL-Maßnahmen umgesetzt, um auf ganz Österreich übertragbare Erkenntnisse zu generieren. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

Kleinstadtbiotop Vöcklabruck, © Schlader

Kleinstadtbiotop Vöcklabruck – Orte der Begegnung im Kleinstadtbiotop ist ein LEADER Projekt, das die Etablierung eines multifunktionalen Standortes für Wirtschaft, Gastronomie, Kunst und Begegnung in einem ehemals leerstehenden Gebäude begünstigt. Das Kleinstadtbiotop Vöcklabruck liegt mitten im Herzen der Stadt und ist ein gemeinschaftlich entwickeltes Modell zur Belebung von Innenstädten. Auf rund 1.300 m² beleben unterschiedliche Betriebe den innerstädtischen Standort. Öffentlichkeitsarbeit, Infrastruktur und gemeinsam genutzte Flächen werden dabei geteilt. Außerdem gibt es im Kleinstadtbiotop konsumfreie Begegnungsräume, Veranstaltungen, Workshops, Familienangebote und inklusive Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen. Das LEADER Projekt ist dabei von großem Wert: hiermit werden wichtige Dinge in den Bereichen Communitymanagement, Veranstaltungsorganisation, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung ermöglicht, um das Kleinstadtbiotop als zentrale Institution in der Innenstadt Vöcklabrucks zu etablieren.

Handwerk und Baukultur, © ARGE Handwerk & Baukultur

Handwerk & Baukultur – Handwerkerhöfe in der Weltkulturerberegion Semmering ist eine Ländliche Innovationspartnerschaft. Bei Ländlichen Innovationspartnerschaften stehen innovative regionale Partnerschaften, Vernetzungen und Kompetenzsteigerungen im Vordergrund. So auch bei dieser Partnerschaft im Semmering-Gebiet: es geht um die regionale Sensibilisierung für den Wert von Baukultur, den Erhalt von regionalem Handwerkswissen und historischer Bausubstanz, die Förderung einer Kultur des nachhaltigen Um- statt Neubaus, sowie das Setzen von wirtschaftlichen Impulsen durch Qualifizierung, Vernetzung und Sanierungstätigkeit. Durch diese zielgerichteten Partnerschaften sollen Arbeitsplätze gesichert und die regionale Wertschöpfung gesteigert werden. Umfassende Grundlagenerhebung, eine multilokale Regionalveranstaltung, eigene Pilottrainings und Workshops zur Netzwerkbildung sollen so eine Grundlage für nachhaltige Regionalentwicklung, Leerstandsaktivierung und Ortskernstärkung werden. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

Innovationsoffensive, © Lisa Piller

 

Die LK & LFI Innovationsoffensive 2025-2026 ist ein Projekt des Ländlichen Fortbildungsinstitutes Österreich. Bei der Innovationsoffensive geht es um eine nachhaltige Stärkung der Innovationskapazität österreichischer Landwirt:innen. In dem eingereichten Teil des Projektes geht es vor allem um die Weiterentwicklung der „Mein Hof – Mein Weg“ Plattform, die als Wissens- und Inspirationszentrum dienen soll. Auf der Plattform werden Best-Practice Betriebe ins Zentrum gerückt und aktuelle Trends greifbar aufbereitet. Außerdem werden im Zuge der Innovationsoffensive Webinare veranstaltet, Podcasts veröffentlicht und ein Newsletter verbreitet. Damit erhalten Landwirt:innen praktische Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Diversifizierung und Innovation. So wird die Innovationskapazität gestärkt, die Sensibilität für Zukunftsthemen erhöht und die innovative Landwirtschaftscommunity vernetzt. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

Dynamische Waldtypisierung, © Landesforstdirektion Steiermark

 

Dynamische Waldtypisierung Steiermark – Foresite ist ein Projekt der Landesforstdirektion Steiermark. Das Projekt fokussiert sich auf notwendige Änderungen im Forstmanagement aufgrund der Einflüsse des Klimawandels. Im Zuge der Dynamischen Waldtypisierung wurden ein Handbuch und eine GIS-Plattform geschaffen, die es Waldbesitzer:innen ermöglichen, auf den eigenen Standort abgestimmte Empfehlungen bezüglich Baumarten und deren Bewirtschaftung zu erhalten – und das in der ganzen Steiermark! Die Empfehlungen berücksichtigen dabei unterschiedliche Klimaszenarien, was Aussagen zur Baumarteneignung für den Zeithorizont 2070 bis 2100 zulässt. Der dynamische Ansatz der Waldtypisierung erlaubt weiters die kontinuierliche Anpassung an neue Klimaszenarien und Baumarten. Damit werden die unterschiedlichen Funktionen des Waldes (also die Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungswirkung) nachhaltig geschützt, was auch auf den Wirtschaftsstandort Steiermark einen positiven Einfluss hat. Neugierig? HIER befindet sich die Case Study zum Projekt!

 

Das waren die in diesem Jahr von uns nominierten Projekte. Wir drücken den Projektträger:innen die Daumen und sind auf die Auswahl der Finalisten schon sehr gespannt!

Der Grüne Bericht 2026 ist online

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Der Grüne Bericht 2026, der über die Situation der Land- und Forstwirtschaft im Jahr 2025 berichtet, steht ab sofort unter DIESEM LINK zum Download bereit.

Der Bericht wird als pdf-Datei angeboten; die Tabellen stehen auch in Form von Excel-Dateien zur Verfügung. Weiters werden auch die Grafiken angeboten.

Die Buchführungsergebnisse 2025 stehen ebenfalls online bereit und können unter DIESEM LINK abgerufen werden.

Online-Anwendungen unterstützen beim Dünger sparen

Innovation
Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Natürliche Ressourcen

Hohe Düngemittelpreise belasten derzeit viele Betriebe. Besonders der Preis für Stickstoffdünger, der eng an die Energiepreise gekoppelt ist, ist in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Umso wichtiger ist es, jedes Kilogramm Dünger möglichst effizient zu nutzen. Dabei unterstützten Online-Anwendungen zur Bewirtschaftung und Düngeplanung.

Um standortspezifische Anpassungen der Düngermenge mittels Applikationskarten einfach zugänglich zu machen, hat das Josephinum Research in Wieselburg die kostenlose Web-App TerraZo entwickelt. Sie unterstützt Bäuerinnen und Bauern dabei, die Düngermenge gezielt und kostenschonend einzusetzen. Auf Basis aktueller Satellitendaten und langjähriger österreichischer Feldversuche erstellt TerraZo Düngekarten und liefert Vorschläge, die an die Bestandsentwicklung angepasst sind.

Die APP hilft dabei:

  • Düngermengen gezielter an den Pflanzenbestand anzupassen
  • Hoch- und Minderertragszonen am Feld frühzeitig zu erkennen
  • Düngereinsatz zu reduzieren und Kosten zu senken
  • Düngekarten rasch zu erstellen und zu exportieren

Die App kann im Browser direkt am Computer, Smartphone oder Tablet genutzt werden. Es werden keine Zusatzgeräte oder spezielle Terminals benötigt. Über den Ausbringmodus können auch Betriebe ohne smarte Anbaugeräte von teilflächenspezifischer Düngung profitieren. Precision Farming muss also nicht kompliziert sein und auch kleinere und mittlere Betriebe können einfach einsteigen. Aktuell nutzen bereits mehr als 2.500 Bäuerinnen und Bauern die App auf insgesamt rund 70.000 Hektar Fläche.

Mit der Anwendung INB – Integrierte Nährstoffbilanz können landwirtschaftliche Betriebe ihren Düngebedarf schlagbezogen berechnen und die Versorgung insbesondere mit Stickstoff, Phosphor und Kalium gezielt planen. Das unterstützt eine bedarfsgerechte Düngung, spart Betriebsmittel und erleichtert die Fruchtfolgeplanung inklusive Zwischenfrüchten sowie bei der Auswertung von Nährstoffbilanzen. Die Anwendung wurde vom Bundesministerium für Land und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft im Rahmen der landwirtschaftlichen Betriebsberatung entwickelt und ist online verfügbar.

Auf EU-Ebene ist eine zusätzliche Unterstützung von insgesamt 500 Mio. € für die europäische Landwirtschaft vorgesehen. Außerdem wurden Standardzölle auf Einfuhren mehrerer wichtiger Stickstoffdüngemittel und Vorprodukte bis Ende Mai 2027 ausgesetzt. Ziel ist, Betriebe rasch zu entlasten und die Versorgung mit leistbaren Düngemitteln abzusichern. Landwirtschaftsminister Totschnig betont: “Insbesondere mit Blick auf die anstehene Aussaat im Herbst ist es unerlässlich, dass unsere Bäuerinnen und Bauern rasch Zugang zu leistbaren Düngemitteln in ausreichender Menge erhalten.”

Online-Umfrage zur Sozialen Konditionalität in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)

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Mit der Umfrage sollen im Speziellen adressiert werden:

  • Landwirtinnen und Landwirte und deren Vertreter:innen
  • Landwirtschaftliche Arbeitskräfte und deren Vertretungen (Gewerkschaften, Sozialpartner)
  • Landwirtschaftliche Beratungsdienste
  • Nichregierungsorganisationen und Expert:innen, die im Bereich landwirtschaftlicher Arbeitsfragen tätig sind.

Die Umfrage bietet die Möglichkeit, eigene Sichtweisen in die politische Analyse auf EU-Ebene miteinfließen zu lassen. Sie kann auf Deutsch ausgefüllt werden und dauert 10 – 15 Minuten. Alle Antworten werden streng vertraulich behandelt und ausschließlich in aggregierter Form verwendet.