Nachbericht: Ensuring The Right to Stay for Young Farmers and Rural Youth

Lebensqualität

Junge Landwirt:innen und ländliche Jugend aus ganz Europa diskutierten beim EU CAP Network Seminar in Brüssel die Herausforderungen im ländlichen Raum und entwickelten gemeinsam konkrete Maßnahmen, um die Zukunft der Landwirtschaft und die Attraktivität ländlicher Regionen zu stärken. Österreich präsentierte dabei mehrere Good-Practice-Beispiele aus der nationalen Umsetzung der Gemeinsamen Agrar Politik (GAP).

Das EU GAP-Netzwerk veranstaltete Mitte März in Brüssel das Seminar: „Ensuring The Right to Stay for Young Farmers and Rural Youth”. Ziel der Veranstaltung war es, die Herausforderungen für junge Menschen im ländlichen Raum sowie für Junglandwirt:innen sichtbar zu machen und gemeinsam Lösungsansätze für die nächste GAP zu entwickeln.

Aus Österreich nahm eine Delegation, bestehend aus der Landwirtschaftskammer Österreich, dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, sowie der Landjugend Österreich teil.

Die Teilnehmenden analysierten die vielfältigen Probleme, mit denen junge Menschen in ländlichen Regionen konfrontiert sind. Dazu zählen unter anderem eingeschränkte wirtschaftliche Perspektiven und ein erschwerter Zugang zu Land und Krediten sowie zu Bildung und Innovation. Ebenso kann es eine Herausforderung sein, Nachfolger:innen für landwirtschaftliche Betriebe zu finden. Da die Strukturen und die vorherrschende Praxis bei der Übergabe der Betriebe an die jüngere Generation in den Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich sind, stehen die jungen angehenden Betriebsführer:innen vor gänzlich unterschiedlichen Herausforderungen.

Die Teilnehmenden diskutierten die Problemfelder in Arbeitsgruppen. Dabei brachten die  unterschiedlichen europäischen Mitgliedsstaaten ihre Perspektiven und Erfahrungen ein. Besonders interessant war, dass viele Herausforderungen, die in anderen Ländern als große Problemfelder genannt wurden, in Österreich gut gelöst sind. Österreich konnte hierbei mehrmals Good-Practice-Beispiele nennen. Das ist auf die jahrelang vorausschauende nationale Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik zurückzuführen. Ebenso spielen ein starkes Pensionssystem für die landwirtschaftliche Bevölkerung und die steuerlichen Regelungen bei der Hofübergabe, die einen Fokus auf den Erhalt der Familienbetriebe legen, eine zentrale Rolle.

Zum Abschluss wurde ein gemeinsamer Aktionsplan entwickelt. In diesem wurden konkrete Maßnahmen festgehalten, die den Zugang zu Land, aber auch den generationenübergreifenden Betriebserfolg und Innovationen fördern, und das Leben in ländlichen Räumen attraktiv machen:

  • Junge Menschen, die in die Landwirtschaft einsteigen wollen, sollen einfacheren Zugang zu Land erhalten. Dazu sind entsprechende Finanzierungsinstrumente erforderlich
  • Steuerliche Regelungen, die den Erhalt des Betriebes bei der Übergabe von Land im Fokus haben sind entscheidend
  • Landwirtschaftliche Aus- und Weiterbildung und Mentoring sind notwendig, um junge Landwirtinnen und Landwirte bei der Aufnahme der landwirtschaftlichen Tätigkeit zu unterstützen
  • Zugang zu Informationen soll auf niederschwelligem Niveau verfügbar sein
  • Matching-Systeme zwischen Betrieben, die keine Hofnachfolger:in haben und jungen Menschen sind ein auszubauendes Modell
  • Steuerliche und rechtliche Begleitung und Beratung dieser Fälle ist für den Erfolg entscheidend
  • Ein Fokus auf generationenübergreifende Kommunikation und entsprechende Begleitung ist wichtig
  • Internetverfügbarkeit in ländlichen Regionen
  • Beteiligung junger Menschen in politischen Entscheidungen (Echte Beteiligung und Ermöglichung von Änderungsvorschlägen anstatt nur der Frage nach der Meinung)
  • Ländliche Regionen sind besser zu vermarkten (Attraktivität des ländlichen Raums soll in den Köpfen der Bevölkerung gesteigert werden)

“If we consider youth only as the future of farming, we risk excluding them from decisions that affect them today!“, so der Tenor.

Zukunft beginnt dort, wo wir bereit sind, Gegenwärtiges zu hinterfragen und Neues zu gestalten. Mit dem Leitmotiv #weiterdenken rücken wir als Netzwerk Zukunftsraum Land die nächste Generation in den Mittelpunkt: Um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen, braucht es die Gestaltung gemeinsam mit der nächsten Generation. Dabei soll Bewährtes generationenübergreifend weiterentwickelt werden – nur so kann Zukunft wachsen. Ganz bewusst möchten wir uns dabei jungen – neuen, innovativen – Ideen UND Menschen widmen.

Nachbericht: Internationale LEADER Exkursion nach Luxemburg

Lebensqualität

Drei Tage internationale LEADER-Exkursion im europäischen Moseltal voller spannender Projekte, neuer Perspektiven und inspirierender Begegnungen liegen hinter uns.

Ein zentrales Learning: Gute Regionalentwicklung endet nicht an Gemeinde-, Regions- oder Landesgrenzen. Ob gemeinsame Kommunikationsstrukturen oder transnationale LEADER-Projekte: Viele der vorgestellten Initiativen haben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial entsteht, wenn Zusammenarbeit aktiv gelebt wird. Besonders spannend war dabei das Zusammenspiel von LEADER, INTERREG, Dorfentwicklung und weiteren Förderinstrumenten, ermöglicht durch die enge Kooperation unterschiedlicher Ministerien und regionaler Akteur:innen.

Deutlich wurde auch: LEADER ist weit mehr als ein Förderprogramm. Es schafft Räume für Austausch, stärkt Vertrauen und bringt Menschen zusammen, die ihre Regionen mitgestalten und weiterentwickeln wollen. Oder wie es während der Exkursion treffend hieß: „Menschen gestalten Regionen.”

Trotz der aktuellen Unsicherheiten rund um die kommende Förderperiode, überwog ein positiver Blick nach vorne. Françoise Bonert vom luxemburgischen Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Weinbau brachte es folgend auf den Punkt: Auch mit kleinen Mitteln kann Großes bewirkt werden.

Vielen Dank an alle Beteiligten für die Einblicke, den offenen Austausch und das gemeinsame Weiterdenken ländlicher Entwicklung in Europa und bis zu einem Wiedersehen im nächsten Jahr in Österreich!

Gesamtgesellschaftliche Aspekte von Gleichstellung und Diversität: In welcher Welt wollen wir leben?

Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Natürliche Ressourcen

Ein Beitrag von Sabine Grenz und Elif Gül (Universität Wien)

Das fünfte der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele ist Geschlechtergerechtigkeit. Dadurch wird betont, wie wichtig es ist, dass Frauen gleichberechtigt an der Entwicklung zu einer nachhaltigen globalen Gesellschaft beteiligt sind, also ebenso Führungspositionen dabei einnehmen wie Männer. Wesentlich dafür ist die Einsicht, dass es unterschiedlicher Perspektiven bedarf. Aus diesem Grund wird „Geschlecht” nicht mehr als isolierte Kategorie aufgefasst, sondern all seine, die mit anderen sozialen Kategorien in Wechselwirkung stehen. Diese anderen sozialen Kategorien sind beispielsweise Ethnie, Hautfarbe, sozioökonomischer Status, Staatsbürgerschaft, sexuelle und geschlechtliche Orientierung beziehungsweise. Identität und Gesundheit.

Dass Geschlechtergerechtigkeit sich lohnt, darauf weisen ganz unterschiedliche Studien zu Zufriedenheit, Gesundheit, Demokratie, Innovation und Wirtschaft hin:

Zufriedenheit: Grafland und Schilpzand (2025) haben Daten aus 81 Staaten zwischen 1990 und 2020 untersucht. Daraus wird ersichtlich, dass die allgemeine Lebenszufriedenheit einer Gesellschaft mit der Gleichstellung steigt: So ist beispielsweise die individuelle Autonomie höher, das heißt, alle können selbstständiger ihren Aufgaben nachgehen. Das geht mit einem höheren Pro-Kopf-Einkommen und einem erhöhten allgemeinen Vertrauen einher. Das bedeutet, dass nicht nur Frauen von Geschlechtergerechtigkeit profitieren, sondern die gesamte Gesellschaft, also auch alle Männer (Audette et al. 2019).

Gesundheit: Die Weltgesundheitsbehörde hat beobachtet, dass strikte Geschlechterrollen die Suizidrate bei Männern erheblich steigern (WHO 2018). Dementsprechend ist auch die Lebenserwartung in Ländern mit höherer Gleichstellung höher und die Gesamtmortalität niedriger (Kolip et al. 2019; Mateos et al. 2019). In diesem Zusammenhang hat sich auch gezeigt, dass mehr Frauen als Operateur:innen in der Medizin die Lebenserwartung steigert und zu weniger Komplikationen für Patient:innen führt (Wallis CJD. et al. 2023). 

Demokratie: Zudem steigert sich die politische Stabilität und verringert sich die Korruption (Bauhr 2019). Es hat sich gezeigt, dass sich das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik steigert, wenn mehr Frauen in der Regierung sind (Esarey & Schwindt-Bayer 2018).

Innovation: Es hat sich gezeigt, dass mehr Diversität in Teams zu besseren Ergebnissen in Wissenschaft und Forschung und ebenso zu einer vermehrten Produktinnovation führt, unter anderem da diverse Teams und Organisationen sich als fähiger bei Problemlösungen erweisen (Xie, L. et al. 2020; Nielsen MW et al. 2017; Kong et al. 2024).

Wirtschaft: Mehr Geschlechtergerechtigkeit am Arbeitsmarkt führt laut Berechnungen des European Institute for Gender Equality zur Erhöhung des BIP um 3,2%-5,5% bis 2050 (EiGE 2017).

Aus diesen wenigen Beispielen wird deutlich, dass die Gesellschaft insgesamt profitiert, wenn die Geschlechtergerechtigkeit gestärkt wird. Man spricht hier vom „Curb cut effect”. Dieser beschreibt den Effekt, der sich durch Gehsteig Rampen beziehungsweise die Absenkung von Bordsteinkanten einstellt: Diese wurden zwar in erster Linie für Menschen im Rollstuhl eingeführt, sie können jetzt aber von allen genutzt werden und erleichtern das Fahrradfahren nun ebenso wie das Schieben von Kinderwagen, Einkaufswagen oder Koffern. 

 

Assoz.-Prof. Dr. Sabine Grenz ist seit 2017 Professorin für Gender Studies an der Universität Wien. Von 2017 bis 2020 war sie Univ.-Prof. für Gender Studies an den Fakultäten für Philosophie und Bildungswissenschaft sowie für Sozialwissenschaften und die Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät. Seit 2020 ist sie Tenure-Track-Prof. an den beiden Fakultäten für Philosophie und Bildungswissenschaft sowie für Sozialwissenschaften.

Elif Gül, BA, MSc. hat seit September 2021 die prädoc-Stelle in Gender Studies des Instituts für Bildungswissenschaften bei Prof. Sabine Grenz inne. 

 

Literaturverzeichnis

Audette, A. P., Lam, S., O’Connor, H., & Robinson, J. A. (2019). (E)Quality of life: A cross-national analysis of the effect of gender equality on life satisfaction. Journal of Happiness Studies, 20, 2173–2188. https://doi.org/10.1007/s10902-018-0042-8

Bauhr, M., Charron, N., & Wängnerud, L. (2019). Exclusion or interests? Why females in elected office reduce petty and grand corruption. European Journal of Political Research, 58(4), 1043–1065. https://doi.org/10.1111/1475-6765.12300

European Institute for Gender Equality. (2017). Economic benefits of gender equality in the European Union: Literature review – Existing evidence and methodological approaches. Publications Office of the European Union. https://data.europa.eu/doi/10.2839/736676 

Esarey, J., & Schwindt-Bayer, L. A. (2018). Women’s representation, accountability, and corruption in democracies. British Journal of Political Science, 48(3), 659–690. https://doi.org/10.1017/S0007123416000478

Graafland, J., & Schilpzand, A. (2025). Gender equality and life satisfaction: A mediation model with individual autonomy, income per capita and trust.  Journal of Happiness Studies, 26, Article 23. https://doi.org/10.1007/s10902-024-00850-8

Kolip, P., Lange, C. & Finne, E. Gleichstellung der Geschlechter und Geschlechterunterschiede in der Lebenserwartung in Deutschland. Bundesgesundheitsbl 62, 943–951 (2019). https://doi.org/10.1007/s00103-019-02974-2

Kong, L., Usman, M., Yue, W., & Sun, J. (2024). Leadher: Role of women leadership in shaping corporate innovation. Humanities and Social Sciences Communications, 11, Article 1313. https://doi.org/10.1057/s41599-024-03852-2

Mateos, J. T. , Fernández-Sáez, J. , Marcos-Marcos, J. , Álvarez-Dardet, C. , Bambra, C. , Popay, J. , Baral, K. , Musolino, C. and Baum, F. (2022). Gender Equality and the Global Gender Gap in Life Expectancy: An Exploratory Analysis of 152 Countries. International Journal of Health Policy and Management11(6), 740-746. doi: 10.34172/ijhpm.2020.192

Nielsen, M. W., Alegria, S., Börjeson, L., Etzkowitz, H., Falk-Krzesinski, H. J., Joshi, A., Leahey, E., Smith-Doerr, L., Woolley, A. W., & Schiebinger, L. (2017). Opinion: Gender diversity leads to better science. Proceedings of the National Academy of Sciences, 114(8), 1740–1742. https://doi.org/10.1073/pnas.1700616114

Wallis, C. J. D., Jerath, A., Aminoltejari, K., Coburn, N., Klaassen, Z., Luckenbaugh, A. N., & Satkunasivam, R. (2023). Surgeon sex and long-term postoperative outcomes among patients undergoing common surgeries. JAMA Surgery, 158(11), 1185–1194. https://doi.org/10.1001/jamasurg.2023.3744

World Health Organization Regional Office for Europe. (2018). Strategy on the health and well-being of men in the WHO European Region. World Health Organization Regional Office for Europe. Online: https://www.who.int/europe/publications/i/item/WHO-EURO-2018-4209-43968-61973 

Xie, L., Zhou, J., Zong, Q., & Lu, Q. (2020). Gender diversity in R&D teams and innovation efficiency: Role of the innovation context. Research Policy, 49(1), 103885. https://doi.org/10.1016/j.respol.2019.103885

Nachlese: „Mehrwert Festmist: Bodenschutz, Artenvielfalt und betriebliche Perspektiven“

Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Natürliche Ressourcen

Im Rahmen des Online-Seminars wurde die große Bedeutung von Festmist für eine nachhaltige Landwirtschaft hervorgehoben, insbesondere hinsichtlich Humusaufbau, Bodenfruchtbarkeit und Umweltwirkungen.

Else Bünemann-König, FiBL Schweiz, zeigte anhand des DOK-Langzeitversuchs auf, dass feste organische Dünger den Humusaufbau stärker fördern als flüssige Dünger und zur Anreicherung von Stickstoff und Kohlenstoff im Boden beitragen. Zudem wurde deutlich, dass reduzierte Bodenbearbeitung einen großen Einfluss auf die Bodenbiologie hat. Alfred Pöllinger-Zierler, HBLFA Raumberg-Gumpenstein, betonte, dass unterschiedliche Formen von Wirtschaftsdüngern je nach Standort und Nutzung unterschiedlich geeignet sind. Entscheidend sei ein langfristiger Blick, da sich vor allem die Wirkung von Festmist erst über einen längeren Zeitraum hinweg durch verbessertes Bodenleben und Mikrobiologie und folglich durch den Ertrag zeigt. Auch ging Pöllinger-Zierler auf die Vermeidung von Nährstoffverlusten ein und wies auf verringerte Ammoniakemissionen durch geeignete Ausbringungstechniken hin. Pia Euteneuer, Universität für Bodenkultur, verdeutlichte die zentrale Rolle von Regenwürmern, insbesondere des Tauwurms, für die Bodenstruktur und Wasserinfiltration. Langzeitversuche zeigen, dass Festmist die Regenwurmpopulation fördert, während bei rein mineralischer Düngung oder fehlender organischer Substanz weniger bis kaum Bodenleben vorhanden ist.

In den Praxisbeispielen berichtete Roswitha Marold, Landwirtin im Ennstal, von positiven Effekten wie verbesserter Wasser- und Nährstoffspeicherung, stärkerem Bodenleben und geringer Geruchsbelastung durch den Einsatz unterschiedlich lange gelagerter Mistmieten. Franz Grötschl, Landwirt in Lackendorf, setzt seit Jahren auf organische Düngung, reduzierte Bodenbearbeitung und vielfältige Kompostierungsverfahren sowie natürliche Zusatzstoffe zur Verbesserung der Nährstoffbindung. Andreas Hager, Landwirt in Ried in der Riedmark, verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz mit vielfältiger Fruchtfolge, Dauerbegrünung, beweidetem Agroforst und gezielter Aufbereitung von Wirtschaftsdüngern, wodurch Bodenfruchtbarkeit und Wasserspeicherung gesteigert werden. Thomas Wallner, Boden.Wasser.Schutz.Beratung der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, unterstrich die Bedeutung von Festmist im Erosions- und Gewässerschutz, wobei insbesondere die sachgerechte Lagerung eine Herausforderung darstellt.

In der Diskussion wurde zudem hervorgehoben, dass auch Faktoren wie Fütterung und Medikamenteneinsatz entscheidend für die Qualität von Mist und Gülle sind. Insgesamt zeigte das Seminar, dass Festmist ein wichtiger Hebel für den Humusaufbau und ein funktionierendes Agrarökosystem ist, dessen Wirkung langfristig im Zusammenspiel mit Bewirtschaftung, Bodenbearbeitung und Betriebsmanagement zur Geltung kommt.

Hof und Land in Frauenhand – Internationales Jahr der Bäuerin 2026

Geschlechtergleichstellung
Lebensqualität

Ob als innovative Unternehmerin, Betriebsleiterin, Strategin, traditionsbewusste Bäuerin oder als zentrales Bindeglied im Familienbetrieb – Frauen prägen die Land- und Forstwirtschaft in all ihrer Vielfalt und sind das Rückgrat unserer Höfe.

Im „Internationalen Jahr der Bäuerin 2026“, das von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde, richtet wir sich der Blick ganz besonders auf ihre Ideen, ihre Herausforderungen und ihre Leistungen, was sie bewegt und antreibt und warum ihre Arbeit für unsere Gesellschaft unverzichtbar ist.

Unsere Bäuerinnen im Portrait
Zahlen und Fakten
Herausforderungen und Chancen
Veranstaltungen 

und vieles mehr gibt es jetzt auf einer eigenen Webseite von BMLUK, lk Bäuerinnen, der Initiative StadtLandTier und dem Verein Land schafft Leben nachzulesen.

Neue Fördermaßnahme: Betriebsübergabe im Tourismus im ländlichen Raum

Lebensqualität

Die Übergabe von Unternehmen der Tourismus- und Freizeitwirtschaft birgt oftmals große Herausforderungen für die Beteiligten, vor allem wenn es darum geht, den Betrieb neu auszurichten. Gerade im Zuge der Übergabe ist ein klares Betriebsmodell mit entsprechender mittel- bzw. langfristiger Planung entscheidend. Die Erarbeitung eines strukturierten Businessplans kann für die erfolgreiche Fortführung des Betriebs und den Zugang zu Finanzierungen ausschlaggebend sein.

Daher wurde seitens des Tourismusministeriums im GAP-Strategieplan eine Fördermaßnahme konzipiert, die Tourismusbetriebe im ländlichen Raum bei diesem Vorhaben gezielt unterstützt. Unter dem Titel „Betriebsübergaben im Tourismus” (Maßnahme 78-03-BMAW-Tourismus), können kleine und mittlere Unternehmen anlässlich einer Übergabe für die Erstellung eines auf ihren Betrieb abgestimmten Businessplans, eine EU-kofinanzierte Unterstützung in der Höhe von 8.000,00 EUR beantragen. Voraussetzungen dafür sind, dass der Betriebsstandort in Gemeinden mit weniger als 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt, und dass der Businessplan durch ein gewerblich befugtes Beratungsunternehmen erstellt wird und vorgegebene Mindestinhalte erfüllt.

Was benötigen Sie für die Einreichung?

  • Angebot eines gewerblich befugten Beratungsunternehmens zu (Mindest)Inhalten und Kosten des Businessplans samt einer Liste mit Referenzen
  • Bestätigung einer Steuerberaterin oder eines Steuerberaters bzw. einer Wirtschaftsprüferin oder eines Wirtschaftsprüfers zu diversen Angaben im Hinblick auf die KMU-Eigenschaft des Antragstellers und im Hinblick auf den Betriebsübergabeprozess (mittels bereitgestelltem Formblatt)
  • Diverse Nachweise zum KMU-Betrieb (bspw. GISA-Auszug, FB-Auszug, De-Minimis-Erklärung etc.)

Passt diese Förderaktion zu Ihrer Situation in einem kleinen oder mittleren ländlichen Tourismus-/Freitzeitunternehmen? Auf der Website des Bundesminstierums für Wirtschaft, Energie und Tourismus finden Sie weitere hilfreiche Informationen sowie den Link zur digitalen Einreichung. Das Einbringen von Förderanträgen ist laufend im Wege der Digitalen Förderplattform (DFP) der Agrarmarkt Austria (AMA) möglich. Der nächste Stichtag ist der 29. Juni 2026.

Über EU-Finanzierungsmöglichkeiten auf dem Laufenden bleiben!

Unkategorisiert

Ihr sucht nach EU-Finanzierungsmöglichkeiten und möchtet keine Frist verpassen?

Ausschreibungen, Veranstaltungen und aktuelle Informationen werden regelmäßig veröffentlicht. Dabei den Überblick zu behalten, kann eine Herausforderung sein. Die App “EU funding & me” hilft dabei, auf dem Laufenden zu bleiben und immer einen Schritt voraus zu sein.

Rückblick auf das 7. National Networks Meeting in Mellieħa, Malta

Innovation
Klimaschutz

Das 7. Treffen der nationalen Netzwerke, das vom EU GAP-Netzwerk organisiert wurde, fand in Mellieħa auf Malta statt. Vertreterinnen und Vertreter der nationalen Netzwerke kamen zusammen, um sich auszutauschen und die Zusammenarbeit weiter zu stärken. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere Fragen, wie durch verstärkte Vernetzung Synergien genutzt und Innovationen in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum gezielt vorangetrieben werden können. Ein zentrales Anliegen des Treffens war es zudem, gemeinsam zu erarbeiten, wie Netzwerkaktivitäten auf europäischer und nationaler Ebene zur Stärkung der Resilienz ländlicher Räume gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels beitragen können.

Im Rahmen von Exkursionen erhielten die Teilnehmenden Einblicke in innovative Ansätze des Wassermanagements. So wurde eine Kläranlage besichtigt, in der die Aufbereitung von Wasser für die Wiederverwendung in der Landwirtschaft im Detail vorgestellt wurde. Dieses aufbereitete Wasser kommt unter anderem in der landwirtschaftlichen Produktion zum Einsatz, wie beim Besuch einer Hydroponic-Anlage deutlich wurde. Dort wurde gezeigt, wie Blattgemüse in einem Glashaus unter kontrollierten Bedingungen ressourcenschonend kultiviert wird.

Darüber hinaus bot eine Posterpräsentation einen Überblick über unterschiedliche Wasserprojekte aus den Mitgliedstaaten. Diese veranschaulichte die Vielfalt an Lösungsansätzen und unterstrich die Bedeutung eines intensiven Austauschs von Good Practices sowie von Peer-to-Peer-Lernen und Kapazitätsaufbau innerhalb der Netzwerke. Ergänzend dazu wurden aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten auf europäischer und nationaler Ebene vorgestellt sowie die überarbeitete Kommunikationsstrategie des EU GAP-Netzwerks diskutiert, wobei insbesondere die Rolle der nationalen Netzwerke in deren Umsetzung im Fokus stand.

Eine effiziente und nachhaltige Nutzung von Ressourcen ist eine zentrale Herausforderung für die Landwirtschaft in Europa. Der Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken im Rahmen solcher Netzwerktreffen stellt daher einen wichtigen Beitrag dar, um Innovationen durch Zusammenarbeit zu fördern und die Weiterentwicklung des ländlichen Raums aktiv zu unterstützen.

EU Organic Award 2026 – bis 26. April einreichen!

Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Es werden 7 Auszeichnungen in 6 verschiedenen Kategorien vergeben, darunter an Landwirt:innen, Regionen, Städte, KMUs, Einzelhändler:innen und Gastronomiebetriebe für innovative, nachhaltige und inspirierende Projekte, die einen echten Mehrwert für Bioproduktion und -konsum schaffen.

Die Bewerbung ist bis 26. April möglich. Gleich einreichen, um euer Projekt bekannt zu machen und zu präsentieren!

Kategorien:

  • Beste Bio-Landwirtin/Bester Bio-Landwirt
  • Beste Bio-Region
  • Beste Bio-Stadt
  • Bestes Bio-Lebensmittelverarbeitsungs-KMU
  • Bester Bio-Lebensmittelhändler
  • Bestes Bio-Restaurant/Lebensmittelservice

 

Öffentliche Konsultation zur GAP nach 2027

Klimaschutz
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Da die aktuelle Förderperiode 2027 endet, hat die Europäische Kommission im Sommer 2025 Vorschläge für die zukünftige Ausgestaltung der GAP vorgelegt. Bei einem GAP-Dialogforum im Jänner in Wien und im Rahmen einer Webinar-Reihe im März 2026 wurden die Vorschläge präsentiert und erläutert sowie im Hinblick auf Österreich aufbereitet.

Gemäß dem Vorschlag der Europäischen Kommission soll die GAP in der Förderperiode 2028 bis 2034 Teil eines „Nationalen und regionalen Partnerschaftsplans“ sein, der je Mitgliedstaat auszuarbeiten sein wird. Über diesen Plan soll zukünftig neben der GAP eine Reihe von Politikbereichen umgesetzt werden. Welche Arten der Unterstützung im Rahmen der GAP in Zukunft möglich sein sollen, wird in einer eigenen GAP-Verordnung  geregelt. Diese Verordnung liegt derzeit in einem Entwurf vor und wird von den EU-Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission bzw. im Europäischen Parlament verhandelt.

Uns interessieren Ihre Perspektiven, Erfahrungen und konkreten Verbesserungsvorschläge für die Neugestaltung der GAP zu folgenden Themen:

  • Betriebsentwicklung und Einkommen (Generationenwechsel / Einkommensstützung)
  • Umwelt und Klima (Agrarumweltprogramm / verantwortungsvolle Betriebsführung)
  • Stärkung vitaler ländlicher Räume (LEADER/ Aufbau von regionalen Innovationsökosystemen / Daseinsvorsorge / Aktivierung von Leerständen / Mobilität)

Ab sofort haben Sie bis einschließlich 7. Mai 2026 die Möglichkeit, Ihre Beiträge zur Gestaltung der zukünftigen GAP in Österreich einzubringen! Nutzen Sie diese Möglichkeit, damit die Themen, die Ihnen wichtig sind, Eingang in die Diskussion finden.