Podcast #8: Neophyten in der Landwirtschaft

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Welche Rolle spielen Neophyten in Agrarökosystemen, und welche Herausforderungen bringen invasive Pflanzenarten fĂŒr die Landwirtschaft mit sich? DarĂŒber spricht Hemma Burger-Scheidlin, Netzwerk Zukunftsraum Land mit Rea Hall, Wissenschaftlerin an der UniversitĂ€t fĂŒr Bodenkultur Wien.

Im Fokus stehen die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen invasiver Arten auf landwirtschaftliche FlÀchen sowie ihre Wechselwirkungen mit BiodiversitÀt und Bodenmanagement. Zudem erlÀutert die Expertin aktuelle Erkenntnisse zum Umgang mit Neophyten und gibt praxisnahe Tipps zur PrÀvention und EindÀmmung.

WeiterfĂŒhrende Informationen finden Sie hier!

Das war LINC 2026!

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Der Kongress fand an drei Tagen, vom 26. bis zum 28. Mai statt und bot ein vielfĂ€ltiges Programm, das es den Teilnehmer:innen erlaubte, sowohl einander als auch den lettischen Zugang zu LEADER besser kennenzulernen. Besonders bedeutend waren dabei die 12 Exkursionen, die unterschiedlichste LEADER-Projekte in ganz Lettland besuchten. LEADER wirkt in Lettland in unterschiedlichsten Sektoren, vom Tourismus ĂŒber das Handwerk bis zu sozialen und kulturellen Projekten sowie ĂŒber „smart villages”. Eine besondere Bedeutung kommt dabei auch der Wirtschaftsförderung zu – so werden etwa 50 % der Projekte zur Förderung von Kleinunternehmen eingesetzt. Das gelingt auch mit großem Erfolg; viele Unternehmer:innen haben ĂŒber eine LEADER-Förderung die notwendige UnterstĂŒtzung bekommen, spannende Ideen in Lettland umzusetzen und teils ĂŒber die nationalen Grenzen hinweg zu verbreiten.

Neben dem Kennenlernen von LEADER in Lettland stand auch das Vernetzen der LEADER-Regionen im Zentrum von LINC 2026. Ein eigener Cooperation Corner hat es verschiedenen LEADER-Regionen erlaubt, eigene Projektideen zu verbreiten, die transnationale LEADER-Kooperation anstreben. So konnten viele Regionen gemeinsame Interessen finden und in Austausch kommen, damit neue spannende Kooperationen enstehen. Gleichzeitig gab es auch Diskussionsrunden zu einem Thema, das wohl die ganze LEADER-Community derzeit beschĂ€ftigt. Denn nichts Geringeres als die Zukunft von LEADER wird derzeit verhandelt. Klar war dabei, dass LEADER auch in der nĂ€chsten Förderperiode bestehen bleibt und durch die Verbindung mit anderen Initiativen die Zukunft des lĂ€ndlichen Raumes prĂ€gen wird. Die konkrete Ausgestaltung ist dabei jedoch noch nicht entschieden, das Zusammentreffen so vieler Akteur:innen mit LEADER-bezug bot damit einen idealen Rahmen, sich auszutauschen und gemeinsame Ideen zu diskutieren. Das #weiterdenken ist also nicht nur in Österreich, sondern in der ganzen EU von besonderer Relevanz. FĂŒr weitere Informationen möchten wir an dieser Stelle auch auf diesen Beitrag des EU GAP Netzwerks hinweisen: https://eu-cap-network.ec.europa.eu/news/future-leaderclld-what-we-know-so-far_de

Wenn sich die LEADER Community vom 08.-10. Juni 2027 in Åland wiedertreffen wird, wird die Zukunft von LEADER mit Sicherheit schon klarer sein. Wie die einzelnen Mitgliedsstaaten mit der LEADER-Methode nach 2028 umgehen werden, ist damit wohl auf jeden Fall ein zentraler Punkt des Kongresses. Zeitgleich wird Åland aber auch wieder die Chance bieten, LEADER in einem anderen Land kennenzulernen, sich zu vernetzen und innovative, zukunftsweisende Projektideen zu entwickeln.

 

Erfolgsmodell aus Österreich: Wie das Projekt „OptEro“ Europa neue Wege im Erosionsschutz zeigt

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NatĂŒrliche Ressourcen

Christine Weinberger hat an der EU GAP-Netzwerk Konferenz „Wasser Resilienz in der Landwirtschaft: Innovation in der Praxis“ Mitte Mai in Hamburg teilgenommen. Wir haben sie zu ihren Erfahrungen und Learnings befragt.

Christine, du wurdest im Mai, gemeinsam mit Landwirt GĂŒnter Haslinger, als Verantwortliche des EIP-AGRI-Projekts „OptEro – Optimierung des Erosionsschutzes im Kartoffelbau“ nach Hamburg zur EU-GAP-Netzwerkkonferenz „Wasserresilienz in der Landwirtschaft: Innovation in der Praxis“ eingeladen. Welche RĂŒckmeldungen hast du dort zu eurem Projekt und den Ergebnissen erhalten?

Wir haben durchwegs positive RĂŒckmeldungen erhalten. FĂŒr viele war das Konzept der Querdammerrichtung neu und sie erkundigten sich, inwiefern vielleicht auch andere Kulturen von dieser Idee profitieren könnten.

Was hast du von der Konferenz fĂŒr deine Arbeit mitnehmen können?

Ein Hauptaugenmerk der Konferenz lag an der Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen EU-LĂ€ndern zu vernetzen. Das haben wir genutzt, um neue Projektideen zu schmieden und Partnerinnen und Partner fĂŒr zukĂŒnftige Projekte zu finden.

Was war fĂŒr dich neu und ĂŒberraschend?

Es hat mich ĂŒberrascht, dass unser landwirtschaftliches Förder- und Beratungssystem in Österreich so einzigartig ist, dass uns andere EU-LĂ€nder darum beneiden. Anderswo sind die Beraterinnen und Berater firmengebunden und können daher nicht unvoreingenommen agieren, oder aber es fehlt an der notwendigen Kompetenz, besonders was die FörderungsmodalitĂ€ten betrifft. Mithilfe der Agrarförderungen hat sich Österreich in den letzten Jahrzehnten ein Tool geschaffen, womit nicht nur die kleinstrukturierte Landwirtschaft unterstĂŒtzt wird, sondern auch Maßnahmen zum Umwelt-, Klima- und Naturschutz gefördert und flĂ€chendeckend umgesetzt werden. Das wĂŒrden sich andere LĂ€nder ebenfalls wĂŒnschen.

Von welchen Projekten aus anderen LĂ€ndern sollten wir in Österreich lernen?

Das Horizon Projekt SpongeWorks beschĂ€ftigt sich mit dem Thema Wasserspeicherung und Wasserresilienz, was in Hinblick auf den Klimawandel ein wichtiges Thema ist. In Zusammenarbeit mit mehreren Landwirtinnen und Landwirten in Europa werden Maßnahmen zur Wasserspeicherung in der Landschaft erarbeitet und erprobt. Österreich kann von diesem Projekt stark profitieren, besonders im Osten des Landes, wo langanhaltende Trockenperioden bereits jetzt ein Problem darstellen. Weiters fand ich das Projekt DaLeA – Dauerhafter Lebendmulch im Ackerbau sehr interessant, weil es die Vorteile von GrĂŒnland in den Ackerbau integriert. Mit Sicherheit benötigt es noch weitere Forschungsarbeit, aber mir gefĂ€llt die Idee gut, den Boden dauerhaft bedeckt zu halten und trotzdem Ackerbau betreiben zu können.

Christine Weinberger, EIP-AGRI-Projektleiterin, wpa Beratende Ingenieure GmbH

Podcast von Netzwerk Zukunftsraum Land zum Thema „Bodenerosion im Kartoffelanbau“ mit Christine Weinberger

Gemeinsam stark: Warum Kooperationen der SchlĂŒssel zu einer resilienten, zukunftsfĂ€higen Landwirtschaft sind

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Die Landwirtschaft steht unter wachsendem Druck: steigende Kosten, knappe Ressourcen, hoher Investitionsbedarf und die Folgen der Klimakrise verĂ€ndern die Rahmenbedingungen vieler Betriebe spĂŒrbar. Gerade in Österreich, wo die Landwirtschaft stark kleinstrukturiert und familiengetragen ist, gewinnen Kooperationen zunehmend an Bedeutung.

Überbetriebliche Zusammenarbeit, Wissensaustausch und regionale Wertschöpfung gelten immer stĂ€rker als SchlĂŒssel fĂŒr Resilienz und ZukunftsfĂ€higkeit. Kooperationen können Risiken teilen, Innovation fördern und neue Perspektiven fĂŒr die nĂ€chste Generation schaffen.

Beim Webinar „Kooperationen in der Landwirtschaft – der SchlĂŒssel zu unternehmerischer StĂ€rke und Resilienz“ wurde deutlich: Zusammenarbeit geht heute weit ĂŒber klassische Maschinengemeinschaften hinaus. Im Fokus stehen neue Formen gemeinsamer Vermarktung, Innovationspartnerschaften und sektorĂŒbergreifender Zusammenarbeit entlang regionaler Wertschöpfungsketten.

Wir haben mit Lukas Oßberger von der Landwirtschaftskammer Österreich darĂŒber gesprochen, warum Kooperationen gerade jetzt zu einem zentralen Zukunftsthema innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)  werden.

Kooperationen gelten zunehmend als SchlĂŒssel fĂŒr eine resiliente und zukunftsfĂ€hige Landwirtschaft. Warum gewinnt das Thema gerade jetzt – insbesondere fĂŒr kleinstrukturierte Familienbetriebe und die nĂ€chste Generation – so stark an Bedeutung?

Das Thema gewinnt derzeit stark an Bedeutung, da landwirtschaftliche Betriebe mit steigendem Kostendruck bei Betriebsmitteln, Energie und Maschinen sowie gleichzeitig niedrigen Erzeugerpreisen konfrontiert sind. Besonders fĂŒr Österreichs kleinstrukturierte Familienbetriebe – mit einer durchschnittlich landwirtschaftlich genutzten FlĂ€che von 25,6 Hektar je Betrieb und einem hohen Anteil an FamilienarbeitskrĂ€ften – stĂ¶ĂŸt die Belastbarkeit oft an ihre Grenzen.

Kooperationen bieten hier einen zentralen Ansatz, um die unternehmerische Resilienz zu stĂ€rken. FĂŒr die nĂ€chste Generation steht dabei nicht nur wirtschaftliche Effizienz im Vordergrund, sondern zunehmend auch die LebensqualitĂ€t. Umfragen zeigen, dass Aspekte wie Freizeit, Urlaub und eine geringere Arbeitsbelastung fĂŒr junge Landwirtinnen und Landwirte deutlich wichtiger sind. Kooperationen ermöglichen es, Verantwortung zu teilen, Risiken – etwa im Krankheits- oder Unfallfall – abzufedern und durch Arbeitsteilung spezialisiertes Wissen effizienter einzusetzen.

Kooperationen gehen heute weit ĂŒber klassische Maschinengemeinschaften hinaus. Welche neuen Formen der Zusammenarbeit entstehen derzeit – und welche Rolle spielen dabei Innovation, regionale Wertschöpfung und das gemeinsame Weiterdenken von Landwirtschaft?

Kooperationen werden nach wie vor hĂ€ufig mit klassischen Maschinengemeinschaften oder Genossenschaften gleichgesetzt. TatsĂ€chlich existieren jedoch zahlreiche weitere Formen der Zusammenarbeit, die in vielen Bereichen der Landwirtschaft seit Langem gelebt werden – oftmals implizit und ohne klare Bezeichnung.

Gleichzeitig wĂ€chst das Bewusstsein fĂŒr die vielfĂ€ltigen Mehrwerte solcher Kooperationen deutlich. Positive Praxiserfahrungen sowie ein erweitertes VerstĂ€ndnis fĂŒr Innovation und betriebliche Weiterentwicklung tragen maßgeblich dazu bei. Kooperationen eröffnen neue Perspektiven entlang der gesamten Wertschöpfungskette und in allen Bereichen der betrieblichen Entwicklung – etwa in Vermarktung, Verarbeitung oder im Dienstleistungsbereich – und fördern ein gemeinsames, zukunftsorientiertes Weiterdenken von Landwirtschaft im regionalen Kontext.

Insbesondere Innovation, Wissensaustausch und die StĂ€rkung regionaler Wertschöpfung rĂŒcken dabei in den Mittelpunkt. Kooperationen sind damit zunehmend Plattformen fĂŒr unternehmerische Dynamik und eine nachhaltige Weiterentwicklung von Betrieben.

Viele Herausforderungen lassen sich heute kaum mehr alleine bewĂ€ltigen. Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit Kooperationen langfristig funktionieren – und wie kann die GAP dazu beitragen, Zukunftsperspektiven fĂŒr die nĂ€chste Generation zu schaffen?

Damit Kooperationen langfristig erfolgreich sind, braucht es geeignete rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen – insbesondere in Bereichen wie Raumordnung, Baurecht sowie Gewerbe- und Öffnungszeiten Regelungen.

Der entscheidende Erfolgsfaktor liegt jedoch im zwischenmenschlichen Bereich. Erfolgreiche Kooperationen erfordern ausgeprĂ€gte soziale Kompetenzen, insbesondere KommunikationsfĂ€higkeit, Vertrauen, Kompromissbereitschaft und professionelles Konfliktmanagement. Vertrauen, Offenheit und VerlĂ€sslichkeit bilden die zentrale Grundlage fĂŒr eine stabile Zusammenarbeit und ein funktionierendes Kooperationsmanagement.

Aus diesen Anforderungen – gestĂŒtzt durch Erfahrungsberichte aus der Praxis – lĂ€sst sich ableiten, dass bestehende BeratungsansĂ€tze weiterentwickelt werden könnten. Ziel sollte ein ganzheitlicher Zugang sein, der neben betriebswirtschaftlichen auch sozialen und organisatorischen Aspekten stĂ€rker berĂŒcksichtigt.

ErgĂ€nzend dazu spielen Bildungsangebote eine zentrale Rolle, insbesondere zur StĂ€rkung unternehmerischer Kompetenzen wie Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikation, MitarbeiterfĂŒhrung und Konfliktlösung.

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten, indem sie weiterhin gezielt und zukĂŒnftig noch stĂ€rker in Bildung, Beratung und kooperationsfördernde Maßnahmen investiert und so die Zukunftsaussichten fĂŒr die nĂ€chste Generation nachhaltig stĂ€rkt.

 

Lukas Oßberger im Interview mit Netzwerk Zukunftsraum Land/ Stephanie Topf

Nachlese: Wenn Wasser fließt, wenn Wasser fehlt – Bodenwasserhaushalt im Wandel

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Das FrĂŒhjahrs-Bodenforum 2026 am 18. und 19. Mai in Petzenkirchen widmete sich dem Bodenwasserhaushalt sowie den Möglichkeiten, durch angepasste Bewirtschaftung die Wasserhalte- und Speicherfunktion von Böden zu stĂ€rken. Im Fokus standen aktuelle Erkenntnisse aus Forschung, Monitoring und landwirtschaftlicher Praxis.

Zu Beginn wurden VerÀnderungen des Landschaftswasserhaushalts thematisiert. LangjÀhrige Messreihen zeigen, dass Trockenperioden, erhöhte Verdunstungsraten sowie hÀufigere Starkregenereignisse neue Anforderungen an das Wassermanagement stellen. Dabei wurde die Bedeutung einer Betrachtung hydrologischer Prozesse auf Ebene ganzer Einzugsgebiete hervorgehoben.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf bodenhydrologischen Eigenschaften wie Porensystem, InfiltrationskapazitĂ€t, Wasserspeichervermögen und StrukturstabilitĂ€t. Vorgestellt wurden Ergebnisse des Projekts HydroBOD, das hydrologische und physikalische Bodeneigenschaften flĂ€chendeckend erfasst und fĂŒr Anwendungen wie Erosionsbewertungen, VerdichtungsrisikoabschĂ€tzungen und Modellierungen des Landschaftswasserhaushalts nutzbar macht. Diskutiert wurden zudem Herausforderungen bei der Datenerhebung und der stĂ€rkeren Integration bodenkundlicher Informationen in wasserwirtschaftliche Planungen.

Die ZusammenhĂ€nge zwischen Bodenstruktur, Landnutzung, OberflĂ€chenabfluss und Bodenerosion bildeten einen weiteren Themenblock. Als wesentliche Ursachen erhöhten OberflĂ€chenabflusses wurden Bodenverdichtung, intensive Bodenbearbeitung und fehlende Bodenbedeckung genannt. Mehrere BeitrĂ€ge zeigten die Wirksamkeit konservierender Bodenbearbeitungssysteme, ZwischenbegrĂŒnungen und angepasster Fruchtfolgen zur Reduktion von Erosion und Abfluss. Technische Maßnahmen wie Retentionsbecken wurden als ergĂ€nzende, nachgelagerte Instrumente eingeordnet.
Auch die Bedeutung hoher WasserstĂ€nde fĂŒr Moore und den Erhalt organischer KohlenstoffvorrĂ€te wurde diskutiert. DarĂŒber hinaus wurde die Rolle organischer Bodensubstanz fĂŒr die DĂŒrre-Resilienz von GrĂŒnlandstandorten thematisiert.

Im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft wurden VerĂ€nderungen pflanzenphysiologischer und hydrologischer Prozesse dargestellt, darunter ein frĂŒherer Vegetationsbeginn, zunehmender Trockenstress und verĂ€nderte WasserflĂŒsse im Boden. Als Anpassungsmaßnahmen wurden Humusaufbau, die Förderung biologischer AktivitĂ€t, die Vermeidung von Bodenverdichtung sowie diversifizierte Fruchtfolgen und Agroforstsysteme genannt.
Nicht zuletzt wurden Isotopenmessung zur Analyse von WasserflĂŒssen sowie Herausforderungen bei der Umsetzung boden- und wasserschutzrelevanter Maßnahmen vorgestellt. Neben fachlichen und technischen LösungsansĂ€tzen wurden insbesondere die Bedeutung von Kooperationen zwischen Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Gemeinden, der Wissenstransfer sowie geeignete Rahmenbedingungen fĂŒr eine erfolgreiche Umsetzung hervorgehoben.

Call “LĂ€ndliche Innovationspartnerschaft” noch bis 27.07.2026 geöffnet

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NatĂŒrliche Ressourcen

Die Fördermaßnahme LĂ€ndliche Innovationspartnerschaft unterstĂŒtzt bei der Umsetzung lĂ€ndlicher Innovationspartnerschaften (LIPs) mit dem Ziel, die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure zu verbessern und neuartige Lösungen entlang der Wertschöpfungsketten sowie ĂŒber Bereiche und Branchen hinweg zu entwickeln.

Achtung: Bis zum Ende der Förderperiode 2023–2027 werden keine weiteren 77-03 Calls mehr geöffnet.

Neues ErklÀrvideo: Soziale SÀule der GAP

LebensqualitÀt

Mit unserem neuen animierten ErklĂ€rvideo setzen wir die Reihe zu den neun spezifischen Zielen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) fort. Im Mittelpunkt stehen diesmal die drei sozialen Ziele der GAP, die verdeutlichen, dass die Agrarpolitik weit ĂŒber die landwirtschaftliche Produktion hinauswirkt.

Die soziale SĂ€ule der GAP rĂŒckt zentrale Zukunftsthemen in den Fokus: die Verbesserung der LebensqualitĂ€t im lĂ€ndlichen Raum, faire Arbeitsbedingungen in der Land- und Forstwirtschaft sowie die StĂ€rkung lĂ€ndlicher Gemeinschaften. Damit leistet die GAP einen wichtigen Beitrag zu lebenswerten Regionen, sozialem Zusammenhalt und nachhaltiger Entwicklung.

Wie bereits in den vorherigen Videos (zur ökologischen und ökonomischen SĂ€ule der GAP) werden die Inhalte anschaulich und verstĂ€ndlich in einem animierten Format aufbereitet. Ziel ist es, die vielfĂ€ltigen Wirkungen der GAP sichtbar zu machen und ihre Bedeutung fĂŒr Landwirtschaft, Gesellschaft und lĂ€ndliche Regionen zu vermitteln.

Die Soziale SĂ€ule der GAP
23.06.2026
Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) stÀrkt nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Menschen und Regionen im lÀndlichen Raum. Unser neues animiertes ErklÀrvideo zeigt, wie die soziale SÀule der GAP zu mehr LebensqualitÀt, fairen Arbeitsbedingungen und starken lÀndlichen Gemeinschaften beitrÀgt.

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Nachbericht – „Gesellschaftlichen Wandel mitgestalten – Regionale Entwicklungsorganisationen als wichtige Schnittstellen in Transformationsprozessen“

AKIS-Kooperationsstelle
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Demographischer Wandel, Klimawandel, Digitalisierung, geo- und gesellschaftspolitische Spannungen – die Entwicklung von Regionen wird von einem komplexen Zusammenspiel unterschiedlicher Dynamiken beeinflusst. Die dabei entstehenden Spannungen verlangen nach gĂ€nzlich neuen EntwicklungsansĂ€tzen, die dabei unterstĂŒtzen, die Risiken dieser „Grand Challenges” abzufedern und daraus entstehende Chancen zu nutzen. Zentral dabei ist die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Wandels, der nicht nur auf technologische Neuentwicklungen, sondern ganz klar auf grundlegende VerĂ€nderungen von Werten, Strukturen, Normen und Handlungsweisen abzielt.

Ein solcher gesellschaftlicher Wandel gelingt aber nicht nur rein Top-Down – durch Regeln, Verordnungen, oder Anreizsysteme – oder rein Bottom-Up, durch engagierte Einzelinitiativen. Stattdessen ist hier der gezielte Einsatz beider Systeme wichtig. In diesem Kontext kommt der regionalen Ebene, als „IntermediĂ€r”, besondere Bedeutung zu. Sie ĂŒbersetzt globale Herausforderungen in lokale Kontexte, erprobt lokal passende (place-based) Lösungen, entwickelt sie weiter und unterstĂŒtzt so bei der Skalierung.

Im Webinar „Gesellschaftlichen Wandel mitgestalten – Regionale Entwicklungsorganisationen als wichtige Schnittstellen im Transformationsprozess“ wurde ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet, ĂŒber theoretische und praktische Überlegungen, Entwicklungen und Erfahrungen zu diesem Thema zu informieren. Gleichzeitig sollten regionale Entwicklungsorganisationen, wie etwa LEADER-Regionen, dazu motiviert werden, selbst transformative Entwicklungspfade anzuvisieren.

In einem ersten Teil prĂ€sentierte Markus Gruber (convelop) die Bedeutung einer systematischen regionalen Entwicklung, die mehr als nur Einzelprojekte vorantreibt, um transformativer wirksam zu werden. Die sogenannte „X-Curve” liefert dafĂŒr ein Hintergrundmodell: „Out-of-the-box-Denken” muss regional und systematisch gefördert und skaliert werden, um anschließend als neue Routinen und Lösungen verfestigt zu werden. Gleichzeitig gilt es, nicht nachhaltige Praktiken abzulegen und die negativen Auswirkungen davon abzufedern, um den Wandel gerecht zu gestalten. Damit können PfadabhĂ€ngigkeiten ĂŒberwunden und Verbesserungen auf Transformationspfaden erreicht werden. Von besonderer Bedeutung, so Markus Gruber, ist dabei das Mehrebenensystem, wie er am Beispiel der Energiewende in der Region Holzwelt Murau skizzierte. Regionen können Raum fĂŒr Neues schaffen, gemeinsame KreativitĂ€t fördern, Visionen formulieren, WiderstĂ€nde annehmen, strategische Entscheidungen fĂ€llen und KapazitĂ€ten zur Intermediation entwickeln. DafĂŒr benötigen sie unterstĂŒtzende innovationspolitische Rahmenbedingungen, die Experimente und Plattformen fĂŒr interregionales Lernen fördern, Planungssicherheit schaffen, Exnovation vorantreiben und den öffentlichen Sektor in seiner proaktiven Rolle stĂ€rken.

In einem zweiten Teil ging es um die Frage, wie Regionen selbst transformativ wirksam werden können. Hier stellte Rita Trattnigg (BMLUK) Überlegungen zur Rolle der Region als „Innovationsökosystem” vor, die ausschlaggebend fĂŒr die Gestaltung von Fördermaßnahmen des BMLUK sind. Wie Innovationsökosysteme aussehen, ist von unterschiedlichen Eigenschaften der Regionen abhĂ€ngig, beispielsweise vorhandenen InnovationskapazitĂ€ten, einem gelungenen Zusammenspiel mit dem Mehrebenensystem, etwa durch partnerschaftliche Arbeit, DurchlĂ€ssigkeit zwischen den Ebenen oder das Ermöglichen flexibler ZugĂ€nge, und der Einbindung (kreativer) externer Akteur:innen. Um von punktuellen Einzelinvestitionen hin zu verbundenen Projektclustern zu kommen, ist die Rolle der Intermediation zentral. Diese verbessert das Zusammenspiel verschiedenster Akteur:innen, unterstĂŒtzt das Übersetzen zwischen den Ebenen und begleitet transformative Prozesse. Kurz, so Rita Trattnigg: „Ohne Intermediation kein Innovationsökosystem”.

Michael Fischer (Netzwerk Zukunftsraum Land) schloss an diesen Vortrag an und prĂ€sentierte anwendbare Strategien und Hacks fĂŒr mehr Hebelwirkung auf regionaler Ebene. Drei Handlungsfelder sind dabei fĂŒr den Aufbau von transformativen KapazitĂ€ten zentral:

  • HandlungsspielrĂ€ume öffnen und Bruchstellen nutzen
  • Neues schaffen und verbreiten
  • Navigieren und Orientierung geben

In diesen Handlungsfeldern kommt regionalen Entwicklungsorganisationen eine bedeutende Rolle zu. Zahlreiche praxisorientierte Hacks, mit denen diese Handlungsfelder bearbeitbar sind, finden sich nicht nur in den PrĂ€sentationsunterlagen dieses Vortrags, sondern auch in der BroschĂŒre „Innovations-KapazitĂ€ten in Regionen stĂ€rken” des BMLUK.

Im finalen Teil des Webinars tauchten die Teilnehmenden tiefer in die Praxis transformativer Regionalentwicklung ein. DafĂŒr prĂ€sentierten zunĂ€chst Anna Knaus-Maurer und Michael Fend aus dem steirischen Vulkanland, wie eine klar definierte Vision transformative Entwicklungsprozesse fördern kann. In der Region hat man mit der „Vision Vulkanland ZukunftsfĂ€higkeit 2040” schon seit Jahrzehnten ein klares Bild vor Augen, wie sich die Region zukĂŒnftig mit Blick auf menschliche, ökologische und wirtschaftliche Aspekte positionieren will. Diese Vision ist damit eine bedeutende Orientierungshilfe, auf Basis derer verschiedene regionale Institutionen (wie der Regionalverband, das Regionalmanagement oder das LAG Management) ihre unterschiedlichen Fertigkeiten auf ein Ziel ausgerichtet bĂŒndeln. Aufbauend auf den Erfahrungen, die das steirische Vulkanland in den letzten 25 Jahren gemacht hat, wurde die Chance genutzt, sieben zentrale Erkenntnisse dieses Wirkens zu prĂ€sentieren. Dazu gehören

  • die grundlegende Bedeutung eines klaren Zukunftsbildes,
  • das Arbeiten auf einer gemeinsamen Strategieebene,
  • das Fördern von Kooperationen,
  • das Fördern positiver Regionsbilder,
  • das Mitnehmen von Menschen und Fördern von Eigenverantwortung,
  • das Erhöhen der Sichtbarkeit regionaler BemĂŒhungen durch eine gemeinsame Regionsmarke und
  • das langfristige Denken, auch ĂŒber Förderperioden hinweg.

Über die Bedeutung von Mehrebenenzusammenarbeit sowie die sich verĂ€ndernden Rahmenbedingungen nach 2028 sprach anschließend Christian Rosenwirth (BMLUK). Er gab wertvolle Einblicke in den Weiterentwicklungsprozess von LEADER und die neue Klimainitiative, die kĂŒnftig LEADER-, KEM-, KLAR!- und e5-Strukturen bĂŒndeln soll. LEADER soll dabei zur zentralen strategischen Andockstation fĂŒr Klima-, Energie-, Innovations- und Stadt-Umland-Themen, die unterschiedliche Förderinstrumente und -maßnahmen bĂŒndelt und so zu einer höheren regionalen Wirksamkeit und Skalierung erfolgreicher Lösungen beitragen soll.

Diese Bedeutung griff Wolfgang Berger (LEADER-Forum) in seinem abschließenden Beitrag zu den vielfĂ€ltigen neuen Aufgaben, die auf LAGs zukommen, auf. Die Bedeutung von LEADER werde so laufend grĂ¶ĂŸer, weil „LEADER das bedeutendste bĂŒrgernahe Politikinstrument der EU in lĂ€ndlichen RĂ€umen” sei. In Zeiten sich Ă€ndernder geopolitischer Priorisierungen, zunehmender Polykrisen und starker EU- und Demokratieskepsis sei ortsbezogene Entwicklungsarbeit der SchlĂŒssel, erfolgreiche und transformative lĂ€ndliche Entwicklung zu fördern. LEADER wird dabei kĂŒnftig einerseits eine Andockstation fĂŒr verschiedene thematische Entwicklungen sein, andererseits aber auch eine bedeutende Mehrebenen-Drehscheibe, die neue Schnittstellen ermöglicht und zum gesellschaftlichen Ausgleich beitrĂ€gt. In seinem Beitrag zeichnete Wolfgang Berger abschließend ein Bild von den zahlreichen Rollen, die es LAGs ermöglichen, transformative Regionalentwicklung voranzutreiben und zu einem umfassenden Aufbau regionaler Resilienz beizutragen. Denn: „LEADER wirkt immer; aber gerade jetzt besonders!”, so Wolfgang Berger.

FĂŒr eine noch tiefere Auseinandersetzung mit den Inhalten dieses Webinars empfehlen wir einen Blick in die PrĂ€sentationsunterlagen und die Aufzeichnung der Veranstaltung. Wir bedanken uns herzlich bei den Vortragenden und den Teilnehmenden und blicken gespannt auf die Zukunft regionaler Entwicklungsorganisationen im Transformationsprozess!

BiodiversitĂ€t messbar machen – Forschung und Ausbildung am ICEB

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Die Erfassung und Bewertung biologischer Vielfalt zĂ€hlt zu den zentralen Herausforderungen des Naturschutzes im 21 Jahrhundert. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Interdisciplinary Center for Ecosystem Services and Biodiversity (ICEB) an der Fachhochschule KĂ€rnten der Entwicklung innovativer AnsĂ€tze, um BiodiversitĂ€t und Ökosystemleistungen systematisch messbar zu machen.

Kern der ForschungsaktivitĂ€ten sind sogenannte Biodiversity Technologies. Diese umfassen ein breites Spektrum an Methoden und Werkzeugen, die ökologische Fragestellungen mit technologischen Entwicklungen verbinden. Durch die Einbettung in die FakultĂ€t fĂŒr Engineering & IT stehen dem ICEB Kompetenzen in den Bereichen KĂŒnstliche Intelligenz, Sensorik, Robotik, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Datenwissenschaft unmittelbar zur VerfĂŒgung. ErgĂ€nzt wird dies durch ein molekularbiologisches Labor, das insbesondere genetische Analysen von Umweltmedien ermöglicht.

VielfÀltige Erfassung von BiodiversitÀt

ICEB setzt auf moderne Methoden und innovative Technologien, um die verschiedenen Ebenen der Natur zu erfassen und so die Artenvielfalt zu dokumentieren und zu schĂŒtzen. Satelliten, Drohnen und Laserscanner liefern wertvolle Einblicke von Landschaften und Ökosystemen aus der Vogelperspektive. So lassen sich VerĂ€nderungen ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume flĂ€chendeckend beobachten und analysieren. Zentral ist dabei, diese Daten sinnvoll auszuwerten und mit Beobachtungen direkt vor Ort abzugleichen.
Automatisierte Kamerasysteme und Mikrofone erfassen Tiere rund um die Uhr, wĂ€hrend KĂŒnstliche Intelligenz hilft, die dabei entstandenen Datenmengen zu analysieren. ZusĂ€tzlich geben Tracking-Technologien Aufschluss darĂŒber, wie sich Tiere bewegen und ihren Lebensraum nutzen.
Einen besonders tiefen Einblick ermöglichen auch genetische Methoden. Mithilfe von DNA-Analysen lassen sich Arten sogar anhand kleinster Spuren in Wasser oder Boden nachweisen. So wird auch jene BiodiversitĂ€t sichtbar, die dem bloßen Auge oft verborgen bleibt.

Qualifizierung fĂŒr das Management von Schutzgebieten

So wichtig neue Technologien auch sind, ihre Wirkung entfalten sie erst, wenn gut ausgebildete FachkrĂ€fte sie anwenden können. Daher bietet das ICEB auch unterschiedliche Ausbildungsprogramme an. Eines davon ist der berufsbegleitende, internationale Masterstudiengang „Management of Conservation Areas“, der am ICEB angesiedelt ist und vom UNESCO Chair for Sustainable Management of Conservation Areas getragen wird.

Schutzgebiete wie Nationalparks, BiosphĂ€renparke oder Natura-2000-Gebiete spielen eine SchlĂŒsselrolle fĂŒr den Erhalt der BiodiversitĂ€t. Weltweit sind rund 17 Prozent der LandflĂ€che unter Schutz gestellt. Ihre wirksame Betreuung erfordert jedoch fundiertes Fachwissen und vielfĂ€ltige Kompetenzen. Das Programm richtet sich daher an FachkrĂ€fte aus Praxis, Verwaltung und angewandter Forschung, die ihre Kompetenzen im Bereich Schutzgebietsmanagement gezielt erweitern möchten. Der Studiengang vermittelt eine Kombination aus theoretischen Grundlagen, internationalen Standards und praxisorientierten Instrumenten. Zentrale Inhalte umfassen das effektive Management von Schutzgebieten, die Einbindung relevanter Stakeholder sowie den Einsatz moderner Technologien zur Datenerhebung und EntscheidungsunterstĂŒtzung. DarĂŒber hinaus werden Kompetenzen in inter- und transdisziplinĂ€rer Zusammenarbeit sowie in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit gefördert.

International ausgerichtet und praxisnah

Das Programm ist international ausgerichtet und wird durch ein breites Partnernetzwerk unterstĂŒtzt, darunter internationale Organisationen wie UNESCO, IUCN und WWF. Lehrende aus Wissenschaft und Praxis gewĂ€hrleisten eine enge Verzahnung von theoretischem Wissen und praktischer Anwendung.
Als berufsbegleitendes Studium konzipiert, erstreckt sich der vollwertige Masterlehrgang mit 120 ECTS ĂŒber zwei Jahre und kombiniert kompakte PrĂ€senzphasen, welche in Schutzgebieten in Zentraleuropa verbracht werden, mit digitalen Lernformaten. Dieses Modell ermöglicht eine unmittelbare VerknĂŒpfung von Studieninhalten mit beruflicher Praxis. DarĂŒber hinaus bringt die internationale Ausrichtung mit Englisch als Lehrsprache Teilnehmer:innen aus verschiedensten LĂ€ndern weltweit zusammen. Der nĂ€chste Studienbeginn ist fĂŒr September 2026 vorgesehen.

Nachbericht KI in der Landwirtschaft – Daten als Treibstoff fĂŒr Innovation

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Lebensmittelversorgung

Am 10. Juni 2026 lud das Netzwerk Zukunftsraum Land zur Veranstaltung „KI in der Landwirtschaft – Daten als Treibstoff fĂŒr Innovation“ ins Francisco Josephinum nach Wieselburg. Mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Landwirtschaft, Forschung, Beratung und Bildung nutzten die Gelegenheit, um sich ĂŒber aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen rund um Daten und KĂŒnstliche Intelligenz auszutauschen.

Den Auftakt machte Datenexperte und Podcaster Christian Krug (unf#ck your data). In seinem Vortrag zeigte er auf, wie sorglos Daten hĂ€ufig in Cloud-Systemen gespeichert werden und welche RĂŒckschlĂŒsse daraus gezogen werden können. Gleichzeitig verdeutlichte er den Wert von Daten als Grundlage fĂŒr Innovation und WettbewerbsfĂ€higkeit. Diskutiert wurden Fragen der Datenhoheit sowie Möglichkeiten, Daten sicher zu teilen, ohne die Kontrolle darĂŒber zu verlieren. Initiativen wie der EU Data Act, Gaia-X oder AgDataHub wurden als wichtige Bausteine fĂŒr zukĂŒnftige DatenrĂ€ume vorgestellt.

Fabian Butzenlechner (Josephinum Research bzw. Innovation Farm) stellte das Konzept der DatenrĂ€ume bzw. der AgrardatenrĂ€ume vor. Mithilfe dieser könnten bisherige Datensilos geöffnet und im Rahmen klarer Transparenz- und Governancevorschriften miteinander geteilt werden. Durch den dezentralen Charakter der DatenrĂ€ume sind große Datenplattformen und -speicher außerhalb Europas nicht mehr notwendig, weshalb sie eine wichtige SĂ€ule der digitalen SouverĂ€nitĂ€t bilden. Gerade in der Landwirtschaft könnten Mehrfacherfassungen von Daten vermieden und somit ein wesentlicher Beitrag zur BĂŒrokratiereduktion geleistet werden.

Im anschließenden Pitch-Format prĂ€sentierten Expertinnen und Experten aktuelle Forschungs- und Praxisprojekte. Peter Roth (VetMed Wien) gab Einblicke in den Einsatz von KI in der VeterinĂ€rmedizin. Christa Egger-Danner (ZuchtData) stellte das Forschungsprojekt ENSURE zur Nutzung von Tierhaltungs- und Gesundheitsdaten vor. Markus Gansberger (FH Wiener Neustadt) prĂ€sentierte die Stiftungsprofessur „Data-Centric AI in Agriculture“, die sich mit der Aufbereitung und Nutzung hochwertiger Daten fĂŒr KI-Anwendungen beschĂ€ftigt. Elisabeth Reith (LK Steiermark) stellte die KI-Strategie der Landwirtschaftskammern Österreichs vor, die den Wissenstransfer und die Beratung durch KI-Anwendungen unterstĂŒtzen soll. Peter Riegler Nurscher (Josephinum Research) prĂ€sentierte das Projekt „Driving Innovations in Smart Farming“.

Den Abschluss des Vormittags gestaltete Gertraud LeimĂŒller (leiwand.ai) mit einem Blick auf die Zukunft einer daten- und KI-getriebenen Landwirtschaft. Sie zeigte auf, wie aus Daten konkrete Wertschöpfung entstehen kann, welche Rolle vertrauenswĂŒrdige KI spielt und warum Technologie-SouverĂ€nitĂ€t fĂŒr die Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Als zentrale Erfolgsfaktoren einer zukunftsfĂ€higen Landwirtschaft nannte sie innovative Technologien, funktionierende MĂ€rkte und passende Governance-Strukturen.

Am Nachmittag wurden die Themen in Arbeitsgruppen vertieft. Die Gruppe „DatenrĂ€ume: Use Cases und Potenziale“ diskutierte konkrete AnwendungsfĂ€lle fĂŒr landwirtschaftliche DatenrĂ€ume, deren Nutzen fĂŒr Betriebe sowie Fragen zu DatenverfĂŒgbarkeit, Datenaustausch und Datenhoheit. In den Workshops „Change Management in Organisationen“ und „Wissenstransfer & Kompetenzen“ wurden nicht nur Erfolgsfaktoren fĂŒr die sinnstiftende EinfĂŒhrung von KI in Unternehmen erarbeitet, sondern auch Good Practices zum Umgang mit KI und Erfahrungen zum Kompetenzaufbau unter den Teilnehmenden ausgetauscht. Die Gruppe „InteroperabilitĂ€t, Standards und technische Aspekte“ beschĂ€ftigte sich mit dem Zusammenspiel von Maschinen, Softwarelösungen und digitalen Plattformen. Im Mittelpunkt standen bestehende Standards, Herausforderungen beim Datenaustausch und mögliche Verbesserungen fĂŒr eine reibungslose Vernetzung.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass Daten eine zentrale Ressource fĂŒr die Weiterentwicklung von KI in der Landwirtschaft darstellen. Gleichzeitig wurden die Bedeutung von Datenhoheit, InteroperabilitĂ€t und vertrauenswĂŒrdigen Rahmenbedingungen hervorgehoben. Die vorgestellten Projekte und Diskussionen zeigten eindrucksvoll, wie datenbasierte Innovationen dazu beitragen können, die Landwirtschaft nachhaltiger, effizienter und zukunftsfĂ€higer zu gestalten.